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4. Burgwald Marathon

[eingestellt am 31. August 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Gabi & Peter Gründling

idyllisches Fachwerkstädtchen: Rauschenberg

die üblichen Verdächtigen bei der Vorabendsause

Rauschenberg in der Morgensonne

Eine Minute vorm Start – alles etwas ruhiger als anderswo

Stimmungsnest

Der Himmel verspricht Wärme

Streckenimpression

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Veranstalter Heinz Kaletsch, Landrätin Kirsten Fründt und Bürgermeister Michael Emmerich

Vorm Start zum Halbmarathon

Noch 41 – beim Burgwaldmarathon wird rückwärts gezählt

Blick zurück auf Rauschenberg

Parkplatz Black Sunset Festival Albshausen – das könnte auch eine Läufer-Campingwiese sein

Marathonsieger Thorsten Vackiner läuft die Waldrunde verkehrt herum

Christian Hottas, Susann Henkel und Ute Striebinger (sitzend), die den Marathon abschlossen, an der Verpflegungsstelle zu Beginn und Ende der Waldrunde

Florian Lies und Michael Schröder

2. M65 Halbmarathon Gerhard Mietz

Auf dem Radweg Richtung Rauschenberg

Der alte Bahnhof von Wambach

DUV-Sportwart Norbert Madry gewinnt die M60 beim Marathon

Der Marathon ist gerade 400 m „alt“

1. W Frederike Michel (40) wird Marathonzweite

1. W35 Anja Schultheis

2. W Susanne Sußebach

Die Kiefer-Brothers in ihrem Meisterchip-„Imbißwagen“

Marathonsieger Thorsten Vackiner im Interview

Seit 2 Tagen 87: Jerome Ebeling lief noch den 5er mit

Siegerin Marathon Astrid Staubach wird Gesamt-Zweite

Zweiter Marathon Jürgen Werner

Dritter Marathon Jens Brandt

Dritte Marathon Antje Krause

2. MHK Nick Wood

1 M35 Björn Maciosek

3. M30 André Grumbach

1. M65 Günther Scheibehenne

Erstmal zu Facebook

1. M55 Peter Gründling

1. M40 Arnaud Roger Callot

3. M45 Thomas Unger

Zur Feier des Tages….

3. M55 Dirk de Cock

Die Zwillinge Finn und Colin Dönges, die Sieger des 400 m Bambinilaufs

Schnellstes Mädchen auf Platz 3: Tilia Ambraß

Die Zwillinge Luise und Peter Schmittmann belegten Platz 2 bei den Mädchen und Platz 3 bei den Jungen

2. M50 Wilfried Esken

Da war die Startnummer fast so groß wie das ganze Kind oder: Not macht erfinderisch

3. M40 Andreas Dohr

3. M50 Klaus Feike

Sieger Minimarathon Leonard Schraub

Sein Bruder Johann kommt gemeinsam mit 1. W50 Marathon Sylvia Schaumberg ins Ziel

Wie die Hühner auf der Stange

Hauptsache Schatten!

Besuch an der Kuchentheke

Malina Maria Schlösser lief mit 18 ihren ersten Marathon

1. W45 Sylvia Herz

Marathonsiegerin Astrid Staubach nach der Siegerehrung

2. W45 Beate Bienicke

1. M70 Jürgen Fischer

Robert Cimander und Stefan Zydek

3. W45 Claudia Steeg mit ihrem Mann Wolfgang nach ihrem 10. Marathon

3. MHK Lars Heidergott

1. W30 Ivonne Vorath mit Devrim Gülecoglu

Jürgen Binias und sein Schatten auf dem Weg ins Ziel

Ein heißes Rennen

Rauschenberg, 30. August 2015 – alle zwei Jahre findet am Südostrand des Burgwalds im Kreis Marburg-Biedenkopf der Burgwald-Marathon statt. Angeboten wird aber nicht nur die „Königsdistanz“, vielmehr ist für jeden Geschmack ein Lauf ausgeschrieben. Marathon, Halbmarathon, 10 km, 5 km, 4,2 km Schülerlauf, 400 Bambinilauf – da bleibt kein Läuferwunsch offen. Rauschenberg liegt 20 km von der Marburger Innenstadt entfernt und gehört zum Rhein-Main-Verkehrsverbund, der sich inzwischen von Brilon bis Mannheim ausdehnt.

Man sollte meinen, daß eine solche Veranstaltung, zu der auch ein freier Schwimmbadbesuch gehört, scharenweise Läufer anziehen würde. Aber weit gefehlt, insgesamt weisen sämtliche Ergebnislisten in Summe gerade mal 359 Läufer aus. Nun lag dieser letzte Augustsonntag 2015 noch mitten in den hessischen Sommerferien und außerdem hatte der Wetterbericht Temperaturen über 30 Grad angekündigt. Trotzdem wundern einen nur 123 Halbmarathonis und 102 10 km-Läufer schon ein wenig. Klar, die Strecken sind nicht flach und damit braucht man über eine Bestzeit nicht nachdenken. Aber sie sind schön, landschaftlich reizvoll, teils im Wald, teils auf Radwegen mit und ohne Fernblicke.

Auf der Marathonstrecke traf man sogar nur 74 LäuferInnen an. Nun scheinen einfache Landschaftsmarathons mit ein paar Höhenmetern aber auf breiten Wald- und teilweise sogar Asphaltwegen allgemein ein bißchen aus der Mode zu kommen. Der Hornisgrinde-Marathon, ein Klassiker unter den deutschen Landschaftsmarathons, lockte in diesem Sommer nur 147 Marathonis in den Nordschwarzwald, in guten Zeiten waren es mal über 1.000. Der taggleich mit dem Burgwaldmarathon in Südhessen (bei Darmstadt) stattfindende Koberstädter Waldmarathon zog auch nur 129 LäuferInnen an, auch hier werden es jährlich weniger. Der Läufer von heute will offenbar nur noch entweder lautes Event-Getöse und/oder immer härtere Trails mit immer mehr Heldenpathos. Dabei sind diese kleinen Landschaftsläufe nicht nur familiär und entspannt sondern auch noch preisgünstig. In Rauschenberg kostete der Marathon ganze 25 € inklusive eines Funktionsshirts und neun Versorgungsstellen, an denen Wasser, Tee, Iso, teilweise Cola und Obst gereicht wurde.

Die Marathonstrecke weist rund 550 Höhenmeter aus, auf der Halbmarathonstrecke sind es tatsächlich etwa halb so viele, obwohl die meisten Höhenmeter gefühlt auf den ersten 10 km zu absolvieren sind. Dort trennt sich erstmal die Strecke der Marathonis und der Halbmarathonis. Die „Kurzstreckler“ biegen nach rechts ab, die Langstreckler nach links. Sie laufen auf einer langen Geraden, queren die Straße zwischen Bracht und Rosenthal, drehen dann eine Runde, um an derselben Stelle wieder an den VP zu kommen und die Rückreise zur zweiten VP anzutreten. Nach einem weiteren kleinen Schlenker jenseits der Halbmarathonstrecke treffen sich beide am VP vor Wohra und von nun an teilen sich Halbmarathonis und Marathonis wieder die Strecke. Da der Marathon aber um 8.30 Uhr, der Halbmarathon erst eine halbe Stunde später gestartet wurde, liefen zwar die schnellen Halbmarathonis noch in den Schwanz des Marathonfeldes hinein, die breiten Waldwege boten aber keinen Grund zur Beunruhigung.

Markus Schraub, vor zwei Jahren der Sieger des 3. Burgwaldmarathons, lief in diesem Jahr nach 1:26:16 h als schnellster Halbmarathoni durch den Zielbogen. Der erst 21jährige Simon Schindelmann folgte ihm nach 1:30:23 h, Daniel Damm wurde nach 1:33:17 h Dritter.

Die schnellste Halbmarathona gehört schon der W50 an. Uta Kretzer aus dem thüringischen Weimar beendete ihr Tagwerk nach 1:51:29 h. Bianca Bremmer (1:55:51 h) und Kerstin Muth (1:56:19 h) machten das Treppchen voll.

Da der Marathon zwei Minuten verspätet gestartet wurde, schafften es 117 der 123 Halbmarathonis, vor dem Marathonsieger im Ziel zu sein.

Thorsten Vackinger aus Haina kam im Trikot des SV Dodenhausen als Erster ins Ziel. Er hatte sich eine Zeit zwischen 3:20 und 3:30 h vorgenommen, eigentlich sollte der Burgwaldmarathon ein langer Trainingslauf für den Frankfurt-Marathon sein. Aber dann gingen die Pferde mit ihm durch, letzten Endes kam er nach 3:06:08 h wieder vor dem Freibad von Rauschenberg an und feierte so den ersten Marathonsieg seiner Laufbahn. Die „Waldrunde“ am Ende der langen Geraden war er allerdings als Geisterläufer unterwegs. Nach dem VP liefen er und Jürgen Werner (TSV Krofdorf-Gleiberg) in die falsche Richtung weiter. Werner drehte um, als ihm das Feld entgegen kam, hatte so letzten Endes geschätzt 2 km mehr auf dem Tacho, als er nach 3:34:07 h als Zweiter im Ziel begrüßt wurde. Als zweiter Mann allerdings nur, denn Gesamt-Zweite war die erste Frau. Jens Brandt, vereinsloser 33jähriger Läufer aus dem nahen Cölbe, zeigte sich als Dritter letzten Endes zufrieden mit seinen 3:36:47 h. Auch er wollte eigentlich zwischen 3:20 h und 3:30 h im Ziel sein. Aber unterwegs mußte er aufgrund der Hitze sogar kurze Gehpausen einlegen.

Astrid Staubach (LT Unterreichenbach) war rund 60 km aus dem Vogelsberg angereist, um für den Frankfurt-Marathon zu trainieren. Die 44jährige Mutter einer 13jährigen Tochter läuft in der Regel 3-4 Mal pro Woche, für lange Strecken hat sie neben ihrer 35-Stunden-Stelle bei einer Bank nur selten Zeit. Zur Zeit ist sie bei zwei Laufserien über 10 km gut im Rennen, die möchte sie auf jeden Fall zu einem guten Ende bringen. 3:25:14 h war ihre Siegeszeit.

Die zweite und dritte Frau kamen nur wenige Meter auseinander nach 3:43:43 und 3.43:47 h ins Ziel: Frederike Michel (Fit im Grund) und Antje Krause (USC Marburg). Letztere wird nach der 24 h-WM in Turin im April in zwei Wochen in Winschoten auch bei der 100 km-WM die deutschen Farben vertreten.

Nachdem die ersten sechs LäuferInnen im Ziel waren, waren damit beide Podien schon voll.

Auch M60er Norbert Madry kommt aus dem nahen Marburg, startet allerdings im Trikot von Blau-Gelb. Für den heißen Sommertag hatte er sich ein altes Netzhemd seines Vereins übergestreift. „Eigentlich gehört das schon ins Museum, bei diesem Wetter gibt es aber kein besseres“. Als Gesamt-Achter gewann der Sportwart der Dt. Ultramarathonvereinigung (DUV) natürlich seine Altersklasse.

Auf Platz 14 lief Laufticker-Chef Peter Gründling als Sieger der M55 ins Ziel. Er war streng nach Pulswerten unterwegs, weil er Mitte Oktober beim Pfälzer Weinsteig 100 Meilen an den Start gehen wird. Nur auf den letzten 2-3 km gab er noch „unkontrolliert“ Gas, weil er eine Chance witterte, das Ziel noch unter 4 Stunden zu erreichen. Mit 4:00:28 h mißlang ihm das denkbar knapp.

Ähnlich ging es der jüngsten Teilnehmerin. Malina Schlösser ist gerade mal 18, sie spurtete noch um die 5 Stunden-Marke zu unterbieten. Sie brauchte letzten Endes 24 Sekunden länger. Der Burgwaldmarathon war ihr erster Versuch über die Königsdistanz. Obwohl sie seit ihrem Abitur bei Ferrero am Band jobbt und keine Zeit hat, zu trainieren, wollte sie es unbedingt probieren. Ihr längster Vorbereitungslauf war der Halbmarathon anläßlich des Marburger Nachtmarathons Anfang Juli. Im Ziel war sie natürlich entsprechend euphorisch. Ihre „Trophäe“: eine dicke Blase am Fuß.

Aus USA waren Dane Rauschenberg und seine Frau angereist, um in „ihrem“ Ort Marathon zu laufen. Vor dem Marathonstart wurden sie noch kurz vorgestellt und von Bürgermeister Emmerich und Landrätin Fründt begrüßt. Letzten Endes kam nur Dane ins Ziel, er brauchte 4:46:09 h und wurde 2. M35.

Der älteste Marathoni war der 73jährige Alfred Rack aus Frankfurt, der mit einer Laufzeit von 6:53:20 h zwar etwas über dem Zielschluß von 6:30 h ins Ziel kam, was aber angesichts des Wetters und des Streckenprofils auch eine reife Leistung war.

Der älteste Teilnehmer des ganzen Tages war Jerome Ebeling aus Stadtallendorf. Am Freitag hatte er seinen 87ten Geburtstag gefeiert, am Sonntag schaffte er noch den 5 km-Jedermannlauf.

Die Kinder- und Schülerläufe standen ganz im Zeichen von Geschwister- ja sogar Zwillingspaaren.

Den Minimarathon über 4,2 km gewannen die Söhne von Halbmarathonsieger Markus Schraub. Der 15jähirge Leonard stürmte mit 20:13 min 9 Sekunden vor seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Johann ins Ziel.

Die 8jährigen Zwillinge Colin und Flynn Dönges rannten Seite an Seite, kurz vor dem Zielbogen konnte sich Colin von seinem Bruder absetzen. Für die 400 m lange Bambinistrecke waren sie 1:31 bzw. 1.32 min unterwegs. Hinter Tilia Ambraß (2:11 min) wurde der weibliche Teil eines gemischten Zwillingspaares Zweite. Luise Schmittmann (2:20 min) nahm ihrem Bruder Peter, der bei den Jungen Rang 3 belegte, 3 Sekunden ab. Die jüngste Teilnehmerin war Emilia Kämper. Sie ist erst Jahrgang 2013, als im schlimmsten Fall noch einjährig. Ob man ein so kleines Kind 400 m laufen lassen muß?

Den 5 km-Lauf gewannen Sebastian Schaake (TSV Kirchhain Triathlon, 18:05 min) und Adrienn Trifa-Stumpf (26:49 min).

Beim 10er, der als Wendepunktstrecke auf den letzten 5 km des Marathons angelegt war, waren Milena Stafunsky (4814 min) und Jonas Schindelmann (37:25 min) erfolgreich.

Der Burgwaldmarathon fand bisher nur alle zwei Jahre statt. Heinz Kaletsch und sein Team denken gerade laut darüber nach, das zu ändern und 2016 dann auch noch zusätzlich eine Ultrastrecke anzubieten.

Ergebnisse


Kossmann Laufdesign