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17. Mercedes-Benz-Halbmarathon und 10km-Lauf

[eingestellt am 31. August 2015]

By: Volker Goineau

Fotos: Karlheinz Flucke und Volker Goineau

M60-Sieger Klaus Goldammer

Nachzügler bei der 10km-Siegerehrung

Siegerehrung Halbmarathon Männer

Siegerehrung Halbmarathon Frauen

Der Halbmarathon ist gestartet

Das hintere Feld

Der Führende Niels Bubel

Zwie Läuferinnen der LG Süd Berlin

Verfolgergruppe

Niels auf den letzten Metern

Niels mit dem Zweitplatzierten Sebastian Nitsche (li.)

Freude nach dem Rennen

Eine oder zwei Runden durch den Berliner Norden

Berlin-Reinickendorf, 30.8.2015 - Zum 17. Mal wurde in diesem Sommer der Mercedes-Benz-Halbmarathon im Nord-Berliner Bezirk Reinickendorf ausgetragen. Fand der Lauf in früheren Jahren zumeist drei Wochen vor dem Berlin-Marathon statt, sind es mittlerweile vier Wochen. Wer in Berlin einen Test über die Halbmarathon-Distanz in Vorbereitung auf den Marathon Ende September absolvieren möchte, hat also die Wahl zwischen dem Sportscheck Stadtlauf fünf Wochen vorher und dem Mercedes-Benz-Halbmarathon vier Wochen vorher. Manche „verrückte“ Läufer absolvieren auch beide Halbmarathons. Beim Mercedes-Benz-Halbmarathon gibt es auch einen 10km-Lauf; außerdem ist mittlerweile ein Mini-Marathon über 2,3 km für die unter 12jährigen im Programm. Auf der Halbmarathon-Strecke wurden zudem die Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften ausgetragen.

Der Startschuss für den Halbmarathon vor der Mercedes-Benz-Niederlassung in der Holzhauser Straße fiel um 9 Uhr. Es hatte sich ein warmer Sommertag angekündigt, sodass man als Läufer froh sein konnte, dass nicht später gestartet wurde. Die Temperaturen sollten im Laufe des Tages die 30-Grad-Marke erreichen; während des Rennens waren es rund 20°C, was vielen Läufern auch schon deutlich zu warm war. Gelaufen wird auf einer abwechslungsreichen 10km-Runde durch Reinickendorf, die zum Teil über die großen Straßen und zum Teil über Fußgängerwege führt. Manche etwas unangenehm zu laufende Kopfsteinpflaster-Passage ist dabei und als „Bonbon“ eine Brückenüberquerung mit „Wendelaufstieg“. Die Halbmarathonläufer mussten zwei Runden laufen; nach rund 18 Kilometern wurde eine ca. 1,1 km lange Extra- Schleife eingebaut, bevor es wieder auf die 10km-Runde ging.

Vorneweg lief Niels Bubel, der hier vor zwei Jahren bereits im Alleingang 67:50 min gelaufen war, was gleichbedeutend mit dem Streckenrekord ist. Sein Ziel war es eigentlich auch in diesem Jahr, in diesen Bereich zu kommen, eventuell auch seine Bestzeit von 67:35 min anzugreifen. Doch bei den warmen Temperaturen entpuppte sich dieses Vorhaben als schwieriges Unterfangen. Nach einer 10km-Zwischenzeit von 32:08 min, die auf eine Endzeit von 67:48 min hindeutete, musste er auf der zweiten Streckenhälfte etwas Federn lassen und erreichte dennoch als überlegener Sieger und Berlin-Brandenburgischer Halbmarathonmeister nach 69:08 min das Ziel. Auf der zweiten Runde mussten die Spitzenläufer in die langsamen 10km-Läufer, die um 9:20 Uhr gestartet waren, „hineinlaufen“, was ein unbeschwertes Laufen manchmal erschwerte. Für Niels war dieser Halbmarathon in erster Linie ein Test für sein geplantes Ultra-Rennen über 50km am 12. September in den Niederlanden.

Hinter Niels konnte Sebastian Nitsche vom SC DhfK Leipzig, der aus Berlin stammt, einen sicheren zweiten Platz in 1:12:03 h belegen. Seine Bestzeit lief der 31jährige Lehrer mit 1:10:11 h im Frühjahr in Leipzig; nun befindet er sich in der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon. Den dritten Rang erreichte Stefan Steinert von der LG Kreis Verden, der mit 1:12:45 h erstmals unter 1:13 h blieb und sich darüber sehr freute. Schließlich hat sich der Trip in die Hauptstadt für ihn gelohnt. Auch Stefan möchte den Berlin-Marathon laufen. Den zweiten Rang in der Meisterschaftswertung belegte Stephan Bahn vom 1. VfL Fortuna Marzahn, der jedoch auf der zweiten Streckenhälfte einbrach und erst nach 1:16:08 h das Ziel erreichte. Er war zunächst mit dem Zweitplatzierten Sebastian mitgelaufen, was für sein Ziel „unter 1:12 h“ nicht verkehrt war. Doch letztendlich lief an diesem Tag nicht viel für ihn zusammen. Stephan möchte ebenso in vier Wochen über die „Königs-Distanz“ in Berlin an den Start gehen.

Schnellste Frau war Julia Kind vom SCC Berlin (1:24:03 h), gefolgt von ihrer Vereinskollegin Karsta Parsiegla (1:24:22 h). Den dritten Rang belegte Anne Barber vom LC Ron-Hill Berlin in 1:24:39 h. Die bereits 52jährige Karsta war vor Wochenfrist beim Sportscheck-Stadtlauf bereits 1:24:29 h gelaufen und gehört damit zu den „Verrückten“, die sich ein solches Pensum an Wettkämpfen/Wettkampf-Kilometern auferlegen. Allerdings hatte sie im vergangenen Jahr die identische Wettkampf-Abfolge und lief Ende September den Marathon in sehr starken 2:51:47 h. Wir können also gespannt sein, welche Zeit sie in diesem Jahr über die 42,195 km laufen wird.

Insgesamt wurden 1066 Läuferinnen und Läufer in der Ergebnisliste beim Halbmarathon geführt, bei einer Frauenquote von etwas weniger als 25%.

Bei den Altersklassen-Athleten ist außerdem die Leistung des früheren Top-Marathonläufers Klaus Goldammer vom OSC Berlin hervorzuheben, der sich mit 1:26:46 h souverän den Titel in der M60 holte.

Im 10km-Lauf, der 477 Finisher zu verzeichnen hatte, siegte Maximilian Strümpel (Die Laufpartner) in 32:56 min mit mehr als zwei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Max ist Jahrgang 1996, gehört also noch der U20 an, was diese Zeit besonders stark erscheinen lässt. Auf Rang vier lief mit dem Polen Andi Adamowski der schnellste M50-Läufer in beachtlichen 36:37 min ein. Die weibliche Konkurrenz entschied hier Antonia Maecker (W45) vom PSB 24 Berlin in 41:53 min für sich.

Den um 9:30 Uhr gestarteten Mini-Marathon der unter 12jährigen über 2,3 km gewann Leon Hilbig vom SSV Lichtenrade in 8:44 min, dicht gefolgt von Stelios Kiniklis, der drei Sekunden später das Ziel erreichte. Schnellstes Mädchen war Chiara Wendt (U12; SwC Berlin) in 10:59 min, vor Zoe Schwarz von der LG Nord Berlin (U10; 11:12 min) und Sina Kiechle (U10; 11:16 min). Insgesamt beendeten nur 31 Jungen und 14 Mädchen den Mini-Marathon, was  durchaus steigerungswürdig ist.

Der Mercedes-Benz-Halbmarathon war auch im Jahr 2015 eine schöne Spätsommer-Veranstaltung, die von der (über-) regionalen Laufszene gut angenommen wurde und auch in den nächsten Jahren mit Sicherheit ihren festen Platz im Berliner Laufkalender behalten wird.

http://www.vfl-tegel.de/SUB_LA/mercedes-benz-halbmarathon/


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