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20. Dieter-Meinecke-Gedächtnislauf Karlsdorf-Neuthard

[eingestellt am 07. September 2015]

By: Jochen Höschele

Die routinierten Helfer an der Nachmeldung brachte nichts aus der Ruhe

Der Start zum 5km-Jedermannlauf

Der Sieger des 5km-Jedermannlauf

Platz zwei bei den „Jedermännern“

Die Sonne zeigte sich auch schon beim „Jedermannlauf“, die Temperaturen waren allerdings nur knapp zweistellig

Die schnellste Frau im Jedermannrennen liegt 600m vor dem Ziel auf Gesamtplatz vier

Das Feld der Jedermänner und –frauen wird dichter

10km-Sieger Jens Santruschek (202) vor dem Lauf im Gespräch mit Stefanie Fischer

Der Siegerin von 2013 und Streckenrekordlerin Christine Schleifer war es ein paar Grad zu kühl am Morgen

Startaufstellung zum 10km-Lauf: Christine Schleifer (1) und Jens Santruschek (202) stehen ganz vorne und bleiben es auch

Zieleinlauf im Stadion

Parade der grünen Hemden: Erich Englert (401), Martin Häfner (480) und Günter Petermann (453)

Peter Mees

Von der Tochter auf den letzten Metern begleitet, läuft es sich doch gleich viel einfacher

Auf der Zielgeraden wird noch einmal um jeden Meter gekämpft, mit Startnummer 17 Petra Klink noch vor Brylle Sia (287) und Stefan Willi (16)

Kerstin Berghöfer von Judo-Sport Karlsdorf-Neuthard läuft auf Platz sieben in der W45

Kopej Tokpetova (DJK Käfertal-Waldhof), Siegerin der W60 in 48:59 min, kurz vor dem Einlauf in das Stadion

Martin Siegel (284) vor M75-Sieger Vinzenz Kudler (281) und Frank Köpfler (472)

Martin Hausmann (266) und W20-Dritte Sabine Marquard (daneben) vor der Zweiten der W35, Violetta Beyer (469)

Patrick Bachmann, Jahrgang 2006, läuft in 50:51 min als Zweiter der M15 ein, dahinter Sonja Stassen (362), die Siegerin der W40 in 50:52 min

Julia Reinhard von der LG Kraichtal wird Vierte der W30 in 51:45 min

Ludwig Hinz wird von den Schlussradlern begleitet

Mini Nina (391) wird noch von der Sechsten Anni Jochem (26) abgefangen und belegt Platz sieben in der W20

Sigrid Lässig (10) und Marco Poppe (8) vom Heimatverein Karlsdorf machen Jagd auf W55-Siegerin Luise Rentz von der Feuerwehr Neuthard

Alexandre Liard lag in der Frisurwertung ganz weit vorne

Jürgen Köhler (234) und Simone Frensch, die Sechste der W30 (489)

Nicole Rath von „Lambruscorunning“ schafft die 10km in 55:45 min – ob’s mit Valpolicella schneller gegangen wäre?

Der Vorhang fällt

Karlsdorf-Neuthard, den 6. September 2015 – Nach 20 erfolgreichen Veranstaltungen fiel der letzte Vorhang für den Dieter-Meinecke-Gedächtnis-Lauf am vergangenen Sonntag. Es sollte noch einmal eine durchaus bemerkenswerte Veranstaltung werden, die im Jahre 1996, ein Jahr nach dem Tod des Lauftreffleiters Dieter Meinecke ihre Premiere feierte und auch seinen Namen im Titel trug. Übergroß fand sich auf der Ausschreibung und den Ankündigungsplakaten das „Letzter Lauf!“ mit einem Ausrufezeichen versehen. War das vielleicht der Grund, weshalb noch einmal deutlich mehr Teilnehmer als noch im Vorjahr (im Hauptlauf zählte man 341 Finisher, im 5km-Jedermannlauf deren 187) in die gut 10.000 Seelen große Doppelgemeinde nahe Bruchsal kamen? Im Jahr 2007 hatte man in Karlsdorf-Neuthard ein Rekordergebnis von über 700 Sportlern verzeichnen können. Diese Zahl blieb zwar unangetastet, doch die 20. Auflage wird sowohl quantitativ als auch qualitativ in guter Erinnerung bleiben.

Obwohl im gut 60km entfernten Bad Liebenzell am selben Tag die Deutschen Meisterschaften im 10km-Straßenlauf stattfanden, hatten sich mit Christine Schleifer (Tri-Team Heuchelberg) und Jens Santruschek (Kinostar Bretten) zwei sehr schnelle Athleten der Konkurrenz gestellt.

Schleifer, die in Karlsdorf-Neuthard wahrlich keine Unbekannte ist – sie gewann den Dieter-Meinecke-Lauf in den Jahren 2007, 2008 sowie von 2011 bis 2013  und hält mit 34:28 min (gelaufen 2013) auch den Streckenrekord, war es auch vorbehalten, den letzten Lauf mit deutlichem Abstand für sich zu entscheiden. Bereits früh war sie sämtlichen Mitläuferinnen enteilt und musste nur zwei Männern den Vortritt lassen – Maximilian Haupt (Rheinbrüder Karlsruhe), der erst seit relativ kurzer Zeit von den Kajakfahrern zu den Läufern gewechselt ist. 36:02 min war seine Zeit und damit hatte er immerhin eine gute halbe Minute auf Christine Schleifer, die 36:34 min benötigte, herausgelaufen. Ihr Fazit fiel dann auch durchwachsen aus: „Im Gegensatz zum „Iron Girl Run“ in Zell am See vor gut einer Woche, den ich gewinnen konnte, war ich heute nicht in der Lage, richtig schnell zu laufen. Es fiel mir irgendwie schwer und ich fühlte mich müde, was vielleicht auch daran lag, dass ich beruflich und privat relativ viel reisen musste. Als ich dann in der zweiten Runde gemerkt habe, dass es nicht mehr zu einer guten Zeit reicht, war auch die Motivation flöten. Ob ich dieses Jahr überhaupt noch etwas laufe, steht in den Sternen.“ Während des Aufenthalts auf Hawaii gemeinsam mit ihrem Freund, dem Triathlon-Langdistanz-Weltmeister Sebastian Kienle, peilt Christine Schleifer höchstens noch einen kurzen Straßenlauf auf der Vulkaninsel an – darüber hinaus ist ab dem 11. Oktober, dem Tag nach dem Ironman auf Hawaii, nur noch Urlaub angesagt – „ohne Sport“, wie sie augenzwinkernd hinzufügt.

Jens Santruschek, der Sieger des letzten Dieter-Meinecke-Laufes, hat die Strecke und die Stimmung bei seiner ersten Teilnahme gut gefallen, auch wenn er „gerne unter 33 Minuten gelaufen“ wäre. Es reichte aber immerhin zu sehr beachtlichen 33:08 min im Alleingang, denn – siehe oben – Maximilian Haupt lag beinahe drei Minuten zurück. Santruschek wird in Karlsruhe, wie auch im Vorjahr, die Marathondistanz absolvieren und sieht sich auf einem guten Weg, die 2:30 h-Barriere knacken zu können. Vielleicht wäre gerade für ihn, der gerne schnell losläuft und „hinten raus“ Zeit liegen lässt, zu wünschen, es gäbe in der Fächerstadt einen solch läuferorientierten Service wie in Karlsdorf-Neuthard? An jeder Kilometermarkierung stand einer der unzähligen Helfer und sagte die Durchgangszeit an, was zu den vielen Kleinigkeiten gehört, die eine perfekte Laufveranstaltung wie eben jene in Karlsdorf-Neuthard ausmachen.

Auf Rang vier, aber auf dem dritten Platz bei den Männern lief nach 37:00 min mit Rolf Lautenbacher von Kraichgau Triathlon e.V. auch der Sieger in der Altersklasse M45. Das Podest bei den Frauen wurde von Marion Hebding (TV Rheinau 1893; 40:37 min; 1.W45) und Petra Seehase (TG Ötigheim; 42:57 min) komplettiert. Seehase gelang dabei das Kunststück, ihrer Vereinskollegin Elke Wagner um fünf Sekunden nicht nur Gesamtplatz drei sondern auch Platz zwei in der W45 wegzuschnappen.

Die zweitplatzierte Marion Hebding zeigte sich angesichts ihrer Zeit vorsichtig optimistisch im Hinblick auf die Langdistanz-WM im Triathlon auf Hawaii: „Deutlich besser als bei der Mitteldistanz-WM in Österreich vor kurzem, wo es gar nicht gut lief. Doch das Resultat von heute stimmt mich wieder zuversichtlich.“

So unterschiedlich die weiteren geplanten Saisonverläufe auch sein mögen, so einstimmig fielen Lob und Anerkennung für die geleistete Arbeit der Organisatoren und Helfer beim Dieter-Meinecke-Lauf aus. Dass es man mit viel Sachverstand und Engagement zu Werke ging, war zu spüren und wurde bei der letzten Durchführung von den Teilnehmern nicht nur zahlenmäßig honoriert, es fand auch vielfach lobende Anerkennung. Und häufig hörte man in diesem Zusammenhang dann auch beinahe zwangsläufig das Wort „schade“ – schade, dass es ihn nicht mehr geben wird, den Dieter-Meinecke-Gedächtnislauf. Einen kleinen Hoffnungsschimmer verbreitete der neunfache Teilnehmer und Bürgermeister der Gemeinde, Sven Weigt, der heuer die 5km-Strecke in Angriff nahm. „Vielleicht schaffen wir es, etwas anderes zu organisieren, denn der Breitensport hat einen hohen Stellenwert.“ Wollen wir es hoffen, denn über zwei Jahrzehnte hat sich Karlsdorf-Neuthard als ein gutes Pflaster für jene erwiesen, die schnelle Zeiten laufen wollen, ohne jedoch diejenigen zu verprellen, bei denen der Spaß im Vordergrund steht.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.tsv-karlsdorf.de 


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