Kanzlei.org - laufend gut beraten

10. Belchenberglauf Schönau

[eingestellt am 13. September 2015]

By: Jochen Höschele

Mit Kleinbussen wird das Gepäck der Läufer ins Ziel auf den Belchen verfrachtet

Der direkte Weg zum Gipfel ist mit 9,0 Kilometern sogar noch über zwei Kilometer kürzer als die Berglaufstrecke

Das Rathaus von Schönau und der Brunnen, der letzte Kühlungsmöglichkeiten vor dem Start verheißt

Die Schönauer Kirche unmittelbar am Start

Ruhepäuschen im Schatten, ehe die wilde Hatz beginnt

Startaufstellung – mit Nummer 188 der Sieger, Benedikt Hoffmann. Rechts von ihm (in rot) 3. Victor Larisch, weiter links 4. Alessandro Collerone (163), schräg links dahinter die Siegerin, Nadia Dietz und links von ihr (in rot) der zweitplatzierte Bruno Schumi

Anfeuerung mit Kuhglockengeläut in Entenschwand nach etwa einem Kilometer

Aufi geht’s!

Wir da oben – ihr da unten….

Stumme Betrachter des Geschehens

Die ersten vier Kilometer sind komplett asphaltiert und weisen teilweise Steigungen von weit über zehn Prozent auf. Mit der 174 der Schweizer Hansueli Litscher (SSC Riehen)

Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke

Eine von insgesamt vier Schwamm- und Getränkestationen wird nach gut vier Kilometern am Mittelbühl erreicht

Nach knapp acht Kilometern ist die Talstation der Belchenbahn erreicht

Ab dort geht es dann wieder gemäßigter auf Asphalt bis ins Ziel am Belchenhaus

Anita Wetter ist nach 1:11:46 h oben und gewinnt als Gesamtsechste die W50 überlegen

Auch der Westweg führt über den Belchen

Silke Steffen vom Lauftreff der TSG Schopheim wird in 1:13:39 h Dritte der W40

Herbert Allgeier von SV RW Glottertal, in 1:14:03 h als klarer M65-Sieger im Ziel

Einige bevorzugten zur Bezwingung des Belchen ein alternatives Fortbewegungsmittel

Andreas Berner (Team Naori) braucht knapp über 80 Minuten für den Gipfelsturm

Mäggi Hofmann, 4. in der W45 (BaDo Runners), dicht gefolgt von Dennis Blanck (Barmbek Running Wonder)

Frank Morath nimmt die letzte Kurve vor dem Ziel am Belchenhaus

Claudia Falk (66; LG Brandenkopf) und Lydia Volk duellierten sich bis zum letzten Meter. Claudia wurde 3. in der W55, Lydia 3. in der W50 in 1:22:26 h bzw. 1:22:27 h

Gerhard Asal vom „Treffpunkt Todtnau“ e.V. hat hoffentlich mit seinen Fans einen Treffpunkt am Belchen vereinbart

Siggi Schultis von der Birklehofschule in Hinterzarten

Gerhard Huber (TV Schiltach) wird in 1:23:40 h Sieger der M70

Gerhard Rupp (FeG Kandern) lässt den Kopf hängen, obwohl er es doch schon beinahe geschafft hat

Ruth Dinger und 2. M65 Berthold Fessler gemeinsam auf der „Zielgeraden“

Horst Rosenfelder vom LT Altburg

Marianne Schäuble vom Laufteam Oberes Wiesental ist kurz vor dem Gipfel noch bester Laune

Bernadette Kern (Lauftreff TSG Schopfheim), die in 1:26:26 h die W60 gewinnt

Christian Saum bewältigt die 11,4km lange Strecke mit ihren 824 Höhenmetern noch deutlich unter 90 Minuten

Janine Dumont (26) läuft fröhlich in 1:28:15 h auf Platz 3 der WHK, dahinter Solveig Laskowski-Pfrommer vom LT Altburg, die 1:28:46 h benötigt

Erika Regitz (TV Denzlingen), Siegerin der W65 in 1:29:47 h, hier in Begleitung von Hajo Sauter

Sarah Patzer, 2. der WJB in 1:30:50 h

Zweiter M70er Heinz Blust (LG Hohenfels) vor dem Bundesliga-Tabellenführer, dem MJun-Vierten Peter Kramer (Lebensgemeinschaft Goldmann)

Thomas Frühauf (SSC Riehen; 20), Erich Rapp (LT Niedereschach; 218) und Felix Reulecke (SV Waldkirch; 33)

Brigitte Nittel vom SV Kirchzarten wird Zweite der W65

Thomas Felder

Mareike Würz (TSV St. Georgen) schafft’s in weniger als 95 Minuten bis zum Belchenhaus

M70-Dritter Klaus Weber (PTSV Jahn Freiburg) noch vor Martina Anti, im Ziel war’s umgekehrt

Sonja Stofer

Anja Gutmann und Aleksandar Nikolov bewältigen die Strecke gemeinsam unter 100 Minuten

Theo Steinbacher vom TV Rheinzabern schlägt sich wacker

Erika Marquardt-Wenger vom Skiclub Weil am Rhein läuft in der W70 auf Platz eins

Vincent Reboul hat Musik im Ohr auf dem Weg nach oben

Herbert Wenda (28) und Thomas Cetnaski (160) haben soeben die Belchenbergbahn unterquert und noch gut zwei Kilometer vor sich

Ausblick

Schwarzwälder Impressionen I

Schwarzwälder Impressionen II

Schönenberg oberhalb von Schönau

Die Strecke wurde gegenüber den Vorjahren leicht abgeändert

Traumwetter zum Jubiläum

 

Schönau, den 12. September 2015 – Fast zu schön, um wahr zu sein: Petrus zeigte sich von seiner freundlichsten Seite und spendierte allen, die zum Jubiläum des Belchenberglaufes kamen, Sonnenschein und warme Temperaturen. Auch die Organisatoren dürfte es gefreut haben, wenn auch die günstigen äußeren Bedingungen nicht dafür sorgten, die Teilnehmerzahlen in die Nähe der Rekordmarke von 250 zu katapultieren. Mit 189 Läuferinnen und Läufern im Ziel am Belchenhaus auf 1362m Höhe lag man sogar noch etwas unter der Zahl des Vorjahres.

Dennoch trübte dies die gute Stimmung nicht, und auch die gezeigten Leistungen waren eines Jubiläums mehr als würdig. Gleich nach dem Start, der am Rathaus in Schönau erfolgte, zeigte sich bereits, wer bei den Frauen und den Männern würde um den Sieg mitlaufen können. Die erst 19jährige Nadia Dietz (LC Breisgau), Teilnehmerin bei den Berglauf-Europameisterschaften auf Madeira im Juli und Siegerin des Schauinsland-Berglaufes, übernahm sogleich die Führung und baute diese kontinuierlich aus. Nach nur 59:43 Minuten kam sie als Gesamt-14. unterhalb des Belchengipfels an. Damit blieb sie zwar 36 Sekunden unter dem 2008 von Britta Müller aufgestellten Streckenrekord, ist aber dennoch nicht die neue Rekordhalterin. Grund hierfür ist die leicht geänderte Streckenführung zwischen Kilometer 5 und 7. Zwischen den Getränke- und Schwammstationen am Mittelbühl und der Talstation der Belchenbergbahn lief man, im Gegensatz zu den bisherigen Austragungen, eine etwas kürzere, dafür aber mit mehr Höhenmetern „gewürzte“ Ausweichstrecke. Somit hat sich Nadia Dietz zwar erneut (nach 2014) als Siegerin in die Annalen des Belchenberglaufes eintragen können und ist auch die erste Frau, die den Parcours unter einer Stunde bewältigte, doch für die Verbesserung des Streckenrekordes wird sie im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen müssen, wenn es vermutlich wieder auf der Originalstrecke zur Sache gehen wird. Parallelen zum Vorjahr gab es dann auf den Rängen zwei und drei bei den Damen. Sowohl Katrin Köngeter (FC Unterkirnach), der Schützling des Berglauf-Urgesteins Meinrad Beha, als auch Beatrix Beckert (TUS Badenweiler) liefen im Vorjahr in genau dieser Reihenfolge ein. Für Köngeter blieben die Uhren nach 1:04:49 h stehen, Beckert hatte die Strecke in 1:05:42 h gemeistert.

Damit lagen die ersten Drei der Frauenwertung noch in den Top 50 des Gesamtklassements, das vom Freiburger Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn) klar dominiert wurde. Hoffmann, der auch Mitglied der Berglauf-Nationalmannschaft ist, nutzte den Belchen-Berglauf als verschärftes Training im Rahmen seiner Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon. „Das hat ganz gut hineingepasst, und ich war überrascht, dass ich doch so gut zurecht gekommen bin, obwohl ich diese Woche bereits 200 Wochenkilometer in den Beinen habe“, verriet er anschließend. Unangefochten spulte er die Höhenmeter über Entenschwand, Schönenberg und Dossen ab, ehe es im zweiten Teil der Strecke etwas sachter ansteigt und man sich nur noch mit etwa sechs bis sieben Prozent auf der Fahrstraße unterhalb der Belchenbahn dem Ziel entgegenschraubt. Hoffmann war mit 49:38 min auch nicht weit von Markus Jennes Streckenrekord aus dem Jahre 2007 (49:08 min) entfernt, doch auch hier wäre eine neue Bestmarke sowieso aufgrund der Streckenänderung nicht als solche anerkannt worden. Immerhin konnte er sich freuen, einer von nunmehr erst vier Läufern zu sein, die den Belchen in unter 50 Minuten bezwungen haben. „Das ist so schlecht nicht und stimmt mich zuversichtlich im Hinblick auf den Marathon.“ Obwohl er in Freiburg beheimatet ist, hat er es zuvor noch nie an den Belchen geschafft, war aber schon des öfteren zu Gast bei den diversen Schwarzwaldpokal-Bergläufen. So wurde er dieses Jahr beispielsweise Zweiter beim Kandel-Berglauf und Vierter der Deutschen Berglauf-Meisterschaften im Rahmen des Hundseck-Berglaufes in Bühlertal, siegte klar beim Hochblauen-Berglauf in Müllheim wie auch beim Totemann-Berglauf in Oberried und am Belchen. Die erforderlichen fünf Läufe für die Wertung des Schwarzwald-Berglaufpokals hat er also bereits in der Tasche und mit seiner Ausbeute von drei ersten und einem zweiten Platz kann ihm auch hier niemand mehr den Sieg streitig machen.

Am Belchen war es Bruno Schumi (LG Brandenkopf) vorbehalten, als Zweiter nach Hoffmann in 52:54 min die Ziellinie zu überqueren, ehe mit Victor Larisch (TuS Lörrach-Stetten) in 53:18 min ein ebenfalls fleißiger Berglaufpokal-Starter einlief. Larisch sammelte eifrig Wertungspunkte und dürfte daher in der Endabrechnung des Berglaufpokals weit vorne zu finden sein, ebenso wie die drei erstplatzierten Damen am Belchen. Voraussetzung ist allerdings, dass mindestens fünf der insgesamt acht Bergläufe bestritten werden. Neu im Programm ist am Tag nach dem traditionellen Brandenkopf-Berglauf in Zell am Harmersbach (3. Oktober) der TrailRUN21, der einzige Lauf, der länger als 15km ist und sowohl bergauf als auch bergab führt. Interessant vor allen Dingen deshalb, weil er vielen Berglaufbegeisterten die Möglichkeit bietet, gleich zwei Mal an einem Wochenende am selben Ort ihrer Passion zu frönen.

Doch zurück zum Jubiläum am Belchen: Der gewohnt guten Organisation, die neben dem Gepäck- und Kleidertransport zum Gipfel auch einen Läuferrücktransport mittels Bergbahn und Bussen umfasste und die Läufer anschließend in der Halle mit Speis und Trank verwöhnte, kann nur ein Lob ausgesprochen werden. Ungewöhnlich, aber durchaus sinnvoll ist das Ausweisen der verbleibenden Kilometer bis zum Ziel. Die Strecke des Belchen-Berglaufes ist mit 11,4km Länge und 824 Höhenmetern (bezogen auf die Originalstrecke, diesjährige Daten sind leicht abweichend – die Uhr des Autors wies 11,3km bei 828 Höhenmetern aus) durchaus anspruchsvoll. Was Berglauf-Novizen und vom Straßenbelag verwöhnten Beinen entgegenkommen dürfte, ist die Tatsache, dass zu 63% auf Asphalt gelaufen wird und der Waldweganteil dagegen nur 37% beträgt. Zudem fehlen schmale und wurzelige Pfade, auf denen nicht überholt werden kann, völlig. Also eher etwas für den Typus Straßenläufer, der sich auch einmal am Berg versuchen möchte. Vorsicht ist aufgrund der gerade im ersten Drittel doch recht ruppigen Steigungen geboten. Wer sich hier allzu früh verausgabt, für den endet der Belchen-Berglauf im Wanderschritt. Was angesichts der gebotenen Ausblicke auf die umliegenden Schwarzwaldgipfel, ins Rheintal und hinunter nach Schönau aber leicht zu verschmerzen ist.

Nicht nur der Fußball-Nationalmannschaftstrainer und Weltmeister Jogi Löw ist ein echter Schönauer (das Fußballstadion trägt seit dem Triumph in Brasilien 2014 sogar seinen Namen), auch der Belchen-Berglauf hat sich, als „jüngster“ Sproß der Berglaufpokal-Familie prächtig entwickelt und ist somit aus dem Schönauer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Auch im nächsten Jahr wird Mitte September wieder ermittelt, wer am schnellsten auf den Belchen hochrennen kann – dann wieder auf der Originalstrecke. Die Streckenrekorde, die beim Jubiläum nicht fallen konnten, sind dann wohl in ernsthafter Gefahr.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.belchenberglauf.tus-schoenau.de


Kossmann Laufdesign