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21. Rietburg Berglauf

[eingestellt am 19. September 2015]

By: Gabi Gründling

alles Handarbeit in Edenkoben

Familie Könnel hat eine Stunde vorm Start die Ruhe noch weg

Zuschauer

Zeitnehmer Harald Baumann mit der großen Klappe – als Regenschutz

Sieger Jonas Lehmann im Anmarsch

… er verliert den Kampf um den Streckenrekord um 7 Sekunden

Kronprinz Tim Könnel

Streckenrekordhalter Matthias Hecktor wird Dritter

1. M30 Oliver Trauth

2. M30 Marcel Job

Siegerin Melanie Noll mit neuem Streckenrekord

1. M50 Wolfgang Seibel

3. MHK Leander Lebeau

1. M35 Thorsten Müller

2. M40 Lars Draudt

1. M45 Thomas Heider

2. M50 Thomas Weishaar

Patrick Cappel

Philipp Ulrich

3. M40 Frank Mörschel

Zweite Tanja Grießbaum

1. M55 Jürgen Binder

3. M30 Matthias Trabold

3. M45 Gerold Ast

2. M55 Roland Knöhr

2. M35 Jochen Fellberg

3. M35 Godefa Melake

Dritte Jessica Kammerer

1. M60 Alois Berg

Im Hintergrund 3. M50 Georg Frank

1. M65 Gerhard Baus

1. W40 Katja Bambach

Bernhard Jene pustet

1. W45 Sabine Rankel

2. W35 Sonja Deiss

2. W40 Claudia Seel hinter Hans Baque

1. W55 Jutta Bendel

2. M60 Heinz Storz

3. M60 Karlheinz Cuntz

2. MJU20 Sebastian Crumbach

3. MJU20 Maximilian Lehner

2. + .3. W40 Sandra Fätsch und Marion Raab

2. W30 Sonja Velten

3. W35 Andrea Groch

2. W45 Susanne Becker

1. W50 Elisabeth Frieß

2. W55 Angelika Scheller

3. W45 Stefanie Disqué

3. W30 Regina Rieger

2. W50 Beate Rech

3. W50 Theresia Crumbach wird von Sohn Sebastian ins Ziel geholt

3. W55 Ute Schlotthauer

1. W65 Beritta Zeil

1. W60 Sabine Rielinger

Hagen und Jochen Balzulat

2. W60 Andrea Schweiger

1. M80 Ludwig Mesel

1. W70 Ingrid Hoffmann

1. WJU20 Anna Bruns

Entschädigung für die Dusche unterwegs

Auswerter Theo Baumann von vorne und von hinten

Keine Überraschungen

 

Edenkoben, 19. September 2015 – wenig überrascht waren die Zuschauer vorm Damwildgehege hinter der Rietburg, als Jonas Lehmann und nur wenige Läufer hinter ihm Melanie Noll als Sieger den Zielkanal stürmten. In der Pfalz sind die beiden seit einige Jahren unschlagbar und machten nach dem vierten von sieben Wertungsläufen zum Pfälzer Berglaufpokal den Deckel schon auf den Wettkampf um die Pfälzer Berglaufkrone 2015.

Eine halbe Stunde früher als die Jahre zuvor wurden 220 LäuferInnen im Stadion von Edenkoben auf die Reise geschickt, die Rietburg zu stürmen. 8,2 km und 420 Höhenmeter lagen vor ihnen, ca. 6 km davon auf Asphalt.

Bei den Frauen nahm Tanja Grießbaum am Start das Heft in die Hand und setzte sich an die Spitze. Melanie Noll lief dann zu ihr auf. „Bis km 4 hat Tanja mir mächtig Druck gemacht“ fasste sie am Ende das Renngeschehen zusammen. „Ja, aber danach war sie dann weg“ grinste Tanja beim Interview. Daß sie Melanie am Berg nicht schlagen kann, weiß sie, aber mit einem Rückstand von über zwei Minuten ist sie dann noch nicht zufrieden. Ihrem Pfalzmeistertitel über 10 km-Straße Ende August will sie am heutigen Sonntag noch den Bahntitel über 10.000 m hinzufügen. Am 11. Oktober findet dann die Pfalz-Halbmarathonmeisterschaft in Offenbach statt und im Dezember will sie in Rheinzabern ihre 10 km-Bestzeit, die zur Zeit bei 35:24 min steht, angreifen. „Nebenbei“ laufen bei ihr nach Abschluß ihres Studiums auch noch die Bewerbungen.

Melanie Noll erreichte das Ziel als Gesamt-Sechste nach 36:06 min – ihren eigenen Streckenrekord pulverisierte sie damit, 2013 war sie noch 1:09 min langsamer unterwegs. Nach der Teilnahme an der Berglauf-EM in Madeira im Juli war sie noch einige Male in der alpinen Bergwelt unterwegs. Besonders erfolgreich war sie beim Schilthorn Inferno Halbmarathon mit knapp 2.200 Höhenmetern, von denen fast die Hälfte auf den letzten 6 km zu absolvieren sind. Dort wurde die zierliche Läuferin im Trikot des TSV Annweiler Dritte. 

Dritte wurde Jessica Kammerer, die damit für das vierte Trikot des TuS06 Heltersberg auf der Bühne sorgte. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Matthias Hecktor bog sie eine halbe Stunde vorm Start auf den Parkplatz ein. Am neuen Häuschen, das die beiden letztes Jahr bezogen hatten, ist noch so einiges zu tun und so mußten die beiden sich sputen, um noch rechtzeitig nach Edenkoben zu kommen. Mit 39:51 min steht Jessica in der Ergebnisliste. Vor einer Woche hatte sie zum dritten Mal in Folge den Pfälzerwaldmarathon in Pirmasens gewonnen.

Matthias lief nach 33:01 min ebenfalls als Dritter über die Ziellinie. Mit 31:07 min hält er seit nunmehr sieben Jahren den Rietburg-Streckenrekord. 2012 hat er zum letzten Mal vier Läufe für den Berglaufpokal zusammen bekommen, dann kamen vor allem Hausbau und sein „Nebenjob“ bei der Feuerwehr in Rammstein-Miesenbach als Zeiträuber ins Spiel. Nachdem auch der Rheinland-Pfalz-Tag in Rammstein erfolgreiche Geschichte ist, hofft der 41jährige nun, die letzten drei Bergläufe der Saison 2015 auch noch mitlaufen zu können und so mal wieder in die Pokalwertung zu kommen.

Auf Platz 2 lief Hecktors 20 Jahre jüngerer Vereinskollege Tim Könnel zum Scanner von Harald Baumann. 32:18 min sind die bisher beste Rietburgzeit des Medizinstudenten. 2014 war er noch eineinhalb Minuten langsamer. Schon mit 17 gab er als läuferisches Ziel an, schneller werden zu wollen als Jonas Lehmann. Gestern waren sich die „alten Haudegen“ im Kurpfalzsaal vor der Siegerehrung einig darüber, daß es sicher nur noch ein bis zwei Jahre dauern wird, bis er sein Ziel erreicht. Kurzfristig wird er aber erstmal noch ein paar flache 10er einstreuen und sich auf sein Studium konzentrieren.

Das Studium hat der 26jährige Jonas Lehmann inzwischen hinter sich, wie Matthias Hecktor arbeitet er bei Bosch im saarländischen Homburg. Ab und zu trainieren die beiden auch zusammen. Den Streckenrekord seines Vereinskollegen verpaßte er um lediglich 7 Sekunden. Fand er aber nicht schlimm, immerhin lief auch er seine Rietburg-Bestzeit. „Das lag sicher am Wetter. Hier war es ja oft auch schon richtig heiß und unten in den Weinbergen stand dann die Luft“.

Nachdem der Herbst in der Pfalz Einzug gehalten hat, war es am Renntag nicht zu heiß, aber anfangs sonnig. Bevor allerdings die letzten Läufer die Rietburg erreichten, zog es sich zu und dann öffnete der Himmel seine Schleusen. Zeitnehmer Harald Baumann wurde so naß, daß er gleich den Heimweg antrat und gar nicht mehr in den Kurpfalzsaal kam. Dort war sein Sohn Theo der Herr des Wettkampfbüros. Die Läufer, die sich zu Fuß oder zum vergünstigten Preis mit dem Sessellift auf den Rückweg gemacht hatten, wurden ordentlich geduscht. Oben am Gipfel hagelte es sogar für einige Minuten.

Bei Kaffee, Kuchen, Bratwurst und großen Salattellern konnte man die Zeit bis zur Siegerehrung um 19 Uhr gut überbrücken. Geehrt wurde auch Ludwig Mesel als ältester Teilnehmer. Der Bad Dürkheimer Winzer wurde vor einigen Wochen 80 – und kam nach 58:26 min als 190ter ins Ziel, ließ also 30 zum Teil erheblich Jüngere hinter sich. Für den Rietburglauf nahm er sich extra wurstmarktfrei, denn Familie Mesel hat einen Stand im Weindorf auf dem größten Weinfest der Welt. Acht Sekunden vor ihm liefen Seite an Seite Robert Hinkel (Jahrgang 1937) und Bernd Cöllen (Jahrgang 1941) ein. Älteste Teilnehmerin war die nicht minder unverwüstliche Ingrid Hoffmann (Jahrgang 1942, 58:57 min).

Jüngste Teilnehmerin war die 16jährige Anna Bruns aus Bad Dürkheim bei ihrem ersten Berglauf. Von Haus aus ist sie Tennis- und Hockeyspielerin, geht aber auch gerne laufen – meistens mit ihrer Mutter Annette, die auch auf dem Weg von Edenkoben auf die Rietburg an ihrer Seite war. Jüngster Teilnehmer war Emilio Ohler aus Kandel, der erst 9 Lenze zählt. In wohl kaum einer anderen Sportart beträgt die Differenz zwischen den ältesten und jüngsten Teilnehmern satte 71 Jahre.

Ergebnisse www.laufinfo.eu

 

 


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