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1. Runup Berlin

[eingestellt am 05. Oktober 2015]

By: Volker Goineau

Die Startnummer 86 im Ziel angekommen

Siegerehrung Männer

Nr. 7 macht sich auf den Weg

Zuschauer und Cheerleader im Startbereich

-

Gleich geht’s ins Treppenhaus

Die ersten von 770 Stufen

Der Moderator bei der Arbeit

Endlich geschafft!

Trio aus Wismar nach dem Rennen

Auch dieser Herr ist im Ziel

Und drück den Buzzer!

Der Fernsehturm, direkt neben dem Hotel

Der Ziel-“Kanal“

Erschöpfter Moderator

Die schnellsten beiden Frauen vor dem Rennen

Daniel Naumann vor dem Rennen

Gleich geht’s los

Sieger Jan Fiebig am Start

Siegerin Sylvia Jacobs in der Konzentrationsphase

Die Zweitplatzierte Claudia Becker ist unterwegs

Und ab ins Hotel!

Der Zweitplatzierte Daniel Naumann auf den ersten Metern

Erschöpft, aber glücklich nach dem Rennen

Daniel strahlt mit der Sonne um die Wette

Altersklassen-Siegerehrung

Siegerehrung Frauen

Per pedes 39 Stockwerke dem Himmel entgegen

Berlin, 3.10.2015 - Den Treppenlauf im 1970 erbauten ParkInn-Hotel am Berliner Alexanderplatz, dem höchsten Berliner Hotel, gab es bereits in früheren Jahren – damals unter dem Namen „Skyrun“, organisiert von Dirk Nanni. In den Jahren 2006 bis 2012 fand dieses Event immer am Pfingstsonntag statt. Diese Veranstaltung, bei welcher es ordentliches Preisgeld zu gewinnen gab, wurde regelmäßig von Top-Treppenläufern besucht. Sieger war in jedem Jahr Thomas Dold.

Nach zwei Jahren Pause wurde der Treppenlauf wieder ins Leben gerufen. Er trägt nun den Namen „Runup Berlin“  und wird vom gleichnamigen Organisationsteam veranstaltet. Neben dem Treppenlauf für Feuerwehrleute im Frühjahr soll dieser Lauf auch im kommenden Jahr am Tag der Deutschen Einheit stattfinden. So können die Teilnehmer, welche eine längere Anreise auf sich nehmen, den Wettkampf mit einem Besuch der Feierlichkeiten rund um den Alexanderplatz verbinden.

Bei diesem Lauf wird neben dem Parkplatz vor dem Hotel gestartet. Nach rund 70 Metern gelangen die Läufer ins Hotel und müssen von nun an die 39 Stockwerke bis ganz oben zur Aussichtsplattform erklimmen. Auf der 20. Etage führt eine Passage über den Hotelgang, bevor es wieder ab ins Treppenhaus geht. Gestartet wurde ab 11 Uhr im 30-Sekunden-Takt, in drei Blöcken, zwischen denen es jeweils eine längere Pause gab. Die schnellsten Läufer (bei der Anmeldung sollte man seine 10km-Bestzeit angeben) waren zum Schluss an der Reihe.

So ein Treppenlauf ist eine laktazide Angelegenheit. Die Belastungsdauer beim Runup entspricht in etwa der eines 1500-Rennens. Es ist zudem jede Menge Kraftausdauer gefragt, um die Treppen möglichst bis zum Schluss in einem 2-Stufen-Rhythmus zu nehmen und dabei nicht zu viel Frequenz im letzten Teil des Rennens zu verlieren. Die meisten Teilnehmer berichteten hinterher, dass es ungefähr ab dem 20. Stockwerk richtig hart wurde. Außerdem brennt die Lunge im Ziel wie nach einem 1000m- oder 1500m-Wettkampf auf der Bahn. Neben gut trainierten Mittel- und Langstreckenläufern sind viele Treppenlauf-Spezialisten in der Szene unterwegs, die regelmäßig an diesen Veranstaltungen teilnehmen und dabei Punkte in der deutschen Treppenlaufserie sammeln. So findet das Finale der diesjährigen Serie am 18. Oktober in Münster statt.

Es beteiligten sich 29 Frauen sowie 73 Männer am Runup. Oben angekommen, mussten sie zunächst den „Buzzer“ drücken, damit die Zeit angehalten wird; danach wurden sie mit einem tollen Blick direkt auf den Fernsehturm und über ganz Berlin belohnt. So konnte bei schönem sonnigen Wetter mit Banane und Iso-Getränk schon einmal die Regeneration eingeleitet werden. Schnellster an diesem Tag war der Treppenlauf-Spezialist Jan Fiebig vom vor zwei Jahren gegründeten Verein „Towerrunning Germany“. So wie die meisten „Experten“ war auch der 34jährige Dresdner mit Handschuhen an den Start gegangen, um einen besseren Griff am Treppengeländer zu haben. Er benötigte für die 39 Stockwerke und 770 Stufen 3:41,2 min. Es war jedoch ein sehr knappes Rennen um den Sieg. Der als Letzter ins Rennen gegangene Daniel Naumann von den Asics Frontrunnern musste sich mit einer gelaufenen Zeit von 3:41,5 min nur um 0,3 Sekunden geschlagen geben. Daniel lief ohne Handschuhe und ließ es nach eigener Aussage auf der Passage über den Hotelgang auf dem 20. Stockwerk etwas „rollen“, um Kraft zu sammeln für die verbleibenden 19 Etagen. Dies könnte ihm die entscheidenden Zehntel-Sekunden gekostet haben. Jedoch ist der 30jährige Daniel, der bei Berlin wohnt, normaler Weise in den „herkömmlichen“ Lauf-Disziplinen wie 10km-Straßenlauf (PB: 32:29 min) und Crosslauf zu Hause, hatte sich lediglich auf dieses Treppen-Rennen in seiner Wahlheimat etwas spezieller vorbereitet, indem er bei zwei der drei angebotenen Trainingstermine im ParkInn-Hotel die Treppen hochgedüst war. Den dritten Rang belegte  Daniel Gülzow in 3:45,7 min.

Auf weiblicher Seite war die bereits der Altersklasse W50 angehörende Treppenlauf-Spezialistin Sylvia Jacobs vom LC Ron-Hill Berlin nicht zu schlagen. Sie flitzte in 4:40,9 min bis in 39. Stock hoch und hatte einen Vorsprung von 24,7 Sekunden auf die Zweitplazierte Claudia Becker von der Berliner Turnerschaft. Das Sieger-Treppchen wurde von Jana Kasper von Towerrunning Germany (5:13,6 min) komplettiert.

Insgesamt war der Runup Berlin eine sehr stimmungsvolle Veranstaltung mit begeisterten Zuschauern, Cheerleadern am Start und im Ziel sowie einem engagierten Moderator, der zwischendurch selbst einen Großteil der Treppen hochlief und danach allen Teilnehmern noch mehr Respekt zollte. Viele Läuferinnen und Läufer werden bestimmt auch in den nächsten Jahren wieder zu dieser Veranstaltung kommen, und jede Menge neuer Teilnehmer dürften hinzukommen. 


Kossmann Laufdesign