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30. Wolfenbütteler Stadtlauf

[eingestellt am 05. Oktober 2015]

By: Volker Goineau

Fotos: Jacqueline und Volker Goineau

Kurz vor der Start-Ziel-Passage

Der 10km-Sieger nach dem Rennen mit den beiden Führungs-Skatern

Der Schlossplatz Wolfenbüttel

Läuferiinen auf der 5km-Strecke

Der „Besen-Radfahrer“

Die Strecke ist schnell und flach

Innenhof vom Schloss

Buntes Treiben

Start zum Halbmarathon

Das Läuferfeld ist gestartet

Aufstellung zum 10er...

...und ab geht die Post

Siegerduo über die 10km

U18-Läufer David Brecht (Gesamt-Dritter)

Schneller Kurs durch die „Lessing-Stadt“

Wolfenbüttel, 4.10.2015 - Der Ort Wolfenbüttel liegt im Süd-Osten Niedersachsens, direkt südlich von Braunschweig, und zählt rund 52.000 Einwohner. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war einer der bekanntesten Einwohner der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Theaterstück „Nathan der Weise“, in dem die berühmte Parabel mit drei Ringen formuliert wird, welche für die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam stehen. Lessing möchte dem Leser klar machen, dass diese drei Religionen ein und denselben Ursprung haben und es absurd ist, wenn die Anhänger der drei Religionen sich bekämpfen.

Das Thema Toleranz zwischen diesen Religionen ist hierzulande aktueller denn je; schließlich wandern derzeit immer mehr Menschen, unter anderem aus islamisch geprägten Ländern, ein. Auch bei Laufveranstaltungen tummeln sich des Öfteren neuangekommene Flüchtlinge im Starterfeld, unter anderem aus Eritrea, wie zuletzt gesehen bei den niedersächsischen Straßenläufen in Duderstadt und Otterndorf.

Der Termin des Wolfenbütteler Stadtlaufs lag mit dem 4. Oktober nur einen Tag nach dem 25. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung. Und im Schloss, in dem die Startunterlagen für den Lauf abgeholt werden mussten, wurde eine Ausstellung zur Deutschen Einheit gezeigt. Hier ging es schließlich auch um Toleranz zwischen Ost und West, was vor allem in der Anfangsphase nicht immer einfach war. Und die Stadt Wolfenbüttel liegt unweit der Grenze zu Sachsen-Anhalt, also zu einem der „neuen“ Bundesländer.

Der Stadtlauf wurde erstmals im September 1986 ausgetragen. Wurde der 10km-Lauf lange Zeit auf einer 5km-Runde ausgetragen, so haben sich das Konzept und die Streckenführung im Jahr 2013 verändert. Nun führt die 10km-Strecke über eine schnelle flache 2km-Runde, die also fünfmal absolviert wird. Es fanden hier in den vergangenen Jahren auch schon die Landesmeisterschaften Niedersachsens statt und dabei wurden viele schnelle Zeiten erzielt. Der Stadtlauf ist jedoch nicht so stark besetzt, sodass die 10km-Streckenrekorde nach den ersten zwei Auflagen  lediglich bei 41:03 min (Frauen) bzw. 33:49 min (Männer) lagen. Außerdem wurde ein Halbmarathon mit ins Programm genommen, der auf einer 5km-Runde ausgetragen wird. Dieser ist jedoch nicht stark besetzt und hat weniger Teilnehmer als der 10km-Lauf, sodass man sich durchaus fragen kann, welchen Sinn die Hereinnahme hatte. Der Halbmarathon wird zehn Minuten vor dem 10km-Lauf gestartet, sodass die 10km-Läufer irgendwann in die Halbmarathonläufer „hineinlaufen“, was das Renngeschehen sowohl für die Sportler als auch für die Zuschauer sehr unübersichtlich werden lässt.

Zunächst wurde jedoch um 9:30 Uhr der 5km-Lauf gestartet. Hier hatten die Teilnehmer eine kleine, ca. 1km lange Runde, gefolgt von zwei 2km-Runden zurückzulegen. Am schnellsten erledigte dies Tim Niklas Schwippel von der LG Braunschweig. Er rannte eine Zeit von 16:56 min. Den zweiten Rang erlief sich Louis Hellmuth aus Wolfsburg (17:21 min), gefolgt von Christian Tönnies (LC Blueliner; 17:25 min). Die weibliche Konkurrenz entschied Sophie Bock in 23:30 min vor der U18-Läuferin Paula Wilkening, die 23:39 min benötigte, für sich. 129 Männer und 102 Frauen wurden hier im Ziel registriert.

Den um 10:20 Uhr auf die Strecke geschickten Halbmarathon gewannen Christoph Baran in 1:19:55 h und die Österreicherin Andrea Schmitzberger (1:33:34 h). Lediglich 12 Frauen finishten über die 21,1km-Distanz; bei den männlichen Teilnehmern waren es 65.

Um 10:30 Uhr wurde mit dem 10er der Hauptlauf der Veranstaltung gestartet. Die Runde in Wolfenbüttel ist minimal länger als 2km, sodass der 10km-Start einige Meter von der Ziellinie entfernt war. Mit Beginn des Rennens setzte sich Volker Goineau an die Spitze und baute seine Führung kontinuierlich aus. Als es zum Passieren der langsameren Läufer kam, wurde er von den beiden Führungs-Skatern relativ gut „eskortiert“, sodass er gut über die Strecke kam. Nachdem er die ersten 7km in ca. 3:09 min/km absolviert hatte, verlor er auf den letzten Kilometern etwas an Fahrt, erreichte das Ziel schließlich nach 31:42 min. Den zweiten Rang belegte der 5km-Sieger Jan Niklas Schwippel in 34:06 min. Der 20jährige Braunschweiger hatte sich also ein anspruchsvolles Pensum aufgebürdet. Dritter über die 10km wurde der erst 17jährige David Brecht (ebenfalls LG Braunschweig) in 36:32 min. David war in diesem Jahr Siebenter der U18-DM über 3000m und rannte über diese Distanz knapp unter 9 Minuten. Mit seiner 10km-Zeit war er nicht ganz zufrieden; in den nächsten Jahren wird er sie sicherlich deutlich steigern können.

Das Rennen der Frauen entschied Ida-Sophie Hegemann von der LG Göttingen deutlich zu ihren Gunsten. Dabei war sie in 42:46 min jedoch etwas mehr als vier Minuten von ihrer persönlichen Bestzeit entfernt. Die 18jährige, die bei Jörg Voigt in Hannover trainiert, ist nach ihrer Saisonpause jedoch erst seit kurzem wieder im Training. Am kommenden Sonntag bei den Asics Grand 10 in Berlin soll es schon deutlich schneller werden. Die 10km-Distanz hatte 58 weibliche sowie 182 männliche Finisher zu verzeichnen.

Zu guter Letzten wurden die 2km-Läufe für die Mädels (um 12:50 Uhr) und die Jungs (um 13.20 Uhr) gestartet. Diese Läufe wurden zahlenmäßig vor allem durch die Schulen aus der Region sehr gut angenommen, so kamen 336 Mädchen und 446 Jungen ins Ziel. Sieger war der 16jährige Linus Witzel von der LG Braunschweig in 6:22 min. Schnellster U14-Läufer wurde Frederik Mantel (ebenfalls LG Braunschweig) in genau 7 Minuten als Gesamt-Dritter. Schnellstes Mädchen war Michelle Evers (U16) von der LG Braunschweig  in 7:37 min U16, gefolgt von der schnellsten U14-Läuferin Anna-Lena Brüning (7:43 min). 

Nach dem Rennen konnte man bei schönem Herbstwetter die Sehenswürdigkeiten der Kleinstadt wie das Schloss oder das Lessinghaus und andere Bauten in Ruhe besichtigen; während des Laufs ist man ja schließlich daran „vorbeigerauscht“. Die flache Strecke in Wolfenbüttel ist ein gutes Pflaster für schnelle Zeiten, was dieses Rennen zu einer interessanten Startmöglichkeit im Frühherbst für die ambitionierten  Straßenläufer der Region macht.

 

http://www.stadtlauf-wolfenbuettel.de/


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