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25. Schwäbische Alb Marathon

[eingestellt am 25. Oktober 2015]

By: Jochen Höschele

Das Ziel befindet sich mitten im Herzen Schwäbisch Gmünds zwischen Prediger und Johanniskirche

Alkoholfreies Bier war nach getaner „Arbeit“ und bei warmen Temperaturen sehr gefragt

Richard Schumacher siegt beim Jubiläumslauf über 50km in 3:30:20 h

Thomas Karle (LT Wernau) hat nur noch ein paar Meter

Werner Schlund war letztes Jahr beim Maintalultra, wie sein T-Shirt preisgibt

Vasko Kosirnik (DMP Celje) nimmt den Preis für Platz 3 in der M65 mit nach Slowenien

Steffen Großmann noch sehr dynamisch auf der Zielgeraden

Gordana vom Africa Sports Team wird Vierte in der W35

Harald Weigel (LT Ansbach Nord)

Janine Rechel (outside1st) ist die Fünfte der W35

Stephanie Geiger vom ASC Ulm / Neu-Ulm wird Fünfte der W30

Bis zu zehn Läufer können sich die Strecke beim Staffel-Marathon aufteilen; im Bild „Die Geilen Hunde“

Raimund Bettighofer biegt gleich auf die Zielgerade ein

Die Trommelgruppe heizt kurz vor Schluß noch einmal kräftig ein

Harald Staiger, der Siebte der M60, läuft 5:28 h

Schöne Kulisse in Schwäbisch Gmünd, hier der Fünfknopfturm und die gleichnamige Brücke

Roland Hächler vom 4 Pfoten Trail Team geht gut fünfeinhalb Stunden Gassi

Man könnte ja auch einfach hier hocken und den Läufern zuschauen….

Michael Beckmann zeigt sich gut erholt vom KuSuH, den er vier Wochen zuvor bewältigt hat

Joze Andrej, ein weiterer Slowene, kommt auf Platz zehn in der M60

Elmar Bachmann von den „Bachmännern“

Die W55-Dritte Evelyn Herder (Volkssport Berlin) ist nach 5:39 h im Ziel

Vor dem Start nachdenklich, im Ziel fröhlich: Pamela Veith (TSV Kusterdingen) wird in 4:08 h Dritte über 50km

Kurz vor dem Start: Der Sieger Richard Schumacher (345), 4. von links der Viertplatzierte Michael Sommer, 6. von links der Dritte, Achim Zimmermann; 7. Christian Sperlich (482) und 2. Gabor Muhari (420)

Startaufstellung mit allen Favoriten; ganz links versucht Sigrid Eichner noch, sich nach hinten einzureihen. Es gelingt ihr – sie kommt als Letzte nach 7:34 h wieder am Prediger an

Wenige Meter nach dem Start geht es über den historischen Marktplatz von Schwäbisch Gmünd

Im Beutental nach etwa neun Kilometern

Im Gegensatz zu 2012 war beim Jubiläumslauf nicht mit Schneeglätte zu rechnen

Herbstliches Beutental

Einer der vielen kleineren Anstiege führt auf geschottertem Waldweg bergauf

Immer weiter hinauf…

…..bis das Wäscherschloß ins Blickfeld rückt

Kapelle in Wäschenbeuren

Blick auf den Hohenstaufen, den ersten der Drei Kaiserberge, im Gegenlicht

Vorsichtig nähert sich der Kurs dem Hohenstaufen

Es wird steil…

….doch die meisten sind noch recht frisch nach 14 Kilometern

Die lange Läuferschlange auf dem Weg nach oben…

….mal im Schatten, mal in der Herbstsonne

Immer näher rückt der Hohenstaufen

Kurz vor der Verpflegung am Fuße des Hohenstaufen

Und kurz nach der Verpflegung (man beachte die Becher!), vielfach wird hier flottes Wandern dem Laufen vorgezogen

Ui, das ist aber steil!

Jetzt laufen wirklich nur noch die allerwenigsten

Jochen Sprenger und viele andere haben den Hohenstaufen bereits bezwungen und befinden sich auf dem Weg nach unten, der für etwa 400 Meter identisch mit der Bergaufstrecke ist

Am Gipfel des Hohenstaufen befindet sich ein Wendepunkt…

….und was für eine herrliche Aussicht man heute vom Hohenstaufen aus hat!

Da vorne sieht man die nächsten Zwischenziele – links der Hohenrechberg und rechts davon der Stuifen

Nach etwa 20 Kilometern hat man sowohl Rechberg als auch Stuifen vor sich und einen Blick ins Remstal (links) und ins Filstal (rechts)

Bilderbuchwetter zum Jubiläum

Ein neu asphaltierter Weg führt bergan zur Verpflegung nach 21 Kilometern

Ralf Windisch und der Hohenstaufen im Hintergrund

Jetzt nähert man sich dem Rechberg

Am Ortseingang von Rechberg

Die Ruine Rechberg liegt etwas versteckt links der Laufstrecke (beim nächsten Mal gut aufpassen!) unterhalb des Gipfels

Zum Rechberg hinauf führt eine der steilsten Passagen des gesamten Laufes….

….aber dafür hat man während des Aufstiegs auch diese herrliche Aussicht

Der Ungar Gabor Muhari wird bei seiner Premiere auf der Alb Zweiter in 3:37:11 h

Gemeinsam mit dem Sieger Schumacher auf dem Rechberg, bei km 35 noch Dritter, später ausgestiegen: Johannes Estner von der LG Donau-Ries

Anja Neubauer (SV Zang) wird in 4:34 h Zweite der W40

Schon wieder steil hinauf, dieses Mal am Stuifen

Angesichts der fortschreitenden Ermüdung tut etwas Anfeuerung gut

Oliver Rottweiler (TV Eutingen) läuft ganz locker bergab nach etwa 35 Kilometern

Ex-Nationalmannschaftsmitglied Marion Braun hat wieder viel Spaß auf der Alb und wird in 4:38:10 h Siegerin der W55 und Neunte der Gesamtwertung

Schön….anstrengend

Einer von vielen „letzten“ Anstiegen…

….führt die Athleten hinauf….

….zur Reiterleskapelle…….

……wo man es sich auch gemütlich machen und auf einem Bänkchen verweilen könnte

Blick auf den „mittleren“ der Drei Kaiserberge, den Rechberg

Thomas „Teddy“ Weiß schleppt über sieben Stunden lang seinen Teddy über die Alb. Beiden hat es sehr gut gefallen

Gerhard Bracht, der Käfer unter den Ultraläufern….er läuft…und läuft….und läuft….und läuft…

Weil’s so schön ist und man auf der bisherigen Strecke diesen Ausblick nicht hatte, noch einmal der Rechberg mit dem gleichnamigen Ort an seinem Fuß

Auf neuem Kurs geht es teils steil bergab…

…..an, äh, Moment mal….

….doch, es sind tatsächlich Lamas, die hier gehalten werden!

Rolf Schwarz (links) wird Dritter der M60, neben ihm ein Läufer der ersten Mannschaft von Schüle Druckguss

Noch ein Blick zurück zum dritten der Drei Kaiserberge, dem Stuifen, bei Kilometer 40

Ku(h)lisse kurz vor Straßdorf

Bernd Kienzle von der TSG Niefern bleibt noch unter sechs Stunden

Der „Alb-Hansi“ alias Hansi Früh ist ein echter Älbler und deshalb in Schwäbisch Gmünd voll in seinem Element

Maurer und Schumacher verstehen ihr Handwerk

 

Schwäbisch Gmünd, den 24. Oktober 2015 – Was wie eine seltsam verdrehte Binsenweisheit klingt, ist vielmehr die stark gekürzte Zusammenfassung des 25. Schwäbische Alb Marathons, der am vergangenen Samstag in der ältesten Stauferstadt Schwäbisch Gmünd stattfand. 1991 hob man einen Lauf aus der Taufe, der in einer großen Schleife um Schwäbisch Gmünd und über die Drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen führte. Das Ziel befand sich damals, wie der Start im Übrigen auch, noch etwas abseits des Zentrums an der Schwerzerhalle.

Mittlerweile haben die Läufer das Herz „Gmünds“, wie es von Einheimischen genannt wird, erobert. Gestartet wird am Kultur- und Veranstaltungszentrum „Prediger“ neben der Johanniskirche, welche direkt am Marktplatz steht. Das Ziel befindet sich am exakt selben Ort.

In diesem Jahr jedoch waren die Veranstalter der DJK SG Schwäbisch Gmünd gezwungen, die Strecke erstmals seit Jahren wieder auf größeren Abschnitten zu verändern. Bereits seit einiger Zeit läuft man am Hohenstaufen etwas anders als in den Anfangsjahren, ebenso biegt man am Rechberg nun unmittelbar an den Guggenmusikern ab, um den steilen Aufstieg zum Ziel für die 25km-Läufer in Angriff zu nehmen. Der dritte der Kaiserberge, der Stuifen, war jahrelang auf unveränderter Strecke von der Nordseite aus kommend, erklommen worden. Dieses Jahr lief man auf einem neuen, schmalen Singletrail um den Berg herum und traf dann auf die bereits sattsam bekannte Wurzelpassage, die den Eindruck erweckt, als wären mindestens Steigeisen erforderlich, um die zweistelligen Prozentzahlen bewältigen zu können. Erst recht, wenn es, wie heuer, auch noch leicht schlüpfrig war. Am Lauftag selbst herrschten zwar mit Temperaturen von etwa elf Grad am Start und annähernd 20 Grad am Nachmittag beste Bedingungen. Doch der Regen unter der Woche hatte dafür gesorgt, dass die – zugegeben kilometermäßig vernachlässigbaren – Trampelpfade doch leicht erhöhte Aufmerksamkeit erforderten oder man mitunter etwas mehr Grip unter der Sohle benötigt hätte.

Ungeachtet dessen zog an der Spitze ein Läufer seine Kreise, der auf der Alb alles andere als ein Unbekannter ist: Richard Schumacher (AST Süßen), der bereits sieben Mal in Schwäbisch Gmünd teilgenommen hatte, aber noch nie gewinnen konnte. Vier Mal war er Zweiter, ein weiteres Mal als Dritter ebenfalls auf dem Podium. Stets lief er unter den Top Ten ein, seine Bestzeit von 3:20:09 h stellte er gleich im zweiten „Anlauf“ 2007 auf. Damals stand ihm der „König von der Alb“, Jürgen Wieser, im Weg und verhinderte seinen Sieg. Nicht so in diesem Jahr – obwohl Richard mit 3:30:20 h fast exakt zehn Minuten langsamer als vor acht Jahren war, konnte ihm keiner das Wasser reichen. 6:51 Minuten vergingen, ehe mit Gabor Muhari, dem Sieger der diesjährigen Europacup-Läufe von Celje (Slowenien) und am Wörthersee (Österreich) der Zweitplatzierte das Ziel erreichte. Er sicherte sich damit allerdings auch den ersten Platz in der Gesamtwertung der Europacup-Läufe (bei denen drei der insgesamt sieben Veranstaltungen bestritten werden müssen). Der Ungar Muhari, mit Bestleistungen von 3:02 h über 50km und 92,6km im Sechsstundenlauf gewiss kein schlechter Läufer, war bei Halbzeit am Hohenrechberg noch auf Platz fünf liegend, arbeitete sich kontinuierlich nach vorne, doch den Rückstand von sieben Minuten auf Richard Schumacher konnte er auf der zweiten Hälfte nicht mehr entscheidend verringern. Mit defensiver Renntaktik war auch der Routinier Michael Sommer (EK Schwaikheim) angegangen. Gemeinsam mit Laufpartner Achim Zimmermann (FC Ebershausen) wollten sie „die ersten Kilometer im Viererschnitt“ anlaufen, um nicht zu viele „Körner“ zu verprassen. Dann folgten laut Sommer „drei steile Anstiege im Wanderschritt“, am Hohenrechberg lag das Duo auf einem gemeinsamen sechsten Rang. Dass sie ihre Kräfte gut eingeteilt hatten, zeigt die zweite (schnellere) Hälfte, die im Übrigen auch Gabor Muhari gelang. Als gemeinsame Dritte liefen der 51jährige Oberstenfelder Sommer und der 46jährige Mindelzeller Zimmermann am „Prediger“ ein. Auch Teil drei der Renntaktik war nämlich voll aufgegangen: Dieser besagte, dass ab Kilometer 39, wenn die Strecke wieder flacher oder sogar leicht fallend nach Schwäbisch Gmünd zurückführt, wieder im Viererschnitt gelaufen werden sollte. „Das hat viel Spaß gemacht, gemeinsam zu laufen. Trotzdem war es auch richtig anstrengend“, konstatierte Sommer anschließend.

Spaß gemacht hat es auch dem Sieger Schumacher. „Am Ende war’s sehr, sehr hart. Mir war’s viel zu warm, und wenn ich mir nicht die Wasserflasche des Führungsradfahrers hätte über den Kopf leeren können, wäre mein Kreislauf vielleicht kollabiert. Ich war völlig ausgetrocknet, es war einfach zu warm. Aber ich bin natürlich unheimlich froh, dass ich hier gewinnen konnte, auch wenn es bis zum Schluss echt brutal anstrengend war.“

 

Die Binsenweisheit aus der Überschrift ist, zugegeben, etwas geschönt. Und zwar deshalb, weil die Siegerin des 25. Albmarathons seit ihrer Heirat im Juni dieses Jahrs nicht mehr unter dem Namen „Maurer“ in den Ergebnislisten zu finden ist. Anja Schnekenburger, so heißt die 30jährige Stuttgarterin im Trikot des TF Feuerbach nun. Das hat sich geändert – geblieben ist ihre fabelhafte Ausdauer und Schnelligkeit. Im Mai stellte sie mit 1:19:54 h eine neue persönliche Halbmarathon-Bestzeit auf „die ich wahrscheinlich nie mehr übertreffen werde“.

Letztlich führte die Verletzung einer Vereinskameradin zum neuerlichen Start Anja Schnekenburgers am Rande der Alb. „Die Marathon DM in Frankfurt war unser Ziel, und wir wollten dort mit einer Frauenmannschaft antreten. Das hat sich dann zerschlagen, weil eine Vereinskollegin verletzungsbedingt ausfiel. So haben wir uns dann für Schwäbisch Gmünd entschieden, wo ich ja schon zwei Mal (ein Mal die 50km, ein Mal die 25km gelaufen bin). Ich hatte die Veranstaltung wirklich in so guter Erinnerung, dass es keinesfalls nur eine „Notlösung“ war, hierherzukommen. In der Vorbereitung sind meine Trainingspartnerin Stephanie Mosler und ich dann sowohl die 10km-Straßenlauf DM in Bad Liebenzell als auch die 10km Straßenlauf Ba-Wü-Meisterschaften in Heilbronn gelaufen.“ Das Resultat war ein beachtlicher neunter Platz bei den „Deutschen“ und der Titel bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften für das Trio Anja Schnekenburger, Stephanie Mosler und Catherine Malloy.

Zum Lauf selbst befragt, äußerte sich die Feuerbacherin folgendermaßen: „Angesichts der äußeren Bedingungen, die ja besser nicht hätten sein können, war ich in der Lage, diesen Lauf in herrlicher Umgebung von Anfang bin Ende genießen. Auch wenn es beim letzten Mal (2013) für ganz nach vorne reichte, hatte ich weniger eine Platzierung im Hinterkopf, als vielmehr einfach einen guten Lauf zu machen und dabei Spaß zu haben. Auf das Treppchen hatte ich es nicht abgesehen, eher wollte ich verhalten angehen, um nicht auf den „einfachen“ letzten zehn Kilometern platt wie eine Flunder zu sein. Gesagt, getan – nach 11 Kilometern hatte ich noch gut zwei Minuten Rückstand auf die spätere Zweitplatzierte Silvia Krull und als ich im Ziel des Rechberglaufes meiner Freundin Stephi zum Sieg gratulieren konnte, fühlte ich mich noch echt gut. Allerdings „durfte“ ich dann alleine vorneweg laufen, was recht einsam war, doch konnte ich einige Läufer einholen, was für zusätzliche Motivation sorgte. Der Stuifen hat dann zwar schon einiges an Kraft gekostet, doch ich wusste ja, dass hier das Schlimmste überstanden ist. Der kleine Hügel bei Kilometer 41 tat dann aber schon noch mal richtig weh, den kannte ich noch nicht, weil der vor zwei Jahren nicht auf dem Programm war. Meine Beine waren auf den letzten zehn Kilometern immer noch ganz gut, so dass ich, eine Zeit von unter vier Stunden im Blick, noch ordentlich auf die Tube drücken konnte.“ Erfolgreich, denn mit 3:57:46 h unterbot Anja nicht nur diese „magische Marke“, sie war auch schneller als bei ihrem ersten Sieg auf der Alb 2013 (3:58:34 h). Außerdem ist ihre Siegerzeit die sechstschnellste, die jemals in Schwäbisch Gmünd erzielt wurde. Ob der Kurs durch die Änderungen nun schwieriger geworden sei? Anja konnte sich nicht zu einem eindeutigen Urteil durchringen. Anders verhielt es sich jedoch mit ihrer Einschätzung zur Veranstaltung als solcher: „Das war ein rundherum schöner Saisonabschluss, und das umso mehr, als es nicht nur bei mir für ganz vorne reichte, sondern auch bei meiner Freundin Stephi. Wir trainieren so drei bis vier Mal in der Woche gemeinsam und da ist es ja logisch, dass ich mich für sie freue.“

Gefreut hat sich neben der strahlenden Siegerin Anja Schnekenburger auch die Drittplatzierte, Pamela Veith. Die für den TSV Kusterdingen laufende Dettingerin war nach dem Bottwartal-Marathon vor einer Woche etwas verunsichert, weil sie dort, von Krämpfen geplagt, mit 3:15 h ins Ziel kam. So entschied auch sie sich für eine defensive Renntaktik, was letztlich mit dem dritten Platz in 4:08:15 h belohnt wurde. Pamela gelang, eine Parallele zu Anja Schnekenburger, ebenfalls eine schnellere zweite Hälfte. Bis auf 45 Sekunden kam sie an die Zweite, Silvia Krull (Gümi Ausdauersport) noch heran. Doch ihre Freude über den erreichten dritten Platz überwog bei weitem und sie haderte nicht damit, nur so knapp am zweiten Podestplatz vorbeigeschrammt zu sein. „Ich bin einfach nur glücklich, dieses negative Erlebnis von letzter Woche aus dem Kopf rausbekommen zu haben. Am Anfang bin ich mit Anja Karau gelaufen, die ab nächstem Jahr ebenfalls für den TSV Kusterdingen starten wird. Durch den Ausstieg von Branka Hajek war ich dann ab dem Rechberg auf Platz drei und konnte, dank meines eher verhaltenen Anfangstempos, noch etwas zulegen. Einige Läufer konnte ich noch einsammeln und ich bin auch ohne Einbruch durchgekommen, das beruhigt mich nach der Sache letzte Woche doch ziemlich. Insgesamt waren Strecke und Wetter klasse es hat riesig Spaß gemacht, hier zu laufen.“

 

Über die halbe Distanz, deren Ziel am höchsten Punkt des Hohenrechbergs aufgebaut ist, war der Dritte der Berglauf-WM, der Schotte Robbie Simpson (Salomon GB), nicht zu bezwingen. Der Streckenrekordhalter (1:32:54 h, aufgestellt vor einem Jahr) Vorjahressieger wiederholte seinen Erfolg und kam nach 1:37:38 h genau 4:38 Minuten vor dem zweitplatzierten Simon Wagner (Team Dowe Sportswear) ins Ziel. Matthias Baur vom Team Salomon / LAC Essingen war in 1:44:12 h zwar hinter den schnellsten 50km-Läufern am Hohenrechberg, aber dennoch Dritter des Rechberglaufes. 1:58:20 h benötigte die schnellste Frau, um den Hohenrechberg zu erklimmen. Stephanie Mosler (TF Feuerbach) legte nach einer eher zurückhaltenden Anfangsphase mehr als vier Minuten zwischen sich und die Zweitplatzierte, Elke Keller (LG Filstal). Die Vorjahreszweite Keller, die nach 2:02:44 h 37 Sekunden vor der Vorjahressiegerin Miriam Köhler (Sparda Team Rechberghausen) und 1:18 min vor der Vierten, Branka Hajek (LAZ Salamander LB) einlief, hatte die anfangs führende Köhler auf dem Weg hinauf zum Hohenrechberg auch noch überholen können und sich damit den Spieß im Vergleich zu 2014 quasi umgedreht. Als zweite Frau lief auf dem Rechberg übrigens die 50km-Siegerin Anja Schnekenburger durch, gratulierte ihrer Trainingspartnerin und Freundin „Stephi“ Mosler und machte sich dann auf, um den Feuerbacher Triumph an diesem Tag zu vervollständigen.

 

Im Rahmen des Albmarathons findet auch ein Stafettenlauf über 50km sowie ein 10km-Lauf, ein Jugendlauf sowie Bambini- und Schülerläufe statt.

Von den 41 Stafetten war die „Naturheilpraxis Sonja Höpfner“ am schnellsten (3:42:16 h), die unter anderem auf regionale Größen wie Markus Brucks, Mike Gold und Marco Höpfner vertrauen konnte.

Kuriosum beim 10,6km-Lauf: Jonas Lehmann, für die SG Stern Stuttgart startender Bergläufer aus der Pfalz, konnte mit 33:38 min einen neuen Streckenrekord erzielen, obwohl die Strecke gut 600 Meter länger als angegeben war. „Spaßvögel“ hatten die Schilder entfernt oder verdreht, so dass selbst die Führungsradfahrer etwas die Orientierung verloren. Beinahe zwei Minuten betrug Lehmanns Vorsprung auf den Lokalmatador Johannes Großkopf (Sparda Team Rechberghausen), der seinen Vereinskameraden Michael Digel mit 35:33 min zu 35:44 min knapp in die Schranken weisen konnte. Nicola Wittwer von der LG Lauter kam nach 44:41 min als erste Frau am Johannisplatz ins Ziel, ganze vier Sekunden vor Stefanie Grimmeisen (SV Mergelstetten Triathlon). Dritte wurde mit Jutta Bidermann von der LSG Aalen in 45:51 min eine Athletin, die bereits der Altersklasse W55 angehört.

 

Die Mannschaftswertung beim Albmarathon über 50km ging an den TV Jahn Kempten in der Besetzung Munz-Miksch-Weisse in 12:25 h vor dem EK Schwaikheim (Sommer-Maisch-Höschele; 12:38 h) und der DJK Schwäbisch Gmünd (Krause-Schreiber-Kaesser; 12:57 h). Leider kam keine Damenmannschaft in die Wertung.

 

Im Europacup der Ultramarathons lag nach allen sieben Wertungsläufen Silke Ahrendts-Konold vor Anja Karau und der Slowenin Dunjko Fazol. Die favorisierte Karin Kern konnte verletzungsbedingt nicht antreten und kam mit nur zwei absolvierten Läufen nicht in die Wertung.

Bei den Männern siegte der Ungar Gabor Muhari sehr deutlich vor dem Schweizer Lucas Götz und Klaus Wießner von den Lauffreunden Gößweinstein.

 

Alles in allem können die Organisatoren auf ein sehr gelungenes Jubiläum zurückblicken. Die zweithöchsten Meldezahlen in der Geschichte des Laufes (1714) konnten notiert werden; die stattliche Zahl von 1534 Sportlern im Ziel wurde registriert. Sowohl der 10,6km-Lauf, der Stafettenlauf und der 25km-Rechberglauf verzeichneten neue Teilnehmerrekorde. Einzig der Namensgeber, der (Ultra)Marathon, hinkt mit einem Plus von zwei Prozent der gesamten Entwicklung etwas hinterher und hat im Vergleich zu den Jahren, als noch mehr als 500 Ultraläufer die drei Kaiserberge läuferisch eroberten, noch „Luft“ nach oben.

 

Gründe, der Schwäbischen Alb und der ältesten Stauferstadt Schwäbisch Gmünd einen Besuch abzustatten, gibt es viele. Und wem 50 oder auch 25km zu lang sind, dem sei das nächste Laufjubiläum in der Universitätsstadt an der Rems empfohlen: Am 12. März 2016 findet nämlich der 30. Gmünder Stadtlauf statt. Da geht’s über die 10km- und Halbmarathondistanz. Im Juni gibt es dann wieder einen 12-Stundenlauf, ehe Ende Oktober der Schwäbische Albmarathon das Laufjahr in Gmünd beschließt. Da ist für jede(n) etwas dabei, ganz zu schweigen davon, dass es an der Rems auch Kunst und Kultur zu bewundern gibt.

 

www.albmarathon.de


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