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1. Stuttgarter Neckarufermarathon

[eingestellt am 01. November 2015]

By: Jochen Höschele

Volker Drexler (links) wagt nach längerer verletzungsbedingter Laufpause wieder ein Maratänzchen, das er nach 4:11 h beendet. Rechts der Sieger des 1. Stuttgarter Neckarufermarathons, Matthias Stegbauer (TSV Laupheim), der nach 3:33:49 h das Ziel erreicht

Gunther Zeller, Kati Schramm, Siegerin Stefanie Leichsenring und Gerhard Bracht (von links nach rechts) kurz vor dem Start

Organisator Michael Weber (in gelb) gibt letzte Hinweise

Die Läuferschar des Neckarufermarathons in voller Pracht

Ganz rechts der Sieger Matthias Stegbauer (in schwarz), mit grüner Kappe Siegerin Stefanie Leichsenring

Klaus Neumann und „Teddy“ Weiß kamen rechtzeitig wieder in die Senkrechte und beendeten den Neckarufermarathon in 5:00 h bzw. in 5:46 h

Der Zweitplatzierte, Dr. Ralph Schertlen, Klaus Neumann und Kati Schramm werden von Ralf Windisch (im Hintergrund) kritisch beäugt. Oder etwa belächelt?

Diese Treppen zu einer der vier Burgen in unmittelbarer Nähe des Max-Eyth-Sees mussten glücklicherweise nicht erklommen werden

Der „Vier-Burgen-Steg“ wurde nach neun und 30 Kilometern überquert

Süßes oder Saures! Wilde Gestalten waren an Halloween bereits vormittags anzutreffen

Erste Verpflegung bei Eberhard auf der Brücke in Aldingen

Auf dem nördlichen Stück der Strecke zwischen Aldingen und Mühlhausen

Wieder zurück am Max-Eyth-See bei Start und Ziel

Das im Volksmund liebevoll „Golden Gatele“ genannte Brückenbauwerk spielte auch im Tatort der letzten Woche eine Rolle

Weinberge im „Keefertal“ nahe des „Golden Gatele“

Vierer mit Steuerschwan

Üppige Verpflegung in Bad Cannstatt unweit des „Umkehrpunktes“

Thomas „Teddy“ Weiß ist wie immer gut gelaunt

Der „Neckar-Achter“ in Aktion; im Hintergrund ist das Theaterschiff zu erkennen

Die Verpflegungsstelle zwischen Mühlsteg und Wilhelmsbrücke wird nach 16 bzw. 37 Kilometern angelaufen, hier auf der ersten Runde von Norbert Fender, Dietrich Eberle, Olaf Ulmer und Teddy Weiß (von links)

Herrliche Laubfärbung in den Weinbergen am Neckar zwischen Bad Cannstatt und Münster. Hier wächst der „Cannstatter Zuckerle“

Teddys alter Ego wachte, halloweengeschmückt, über der Verpflegungsstelle bei Start und Ziel

Der „Vier-Burgen-Steg“ von der Nordseite aus…..noch 12 Kilometer bis ins Ziel

Hier legen auch die Ausflugsschiffe des Neckar-Käpt’n an. Heute allerdings war das Läuferaufkommen deutlich höher als der Schiffsverkehr

Auch auf den Radwegeschildern sind die beiden äußeren Punkte der Strecke zu finden: Zum einen Remseck (-Aldingen) als nördlicher Wendepunkt, zum anderen Bad Cannstatt am südlichen Zipfel des Parcours

Relativ dezente Beschilderung des Neckarufer-Marathons am „Vier-Burgen-Steg“

Kati Schramm ist entzückt, dass Elvis lebt – und das in Mühlhausen!

Bestzeit! Wenn da nicht noch die restlichen elf Kilometer wären….*grmpf*

Das Theaterschiff liegt in Bad Cannstatt vor Anker, die Vorstellung beginnt allerdings erst, als die Läufer alle längst im Ziel sind

Passage entlang des Sportgeländes der SpVgg Cannstatt nach etwa 39 Kilometern

Steillagen am Neckar bei Münster

Sara Kortyka lässt den „alten Herren“, Papa Joachim (dahinter in rot-schwarz) und Klaus Neumann (in gelb) im Endspurt keine Schnitte und erläuft sich die Qualizeit für den Comrades 2016 mit 4:59:38 h. Der Herr Papa braucht eine Sekunde länger, während „Ankommer“ Klaus es aufgrund akuter Zielgeradenunterzuckerung nicht mehr unter fünf Stunden schafft.

Da steht er nun, und kann nicht anders: Klaus Neumann beendet den 1. Neckarufermarathon auf die Sekunde genau nach fünf Stunden

Organisator Michael Weber läuft 4:56:11 h und genehmigt sich im Ziel erst einmal einen oder zwei oder viele Becher eines alkoholfreien Weizenbieres.

Sara und Joachim Kortyka haben gut Lachen – dank geschaffter Qualifikationszeit (Marathon unter fünf Stunden) können sie nun gemeinsam den Trip zum Comrades 2016 planen. Im Hintergrund Mützenmodel Kati Schramm mit ihrer neuen Kreation „Pink Bunny“

Dieter Albrecht, der älteste Teilnehmer, kommt nach 5:23:19 h ins Ziel

Impression am Max-Eyth-See I

Impression am Max-Eyth-See II

Impression am Max-Eyth-See III

Impression am Max-Eyth-See IV

Annette Bruns vom LT Weisenheim am Berg ist 5:27:20 h entlang des Neckars gelaufen und hat sich ihre Medaille verdient

Impression am Max-Eyth-See V

Sieger Matthias Stegbauer in Jubelpose (Foto von Jürgen Mühleis)

Stefanie Leichsenring gewinnt den 1. Neckarufermarathon (Foto von Jürgen Mühleis)

Stuttgart hat endlich einen Marathon

Stuttgart, den 31. Oktober 2015 – Was lange währt, wird endlich gut. Mit diesem Sprichwort ließe sich die Situation des marathonlaufenden Stuttgarters trefflich zusammenfassen. In der Landeshauptstadt gibt es zwar mit dem „Stuttgart-Lauf“ seit über 20 Jahren einen etablierten und gut angenommenen Halbmarathon, einen der größten in ganz Deutschland. Doch in Sachen „Königsstrecke“ war Stuttgart Marathon-Diaspora. Bis gestern. Da fand nämlich, an den Gestaden des die Schwabenmetropole durchziehenden Neckars, eine Premiere statt: Der erste Marathon Stuttgarts, der passend auf den Namen „Neckarufermarathon“ getauft wurde. Die Idee dazu hatte mit Michael Weber einer, der auf allen Kontinenten dieser Welt bereits die sagenumwobenen 42,195km absolviert hat. Weber, Mitglied es „100 Marathon Clubs Deutschland“ und in gelb-roter Vereinskleidung schon von weitem erkennbar, ließ sich von den behördlichen Auflagen nicht entmutigen und setzte sein Vorhaben in die Tat um. Die Teilnehmerzahl von 25 ist eben jenen Vorschriften der Stadt geschuldet, denn über dieser Obergrenze wäre eine Anmeldung mit entsprechend hohen Gebühren fällig geworden. Dass es letztlich sogar 28 Finisher des 1. Neckarufermarathons gab, wollen wir mal einfach verschweigen. Alle Teilnehmer erreichten wohlbehalten und innerhalb des (zugegeben üppigen) Zeitlimits von sieben Stunden das Ziel beim Wassersportcenter in Hofen.

Einige Hürden hatte Michael Weber im Vorfeld zu überwinden, ehe er „grünes Licht“ für seinen Marathon erhielt. Schon seit längerem hatte er die Idee im Kopf, einen „Volksmarathon“ zu organisieren, denn die einzigen beiden Marathonläufe in Stuttgart waren jene im Rahmen der Leichtathletik-EM 1986 und der Leichtathletik-WM 1993.

Vor allem in Sachen Beschilderung der Strecke und Versicherung der Teilnehmer gab es diverse Auflagen seitens der Verwaltungen in den Rathäusern von Remseck und Stuttgart. Letztlich konnte aber alles zur Zufriedenheit der Behörden gelöst werden und der Erstauflage stand nichts mehr im Wege. Vom Start am Wassersportcenter unmittelbar am Neckar und dem Naherholungsgebiet Max-Eyth-See im Stuttgarter Stadtteil Hofen gelegen, ging es zunächst in Richtung Remseck-Aldingen, wo nach 5km nicht nur die erste Verpflegungsstelle an der Schleuse sondern auch der nördlichste Punkt der Strecke erreicht war. Zurück ging es auf der anderen Neckarseite bis in Mühlhausen der Vier-Burgen-Steg überlaufen wurde. Über diesen Fußgänger- und Radfahrersteg querte man wiederum den Neckar und lief auf bereits bekanntem Weg retour zum Wassersportcenter, wo ziemlich exakt zehn Kilometer zu Buche standen.

Hier wurden die Startnummern notiert und es gab reichlich Essen und Getränke. Weiter ging es, am Ufer des Max-Eyth-Sees entlang und über eine kleine Schleife am (geschlossenen) Kiosk auf der Insel im See vorbei und über den Max-Eyth-Steg hinüber wieder auf die orographisch linke Neckarseite, auf der flussaufwärts erst durch das „Keefertal“ gelaufen wurde und dann über den Stadtteil Münster Bad Cannstatt ins Blickfeld rückte. Dieser, durch den „Cannstatter Wasen“, die Wilhelma und die Mercedes-Benz-Arena wohl berühmteste Stadtteil Stuttgarts, beherbergte an diesem denkwürdigen Tag nicht nur die Verpflegungsstelle, die bei Kilometer 16 und 37 für Energienachschub sorgte. Auch der südlichste Punkt der Strecke, auf der Wilhelmsbrücke in Sichtweite der Wilhelma und des Theaterschiffes, lag im ältesten und größten Bezirk der Landeshauptstadt.

Von der Wilhelmsbrücke ging es zurück in Richtung Max-Eyth-See auf nur von wenigen Spaziergängern, Radfahrern und Hundebesitzern frequentierten Wegen entlang des Neckars. Bei Kilometer 19 war das Naherholungsgebiet rund um den Max-Eyth-See wieder erreicht, ehe man diesen noch zur Hälfte umrundete und am Wassersportzentrum die zweite Runde in Angriff nahm. Diese war bis auf die kleine Schleife rund um den Kiosk identisch mit dem ersten Umlauf.

Das Feld entzerrte sich an der Spitze sehr rasch, von Beginn an nahm Matthias Stegbauer (TSV Laupheim) das Heft in die Hand und ließ es auch nicht mehr los. Nach 3:33:49 h hatte der 32jährige die Premiere des Neckarufermarathons gewonnen und war alsbald wieder in Richtung Heimat verschwunden. Besonders angestrengt hatte sich Matthias nicht, denn seine Marathonbestzeit steht bei weit unter 2:45 h. In seiner Ultraläufervita stehen unter anderem ein zweiter Platz beim „Stromberg Extrem“ sowie eine 5:45 h beim Rennsteiglauf. Seit 2013 hat er jedoch keine Ultraläufe mehr bestritten.

Anders bei der Siegerin, Stefanie Leichsenring (Erle Team Oberlausitz). Die 31jährige Stuttgarterin ist von Haus aus Radfahrerin und läuft erst seit 2014 Ultraläufe. In diesem Jahr hat sie erstmals den Rennsteiglauf (7:48 h) und die 100km von Biel bestritten (11:27 h) und beim ersten Neckarufermarathon gelang ihr in 3:51:37 h ein überlegener Sieg und obendrein belegte sie im Gesamteinlauf Platz zwei vor Ralph Schertlen (Die STAdTISTEN; 3:55:19 h) und dem dritten Mann, Gunther Zeller (Amult; 4:06:42 h). Zweite Frau wurde Zuzana Petkova (Therme LT Böblingen) in 4:21:02 h vor Kati Schramm (Katis Pace Team) in 4:58:45 h.

Für viele der 28 Teilnehmer war der Neckarufermarathon ein „Lauf unter Gleichgesinnten“, denn Michael Weber als Ehrenmitglied des 100 Marathon Club verstand es nicht nur, viele seiner Clubkameraden zu versammeln, auch andere Vielläufer und Marathonsammler waren anwesend und nutzten die Gelegenheit, einen „Marathon zuhause“ unter die Füße zu nehmen. Umso schöner, dass sie dabei aktiver Teil einer Premiere waren, an die in Stuttgart schon von höherer Stelle in den Jahren nach den Leichtathletik-Großereignissen gedacht wurde. Doch umgesetzt wurden die hochtrabenden Pläne nie, auch nicht Anfang des Jahrtausends, als man verschiedentlich hörte, dass im Rahmen des Stuttgart-Laufs auch ein Marathon angeboten werden sollte. Daraus wurde nichts und der geneigte Marathonist musste einen langen Atem beweisen, wollte er in der Schwabenmetropole Marathon laufen. Endlich ist es soweit, auch wenn der Neckarufermarathon eine Nischenveranstaltung war und auch bleiben soll und wird. Denn, soviel hat Michael Weber schon angekündigt, dieses soll nicht der letzte Neckarufermarathon gewesen sein.


Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.100marathon-club.de und

http://my6.raceresult.com/43348/?lang=de


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