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24. Kalmit-Berglauf

[eingestellt am 21. November 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

schneebedeckte Baumwipfel auf dem Berggipfel

der erste Schneemann ist schon vor den Läufern da

heute besonders wichtig: die Wechselkleidung

unangefochten auf Platz 1: Jonas Lehmann

Tim Könnel wird Zweiter

Dritter Oliver Trauth

1. MJU18 Erik Döhler

2. M30 Steffen Denk

3. M30 Steffen Haak

3. MHK Max Kirschbaum

2. MJU18 Leonard Ketterer

Siegerin Melanie Noll

Karlsruher Lemming Cornelius Goldbeck

2. M50 Thomas Weishaar

3. M50 Joachim Becht

Matthias Arlt – aus Freiburg angereist

Links: 1. MJU20 Max Rahm

1. M55 Jürgen Binder

Hinten: 3. MJU20 Johannes Baßler

2. MJU20 Joshua Klein

Bernd Matheis

Dritte Daniela Kenty

Eva Katz

1. M60 Peter Beil

Vorne 1. W40 Sabine Roschy, hinten 1. W45 Josefa Matheis

2. M30 Ellen Janßen

1. M65 Gerhard Baus

3. W30 Jessica Kammerer

2. WHK Nadine Kießling

2. W40 Pia Winkelblech

Sonja Deiß

3. W40 Claudia Seel

1. W55 Heike Kellner

2. W55 Jutta Bendel

2. W45 Anja Falkenberg hier noch hinter Falco Hirschenberger

Sascha Christmann kämpft

Bernhard Walli

3. WHK Madeleine Fina

Martin Langlotz, Ribana Bauser und Michael Manger

Claudia Wollfahrth

So kalt war’s dann doch nicht

1. W65 Beritta Zeil

1. M75 Uwe Andresen

3. W60 Sabine Rielinger (mit blauem Buff)

Kai Berton mit Sichtproblemen

Axel Raabe (in silber) kam eigens aus Bremen in die Pfalz, um die Kalmit zu erklimmen

Jochen und Hagen Balzulat

2. M75 Robert Hinkel

Ruth Weimer

Beate Marhöfer-Boskopp läuft mit Sohn Joshua

Gutgelaunt: Reinhard Rhaue

1. M80 Ludwig Mesel

Rückweg

Dieser Blick entlohnt für die Mühe

Zweite Tanja Grießbaum

Martin Salmon präsentiert stolz sein Profi-Trikot

Serien-Serien-Sieger an der Südlichen Weinstraße

Maikammer, 21. November 2015 – wie jedes Jahr markierte der Kalmit-Berglauf des TV Maikammer auch diesen Samstag den Abschluß der Berglaufsaison. Zugleich ist er der letzte von sieben Wertungsläufen zum Pfälzer Berglaufpokal. Und in diesem Jahr zudem noch Austragungsort der Pfalz-Berglaufmeisterschaften, bei der erstmals auch die Altersklassen U18 und U20 ausgeschrieben waren.

Mit 615 Teilnehmern im Ziel war Lauftreffleiter Manfred Schwaab durchaus zufrieden. „Da kann man wirklich nicht meckern“ gab er zu Protokoll, als das Feld hinten dünner war und sein Moderatorenjob ihm mal eine kurze Mikropause verschaffte. Um 14.30 Uhr wurde unten im 4.300-Seelen-Ort Maikammer gestartet, 8,1 km und 550 Höhenmeter später erreichte man dann das Kalmithaus, einer Hütte des Pfälzerwaldvereins auf dem Gipfel der höchsten Erhebung des Pfälzerwalds.

Zwischen dem ersten Läufer, der im ersten Schnee des Winters durch den Zielkanal lief und dem letzten lagen 34 Minuten. Zwischen den beiden jüngsten Teilnehmern, den 10jährigen Antonia Schurer und Alisan Uygur und dem ältesten, Ludwig Mesel, lagen 70 Jahre. Schon angesichts der Tatsache, daß der Oldie im Feld 9 bzw. 13 min schneller war als die Youngster, sollten sich die Eltern die Frage stellen, ob ihre Kinder nicht noch eine Weile auf deutlich kürzeren Strecken deutlich besser aufgehoben wären.

Bei 29.52 min liegt der Streckenrekord. Bereits 2001 stellte ihn Thomas Greger auf, der in der Pfalz nach wie vor auf so mancher Strecke ungeschlagen ist. An Jonas Lehmann geht zwar seit Jahren in der Pfälzer Berglaufszene kein Weg vorbei, aber auch er konnte den Streckenrekord von Greger bisher nicht gefährden. Seine Kalmit-Bestzeit liegt seit letztem Jahr bei 30:33 min. An die kam er dieses Jahr nicht annähernd heran. Der Scanner von Zeitnehmer Harald Baumann löste bei 31:19 min aus. Die feuchte „dicke“ Luft und der Gegenwind machten dem  lang aufgeschossenen Saarländer im Trikot von TuS 06 Heltersberg das Läuferleben relativ schwer. Wie so oft war es ein Kampf „Mann gegen Uhr“, denn einzig Lehmanns junger Mannschaftskollege, der angehende Mediziner Tim Könnel, blieb mit 31:53 min noch unter der 32 min-Marke, aber eben mehr als eine halbe Minute hinter Lehmann. Sieben Siege bei sieben Läufen und zum vierten Mal in Folge Pfälzer Berglaufpokalsieger – das ist die Bilanz der aktuellen Pfälzer Berglaufsaison für Jonas Lehmann, der im Sommer auch im Deutschen Berglaufnationalteam lief.

Vom Start weg hing allerdings der Neustädter Joshua Klein, der seit Jahresbeginn für die LG Region Karlsruhe läuft und auch dort unter dem letztjährigen Trainer des Jahres, Günther Scheefer, trainiert, an Jonas Lehmann. Seine Taktikanweisung für den Tag hieß: bis zur Sprintwertung 1 an Lehmann/Könnel bleiben und so den dritten Platz sichern. Denn bei Kalmit-Berglauf gibt es zwei Zwischenwertungen, bei denen die jeweils ersten Drei Sachpreise mit nach Hause nehmen können – vorausgesetzt, sie erreichen das Ziel und steigen nicht vorher aus. Das war aber für den 18jährigen kein Thema. Die ersten 1,5 km blieb er an Lehmann dran, fiel dann aber ab. Tim Könnel überholte ihn bei km 2 und erreichte die Sprintwertung bei km 2,8 am Waldhaus Wilhelm mit 150 m Vorsprung als Zweiter. Aber Kleins Zwischenziel war erreicht. Danach durfte er ein bißchen locker lassen, den Gipfel erreichte er als 51ter nach 39:27 min und Zweiter der MJU20.

Zur Überraschung vieler sachkundiger Zuschauer tauchte Oliver Trauth als Dritter im Nebel auf. Der 32jährige im Trikot des TV Herxheim, dessen Kassenwart er ist, lief vor drei Wochen in Frankfurt seinen zweiten Marathon, den er in neuer persönlicher Bestzeit von 2:37:03 h beendete. 34:23 min sind seine aktuelle Kalmit-Zeit.

Elf Sekunden später kam der Sieger der MJU18 in den Zielkanal. Der 17jährige Erik Döhler gehört dem Jugend-Nationalteam im Orientierungslauf an. Laufen trainiert auch er bei Günther Scheefer und erfuhr von Joshua Klein vom Berglauf. Er hat gleich auch noch zwei Nationalteamkameraden mitgebracht. Nachdem auch Colin Kolbe (36:46 min) und Ole Hennseler (37:37 min) im Ziel waren, war das MJU18-Treppchen schon voll.

Neben der Strecke wurde noch ein weiterer „Alternativtrainierender“ gesichtet. Für den 16jährigen Straßenradfahrer Martin Salmon aus Dudenhofen stehen zur Zeit auch Wandereinheiten als Vorbereitung auf die Saison 2016 im Trainingsplan. Ausgerechnet für den Berglauftag hatten er und seine Eltern sich die Kalmit ausgesucht, um Grundlagen zu legen. Im September wurde er Fünfter bei den Junioren-WM im Richmond/USA.

Denselben Durchmarsch wie Jonas Lehmann konnte auch sein weibliches Pendant Melanie Noll verzeichnen. Und auch sie gehörte in der vergangenen Saison dem Deutschen Berglaufnationalteam an. Die zierliche Bankkauffrau im Trikot des TSV Annweiler verpasste ihren eigenen Streckenrekord um nur 12 Sekunden. Nach 36:24 min war ihr Tagwerk beendet und sie konnte sich von ihrem Mann andere Schuhe reichen lassen.

„Noll vor Grießbaum“, das ist in der Pfalz Berglaufalltag. Tanja Grießbaum, nach ihrem im Sommer beendeten Studienjahr in Wales top in Form, kam nach 37:52 min ins Ziel. Eigentlich wäre sie, wie sie zugab, besser gar nicht gelaufen, denn sie wurde von einem Husten geplagt. Aber nur zuzugucken, wie Lebensgefährte Lars Draudt und die anderen Teamkameraden der LG Rülzheim um die Pfalztitel liefen, das konnte sie dann doch nicht.

Als Dritte bog Daniela Kenty, die Siegerin des Kalmit-Berglaufs 2011, in den Zielkanal ein. Die Weinheimerin war zusammen mit Eva Katz kurz vor der ersten Zwischenwertung an Josefa Matheis und Jessica Kammerer vorbeigezogen. Mit einer Zielzeit von 40:45 min war sie 1:01 min vor der Läuferin aus Eisenberg im Ziel. Zwischen den beiden liefen noch Eva Katz, die Berglaufpokalsiegerin von 2011 und Sabine Roschy.

Die weiteste Anreise hatte sicher Axel Rabe vom „Team Klabba“. Der Mann im silbernen Ganzkörperkondom war extra aus Bremen gekommen, um die Kalmit zu Fuß zu erobern. Vier Mal war er hier schon beim Klappradcup umtriebig, erklomm den Gipfel also per Klapprad ohne Gangschaltung. Auch am 24 h-Klappradrennenn in Schopp in der Westpfalz war der „Asphaltprinz“ am Start. Zu Fuß empfand er die Strecke aber als nicht weniger anstrengend als mit dem Rad. Auch Frank Fischer aus Eulenbis war im Einteiler unterwegs, seiner war blau, denn Fischer ist in der Klappradszene „der blaue Reiter“.

Jonas Lehmann, Tim Könnel und Max Kirschbaum belegten das Männertreppchen im diesjährigen Pokal. Melanie Noll, Tanja Grießbaum und Jessica Kammerer waren ihr weiblicher Gegenpart.

Mit dem legendären Kalmitbrot (Quark mit vielerlei „Belag“), Leberwurstbrot, Kaffee, Kuchen und Glühwein konnte man die Zeit bis zur Siegerehrung gut überbrücken. Die dauert aufgrund der vielen Wertungen schon wegen des Abschlusses des Berglaufpokals in Maikammer immer besonders lang, da kann eine gute Stärkung nicht schaden. 2016 wird in Maikammer Silberjubiläum gefeiert – und auch dann gibt’s sicher wieder eine Flasche Läuferelixier, nämlich Traubensaft direkt vom Winzer, zu jeder Startnummer obendrauf.

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Ergebnisse: www.laufinfo.eu


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