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Bernhard Hertingers 60. Geburtstagsmarathon

[eingestellt am 30. November 2015]

By: Jochen Höschele

Passend zum Alter trug das Geburtstagskind Bernhard Hertinger die Startnummer 60

Die etwa 70 Köpfe zählende Läuferschar wenige Minuten vor dem Start bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt

Wolfgang Rühl vom veranstaltenden LT Hemsbach hier an der langen Steigung, die in jeder Runde auf den ersten zwei Kilometern zu bewältigen ist

Christoph Randt erklimmt gut gelaunt und flotten Schrittes die Steigung hinauf zum Kreuzberg. Nach 4:39 h ist er als Vierter der starken M60 im Ziel.

Conny Schmutz (13) und Georg Hilden laufen gemeinsam nach 4:58 h ein; an der langgezogenen Steigung zum Kreuzberg schalten sie jedoch frühzeitig in den energiesparenden Wanderschritt

4. Steffi Krieg und ihr Partner Thorsten Rickel, dahinter 2. Nicole Benning, allesamt marschierend am kräftezehrenden Anstieg zum Kreuzberg

Nach dem Lauf lag nicht nur diese Bank am Parkplatz bei Start und Ziel in der wohltuenden Novembersonne

Blick auf die Laufstrecke und den „Einstieg zum Anstieg“ hinauf zum Kreuzberg bei Kilometer 0,1 jeder Runde

Sieger René Strosny war der Einzige, der die sechs Runden unter vier Stunden absolvierte. Fröhlich präsentiert er die Urkunde mit dem Konterfei des Geburtstagskindes Bernhard Hertinger

Laufend Geburtstag feiern an der Bergstraße

Hemsbach, den 28. November 2015 – Ein runder Geburtstag ist in aller Regel Grund zu feiern. In Läuferkreisen finden sich dann auch hin und wieder Gleichgesinnte ein, um mit dem Jubilar eine Geburtstagsrunde zu drehen.

Bereits sechs Mal fand Ende November oder Anfang Dezember Bernhard Hertingers Geburtstagsmarathon statt, den ersten konnte die Laufgemeinde anlässlich Bernhards 50. Geburtstag anno 2005 laufend feiern.

So verhielt es sich auch am vergangenen Samstag wieder, als Bernhard Hertinger vom Lauftreff Hemsbach seinen 60. Geburtstag läuferisch „beging“ und dazu zum „Bernhard Hertinger Geburtstagsmarathon“ nach Hemsbach an die Badische Bergstraße einlud. Dieser fand dann zwar einen Tag nach Bernhards sechzigstem Wiegenfest statt, doch tat dies der ausgelassenen Stimmung keinerlei Abbruch. Ganz im Gegenteil, es hatten sich viele Teilnehmer eingefunden. Weit über 60 Voranmeldungen waren eingegangen und es gab, ungeachtet der schlechten Wettervorhersage, sogar noch fünf Nachmeldungen am Lauftag. Eine mehr als beachtliche Gruppe an Marathonisten war also gekommen, um mit Bernhard gemeinsam „Geburtstag zu laufen“. Dieser freute sich auch sichtlich und war vom Ansturm richtig gerührt, was auch in seiner Ansprache vor dem Start deutlich wurde.

Los ging das Ganze um 9:30 Uhr an der Förster-Braun-Hütte, mitten im Wald oberhalb von Hemsbach. Diese wurde alle 7,04 Kilometer angelaufen und somit konnte dort nach Belieben Eigenverpflegung deponiert werden oder Kleidung an- oder ausgezogen werden.

Wenn es auch zum Startzeitpunkt noch nicht den Anschein hatte, so sollte das Wetter den Laufwilligen keinen bösen Streich spielen. Anfangs lagen die Temperaturen nur bei etwa drei Grad plus, doch im Tagesverlauf stiegen sie, nur ab und an von etwas Regen begleitet, merklich an. Beim gemütlichen Zusammensitzen in der Förster-Braun-Hütte im Anschluss war zumindest gefühlt die Quecksilbersäule beinahe auf zweistellige Werte angestiegen, zudem kam nach knapp vier Stunden Laufzeit sogar die Sonne heraus und blieb den Festgästen den Rest des Nachmittages erhalten.

Die Hemsbacher Marathonstrecke ist mit ihren gut sieben Kilometern Länge pro Runde nach Adam Riese sechs Mal zu absolvieren, um auf die erforderlichen 42,195km zu kommen. Auf jeder Runde steht zunächst der Anstieg zum „Kreuzberg“ auf dem Programm, dem höchsten Punkt der Strecke. Dort sind gut zwei Kilometer zurückgelegt und bereits 140 Höhenmeter setzen so manchem Sportler doch ziemlich zu. Einiges davon wird auf dem nun folgenden Streckenabschnitt wieder „abgebaut“, ehe weitere 60 Höhenmeter ab Kilometer 4,5 der Bewältigung harren. Die letzten 1,5 Kilometer kann man es dann zur Förster-Braun-Hütte hinunterrollen lassen, doch Vorsicht! Schließlich geht es dann von dort aus wieder bei „Null“ los und der nächste Anstieg zum Kreuzberg fühlt sich irgendwie steiler an als der vorhergehende….und das zieht sich dann genau so Runde für Runde durch.

Ergebnisse sind bei den Hemsbacher Veranstaltungen durchaus nicht nebensächlich, doch beim Geburtstagsmarathon stand nun wahrlich der sportliche Wettstreit im Hintergrund. Dennoch sei nicht verschwiegen, dass mit René Strosny ein Athlet gewann, der auf sämtlichen Marathon- und Ultralaufstrecken zuhause ist und, mittlerweile ein Oberlausitzer Odenwälder, die hügelige Topographie des Odenwaldes oder der Bergstraße nicht nur kennt, sondern sie auch liebt und gut mit ihr zurecht kommt. Seine Endzeit von 3:46:13 h wurde ohne Druck und ohne den „heißen Atem“ eines Verfolgers im Nacken erzielt. Insider munkeln sogar, dass René, wenn er nicht gerade mit dem Küchenumbau beschäftigt wäre, anstatt Kilometer zu sammeln, noch einiges schneller hätte laufen können. Sei’s drum – der Vorsprung Renés auf Joachim Dittrich (LT Hemsbach), der 4:08:46 h lief, war auch so groß genug. Als Dritter überquerte Oliver Nink (joerg-laeuft.de – supporter-Team) nach 4:15:13 h die Ziellinie.

Petra Scheunemann hieß die Siegerin bei den Damen, und der Vorsprung der W50erin vom SV Taunusstein-Neuhof war mit 17 Minuten auf Nicole Benning (EK Schwaikheim; 4:38:46 h) beinahe ebenso groß wie der von René Strosny bei den Männern. Nur wenig hinter der nach einer langen Wettkampfabstinenz erstmals wieder aktiven Nicole Benning erreichten mit Erika Stirmann vom LT Hemsbach (4:39:48 h) und Steffi Krieg (4:41:30 h) von der LG MuLi  bereits die dritte und vierte Frau das Ziel.

Da an der Förster-Braun-Hütte keine Dusch- und Umkleidemöglichkeit vorhanden ist, zogen sich die meisten Sportlerinnen und Sportler kurzerhand an den geparkten Autos trockene Wechselklamotten an, um sich anschließend dem sehr üppigen Geburtstagsbuffet auch gebührend widmen zu können. Dort gab es neben kalten und heißen Getränken diverse Leckereien, angefangen von verschiedenen Eintöpfen mit oder ohne Wurst, Nudeln, Brezeln und Brot sowie eine große Auswahl an Kuchen. In fröhlicher Runde konnte man sich so stärken, von vergangenen und kommenden Heldentaten berichten und es sich richtig gut gehen lassen.

Große Einigkeit herrschte darüber, dass dieser Geburtstagsmarathon eine feste Institution im Laufkalender der Marathonliebhaber und –sammler ist (es gibt ihn seit zehn Jahren) und aufgrund seiner familiären und ungezwungenen Atmosphäre unbedingt zur Nachahmung empfohlen ist.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.lt-hemsbach.de


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