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34. Winterlaufserie Rheinzabern - der 10er

[eingestellt am 13. Dezember 2015]

By: Gabi Gründling

Jochen Heringhaus im Moderatorenkäfig

Zurück im Wettkampf: Eveline und Thomas Dehaut mit Platzreservierung

2. M80 Ludwig Mesel hat gut lachen

Ex-Orgachef Werner Roth: immer noch gerne gesehen an der IGS. Hier wird er von 1. M75 Peter Lessing begrüßt

Einlaufen auf der Tartanbahn….

… und auf der Straße

Das Feld rollt heran: in der ersten Reihe von links Jannik Arbogast, Patrick Zwicker, Habtom Weldu, Frederik Unewisse und Simon Stützel

Letzte Einweisung der Streckenposten

Fachkundiges Publikum

Zweiter Habtom Weldu bei km 7,5 noch in Führung liegend

Sieger Simon Stützel und Dritter Mussa Hudrog

1. MHK Patrick Zwicker

3. MHK Tobias Arnold

Vorjahressieger Frederik Unewisse, hinter ihm 2. MHK Michael Schramm

Fabian Lutz

Blaue MHK-Power: Tobias Riker, Lorenz Baum, Christoph Dreser

Tim Könnel, mit 31:55 min einer von vielen erfolgreichen Bestzeitenjägern

Marius Meyfarth

Für einen schnellen Läufer ganz schön dick eingepackt: Clemens Silabetzschky

1. MJU20 Patrick Berlejung

Henri Hansert

Neue Bestzeit auch für 2. MJU20 Joshua Klein, hinter ihm Victor Larisch und Fabian Katz

3. MJU20 Daniel Jeckel fliegt durch die Kurve

1. M45 Marcus Imbsweiler

Hinten: 1. und 2. M40 Matthias Müller (der Zweite) und Alessandro Collerone

Siegerin Melina Tränkle und Oliver Trauth

2. M45 Michael Harsch

Zweite Tanja Grießbaum

1. M50 Gunnar Dussa

2. M50 Paulo Sergio (450)

2. W30 Tinka Uphoff hier vor 1. W30 Veronica Hähnle-Pohl

Martin Kunz

1. W35 Latifa Schuster

1. MJU18 Christian Silcher

Maren Schmitz

1. WJU20 Johanna Krischke (339)

Simon Stützel und Habtom Weldu legen sich in die letzte Kurve

1. W40 Marika Bernhard

2. W35 Daniela Kenty

2. M60 Alois Berg mit gelber Mütze

1. M65 Peter Beil

Frederik Unewisse im Gegenverkehr

3. W40 Valerie Knopf hinter Ralf Matheis

In grün: 1. M35 Matthias Müller

2. W45 Dorothea Falkenstein

In gelb: 3. W50 Angelika Alt

1. M75 Peter Lessing

Siegerin Melina Tränkle

Michael Menton liebt Frankfurt

Tinka Uphoff verliert ab dieser Kurve noch ihren dritten Platz an die hinter ihr laufende Veronica Hähnle-Pohl

Mit wehenden Haaren: Michaela Walker

1. W50 Josefa Matheis

David Zaring will noch schnell an 3. W35 Carmen Keppler vorbei

3. W30 Anna Kusch

3. WJU20 Maybritt Schillinger

Geballte Ladung Läufer vor den Zielkanälen

2. W50 Carolin Engelke-Horn

1. W65 Beritta Zeil

Vorm Scanner steht der Drücker

1. W60 Felicitas Kuld

Die Leichtathletikkids an der Tränke

Die beliebten Südpfälzer Äpfel

Die Kuchentheke neigt sich ihrem Ende zu

Dieses Jahr gab’s Obstkörbe für die Altersklassensieger und –platzierten

Kommunikation im 21. Jahrhundert

Gar nix schnell laufen

Rheinzabern, 13. Dezember 2015 – wie immer am dritten Adventssonntag gaben sich im südpfälzischen Rheinzabern jede Menge Läufer ein Stelldichein. Sie eröffneten um 10.05 Uhr die Jagd auf Platzierungen, Bestzeiten oder einfach nur schöne Lauferlebnisse. Fast 1.500 Startnummern hätten sie ausgegeben, erzählt Sabrina Hochmuth, als die Läufer noch lange nicht alle im Ziel waren. Abziehen mußte man noch diejenigen der 800 Voranmelder, die ihre Nummer nicht abgeholt hatten. Ein paar Läufer mußten auch aus den unterschiedlichsten Gründen unterwegs die Segel streichen. Ins Ziel kamen letzten Endes 1.347.

Die Winterlaufserie in Rheinzabern besteht aus drei Läufen, die den Ort im Landkreis Germersheim im Vierwochenrhythmus in eine Läuferhochburg verwandelt. Im Dezember stehen 10 km auf der Tagesordnung, im Januar können sich die Läufer die Sünden der Feiertage bei einem 15er aus dem Körper laufen und der 20er im Februar ist auf jeden Fall eine schöne lange Tempoeinheit in der Vorbereitung auf einen der Frühjahrsmarathons.

Durch den Jahreswechsel kann es natürlich theoretisch passieren, daß man in zwei verschiedenen Altersklassen läuft. Deshalb gilt in Rheinzabern die Regel, daß man auch im Dezember schon in der Altersklasse des Folgejahres laufen muß. Was für die Spätgeborenen eines Jahres zu der Situation führen kann, schon zwei Jahre älter gemacht zu werden. Angelika Alt (TSG Maxdorf) zum Beispiel wird erst in der kommenden Woche 49, war also am Lauftag noch 48, wurde aber in der W50 gewertet. Und lief nach langer Wettkampfabstinenz mit 43:12 min auf Platz 3 ihrer neuen Altersklasse. Vorausgegangen war schon ein 1:32er Zeit beim Halbmarathon in Hassloch in der Vorwoche. Unschlagbar in dieser Altersklasse war übrigens die Eisenbergerin Josefa Matheis, die sich auch erstmal mit dem Gedanken an die W50 anfreunden muß. Nach 38:41 min lief sie auf Gesamtplatz 201 in einen der beiden Zielkanäle.

„Bitte beide benutzen – bitte beide benutzen“ war das Mantra von Daniel Hochmuths Schwiegervater, der vor den Zielkanälen stand und die Läufer in beide parallel lotste. Das mußte er eine halbe Stunde noch dem Startschuß noch nicht, denn als Simon Stützel, Habtom Weldu und Mussa Hudrog innerhalb von sechs Sekunden alle drei deutlich den erst ein Jahr alten Streckenrekord von Frederik Unewisse pulverisierten, konnte von Gedränge noch keine Rede sein.

Simon Stützel hatte 2013 den damals 26 Jahre alten Streckenrekord von Norbert Kleiber deutlich geknackt und mit 30:35 min eine neue Duftmarke gesetzt, von der man annahm, daß sie auch wieder lange halten würde. Vor Jahresfrist zeigten dann Frederik Unewisse und Abebe Biruk, daß die Qualität an der Spitze wieder zunimmt, beide unterboten Stützels Bestmarke nach nur einem Jahr. In diesem Jahr nun kam Stützel, der nach einem einjährigen Intermezzo in Tübingen jetzt im nahen Karlsruhe wohnt, zurück in die Südpfalz. Für ihn war ein Tagessieg das oberste Ziel. Auf seiner Facebookseite beschreibt er das so: „Rekorde werden immer irgendwann gebrochen, aber aus der Siegerliste kann man nie gelöscht werden.“ Er läuft einfach zu oft im Ausland und/oder internationalen Feldern, um als Führender in den Zielkanal einzulaufen. Vergangene Woche lief er zum Beispiel in Genf über 7 km lang 3:02 min/km – und wurde 27ter. Heute blieb die Uhr für ihn nach einem spannenden Rennen mit mehreren Führungswechseln nach 30:04 min stehen – der Sieg und der Streckenrekord gingen an Stützel, der für das Team der Landau Running Company gemeldet hatte. Den Rest der Winterlaufserie wird er aber nicht erleben. Im Januar ist er im Trainingslager in Portugal und im Februar beim Halbmarathon in Barcelona. Auch Simon war ein „Opfer“ der Rheinzaberner Altersklassenregel, denn er wird erst 2016 30, gewann aber heute die M30.

Habtom Welde startet für die LG Region Karlsruhe. Der Eritreer, ebenfalls Jahrgang 1986, kam als Flüchtling nach Karlsruhe, trainiert seit vier Monaten bei der LG. Vor Kurzem wurde er ins hessische Rüsselsheim verlegt. Damit er weiter mit seinen neuen Clubkameraden unter Günther Scheefer trainieren kann, legten diese zusammen, um ihm eine Fahrkarte zu finanzieren. Er hatte bei km 5 schon 100 m Vorsprung auf seine Verfolger, mußte sich dann aber einsammeln lassen. An die Wende in Jockgrim waren Stützel, Welde und der ein Jahr ältere Mussa Hudrog (Aachener Turngemeinde) gemeinsam. Gut 1 km hatten sie von dort noch bis ins Ziel und an der letzten Unterführung, 100 m vor der Stoppuhr, lief Stützel eine Schrittlänge vor Welde und Hudrog mußte etwas abreißen lassen. Mit 30:07 min und 30:10 min blieben aber auch diese beiden noch deutlich unter dem alten Streckenrekord.

Patrick Zwicker kam als Vierter ins Ziel und auch er blieb mit 30:43 min noch deutlich unter der 31 min-Marke. Der Mittelstreckler aus dem nahen Offenbach an der Queich, der inzwischen für den LC Rehlingen startet, war damit überaus zufrieden. „Das Ergebnis ist eine schöne Bestätigung für das harte Training“ war sein Fazit.

Vorjahressieger Frederik Unewisse kam als Achter ins Ziel. Mit 31:24 min blieb er fast eine Minute über seinem alten Streckenrekord und sich auch hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Daß Rheinzabern ein schnelles Pflaster ist, konnten auch die jungen Athleten Tim Könnel und Josuha Klein bestätigen und ausnutzen. Joshua (LT Region Karlsruhe) lief bei seinem fünften Rheinzabern-Start 33:01 min und wurde damit Zweiter seiner Altersklasse MJU20. Der 18jährige Neustadter hatte von einer Zeit unter 33 min geträumt, aber mit der neuen persönlichen Bestzeit kann er sehr gut leben. Tim Könnel (TuS 06 Heltersberg) war zum ersten Mal in Rheinzabern. Seine Rechnung, in einem hochklassigen Feld eine gute Zeit laufen zu können, ging auf. 31:55 min sind nun für den Medizinstudenten das Maß der Dinge.

Wieder einmal war Rheinzabern fest in der Hand der jungen Wilden. Die schnellsten 17 Läufer gehörten alle der MHK und der M30 an. Unter 35 min liefen 13 M30er und nicht weniger als 38 MHKler – bei insgesamt 67 LäuferInnen unter dieser Grenze.

Mit 34:59 min war es für Tanja Grießbaum eine Punktlandung. Sie wollte endlich unter 35 min bleiben, nachdem ihre alte Bestzeit seit Rheinzabern im Dezember 2013 bei 35:42 min lag. Das nötige Tempo hatte sie vor Wochenfrist beim 7 km-Lauf in Hassloch erfolgreich getestet. Für Rheinzabern hatte sie ihren Vereinskollegen André Zschaubitz als persönlichen Hasen engagiert, er sollte sie 8 km lang ziehen. Letzten Endes war ihm die zierliche Vereinskameradin zu schnell, schon nach 5 km war sie auf sich allein gestellt. Für Tanja stand an diesem Sonntag nicht die Platzierung sondern die Zeit im Fokus. Daß sie mit ihrer neuen Bestzeit Zweite wurde, freute die C-Trainerin, die inzwischen die Leistungsgruppe der LG Rülzheim von Ede Hamburger übernommen hat, natürlich umso mehr. Nun möchte im Eliterennen beim Silvesterlauf in Trier mal eine neue 5 km-Bestzeit laufen, denn die Trierer Strecke ist offiziell vermessen. Zur Zeit sind ihre 5 km-Zwischenzeiten bei längeren Rennen immer schneller als ihre offizielle Bestzeit. Das soll sich zum Jahreswechsel nun ändern. Im Frühjahr steht ihr erster Marathon auf dem Wunschzettel. Heimatnah soll er sein und so überlegt sie gerade, ob sie lieber auf der flachen schnellen Bienwaldstrecke in Kandel oder beim welligen Weinstraßenmarathon debütieren möchte.

„Wenn Tanja nicht so schnell losgelaufen wäre, hätte ich dieses Tempo gar nicht von Anfang an angeschlagen“ meinte Melina Tränkle, die 30 Sekunden vor Tanja die Ziellinie als Gesamt-56te überquerte. Ihr Traum ist die Teilnahme an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam vom 6.-10. Juli 2016. Weil die EM nur vier Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio stattfindet, wird es statt eines Marathonwettbewerbs „nur“ einen Halbmarathon geben. Die DLV-Qualinorm, die sie zwischen dem 1. März und 1. Mai laufen muß, ist 1:14 h. Ihre Halbmarathonbestzeit ist sie im September in Karlsruhe gelaufen, damals blieb die Uhr für sie nach 1:13:44 h stehen.

Beide haben sich vorgenommen, die Serie zu einem guten Ende zu bringen. Wenn beide gesund bleiben, kann die Serie sicher einen spannenden Verlauf nehmen.

Im Endspurt wurde der Kampf um Platz 3 entschieden. Vorjahressiegerin Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) wurde auf den letzten 100 m noch von Veronica Hähnle-Pohl (TSG Heilbronn) abgefangen. 36:00 min stehen für die Heilbronnerin zu Buche. Uphoff, die schnellste Juristin Deutschlands, war mit 36:04 min vier Sekunden schneller als bei ihrem Vorjahressieg.

Ein gelungenes Comeback hatte Thomas Dehaut (LLG Landstuhl). Zwar hatte sich der 52jährige eine 35er Zeit erhofft, mit 36:02 min war er aber dennoch sehr zufrieden. Nach einem Unfall beim Holzmachen im August 2014 konnte er ein Jahr lang nicht laufen und mußte im letzten Winter erstmals die Rheinzaberner Laufserie auslassen. So blieb sein Stammplatz auf der Tribüne vergangenes Jahr leer. In dieses Jahr wurde er vom Orgateam mit einer „Platzreservierung“ begrüßt. Daß er mit einer tiefen 36er Zeit nur auf Platz 99 und in der Mitte der zweiten Seite der Ergebnisliste landete, amüsierte ihn. „Wenigstens nicht dreistellig“ lachte er. Den dritten Platz in der M50 konnte er sich damit erlaufen. Altersklassensieger war Gunnar Dussa aus Uelversheim in Rheinhessen mit 35:08 min, Zweiter Sergio Paulo (LT Altburg, 35:30 min).

Ebenfalls vom LT Altburg kam der Sieger der M80. Der amtierende Deutsche 10 km-Meister in dieser Altersklasse, Horst Liebing, brauchte nur 50:51 min und ließ sage und schreibe 441 Läufer hinter sich. Auch der 2. M80, Ludwig Mesel (LC Bad Dürkheim) blieb mit 57:43 min noch gut unter einer Stunde und vor 150 MItläuferInnen.

Wie Mesel ist auch Erika Krüger Jahrgang 1935. In Rheinzabern wird im 10:05 h gestartet, damit der Laufzug nicht mit dem Fahrplan der Deutschen Bahn kollidiert. Da die schnellen Flitzer es nicht hinter die Startlinie schafften, wurde heute mit zwei Minuten Verspätung gestartet. Das wurde zu Erika Krügers Handicap, denn die 80jährige mußte bei km 1,5 an der Schranke warten.

Für die beiden serienabschließenden Läufe wurde in Rheinzabern der umfangreiche Helfereinsatzplan umgestrickt. Daniel Hochmuth steht nur noch für die Siegerehrung fest im Plan. Er und seine Frau Sabrina erwarten das erste Kind. Avisierter Geburtstermin ist – quasi auch eine Punktlandung – der Sonntag des Serienabschlusses am 7. Februar.

Nachzutragen wäre noch die Auflösung der Überschrift. Eine Läuferin fragte kurz vor dem Start einen Laufkollegen, wie schnell er denn laufen wolle. „Gar nix schnell laufen“ war die gebrochene Antwort. Damit dürfte der junge Mann fast alleine gestanden haben.

Ergebnisse www.laufinfo.eu

Weitere 84 Fotos von der Startphase


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