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Parkrun

[eingestellt am 14. Dezember 2015]

By: Jörn Harland

Parklandschaft in Perth/Australien

Die Radfahrer müssen Acht geben!

Startphase

Ein Zeitnehmer im Gespräch mit dem einem Teilnehmer

Der spätere Sieger

Aufwärmprogramm vor dem Start

Der spätere Zweitplatzierte

Auch mit Babyjogger kann man schnell sein

Läuferlindwurm

Die Kleinsten sind ebenso dabei

Parkrun

"Was soll denn das sein?" wird sich nun der ein oder andere Leser fragen. Ganz einfach:

"Parkrun" bezeichnet eine Serie von bestimmten 5km- Läufen weltweit. Traditionell finden diese Samstag morgens statt. Als Lokation dienen hierzu meist Parks in bester Stadtlage.

Doch was ist das Besondere an "Parkrun"?

Die Teilnahme ist kostenlos. Einfach an die Startlinie gehen und loslaufen. Auf der Seite www.parkrun.com wird mit dem Slogan "We organise free weekly timed runs all over the world" geworben, was soviel heisst wie weltweit kann jeder Interessierte seine Runde drehen.

Sie erfordert lediglich die einmalige Registrierung online. Bei diesem Registrierungsprozess wird jedem Läufer eine Startnummer in Form eines Barcodes zugewiesen. Über dieses System werden später die Ergebnisse dem einzelnen Laufevent zugeordnet. Dieser Code wird einmal vom Teilnehmer ausgedruckt und fortan bei jeder Laufteilnahme mitgeführt. Der Barcode ist hierbei nicht größer als ein Radiergummi. Beim Überqueren der Ziellinie erhält der Läufer außerdem eine kleine Marke mit dem Barcode. Ein Freiwilliger scannt dann beide Barcodes. So wird durch das Scannen des individuellen Barcodes in Kombination mit der erhaltenen Marke (Barcode) automatisch die Zeit und Finisherposition elektronisch erfasst. Die Zeiten aller Läufer werden dann zu einem Server hochgeladen, der automatisch die Ergebnislisten auf der Webseite www.parkrun.com generiert. Durch dieses Verfahren können auch statistische Daten wie persönliche Bestzeiten und Laufanzahl für jeden Läufer individuell festgehalten werden.

In mittlerweile elf Ländern weltweit hat sich diese Idee des samstäglichen Laufens etabliert, und es werden noch einige folgen. Insbesondere weil die Idee so einfach ist. Die Informationen für das jeweilige Land sind auf der Webseite www.parkun.com einzusehen.

Begonnen hat die Laufserie in Großbritannien. Im Oktober 2004 fanden sich 13 Laufpioniere und 4 Helfer zur ersten offiziellen "Parkrun"-Veranstaltung in Bushy Park, Teddington zusammen. Erst nach zwei Jahren breitete sich die Idee weiter aus. Der Londoner Stadtteil Wimbledon, eher bekannt vom Tennisturnier, wurde als Austragungsort gewählt. Zu jener Zeit galt es zu beweisen, dass auch mehrere Events zur gleichen Zeit abgehalten werden können. Und es klappte. Dies war der eigentlich Beginn und der spätere Siegeszug des Laufevents.

Auch auf der Südhalbkugel ist der "Parkrun" vertreten. In Australien startete der erste "Parkrun" am 2.April 2011 mit 108 Teilnehmern. Die Neuseeländer brachten ein Jahr später die ersten Läufer an den Start. Bei unseren nordischen Nachbarn aus Dänemark wurde bereits im Mai 2009 der Startschuss gegeben. Jonathan Sydenham überzeugte das "Parkrun"-Konzept in Großbritannien so sehr, dass er prompt in Amager Faelled (Kopenhagen) die Läufer auf die klassische 5km-Strecke schickte. In der aktuellen Entwicklung hat Frankreich den letzten Akzent gesetzt. Im Juni 2015 ist dort in Les Dougnes der Klassiker gestartet. In allen nachstehend aufgeführten Ländern ist der "Parkrun" zu einer festen Größe im Laufkalender geworden:

Australien - Dänemark - Frankreich - Irland - Italien - Neuseeland - Polen - Russland - Südafrika - Großbritannien - USA

Nicht umsonst sind die "Parkrun"-Veranstalter sehr stolz auf das bisher Geleistete:

"We’re super proud of the fact our volunteer-led, free-for-all 5km runs have been taken up by so many people across so many cultures in so many countries." (www.parkrun.com)

Damit ist eigentlich alles gesagt. Mittlerweile ist die "Parkrun"-Laufcommunity auf über eine halbe Million Läufer angewachsen, Tendenz steigend. Aber das Prinzip ist immer noch simpel: wöchentlich, gratis, 5km, für jedermann, für immer.

Doch was wäre der "Parkrun" ohne seine Helfer. Jeder Lauf, ganz gleich ob groß oder klein ist auf die Hilfe der Freiwilligen angewiesen. Die vielen Helfer markieren die Strecke, stoppen die Zeit, werten die Ergebnisse aus und räumen zuletzt auch noch auf. Im Gegenzug statten die Headquarters von "Parkrun" die Freiwilligen mit dem benötigten Equipment wie Barcode-Leser, Computer, und vielem mehr aus.

Während einem "Parkrun"-Event gibt es mehrere verschiedene Aufgaben, die es wahrzunehmen gilt. Allen voran ist der Run-Director zu nennen, dessen Aufgabe darin besteht, die ganze Laufveranstaltung zu koordinieren. Im zweiten Atemzug sind die Streckenposten zu erwähnen, die zur Streckensicherung beitragen. Der Zeitnehmer und die Barcodescanner sind dafür verantwortlich, dass am Ende jedem Läufer die richtige Zielzeit und Position zugeordnet wird. Nicht zu vergessen sind die vielen Fotografen, die Aufnahmen von den "Parkruns" machen und diese dann ins Internet hochladen.

Damit sich die Helfer eines jeden "Parkruns" organisieren können, hat jedes Event eine eigene "Volunteer' page". Dort finden die Helfer Informationen von Fragestellungen wie "wie werde ich Helfer" bis hin zu FAQ über die einzelnen Helferrollen. Die jeweilige Webseite würdigt ebenso das Engagement der Freiwilligen.

Neben zahlreichen lokalen Sponsoren gibt es fünf große Partner, die die Park-Run Events fördern. So steuert beispielsweise Strava bereits seit Jahren mit seiner einfach zu handhabenden Software dazu bei, dass sich Athleten weltweit vernetzen sowie ihre Trainingseinheiten planen und steuern können. Laufen trägt somit auch zum kulturellen Austausch bei.

Es kann nur noch eine Frage der Zeit sein, wann der erste "Parkrun" in Deutschland über die Bühne geht. Ein großartiges, einfach umzusetzendes Konzept will auch in heimischen Kreisen Anwendung finden....


Kossmann Laufdesign