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Südpfalz-Cross Rülzheim

[eingestellt am 21. Dezember 2015]

By: Heike Klein

Sebastian Blessing, Sieger des Laufs über 2300 Meter

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Siegerin über 2300 Meter: Deborah Reinbold

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Start des kleinen Feldes der U 18 und U 20 über 3400 Meter

noch auf den ersten fünfzig Metern

mit der Nummer 631 Moritz Estelmann, TV Rheinzabern, Rang sechs im Ziel

Jan Steinmüller, Zweiter

Nico Steißlinger, noch an Position Zwei, später auf Rang eins

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Moderator Jochen Herringhaus in Bewegung, wie immer charmanter Plauderer an der Strecke

Nico Steißlinger auf dem Weg ins Ziel

Start 4.600 Meter

Nach der ersten Kurve auf dem Weg in den Wald, vorne Matthias Merk (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal)

Runde eins: Merk vor Joshua Klein (LG Region Karlsruhe)

Klein ab Runde zwei in Führung

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die schwierigste Passage mit einem Mini-Irrgarten und einigen kleinen Hügelchen

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hochkonzentriert: Martin Münnich (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) im "Irrgarten" noch vor Jens Laudage (LG Neustadt), Münnich landet auf Rang fünf , Laudage wird Vierter.

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Sieger bei der AK 40: Marika Bernhard (TV Herxheim) und Jens Laudage (LG Neustadt) beim 16-Uhr-Tee

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Start über 9100 Meter

Schon früh setzte sich Kibrom Isaac (LG Kurpfalz) ab. Er siegte auch beim Nikolauslauf in Haßloch.

Der letzte Südpfalz-Cross…

…im Dezember 2015 in Rülzheim. Eine Nachricht, die zunächst bestürzt. Kein Südpfalz-Cross mehr, diese gut organisierte Veranstaltung über Stock und Stein beim Peter Becht Stadion in Rülzheim, am Wochenende des vierten Advents? Der Cross gehört zum Kalender in der Weihnachtszeit wie Nikolaus und Heiligabend. Für viele eine Möglichkeit, heraus zu laufen aus dem Alltag, dem Vorweihnachtsstress und des Konsumrummels. Aber auch für manche Läufer gilt, dass sie vielleicht in diesen Tagen für ihre Familie da sein müssen, Tannenbaum kaufen, Auto putzen und ein paar Geschenke besorgen. Das gleiche Dilemma haben dann auch noch die Helfer der LG Rülzheim. Vereinsboss Stephan Hammer beruhigt aber im nächsten Atemzug. „Wir legen den Südpfalz-Cross in den November. 2016 wird das am Samstag, 5. November, sein. Damit wollen wir weg von der Nähe zu Weihnachten. Das war für Helfer und auch Teilnehmer zuletzt doch immer etwas schwierig.“ Nun denn, es wird sich zeigen, ob die Läufer in ihrem Kalender zwischen Pfälzer-Berglauf Cup und den richtig großen Cross-Läufen in Darmstadt und Pforzheim sowie vielen weiteren Veranstaltungen, diesen Termin besser annehmen.

Denn irgendwie war die Starterzahl am Samstag bei besten Wetterbedingungen enttäuschend. Es herrschten frühlingshafte Temperaturen, das Geläuf war weich, aber nicht durchweicht und statt graue Regenwolken blitzte die untergehende Sonne vom blauen Himmel. Die Schatten wurden zwar immer länger, weil der Tag in der Nähe der längsten Nacht schon wieder frühzeitig Abschied nahm, aber es kamen dennoch nur insgesamt 300 Starter, rund 40 Läufer mehr als im Vorjahr. Vor allem das Starterfeld der U 18/U 20 war mit 17 Teilnehmern erschreckend klein. Vorjahressieger Patrick Berlejung fehlte verletzt, gewonnen hat trotzdem der ABC Ludwigshafen. Über 3400 Meter duellierte sich Nico Steißlinger mit Teamkollegen Jan Steinmüller. Am Ende war der ehemalige Schwimmer Steißlinger knapp vor Steinmüller. Steißlinger ist Newcomer, möchte über 400 und 800 Meter künftig auf der Bahn glänzen. „Das ist abwechslungsreicher als Schwimmen. Nach zehn Jahren Leistungsschwimmen ging es bei mir dort nicht mehr weiter“, sagte der 18-Jährige. „Die lange Strecke ist nicht meine Distanz. Und es war eine harte Trainingswoche“, erklärte sein Kollege Steinmüller, der in Haßloch wohnt. Steinmüller freut sich, dass mit Steißlinger ein weiterer starker Mittel- und Langstreckler zu seinem Verein gestoßen ist. Dritter wurde Florian Beyreuther (Lauterbourg). Schnellstes Mädchen wurde Luisa Grießbaum, die jetzt für den TV Herxheim ins Rennen geht.

Im ersten Lauf der U 8 bis U 12 Läufer ging es nur über 1100 Meter. Es siegte Meret Joeris (MTV Bad Kreuznach), die auch den schnellsten Jungen, Gabriel Kirchmer (LCO Edenkoben) hinter sich ließ. Am Start immerhin 48 Teilnehmer in den drei Altersklassen.

Der Lauf über 2300 Meter wurde von Sebastian Blessing dominiert (TV Rheinzabern). Er siegte mit zehn Sekunden Vorsprung vor Daid Mahnke. Auf Rang drei mit Jona Bodirsky (TSV 05 Roth) ein bekannter Nachname in der Läuferszene. Schnellstes Mädchen wurde Deborah Reinbold (SSC Karlsruhe). Sie ist Triathletin und im Landeskader. Für Blessing, Bahnläufer mit Schwerpunkt 800 Meter, sind die Crossläufe eine willkommene Abwechslung. Und Reinhold sieht solche Starts als Training an. Das zweitplatzierte Mädchen in diesem Lauf, Mia Jäger (ASV Landau) sagt: „Cross ist nicht so langweilig. Da gibt es Hindernisse, ein abwechslungsreiches Gelände.“ Auch die Zwölfjährige ist Bahnläuferin mit Schwerpunkt auf der doppelten Stadionrunde.

Der 18-jährige Joshua Klein (LG Region Karlsruhe) wurde von seinem Chef-Trainer Günther Scheefer anstatt in den kürzeren Jugendlauf in die Distanz über 4600 Meter beordert. Dort traf er mit Jens Laudage (LG Neustadt) auf seinen Entdecker, Coach und Trainingskollegen als Konkurrenten. Doch die beiden Neustadter gehen tempomäßig inzwischen unterschiedliche Wege. Klein hat nach vier Jahren Langstreckentraining unter Laudage seinen Mentor in diesem Jahr überholt. Der Schritt, von der Weinstraße nach Ratschlags Laudage nach Karlsruhe zu wechseln, und dort ein bis zweimal am Training von Scheefer teilzunehmen sowie einige Einheiten weiterhin mit Laudage zu trainieren, hat sich für den Pfälzer Klein bereits nach zwölf Monaten ausgezahlt. Er steigerte seine Bestzeit 2015 über zehn Kilometer um rund 90 Sekunden und verbesserte sich im Halbmarathon um rund vier Minuten. Daher war es Klein auch nicht bange, als er sich beim Südpfalz-Cross mit dem erfahrenen Mathias Merk (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) auseinander setzen musste. Der 31-jährige Saarländer hat eine Bestzeit über 800 Meter von 1:55,99 Minuten stehen. Er setzt im Winter auf Crossläufe und startete ebenso wie Klein „aus vollem Training heraus“. Während Merk die erste Runde von vorne anging, um freie Sicht auf die Strecke zu haben, setzte er sich danach in Kleins Windschatten. Doch in der letzten Runde betrug der Vorsprung des Junioren über zehn Meter. „Da habe ich zu früh aufgegeben“, bedauerte Merk. Er setzte zwar nochmals zu einem energischen Schlussspurt an und die Zuschauer bekamen so ein spannendes Duell auf den letzten dreihundert Meter zu sehen. Doch Klein ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und brachte den Lauf sicher nach Hause. „Ich musste heute nicht an mein Limit gehen und hätte noch Reserven gehabt“, betonte der Pfälzer. Er erinnert sich noch gut an seinen ersten Kontakt mit Laufticker-Boss Gabi Gründling. „Das war beim Weinstraßen-Marathon in Bockenheim am Vortag mit der Weinstraßenmeile für die Jugend im Jahr 2012.“ Damals holte Klein seinen ersten Sieg als Langsteckler.

Dritter in Rülzheim wurde Leander Lebeau (Tri Treff Storz), vor Laudage, der die M 40 gewann. Bei den Damen holte Marika Bernhard (TV Herxheim) den ersten Rang, vor Lisa Maria Hirschfelder (Tri-Team-Uni Heidelberg) und Birgit Bodirsky (TSV Rot).

Über die lange Strecke von 9100 Meter dann ein ganz anderes Bild. Hier dominierte Kibrom Issac (LG Kurpfalz. Er hatte Anfang Dezember auch den Nikolaus-Lauf über 21 Kilometer in Karlsruhe gewonnen. Der Mann aus Eritrea lebt erst seit einigen Monaten in Deutschland. Er wird unterstützt von Senioren Läufer Erwin Hube. Hube bleibt stets bescheiden im Hintergrund, obwohl er wichtige Hilfe für den 28-jährigen jungen Mann leistet, der schließlich hier in Deutschland Fuß fassen möchte und auch engagiert Deutsch lernt. Leichtfüssig beherrschte der Afrikaner das Feld und baute seinen Vorsprung zunächst aus, bevor er im Gelände mit Überrundungen etwas Zeit verlor. Eine besonders interessante Stelle war am Ende des Stellplatzhügels mit einem kleinen Erdhaufen-Labyrinth. Hier setzten die Sportler ihre Füße recht vorsichtig auf, denn niemand wollte mit einer Verletzung in die Weihnachtswoche starten. Isaac hat eine leichte Verletzung im Rückenbereich, die ihn noch vor einer Woche in Rheinzabern behinderte, schnell überwunden.

Ungewöhnlich der Mann auf Platz zwei, Johannes Ulrich (TV Bad Bergzabern). Er tritt als Fußballer das runde Leder für TUS Schaidt und spielt als Rechtsaußen. Für ihn sind solche Läufe ein Konditionstraining „weil es mir Spaß macht.“ So ließ er Stefan Hinze (SSC Hanau Rodenbach) und Uwe Borsdorf sowie Tobias Wiesemann (1. FC Kaiserslautern) hinter sich. Wiesemann und Hinze kabbelten sich anschließend freundschaftlich, welche der beiden Rülzheim-Cross Strecken die bessere sei. So mag Hinze die alte Strecke am Moby Dick etwas mehr „da hab ich schon mal gewonnen.“ Was gute Erinnerungen denn ausmachen. Ihm gefiel auch die damaligen Sandpassage besser. Und Wiesemann war glücklich, weil er schneller als im Vorjahr unterwegs war.

Bei den Damen war es zunächst ein heftiger Dreikampf zwischen Pia Winkelblech, Nadine Bucci und Laura Jansen. „Eigentlich wollte ich gar nicht so schnell angehen, aber ich musste mit meinen Konkurrentinnen mithalten. Ab der 3. Runde ging ich dann vorbei, wusste aber auch nicht, wie weit weg sie waren. Und umdrehen wollte ich mich nicht“, sagte Winkelblech. Am Ende lag sie mit fast zehn Sekunden Vorsprung vor Bucci doch deutlich vorne.

Ein paar Teilnehmer mehr gab es auch wegen einer Sonderwertung für Ruderer. Rund zwanzig Wassersportler nutzten den Lauf als Trockentraining. Gut, in diesem „Winter“, der bislang noch keiner war, hätten sie auch ganz normale Rudereinheiten machen können, dennoch war es für die Sportler auch einmal eine nette Abwechslung.

Ergebnisse www.laufinfo.eu


Kossmann Laufdesign