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28. Forchheimer Silvesterlauf

[eingestellt am 01. Januar 2016]

By: Heike Klein

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die D-Jugend des Veranstalters FV Sportsfreunde Forchheim

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die Straßenbahn kam knapp vor den ersten Läufern an, aber die Strecke war entsprechend gesichert

Joshua Klein auf den letzten 50 Metern noch knapp vor dem späteren Sieger Christophe Kreche

Der drittplatzierte Salvatore Corriere auf den letzten Metern. Seine Verletzungen von dem Sturz sind auf dem Foto nicht zu sehen.

Christian Stöckl (3.), Benedikt Rieker auf Rang vier.

Christoph Latzko-Fünfstück Platz fünf

Norman Manz, Achter

Daniel Kirchenbauer, Rang neun

Schnellste Frau: Anja Beranek, auf Gesamt-Platz Sieben noch unter die schnellsten Herren gelaufen

Sarah Hettich, zweite Frau

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Deutsch-italienisches Blut tropfte auf den Boden

Forchheim, 31. Dezember 2015 - Unzählige Silvesterläufe gibt es Land auf, Land ab. Die Philosophie der Läufer ist dabei ganz unterschiedlich. Die deutschen Spitzenläufer etwa wollen sich in den großen Läufen noch einmal in Erinnerung bringen und zeigen, dass sie in dem Olympiajahr auf dem Weg nach Rio sind. Die vielen Läufer, die den Ausdauersport als Ausgleichstraining betreiben, um sich in einer immer stärker technisierten und automatischen Berufswelt die notwendige Bewegung zu verschaffen, wollen vor allem die sozialen Kontakte und ein „gemütliches Läufchen“ erleben. Dann gibt es noch ein paar Nachwuchssportler, die immer auf dem Sprung sind, um Erfahrung zu sammeln und irgendwann selbst „auf dem Weg nach Rio, Tokio oder Paris“ zu kommen. Die nächste Gruppe sind die erfahrenen Hasen, die den Jungen mal noch so richtig Feuer machen wollen. Von solch einem Läufer wird hier noch die Rede sein.

Zunächst ein Blick auf die Wettersituation. Der Dezember 2015 wird als mildester Winter seit Beginn der modernen Wetterstatistik geführt. Auch in Forchheim war es nicht anders. Zwar war der Boden feucht und leicht rutschig nach leichten Regenfällen, die Sonne machte sich rar und dennoch war es bereits gegen 13 Uhr relativ warm.

Ganz anders also als die Situation im Vorjahr, wo rund 700 Starter bei Frost und schneegepuderter Umgebung unterwegs waren. Die Teilnehmerzahl daher diesmal mit 582 Zieleinläufern doch etwas ernüchternd.

Zuständig für die Organisation des Laufs der Sportfreunde Forchheim ist der 24-jährige Max Maier. Er brachte 30 Streckenposten sowie 40 Helfer bei Anmeldung und Verpflegung an den Start. „Es wird immer schwieriger, Ehrenamtliche zu motivieren. Wir haben deshalb verstärkt Jugendliche und unsere Fußballer eingesetzt“, informierte er. Auch der Oberbürgermeister der Gemeinde Rheinstetten-Forchheim, Sebastian Schrempp war eingebunden und gab den Startschuss. Am Mikrophon versorgt Heribert Haas seit über 15 Jahren die Fans mit Informationen. Ein bisschen im Blick haben die Verantwortlichen auch die Straßenbahnlinie Nummer 52, die im Zielbereich gekreuzt werden muss. Alles kein Problem, die Bahn kam pünktlich um 14.31 Uhr, - bei dem doch etwas schwierigen Streckenverlauf war nicht zu befürchten, dass einer der Teilnehmer die zehn Kilometer lange Strecke unter 31 Minuten läuft.

Von Beginn an war klar, Christophe Krech (TV Schriesheim) und Joshua Klein (LG Region Karlsruhe) wollten vorne sein. Der 21-jährige Krech ist ein Spätentwickler als Läufer. Er war zunächst als Fußballer aktiv und läuft erst im zweiten Jahr. Mit dem Fußball ging es nicht so richtig weiter und gleich im ersten Jahr bewältigte er die zehn Kilometer in 37:49 Minuten. Er trainiert in Schriesheim in der Laufgruppe von Christian Stang. Der Student der Wirtschaftsmathematik hat als Bestzeit 32:00 Minuten stehen, gelaufen bei der Deutschen Meisterschaft 2015 in Bad Liebenzell, Rang 16 war sein Lohn. Im Halbmarathon ist er bereits bei 1:12 Stunden angekommen. Sein Fokus für die neue Saison liegt aber auf der Teilnahme über 5000 Meter  bei der DM. Sein Konkurrent Joshua Klein wusste um die Stärken von Krech. Mit Bestzeiten von 33:01 Minuten und 1:13:54 Stunden liegt der 18-jährige Pfälzer aus Neustadt an der Weinstraße auf dem Papier noch deutlich zurück. So gesehen war es erstaunlich, dass der Jüngere den Kampf annahm. Die beiden Führenden wechselten sich in der Position ständig ab, bei Kilometer neun wollte Klein einigen Abstand heraus holen. Doch dann kam der verhängnisvolle steile Anstieg, der ihn überraschte. „Es war eine anspruchsvolle, anstrengende Strecke mit einigen Kurven“, meinte er. Dennoch ging Klein 50 Meter vor dem Ziel als Erster in die Kurve, um dann doch noch von Krech abgefangen zu werden. „Das ist so etwas wie meine Spezialität, das ist mir jetzt zum zweiten Mal gelungen, so kurz vor dem Ziel noch vorbei zu ziehen“, meinte der Sieger wenig später. Klein benötigte 34:20 Minuten, Krech war in 34:18 im Ziel. Der Mannheimer Mathematiker kann also genau ausrechnen, wann er zuschlagen muss, um entsprechend erfolgreich zu sein. Er erklärt, wie er Laufen und Studium unter einen Hut bringt: „Der Sport hat viel mit Disziplin zu tun. Man muss schon mal morgens um 6 Uhr aufstehen, um während der Vorbereitung auf einen Halbmarathon neun Einheiten zu bewältigen.“ Doch er hält es als Student noch für einfacher als im Berufsleben. Zwischendrin sei immer mal eine Lücke im Stundenplan, die dann zum Training genutzt werde.

Jetzt aber zur tragischen Figur des Laufs. Salvatore Corriere (LG Brandenkopf/Roadrunners Südbaden) wurde Dritter in 35:30 Minuten. Doch der 44-Jährige war deutlich gezeichnet. Seine Lebensgefährtin Susanne schaute im Ziel bestürzt auf ihren Partner. Eine stark blutende Wunde am linken Arm, weitere Schürfwunden am Rücken und den Beinen zeugten von einem Sturz. Erst nachdem Corriere von den Helfern des Roten Kreuzes fachmännisch versorgt war, konnte er durchschnaufen. Was war passiert? Er wollte bei Kilometer sieben beschleunigen, um die beiden jungen Läufer, die er in rund 30, 40 Meter Entfernung noch fest im Blick hatte, zu erreichen. Ein Stein, rutschen, Fuß verdreht und weg war er. „Ich hab an dieser Stelle einen Fehler gemacht und bin zu schnell in die Kurve“, sagte er im Ziel. Gespürt hat der Deutsch-Italiener, der ebenfalls aus dem Fußball kommt und seit erst drei Jahren als Läufer unterwegs ist, in diesem Moment noch keine Schmerzen. Der altbekannte Wirkstoff Adrenalin war zu diesem Zeitpunkt des Laufs voll wirksam. Jetzt ist er froh „dass nicht mehr passiert ist“. Und vor drei Jahren, als er mit dem Laufen begann, war er bereits in 37 Minuten auf Rang sieben gelistet. Seine Bestzeit über zehn Kilometer steht auf 34:41 Minuten.

Erste bei den Frauen wurde Anja Beranek (TV Erlangen) in 36:39 Minuten. Die 30-Jährige ist dem Laufticker allerdings zweimal entwischt. Zunächst im Zielbereich war sie noch nicht soweit für ein Gespräch, später wollte sie sich umziehen. Und danach war sie in der großen Menge, die sich mit Tee und Neujahrsbrezeln stärkte, nicht mehr auszumachen. Auf Rang zwei kam Sarah Hettich (LG Region Karlsruhe) in 37:23,6 Minuten. Nach ihrer neuen Bestzeit über zehn Kilometer beim Winterlauf in Rheinzabern in 36:43 Minuten wollte sie auf dem anspruchsvollen Kurs keine weiteren Grenzen mehr zum Jahresende austesten. Für sie war der Lauf ein von Trainer Günther Scheefer empfohlenes sehr flottes Tempotraining. Dritte wurde Latifa Schuster (Robertsau) in 37:30 Minuten, die Gewinnerin der PSD-Lauf-Cup Serie 2015 mit Läufen in der Südpfalz und Baden.

Bei der Recherche zu dem Artikel über den Forchheimer Silvesterlauf wurde übrigens die Mitteilung auf der PSD-Homepage wahrgenommen, dass diese Serie, mit bislang sieben Läufen in der Region über zehn Kilometer, in 2016 NICHT stattfinden werde. Ein Sabbatjahr wollen die Verantwortlichen einlegen, um in Ruhe über Änderungen nachzudenken. So seien Überlegungen im Gange, die Metropol-Region Rhein-Neckar stärker einzubeziehen.

Ergebnisse www.laufinfo.eu


Kossmann Laufdesign