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9. Grafenauer Dreikönigslauf

[eingestellt am 07. Januar 2016]

By: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning

Etwa einhundert Meter nach dem Start liegt der spätere Sieger Daniel Noll (394) schon in Führung, daneben im blauen Oberteil der Sieger des Jedermannlaufes über 5,8km, Markus Fritzsche, der nach 20:53 min den Sieg einfährt

Leicht dahinter der 4. Roland Bayer (24), 3. Sebastian Groteloh (67), 7. Knut Baadshaug (218), 13. Armin Gotsch (64) und 9. Philipp Bahlke (266)

Sergio Paulo (134) wird in der M50 nach 38:22 min Zweiter

Ärmel hoch! Wenn’s nach hundert Metern schon zu warm wird, helfen nur Sofortmaßnahmen….

Die „wilde Hilde“ Wieland (189), die 2. in der W50 wird und „ihr“ Team mit 3. W45 Sandra Walter (178) und 4. W45 Anke Bieswanger (30)

Auch wenn es hier so scheint, es herrschte keine Mützentragepflicht in Grafenau bei etwa fünf Grad plus

Kopfbedeckungen der unterschiedlichsten Art – ob die Kombination Mütze plus Kopfhörer besonders warm gibt, ist wissenschaftlich noch nicht bewiesen!

Andreas Schropp aus Nürtingen wird beim Jedermannlauf über 5,8 km Zweiter in 22:13 min

Andreas Mettler (TSF Welzheim) folgt auf Platz drei in 24:02 min

Nur kurz danach läuft Thomas Kathmann (Freiwillige Feuerwehr Rohrau) in 24:22 min ein

Die erst 13jährige Alina Böttiger vom SV Bonlanden, Siegerin des Jedermannlaufes in 26:06 min, wird von ihrem Vater (LG Filder; 26:07 min) begleitet

Daniela Kirschke aus Stuttgart kommt genau drei Minuten nach der Siegerin Alina Böttiger als Zweite in das Ziel; Manuel Hauck vom TV Enzberg ist mit 29:01 min brutto fünf Sekunden schneller. Netto hat allerdings Daniela mit 28:44 min zu 28:59 min klar die Nase vorne

Nicola Schwenk (Sommerbiathlon Bondorf) hält sich auch im Winter fit und belegt in 31:34 min den dritten Platz

Daniel Noll hat nach sieben Kilometern schon einen sehr großen Vorsprung und baut diesen bis ins Ziel, das er nach 34:20 min erreicht, sogar noch aus

Pierre-Emmanuel Alexandre aus Stuttgart (11) und Roland Bayer (24) aus Böblingen im Duell um Platz zwei, das der Stuttgarter in 36:06 min zu 36:18 min für sich entscheiden kann

Sebastian Groteloh geht’s nicht nur gut, er läuft auch gut: Als Dritter kommt er an der Wiesengrundhalle in 36:08 min ins Ziel und gewinnt damit die M40

Sören Becker wird in 36:33 min Zweiter der M30 und Gesamtsechster

Knut Baadshaug vom Tri-Team Heuchelberg, Zweiter der Hauptklasse und Gesamtsiebter in 36:51 min

Wolfgang Gauss, Sieger in der Ak M50, kann auf dem Schlussstück noch etwas gut machen und schiebt sich in 36:28 min auf den fünften Gesamtplatz

M35-Zweiter wird Florian Gall aus Ditzingen in 37:03 min, was den achten Platz insgesamt bedeutet

Stefan Ebner von Tria Echterdingen (50) läuft in 37:42 min auf den zweiten Rang in der M40 und auf Gesamtplatz zwölf, während Philipp Glauner (215) vom VfL Sindelfingen Tria auf den zehnten Platz (3. M30) in 37:26 min kommt

Armin Gotsch vom VfL Ostelsheim gewinnt die M45 in 37:48 min

Dicke Backen macht Thorsten Siegl vom Team AR Sport, bleibt jedoch bis zum Schluss vor dem Zweiten der M50, Sergio Paulo. Thorsten läuft 38:11 min und liegt damit exakt elf Sekunden vor dem schnellen M50er vom LT Altburg

David Speitelsbach (170) hat die Ärmel wieder auf „lang“ gestellt, winkt freundlich und zieht dann seines Weges, der nach 40:23 min auf Platz 30 (7. MHK) endet. Als 26. ist Christoph Heimbucher (219) sogar noch etwas schneller (40:14 min), während Matthias Pietsch (137) in 40:33 min als 32. einläuft

Michael Wieland wird in 40:26 min Dritter der M50

Die Siegerin des 9. Grafenauer Dreikönigslaufes heißt Isabelle Zimmerhakl und und läuft für die SpVgg Weil der Stadt. Nach 42:11 min hat sie auch den Sieg in der W35 in der Tasche

Als Zweite kommt Fiona Dermann an der Wiesengrundhalle an. Die für SpVgg Holzgerlingen LT startende Hauptklasseläuferin benötigt 43:03 min

Jörg Hirschkorn (216) hat gut lachen, denn er bleibt noch unter 45 Minuten und belegt in 44:38 min Platz elf der M45

Lars Engelmann vom VfL Sindelfingen Tria – laufen hat auch etwas Meditatives

Madeleine Walter von der LG Calw lief zwei Minuten schneller als im letzten Jahr und belohnte sich selbst mit Platz drei in 44:50 min

Tom Scholle (Jahrgang 2003!) schlägt sich in 49:22 min mehr als wacker und wird 158. von 351 Teilnehmern; dahinter die W35-Dritte Manuela Emmer (53; 48:44 min) und –Vierte Meike Maurer (421; 48:52 min)

Birgit Burrer aus Rutesheim entscheidet in 48:55 min die W50 für sich

Zweiter in der M65 wird Michael Piske vom TSV Kuppingen in 49:32 min

Susanne Lanckowsky aus Karlsruhe hatte 71 Minuten schneefreies Vergnügen auf der Dreikönigslaufstrecke

"Was macht man nicht alles aus Liebe!"

Grafenau, den 6. Januar 2016 – Dieser Satz, atemlos am „Drecksbuckel“ von einer Läuferin ausgestoßen, ließ sich trotz intensiver Recherche nicht restlos aufklären. Zu vermuten wäre eine mehr oder weniger intensive Beziehung zu einem dem Schreiber unbekannten laufenden männlichen Wesen, welches die stoßseufzende Läuferin von der Schönheit der Grafenauer Strecke im Vorfeld wohl überzeugen und sie zu einer Teilnahme bewegen konnte.

Wie dem auch sei – der Gründe, sich am Dreikönigstag nach Grafenau zum Laufen aufzumachen, gibt es viele. Die gute, eingespielte Organisation sei erwähnt, die in früheren Jahren (die Älteren erinnern sich daran), als in unseren Breiten Schneefall noch ein recht häufiges Phänomen war, dafür sorgte, dass die Strecke stets gut präpariert war. Heuer war das nicht notwendig, auch wenn Peter John, der anstelle des im Urlaub weilenden Stammsprechers Axel Stahl die Moderation übernahm, launig anmerkte, man habe den ganzen Schnee kurzerhand von Grafenau nach Südtirol transportieren lassen.

Gar nicht winterlich also die äußeren Bedingungen mit etwa fünf Grad plus und einer rutschfreien Strecke. Nur die Sonne kam erst heraus, als der Lauf dann schon vorüber war, doch den guten Leistungen tat dies keinen Abbruch.

Denn auch wenn viele der bekannten Gesichter und gar sämtliche Sieger der Vorjahre (mit Ausnahme von Thomas Göpfert, der allerdings mit der Zuschauerrolle vorlieb nahm) fehlten, zeigten die Damen und Herren an der Spitze, dass sie auch gut über die Feiertage gekommen sind. Die in Grafenau durchaus nicht unbekannte Isabelle Zimmerhakl von der SpVgg Weil der Stadt (letztes Jahr auf Platz vier in 44:00 min) konnte sich um beinahe zwei Minuten auf 42:11 min verbessern und siegte dadurch unangefochten vor der letztjährigen Zweiten, Fiona Dermann (SpVgg Holzgerlingen LT), die nach 43:03 min ins Ziel kam. Es scheint, als habe Zimmerhakl die Feiertage im Hinblick auf Trainingskilometer eher genutzt, wenn man sich nur die Zahlen betrachtet, doch das ist eine reine Hypothese.

Eines jedoch ist unumstritten – Zimmerhakl war in Grafenau bei ihrer insgesamt vierten Teilnahme noch nie so flott wie in diesem Jahr.

Die zweitplatzierte Fiona Dermann konnte letztes Jahr bei ähnlich guten Bedingungen eine 41:21 min erzielen, was aber damals nicht zum Sieg reichte. Auf den dritten Platz lief mit Madeleine Walter (Jahrgang 1991) die Jüngste des Podiums. Sie verbesserte sich gegenüber 2015 ebenso wie Isabelle Zimmerhakl gewaltig – nach 46:53 min standen heuer 44:50 min für sie zu Buche.

Bei den Männern war der Ausgang des Rennens noch eindeutiger als bei den Frauen, denn mit einer 34:20 min schrammte der Vorjahreszweite Daniel Noll (TSV Glems) nur knapp am Streckenrekord von Simon Dörflinger aus 2015 (34:04 min) vorbei. Neu-M30er Noll konnte somit innerhalb einer Woche gleich zwei Siege feiern: Zuerst war er an Silvester in Kolbermoor (Kreis Rosenheim) ganz vorne, ehe er zwischen Würm und Schwippe alle anderen ebenso stehenließ. Noll war 2015 in Grafenau als Zweiter noch mit 35:14 min beinahe eine ganze Minute langsamer gelaufen, als bei seinem ersten Sieg im ersten Rennen des neuen Jahres. Er habe sich wirklich gut gefühlt, berichtete er später, und wollte deshalb auch vorne mitlaufen. Wirklich mit dem Sieg gerechnet, noch dazu derart deutlich, habe er nicht. „Als nächstes steht dann der Alb-Gold Winterlaufcup auf meinem Programm“, führte er weiter aus. Im März wird er dann versuchen, ob er beim Bienwald-Halbmarathon in Kandel an seine Leistung des Stuttgart-Laufes von 2015, als er Vierter in 1:13:45 wurde, herankommen kann. Und dann schwebt ihm für den Herbst noch ein Angriff auf seine Marathonbestzeit von 2:40 h (gelaufen 2015 in Karlsruhe) vor. „Wo, das weiß ich noch nicht so genau. Aber angesichts der Leistungssteigerung über 10km und Halbmarathon, peile ich schon eine Zeit um die 2:35 h an. 2015 war ein richtig gutes Jahr für mich, meine Bestzeiten über 10 konnte ich um zwei Minuten verbessern und beim Halbmarathon waren es sogar gleich vier Minuten.“

Die Lücke hinter dem aus Hechingen stammenden und in Stuttgart beheimateten Noll war beträchtlich, denn erst nach 36:06 min kam Pierre-Emmanuel Alexandre aus Stuttgart als Zweiter ins Ziel, dicht dahinter wurde der für den TSV Hirschau laufende Schömberger Sebastian Groteloh Dritter und Erster in der M40 in 36:08 min.

Auch beim mit 18 Läuferinnen und 27 Läufern zahlenmäßig deutlich schwächer besetzten Jedermannlauf gab es beachtliche Leistungen: So siegte die mit Jahrgang 2002 Jüngste des gesamten Feldes, Alina Böttiger (SV Bonlanden) in 26:06 min vor Daniela Kirschke (29:06 min) und Nicola Schwenk (Sommerbiathlon Bondorf; 31:34 min). Bei den Männern lag Markus Fritzsche (Skiklub Dresden-Niedersedlitz) in 20:53 min deutlich vor dem Nürtinger Andreas Schropp (22:13 min) und dem schnellsten M50er, Andreas Mettler (TSF Welzheim; 24:02 min).

Mit 351 Teilnehmern verzeichneten die Veranstalter zwar zehn Finisher mehr als im Vorjahr, aber doch deutlich weniger als in den vier Jahren (2009, 2010, 2013 und 2014), als es über 400 Läufer im Ziel gab. Ob es wohl daran lag, dass der Dreikönigstag dieses Jahr noch in die Schulferien fiel und deshalb viele noch im (vielleicht nicht ganz so schneefreien?) Winterurlaub weilten? Das bleibt ebenso im Bereich des Spekulativen wie die eingangs erwähnte Vermutung bezüglich der amourösen Motivation einer gewissen Dame, die sich den „Drecksbuckel“ nach gut fünf Kilometern emporkämpfte.

Eines jedoch ist gewiss: Am 6. Januar 2017 findet der Dreikönigslauf in Grafenau zum zehnten Mal statt. Ein Jubiläum also. Mit oder ohne Schnee? Auch das bleibt spekulativ – oder ein Fall für Hellseher und Wahrsager.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.winterlaufserie-bb.de


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