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54. Göttinger Cross-Serie

[eingestellt am 11. Januar 2016]

By: Jörn Harland

Rund um das Jahnstadion

Start der 5km, links der spätere Sieger Jasper Cirkel mit der Nr.1

Der Organisator: Wilhelm Gräber

Die Siegerin über 5km: Josephine Mintel

Gutes Warmlaufen ist wichtig

Zieleinlauf

Die Läufer machen sich auf zur Startlinie

Startaufstellung

Das Feld setzt sich in Bewegung

Seriensieger über die 10km mit drei Einzelsiegen: Florian Reichert

Siegerehrung im Vereinsheim

Katharina Linke (Nr. 71) über 5km

Emilia Waida (Nr. 247) über 5km

Martin Hennseler (232), Henrik Menzel (237), Daniel Ganz (67)

Tanja Betker (68) von der LG Göttingen

3 aus 3 - Florian Reichert gewinnt Crosslaufserie in Göttingen

Göttingen, 09. Januar 2016 - Am Nachmittag des 15. Dezember 1962 - einem Samstag - ertönte auf der Schillerwiese der Startschuss zur ersten dreiteiligen Crosslaufserie, die von Göttingen 05 ins Leben gerufen wurde. Über die Teilnehmerzahl ist nichts bekannt, es dürften aber um die 50 Starter gewesen sein. Interessant ist aber, dass damals keine Frauen am Start waren.

Nachdem in den 60er Jahren bis zu fünf Serienläufe auf verschiedenen Strecken stattfanden, wurde aufgrund rückläufiger Teilnehmerzahlen die Serie mit der 31. Auflage 1992/93 umstrukturiert und in die noch heute aktuelle Durchführungsform mit drei Läufen gebracht. Im Rahmen des ersten Laufes der 29. Serie 1990/91 fand damals sogar die Internationale Deutsche Hochschulmeisterschaft im Crosslauf statt. Die Sieger hießen Milan Drahonowsky (Uni Prag) und Petra Wassiluk (Uni Mainz).

Bereits zum 54. Mal lud die LG Göttingen nun in der Saison Jahr 2015/2016 zu ihrer Cross-Serie ein. Diese Veranstaltungsserie besteht heute aus drei Läufen. Alle Rennen finden an einem Samstagnachmittag statt. Start ist immer um 13.50 Uhr über die 5000m, welche von den Jugendlichen sowie den Erwachsenen beider Geschlechter in Angriff genommen werden. 3 kleine Runden gilt es hier zu bewältigen. Danach ergreifen dann die Jüngsten das Zepter. Um 14.30 Uhr starten zunächst die Mädchen und Jungen U10 über die ca. 900m (1 verkürzte Runde), ehe dann um 14.40 Uhr die Athleten U16 und jünger im zweiten „Schülerlauf” eine Crossrunde über 1800m unter die Spikes nehmen. Den Abschluss bildet immer die längste Hatz des Lauftages. Um 15 Uhr wird traditionell die 10km-Rallye mit 6 Runden losgelassen. Jugendliche U18 und U20 sowie Männer, Frauen und Senioren dürfen sich dann beweisen.

Alle Laufstrecken führen über markierte Rundkurse. Neben der jeweiligen Einzelwertung erfolgt am Ende der Serie eine Gesamtwertung. Für letztere werden Punkte gemäß den Platzierungen der Einzelläufe vergeben und addiert. Der Sieger erhält somit beispielsweise 100 Punkte, der Zweite 99, der Dritte 98 usw. Derjenige mit den meisten Punkten nach drei Läufen ist der Sieger in der entsprechenden Altersklasse. Wichtig für die Teilnehmer zu wissen ist, dass natürlich immer die Altersklasseneinteilung für das jeweils kommende Laufjahr gilt.

Dem Betrachter mag ins Auge fallen, dass hier eine kleine, aber feine Crossveranstaltung über die Bühne geht. 4 Läufe innerhalb von etwas über einer Stunde sorgen für eine zügige Abwicklung des jeweiligen Tagesprogramms. Nicht zuletzt kann dies auch so erfolgen, da bei allen Rennen die Laufdistanz und Rundenanzahl identisch sind, natürlich variiert die jeweilige Strecke mit Höhenprofil des jeweiligen Austragungsortes. Für die Serie 2015/2016 lauteten die Eckdaten: 28.11.2015 am Uni-Sportzentrum Sprangerweg, 12.12.2015 im Göttinger Wald, Nähe Kiosk Hainholzhof, traditionell "Am Kehr" genannt und 09.01.2016 am Jahnstadion, Sandweg.

Soweit zu den Rahmenbedingungen, nun zu den Geschehnissen im Rahmen des dritten Wertungslauf am Jahnstadion. Für die Läufer herrschten leicht kühle Temperaturen von knapp über 0°C, dazu allerdings strahlender Sonnenschein. Insgesamt also scheinbar gute Bedingungen. Der Rundkurs rund um das Jahnstadion sollte es allerdings in sich haben, der den Läufern einiges abverlangte. Durch die Niederschläge der vorherigen Tage und die Wechselwirkung von Plus- und Minusgraden  waren die Graspassagen in eine Rutschbahn verwandelt worden. Gutes Schuhwerk war also gefordert, aber keine Spikes, da der Großteil der Strecke über gut zu belaufenden Untergrund, nämlich Asphalt, Schotter und Kopfsteinpflaster, führte. Das Höhenprofil der Runde ist als flach zu bezeichnen, lediglich beim Tangieren des Jahnstadions ist ein kleiner Hügel zu bewältigen. Insgesamt sollte den Teilnehmern also ein interessanter Lauf bevorstehen.

Die Mittelstrecke (ca. 5.000 m) war fest in der Hand der LG Göttingen. Allen voran ließ der Sieger der beiden ersten Rennen Jasper Cirkel (LG Göttingen) von Beginn an keine Zweifel über seinen Sieg aufkommen. Der angehende Gymnasiallehrer siegte in 15:56 min. mit fast einer Minute Vorsprung und sicherte sich damit auch den Seriensieg 2015/2016. Cirkel möchte in diesem Jahr u.a. seine 10km-Bestzeit unter 32 min. drücken. Nach den 32:28 min. in 2015 sollte dieses Vorhaben durchaus möglich sein. Zweiter wurde Paul Mengringshausen (LG Göttingen) in 16:48 min. gefolgt von Bjarne Friedrichs (LG Göttingen) in 16:57 min.

In der Frauenwertung über die 5 km setzte sich Josephine Mintel (LG Göttingen) in 18:41 min. durch. Nachdem sie bei der Auftaktveranstaltung "nur" Zweite war, konnte sich Josephine beim zweiten Lauf den Sieg sichern. Durch diese zwei 1. Plätze und einen 2. Platz gewann sie auch die Gesamtwertung. Die Ränge 2 und 3 gingen an zwei Läuferinnen der LG Eichsfeld: Paulina Wüstefeld (19:19 min.) und Jana Beyer (19:24 min.)

Den Mittelteil der Veranstaltung bilden traditionell die Schülerläufe. Die Jüngsten, die Jahrgänge 2006 und jünger bewiesen sich über ca. 900 Meter. Bei den Jungen gewann Benno Milan Hogh Holub (Tuspo Weende) in 4:32 min., bei den Mädchen Jael Schild (LG Eichsfeld) in 4:38 min. Dem Schülerlauf über ca. 1.800 Meter der Jahrgänge 2000 und jünger drückten die Läufer der LG Eichsfeld ihren Stempel auf. Bei der männlichen Jugend setzte sich Leon Kaboth in 6:05 min. durch. Bei den Mädchen gewann Amelie Waida in 6:42 min.

Die Akteure auf der Langstrecke (ca. 10.000 m) gehen standesgemäß als letztes an die Startlinie. Als klarer Favorit galt hier Florian Reichert, der Sieger der beiden vorherigen Wertungsläufe. Relativ früh konnte sich Reichert sodann absetzen und in 33:18 min. einen ungefährdeten Sieg einfahren, damit den dritten Einzelsieg und gleichzeitig den Gesamtsieg. Der Gymnasiallehrer strebt in diesem Jahr wieder Spitzenleistungen am Berg an. So erreichte er in 2015 u.a. einen hervorragenden 13. Platz bei der Berglaufweltmeisterschaft Langdistanz am Matterhorn. Dafür spult der gebürtige Barsinghäuser bis zu 200 km wöchentlich ab, u.a. auch bei 50 km Trailläufen im Harz. Andreas Gerrits (LG Göttingen) folgte fast 50 Sekunden später. Der Bauingenieur finishte in 34:05 min. und hat in 2016 erneut das Ziel, schnell auf dem 400m Oval unterwegs zu sein, u.a. bei den Deutschen 10.000 m-Meisterschaften im Mai in Celle. In 2015 lief Andreas in 15:21 min. nahe an seine Bestzeit über 5000 m heran. Diese steht bei 15:19 min. Auf Platz drei folgte der Hesse Jörn Harland. In Kassel lebend, aber für den südhessischen Verein SSC Hanau/Rodenbach an den Start gehend lief Jörn 34:21 min. Der angehende Berufsschullehrer will in 2016 mit der M35-Mannschaft seines Vereins auf Bundesebene Akzente setzen. Die Frauenwertung gewann wie schon beim ersten und zweiten Wertungslauf Anouk Vermeulen (TG Münden) in 41:45 min. vor Ulrike Lemke (Vegan Runners UK) in 45:26 min. und Vanessa Encinas (Sartorius Laufgruppe) in 45:31 min. Anouk tat es damit ihrem männlichen Kollegen Reichert gleich und sicherte sich mit drei Einzeltriumphen souverän den Seriensieg.

Bei gemütlichem Beisammensein klang der Laufnachmittag "Am Jahnstadion" in Göttingen aus. "Mit 176 Teilnehmern können wir zufrieden sein. Wir haben meist so um die 200 Teilnehmer pro Lauf", resümierte der Organisator Wilhelm Gräber. Neben Kaffee und Kuchen erwartete die Läufer noch eine Verlosung. So war nicht nur für den kulinarischen Genuss gesorgt, sondern auch für die nötige Spannung: wer gewinnt welchen Preis? Zufrieden machten sich die Sportler nach einer straff organisierten Veranstaltung auf den Heimweg.

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