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16. Tower-Run Neukölln

[eingestellt am 11. Januar 2016]

By: Volker Goineau

Fotos: Volker Goineau, Gerrit Kröger und Andrej Woiczik

Der Parkplatz vor dem Hochhaus

Siegerehrung Männer und Frauen

Die Startphase auf dem Parkplatz

Und ab ins Treppenhaus!

Erschöpfte Teilnehmer im Ziel

Hier ist das Ziel

M50-Sieger Siegfried Flor

Das Hochhaus

Buntes Treiben im Gemeinschaftsraum

Der zweitplatzierte Gerrit Kröger erschöpft im Ziel

In voller Montur – ab ins Treppenhaus

Die Zuschauer verfolgen das Rennen am Bildschirm

rennen, bis die Beine brennen

Rennen, bis die Beine brennen

Berlin-Neukölln, 10.1.2016 - Am zweiten Januar-Sonntag fand in diesem Jahr wieder der Treppenlauf im höchsten Wohnhaus Berlins, dem Hochhaus der Baugenossenschaft „IDEAL“ im Süd-Berliner Bezirk Neukölln, statt.

Bei diesem Rennen, das vom TuS Neukölln organisiert wird, wurden die Teilnehmer auf dem Parkplatz neben dem Hochhaus im Massenstart auf die Strecke geschickt, wobei es mehrere Starts für die unterschiedlichen Altersklassen gab. Nach dem Startschuss waren zwei kleine Runden auf dem Parkplatz zu laufen (insgesamt etwas mehr als 400 m), bevor es hinein ins Gebäude und 29 Stockwerke hinauf ging. Insgesamt mussten dabei 465 Stufen erklommen werden.

Nachmeldungen zu den Läufen waren aufgrund der guten Resonanz und des begrenzten Raumes im Treppenhaus nicht möglich. Von den 202 vorangemeldeten Teilnehmern wurden allerdings letztendlich nur 157 im Ziel registriert. Auch wegen der schwierigen Witterungsbedingungen mit Kälte, Schnee und Eis ist so manch ein Teilnehmer der Veranstaltung ferngeblieben, unter anderem zwei angekündigte Mitfavoriten aus Estland (bei den Frauen) und Polen (bei den Männern). Der Neuköllner Towerrun hat also eine internationale Resonanz; vor allem für die deutsche Treppenlaufszene ist es eine bedeutende Veranstaltung, da es sich um den ersten Lauf des Deutschen Towerrunning Cup handelt. Dies ist eine Serie mit 19 Läufen, die im Oktober in Münster ihren Abschluss hat.

Den Anfang machte um 11 Uhr der Lauf aller weiblichen Teilnehmerinnen. Da es nur knapp über 0°C warm war und ein kalter Wind wehte, war es angebracht, sich relativ warm anzuziehen, auch wenn es im Treppenhaus ziemlich warm werden konnte. Als Erste oben angekommen war hier Sylvia Jacobs vom LC Ron-Hill Berlin nach 4:37 min. Sylvia gehört bereits der Altersklasse W50 an, ist jedoch eine ausgewiesene Treppenlaufspezialistin und galt somit auch im Vorfeld als eine der Haupt-Favoritinnen. Sie ließ dann auch die gesamte jüngere Konkurrenz hinter sich. Den zweiten Platz erlief sich Corinna Beck  von der SG TSV Kronshagen/Kieler TB. Die 21jährige, die aus  Berlin stammt und vor etwas mehr als zwei Jahren zum Studium nach Kiel gezogen ist, läuft für gewöhnlich die Mittelstrecken auf der Bahn. Zum Treppenlauf nach Berlin-Neukölln hatte sie ihren Freund Gerrit Kröger aus Kiel mitgebracht, der schließlich auch recht erfolgreich abschneiden sollte. Corinna hatte mit einer Zeit von 4:45 min einen Rückstand von 8 Sekunden auf die Siegerin. Rang drei ging an Anna Lena Böckel vom Team Towerrunning Germany in 4:50 min, gefolgt von der W40-Siegerin Karena Liebenow (LG Bronx Berlin), die 4:53 min benötigte. Den fünften Platz erlief sich Claudia Becker von der Berliner Turnerschaft in 4:58 min, womit sie sich hinterher nicht ganz zufrieden zeigte. Auch die Gesamt-Sechste blieb mit 4:59 min noch unter der 5-Minuten-Marke: Gabi Hirsemann von Eintracht Hildesheim, die damit den zweiten Rang in der W50 belegte.

Nach den anstrengen 29 Stockwerken konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ruhigen Schrittes noch ein weiteres Stockwerk erklimmen und es sich in einem Gemeinschaftsraum mit Läufer-Verpflegung gemütlich machen. Nur der tolle Ausblick über Berlin war durch das leicht nebelige Wetter etwas getrübt.

Um 11:20 Uhr folgte der Lauf der männlichen Senioren ab 50 Jahre. Hier siegte mit einem deutlichem Abstand von 23 Sekunden Siegfried Flor. Seine läuferische Vita ist durchaus interessant. In früheren Jahren nahm er regelmäßig an Marathonläufen teil. Irgendwann hatte er jedoch so starke Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, dass an Laufen kaum noch zu denken war. Neben vielen Behandlungen stellte er nach einer Weile fest, dass er relativ problemlos bergauf und auch treppauf laufen konnte. So landete er beim Treppenlauf und startet nun bei vielen Wettkämpfen des Deutschen Towerrunning Cups, wo er in seiner Altersklasse vorne mitmischt. Mittlerweile kann er glücklicher Weise auch wieder an „normalen“ Läufen im flachen Gelände teilnehmen.

Nach dem Lauf der Altersklasse M40, den Marco Thieme in 4:20 min für sich entschied,  wurde es in den folgenden zwei Rennen der M30 sowie der M20 (+ Jugend) besonders interessant. Aus diesen beiden Läufen würden schließlich mit großer Wahrscheinlichkeit die Gesamtschnellsten kommen. Den M30-Lauf konnte der Vorjahressieger Daniel Naumann in 3:31 min gewinnen. Den zweiten Rang belegte hier mit 11 Sekunden Rückstand Jan Fiebig, ein Treppenlauf-Spezialist vom Team Towerrunning Germany. Doch nun hieß es auf den nächsten Lauf zu warten. In diesem konnte der 22jährige Kieler Gerrit Kröger seiner Favoritenrolle gerecht werden. Doch was sagte die Zeit? 3:35 Minuten. Also Gesamt-Rang zwei, 4 Sekunden langsamer als Daniel, der somit seinen Vorjahressieg wiederholen konnte und dabei übrigens die gleiche Zeit wie vor Jahresfrist erzielte. Der 30jährige Polizist Daniel, der in einem Berliner Vorort wohnt, gehört zu den ASICS Frontrunnern und startet sonst auf gewöhnlichen Laufstrecken wie etwa über 10km auf der Straße, wo seine Bestzeit bei 32:29 min steht. Seine 5000m-Bahn-bestzeit von 15:32,70 min möchte er in diesem Jahr gerne angreifen. Er ist jedoch auch immer wieder für etwas unkonventionellere Laufveranstaltungen wie beispielsweise Treppenläufe zu haben. Er startete auch schon beim Indoor Trail in Dortmund und in diesem Jahr steht Ende April der Hermannslauf über 31,1 km an. Gerrit läuft ansonsten zumeist die 3000m auf der Bahn, wo er gerne in diesem Jahr unter 9 Minuten laufen möchte. Er hat jedoch Spaß an Treppenläufen gewonnen und baut nun regelmäßig Treppentraining mit ein. Beim Towerrun in Neukölln konnte er also genau wie seine Freundin Corinna den zweiten Platz belegen. Der Zweitplatzierte des M20-Rennens Marvin Hirsch lief mit 3:43 min eine Sekunde langsamer als der M30-Zweite Jan Fiebig und damit knapp am Podest vorbei. Es sollte eine Überlegung wert sein, in den nächsten Jahren die M20 und M30 gemeinsam starten zu lassen.

Zu guter Letzt liefen 12 Feuerwehrkräfte aus ganz Deutschland, darunter eine Frau, in kompletter Montur das Gebäude hinauf und wurden dabei gebührend von den Zuschauern gefeiert. Am schnellsten war Robert Lehmann vom TFA Team Lübben in 7:24 min. Die Teilnehmerin Anja Hartmann, ebenfalls vom TFA Team Lübben, erzielte eine Zeit von 8:50min.

Dieser Treppenlauf in Berlin-Neukölln war auch 2016 eine schöne Veranstaltung zu Beginn des Jahres, bei der ausgewiesene Spezialisten sowie Gelegenheits-Treppenläufer zusammen kamen und ihren Spaß hatten.

 

Veranstalterseite: www.tus-neukoelln.de


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