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Läuferleben - Sandra Mastropietro

[eingestellt am 01. Februar 2016]

By: Michaela Schön

Voller Neugierde fischte ich das erste Buch von Fremdsprachenkorrespondentin, Läuferin und ASICS Frontrunnerin Sandra Mastropietro aus dem Briefkasten. Als treue Followerin auf Instagram, konnte ich vorab schon ein paar Einblicke in ihre Lauferlebnisse sowie den Schreibprozess erhaschen. In ihrem Buch Läuferleben. Von Freude und Schmerz – Gedanken über den schönsten Sport der Welt gibt uns die junge Mutter Einblicke in ihre Gedankenwelt und teilt mit dem Leser sowohl ihre Siege als auch ihre Niederlagen.

Das Buch schickt den Leser auf eine Reise. Eine Reise zum eigenen Läufer-Ich. Es hält einem auf erfrischend ehrliche Art den Spiegel vor, ohne belehrend zu wirken. Sandra Mastropietro nimmt den Leser unter anderem mit zu einem Nachtmarathon mit 2,1-km-Runden und einem 125 Kilometer-Lauf mit 2500 Höhenmetern. Ehrlich beschreibt sie ihre Gedanken und Emotionen und lässt den Leser so deutlich mitfühlen. Sie berichtet von Siegen, Runner Highs und Läufen, bei denen es einfach „läuft“. Doch genauso nimmt sie den Leser mit auf ihre Marathonreisen, die weniger erfolgreich für sie enden. Sie berichtet von ihrem Negativerlebnis Mumbai-Marathon 2014, der ihr ihre damaligen Grenzen aufzeigte und ihren lang ersehnten Traum von Sub4 platzen ließ.

Sandra Mastropietro vergleicht den Laufsport mit der Liebe. Vom ersten Kennenlernen, über das Zusammenziehen, bis hin zur ersten Ehekrise schlägt sie auf amüsante Art und Weise die Brücke zwischen den beiden großen Ls. Eine sehr realistische Metapher, die jeder Läufer, egal ob Profi oder Hobbyläufer, gut nachvollziehen kann.

       „Eine süße Mischung aus Hingabe und Ehrgeiz. Ehrgeiz, mich an meine                           Grenze zu führen. Hingabe zum Selbst.“

Läuferleben steckt voller Herzblut, Leidenschaft, Tränen und Schweiß. Das merkt man deutlich. Als Läufer kann man sich sehr gut in die Autorin hineinversetzen, schmunzelt und erinnert sich an die eigenen gesammelten Erfahrungen. Sandra zeigt auf beeindruckend ehrliche Art und Weise, was das Wunderbare am Laufsport ist: Man ist nicht allein. Jeder macht auf seine eigene Art und Weise dieselben Erfahrungen. Ob Rückschläge oder Erfolge – jeder, der regelmäßig seine Laufschuhe schnürt, macht im Laufe seiner Läufer’karriere‘ ähnliche Erfahrungen und das ist das, was uns Läufer verbindet und stark macht. Es ist eine Liebeserklärung an den Laufsport, der uns tagtäglich so viel gibt!

Jedoch besteht das Buch nicht nur aus Laufberichten, sondern auch aus „langweiliger Theorie“. In Kapitel 5 ruft sie Leser in Erinnerung, warum Fahrtspiel, Intervalltraining und Stabi-Einheiten für das Läuferleben essentiell sind. Hierbei redet sie jedoch nicht belehrend auf den Leser ein, sondern erzählt von ihren mühseligen Trainingseinheiten und davon, wie sie sich am Ende auszahlen. Lediglich an einer Stelle hebt Sandra Mastropietro den moralischen Zeigefinger. Nämlich immer dann, wenn es um das wichtige, aber häufig vernachlässigte Thema Erholung geht:

    „Nur ein erholter Körper kann am Wettkampftag auch die gewünschte                             Hochleistung erbringen.“

Mastropietros Buchpremiere ist ein motivierendes Sammelsurium an Anekdoten eines Läuferlebens, die den Leser mehr als einmal zum Schmunzeln bringen. Hoffen wir, dass es nicht bei diesem einen Buch von ihr bleibt.

Mastropietro, Sandra: Läuferleben. Von Freude und Schmerz – Gedanken über den schönsten Sport der Welt. 1. Auflage. 174 Seiten. ISBN: 978-3-8312-0427-4, Verlag Komplett-Media GmbH. 2016. 12,99€.              

 

 

 

 


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