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Thum, Felix

[eingestellt am 02. Februar 2016]

By: Jörn Harland

Fotos: privat

Felix Thum, von der LC Eschenburg: von 800m - Marathon ist alles dabei. Mit 28 Jahren fühlt er sich noch lange nicht auf seinem Leistungszenit. Vielmehr blickt der Hindernisspezialist optimistisch den kommenden Jahren entgegen und ist gespannt wohin der Weg noch führen wird. Doch der Reihe nach:

Am 02.04.1987 erblickte Felix im westhessischen Haiger (Lahn-Dill-Kreis) das Licht der Welt. Seine Kindheit verbrachte der Hindernisläufer in Eschenburg. Der 1,79m große und 67kg leichte Athlet ist ein Fan der skandinavischen Länder. Er mag die Natur sowie die entspannte Mentalität der Menschen dort. Bereits in jungen Jahren kam er zum Laufen. Seine Eltern gründeten im heimischen Eschenburg einen neuen Leichtathletikverein. Sie engagieren sich seitdem sehr in der Schüler- und Jugendarbeit. Das war für Felix der Start seiner Karriere. Als kleiner Junge stand er an der Startlinie von Volksläufen und absolvierte auch das Schülertraining des LC Diabü Eschenburg. Lange Zeit hat er allerdings Fußball und Leichtathletik parallel ausgeübt. Irgendwann entschied er sich aber für eine Sportart, um dort mehr zu investieren: das Laufen.

Seit etwa 20 Jahren nimmt Felix regelmäßig an Wettkämpfen teil. "Ich habe mich eigentlich kontinuierlich immer weiterentwickelt und gesteigert. Mein erster größerer sportlicher Erfolg war sicherlich der 6. Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2006 über 2000m Hindernis", skizziert er den Beginn seiner sportlichen Erfolge. Mit Anfang 20 dann, im Juniorenbereich, legte er den Fokus auf die 800m und wusste zwischenzeitlich nicht so recht, welche weiteren Ziele er sich vornehmen sollte.

Mit zunehmendem Alter hat er aber gelernt mehr auf die Feinheiten zu achten, den Sport "mehr zu leben": Ernährung, Regeneration, Verletzungsprophylaxe. So kam es, dass die letzten drei Jahre (2013-2015) auch die besten seiner Laufbahn waren. Drei DM-Teilnahmen über 3000m Hindernis sprechen hier ein deutliches Zeichen. Felix hat sich in der deutschen Hindernisszene etabliert. "Mit 28 gehöre ich da mittlerweile zu den Ältesten und muss mich gegen 20 Jährige durchsetzen", formuliert Felix die Herausforderung für die kommenden Rennen.

Nach der Schule absolvierte Felix zunächst eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann in einem Laufladen. So sieht er diese Tätigkeit auch als seine zweitliebste Tätigkeit nach seinem semi-professionellen Athleten/Studenten-Dasein an. "Ein eigenes Sportgeschäft zu haben schwirrt immer mal wieder in meinem Kopf herum", gerät er ins Schwärmen und lacht. Nichts desto trotz weiß der bodenständige Athlet wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist und sieht daher den Bachelor-Abschluss zum Wirtschaftspädagogen als seinen größten persönlichen Erfolg an. "Studium und Leistungssport parallel auszuüben ist in Deutschland nicht immer leicht, gerade in Prüfungsphasen. Manchmal muss man sich zwischen Training und Vorlesung entscheiden", resümiert der Hindernisläufer. Umso mehr zieht er seinen Hut vor den Menschen, die neben dem Leistungssport noch 40h arbeiten. Mittlerweile studiert er im Master Wirtschaftspädagogik (Lehramt für Berufliche Schulen) an der Universität Kassel. In Kassel trainiert Felix mit dem Langstreckler Jörn Harland und dem Triathleten Bastian Schalk.

Oft ist Felix am Wochenende in seiner Heimat, einfach weil dort seine Familie und sein Verein sind. In den heimatlichen Gefilden dreht er seine Runden meistens mit seinem Bruder Stefan sowie ab und an mit seiner Trainingsgruppe des Vereins. Dort findet er auch die nötige Entspannung vor Rennen. Ohne großartige Termine zu haben und in Stress zu geraten, ist er daher am liebsten den Tag vor dem Wettkampf zu Hause. Am Wettkampftag selbst fährt Felix zur Veranstaltung, läuft und fährt abends direkt wieder nach Hause – sofern es von der Entfernung machbar ist.

Bei seinem Training folgt Felix dem Trainingsplan seines Vaters Peter Thum. Gleichwohl hört er aber immer auf seinen Körper und behält sich die Option vor, das Training auf sein persönliches Gefühl anzupassen. "Man kann sich im Training nicht immer gut fühlen und muss auch häufiger mal gegen Körper und Kopf angehen können. Wichtig ist aber auch, im richtigen Moment das Training anzupassen, wenn man merkt, dass der Körper Erholung braucht", beschreibt Felix seine Trainingsphilosophie. Weiterhin erachtet er es als äußerst wichtig an, dass man mental bereit für die nächste Trainingseinheit ist und sich im Klaren darüber ist, was man mit der jeweiligen Trainingseinheit bezwecken will. Seine Lieblingstrainingseinheit sind dabei lange profilierte Läufe oder auch Hindernis-Training auf dem 400m-Oval.

Im vergangenen Jahr 2015 bewertet Felix die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften über 3000m Hindernis in Nürnberg als größtes Highlight. "Vor 25.000 Zuschauern in einem Stadion zu laufen, erleben nur sehr wenige. Dafür bin ich sehr dankbar", so der Eschenburger. Gerne würde er diese Teilnahme in 2016 wiederholen, nicht zuletzt, weil die Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr in seiner Studienheimat Kassel stattfinden. "Ich möchte dort ein gutes Rennen machen", erzählt er im Interview. Darüber hinaus würde der leidenschaftliche Kaffeetrinker gerne die 9:00 min.-Grenze über 3000m Hindernis knacken. Mit 9:02,32 min. ist er seinem großen Ziel schon sehr nahe. Weitere Ziele sind ein gutes Abschneiden bei der Cross-DM im März in Herten. Für den Sommer steht nach der Bahnsaison eine erfolgreiche Teilnahme bei der Berglauf-DM auf dem Programm, wo er sich ab 2016 ebenfalls etablieren möchte.

Und hier noch ein paar Fragen mit kurzen Antworten dazu:

1.       Welche Musik hörst Du am liebsten?

Indie, Alternative und Folk

2.       Welches Buch kannst Du empfehlen?

In eisige Höhen

3.       Auf welche drei Dinge könnest du nicht verzichten?

Musik, Kaffee und leider mein Smartphone

4.       Welche Hobbys hast Du?

Musik ist mir sehr wichtig, ich spiele ein bisschen Gitarre und Schlagzeug und gehe gerne auf Konzerte. Ich mache aber auch gerne andere Sportarten wie Klettern und Mountainbiken oder gehe einfach mal eine Runde wandern.

5.       Dein bestes und schlechtestes Schulfach?

Das schlechteste war definitiv Latein, das beste Sport

6.       Was gehört Deiner Meinung nach verboten?

Dass Supermärkte am Wochenende genießbare Lebensmittel in den Müll werfen, weil sie nicht verkauft wurden.  Das sollte definitiv verboten werden.

 

Bestzeiten:

800m

1:53,72 min.

Berg. Gladbach

2012

1.500m

3:55,26 min. (Halle)

Karlsruhe

2014

3.000m

8:33,89 min.

Osterode

2015

3.000m Hindernis

09:02,32 min.

Oordegem/Belgien

2015

5.000m

14:51,81 min.

Oordegem/Belgien

2013

10km

32:08 min.

Paderborn

2015

 

 


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