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Wammetsberger, Felix

[eingestellt am 02. Februar 2016]

By: Heike Klein

Mit elf Jahren hat es angefangen…

zwei Stunden und fünf Minuten hat der Elfjährige vor neun Jahren für seinen ersten Halbmarathon gebraucht. Felix Wammetsberger hat einfach seine Mutter begleitet, eine begeisterte Hobbyläuferin beim Heim-Wettbewerb in Karlsruhe. Als Fußballer hatte er die notwendige Fitness. Doch bis zu seinem richtigen Einstieg in die Laufszene sollten noch ein paar Jahre vergehen. „Gegen meinen Willen schleppte mich meine Mutter dann zum Probetraining bei der LG Region Karlsruhe“, erklärt er. Denn noch war Fußball sein großes sportliches Ziel. Dennoch gefiel es ihm bei den Läufern und er kombinierte Lauftraining und Fußballtraining. „Beim Fußball kann man halt mal auch die anderen rennen lassen“, so seine Begründung. Der Knackpunkt war dann sein Abschneiden bei der „Badischen Meile“ 2011. Seitdem konzentriert er sich auf das Laufen. Jetzt liegt er mit 8:15,97 Minuten über 3000 Meter auf Rang zwei der DLV-Rangliste der U23. Als einer der jüngeren Jahrgänge sieht er mit seinen 20 Jahren noch viel Luft nach oben. Die ersten Erfolge gab es mit Teilnahmen bei Deutschen Meisterschaften relativ schnell. 2014 wurde er Vierter über 3000 Meter, und landete über die 2000 Meter Hindernis Distanz auf Rang Sechs. 2015, nachdem es bei der DM über die flache Strecke nicht so gut lief, meldete er kurz entschlossen für die Hindernisstrecke nach und wurde über 3000 Meter Achter. Mit der U23 Mannschaft der LG Region Karlsruhe wurde er 2015 Deutscher Meister im 10 Kilometer Straßenlauf.

Der Schüler, der sich jetzt auf die Prüfungen der Fachhochschulreife im Sommer vorbereitet, hat sich jetzt ehrgeizige Ziele gesetzt. Seine Bestzeit auf 10 km will er auf 30 Minuten drücken und alle anderen Distanzen sollen deutlich verbessert werden. Felix Wammetsberger macht nicht viele Worte, wirkt konzentriert und lässt sich auch von Hektik um sich herum nicht anstecken. Genau richtig für ihn ist die Art, wie Trainer Günther Scheefer seine Läufer nach vorne bringt. Wammetsberger verteilt großes Lob an seinen Trainer, und es wirkt dabei nicht etwa pflichtschuldig, sondern voll überzeugend. „Günne motiviert, er ist ambitioniert, aber total menschlich“, sagt der junge Karlsruher. Und am meisten gefällt ihm, dass Scheefer „wichtig ist, dass Sport Spaß macht.“ Scheefer setzt dabei vor allem auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung – von Anfang an. Das setzt Wammetsberger um, wenn er diszipliniert das Trainingsprogramm abspult. Jetzt allerdings steht bald ein Schnitt, ein großes Abenteuer bevor. Der Abschied von der Schule wird für Wammetsberger der Schritt in ein neues Land sein. Er plant, ab dem Sommer sein Studium der Sportwissenschaften in den USA zu absolvieren. „Ein Traum, tolle Möglichkeiten“, sagt er. Denn es ist ein Studium, bei dem fast die Hälfte der Zeit auch in seine Sportart fließt. Ins Training, in Wettkämpfe. Wammetsberger hat sich entschlossen, mit Hilfe von Simon Stützels Firma Sport-Stipendiums-Vermittlung „Scholarbook“ ein passendes Uni-Team in den USA zu suchen. Stützel, Karlsruher Marathonläufer und Langstreckler der deutschen Spitzenklasse, hat ein dichtes Netzwerk und Informationssystem aufgebaut, mit dem er junge Sportler nach der Schule mit der passenden Universität in den Staaten zusammenbringt. Dabei spielt auch das Finanzielle eine große Rolle. Außer der Vermittlungsgebühr und den Gebühren für die Tests in Allgemeinbildung, Sprache und Sport, von rund 1200 Euro fallen im Idealfall vor Ort keine Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Studium, Training und Betreuung an. „Zumindest denke ich, dass es bei mir so ist, weil ich wohl in die höchste Förderstufe komme“, hofft Wammetsberger. Auf seine Familie kommen dann nur noch die Kosten für das Taschengeld vor Ort und die Flüge von Kontinent zu Kontinent hinzu. Setzt man diese Ausgabe in Relation zu einem Studium mit Wohnung, Studiengebühren und Training in einer deutschen Stadt fernab der Heimat, kommt Wammetsberger viel günstiger weg. Diesen Schritt zu gehen ist natürlich nicht jedermanns Sache. Doch bei Felix blitzt jetzt schon die Vorfreude auf. Die Erfahrungen, die er dort machen werde, würden einfach unvergleichbar gut werden. Die Sprache, die Umgebung, die sportliche Herausforderung. „Wann hat man denn sonst so eine Chance?“, fragt Felix. Die Prüfungen, die er dafür in den kommenden Wochen und Monaten absolvieren muss, schrecken ihn wenig. Er ist schließlich Disziplin und Anspannung gewöhnt. Da ist die harte Trainingsschule eine gute Schule für Schule und Studium.

Bestleistungen: 1500 Meter: 3:52,34 Minuten

                            3000 Meter: 8:34,21 Minuten

                            5000 Meter: 16:09,16 Minuten

                          10000 Meter: 30:35 Minuten

                            2000 Meter Hindernis: 5:56,20 Minuten

                            3000 Meter Hindernis: 9:32,19 Minuten


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