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Klein, Joshua

[eingestellt am 08. Februar 2016]

By: Gabi Gründling

Joshua beim Zieleinlauf des 20 km-Laufs in Rheinzabern

Schnellster „Pälzer“ der Winterlaufserie Rheinzabern 2016…

für diesen Titel kann sich der 18-jährige Joshua Klein noch nichts „kaufen“. Er beendete die 34. Winterlaufserie im südpfälzischen Rheinzabern auf Platz 12 in 2:35:55 h als Sieger der MJU20. Der „echte“ Neustadter, weil im Hetzelstift geborene, ist ein „Spätentwickler“ auf der Langstrecke im Vergleich zu seinen schnellen Teamkollegen der LG Region Karlsruhe. Er ist erst seit Winter 2011 auf den längeren Strecken unterwegs. Klein stammt aus einer sportverrückten Familie. Seine älteren Schwestern und sein 25-jähriger Bruder wurden 1998 in der LG Neustadt angemeldet. Der kleine Joshua vertrieb sich die Zeit während der Trainingseinheiten mit seiner Mutter auf dem Sportplatz und stieg als Fünfjähriger ebenfalls in die Leichtathletik ein. Weil er technisch saubere Würfe absolvierte, hatte ihn sein damaliger Trainer Helmut Geiger eher als Speerwerfer im Blick. Doch dazu war Klein einfach zu zierlich. Weil die LG Neustadt für den Mannschaftsmehrkampf aber einen Mittelstreckler benötigte, wurde Marathonläufer Jens Laudage angeheuert, um Klein in einem Schnellkurs von vier Wochen flott zu machen. Von da an hatte Joshua erkannt, dass es eher mit dem Laufen als mit dem Werfen etwas werden könnte. „Ich finde es heute faszinierend, in der Lage zu sein, gemütliche Radfahrer im Wald zu überholen“, sagt er schmunzelnd.

Zumal Entdecker Laudage als Motivator für genügend Schub sorgte, damit sich Klein langsam an die längeren Einheiten  gewöhnen konnte. So lief Klein 2011 im Dezember seinen ersten Zehner in Rheinzabern, damals in 43:21 Minuten. Von da an ließ Laudage nicht mehr locker und erstellte von Woche zu Woche fein abgestimmte Pläne. Die beiden Neustadter bildeten in ihrem Heimatort ein einsames Zweimann-Team. Laudage, immer auf der Suche nach attraktiven Wettbewerben für den damals 15-Jährigen, sorgte für etliche Höhepunkte in dem jungen Läuferleben. So brachte die „Meile in Bockenheim“ mi 5:39 Minuten in 2012 den ersten Sieg, es folgten Mini-Marathon Teilnahmen bei verschiedenen großen Marathon-Läufen, so ging es nach Düsseldorf und Mannheim. Und eine stetige Steigerung in Rheinzabern. 2012 waren es 38:15 Minuten, 2013 der Sprung auf 34:54 Minuten und 2015 dann 33:01 Minuten. Kleins Schwäche sind die „Unterdistanzen“, dort, wo es gilt, richtig schnell zu sein und quasi im Langstrecken-Sprint zu überzeugen. Dafür finishte er 2014 seinen ersten Halbmarathon in Heilbronn als 16-Jähriger in 1:20,50 Minuten. Denn jetzt hatte Joshua richtig Feuer gefangen.

Ein paar gesundheitliche Rückschläge wegen zwei Operationen am Unterkiefer zwangen den Neustadter allerdings auch 2012 und 2014 zwischendurch etwas kürzer zu treten. Und Jens Laudage wollte für seinen Schützling „mehr“. Mit klarem Blick erkannte er, dass sich Klein einer größeren Gruppe anschließen sollte. Laudage suchte nach dem passenden Team für den Gymnasiasten und ermunterte ihn, sich bei der LG Region Karlsruhe anzumelden. Ein Rat, der zunächst von Familie Klein skeptisch beäugt wurde, bedeutete es doch  fast zwei Stunden Fahrtzeit hin und zurück. LG Region Trainer Günther Scheefer indes machte es dem Neuling leicht, zumal es endlich einmal Laufgefährten in der gleichen Altersklasse gab und die Karlsruher Jungs (und Mädels) als großes Team zu den Wettkämpfen anreisen. So wurde gleich das erste Jahr zu einer gelungenen Planerfüllung für Joshua. Ein Höhepunkt war 2015 der Berliner  Halbmarathon als „offizieller Pacemaker“ von Melina Tränkle mit VIP-Betreuung und Stelldichein mit den Stars wie Arne Gabius und einer Zeit von 1:15,08 Stunden. Im gleichen Jahr absolvierte Klein den Halbmarathon in Karlsruhe in 1:13,54 Stunden und belegte in der Gesamtwertung des PSD-Laufcups Rang drei. Nur die Unterdistanzen, die sind noch nicht richtig „drin“. Da ist  viel Luft nach oben. „Ich mag eben die Langstrecken ab zehn Kilometer lieber, denn dann merkt man auch noch zwei Tage später im Körper, was man geleistet hat“, begründet er, warum er sich nicht für die „kurzen“ Läufe begeistert.  Klein, der jetzt noch ein Jahr Zeit hat, bis er in die Abiturprüfungen einsteigt, liebäugelt damit, 2017 ein technisches Studium in Karlsruhe aufzunehmen. Denn dann könnte er noch besser von den guten Trainingsbedingungen bei der LG Region profitieren. Für seinen bisherigen Trainer Laudage ist Klein zwar als Trainingspartner zu schnell geworden, aber für  einen Erfahrungsaustausch oder ein lockeres Läufchen,  ist immer mal wieder Gelegenheit. Schließlich wohnen sie in Neustadt gerade mal 200 Meter auseinander, das ist für Langstreckler keine Distanz.

3000 Meter: 9:25,70 Minuten

5000 Meter: 16:42,72 Minuten

10000 Meter: 33:01 Minuten

Halbmarathon: 1:13,54 Stunden


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