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Gering, Fabian

[eingestellt am 14. Februar 2016]

By: Heike Klein

Schlau und schnell

Fabian Gering ist belastbar. Der 19-Jährige, der seit 2015 für den TV Wattenscheid an den Start geht, hat im Vorjahr Großes geschafft. Parallel zu seinen Abiturprüfungen hielt er den Trainingsumfang hoch und machte sich so fit für einen internationalen Einsatz. War schon sein Abitur-Zeugnis mit einem Notendurchschnitt von 1,5 eine großartige Leistung, so toppte er alle Erwartungen bei der Europameisterschaft der U20 in Eskilstuna in Schweden mit Silber über 10.000 Meter.

Begonnen hat seine Karriere in der Leichtathletik 2008. Über 1000 Meter stand damals seine Bestzeit auf 3:12,35 Minuten. Doch zu dieser Zeit absolvierte er noch alle Disziplinen bei der LG Vogtland. Parallel spielte er noch Fußball. „Ich wollte meine Grenzen austesten“, erklärt er dazu. Dann aber ging es ab auf der Mittelstrecke. Es war eine kleine, individuell geförderte Trainingsgruppe unter Udo Hendel in Reichenbach. Gering steigerte sich schnell, bis er im Jahr 2012 über 3000 Meter schon eine Zeit von 8:42,59 Minuten erreichte. Und 2014 wurden über 800 Meter 1:53,93 Minuten gestoppt, die 3000 Meter wurden in 8:34,28 Minuten abgespult. Klarer Fall, der junge Sachse war schnell unterwegs.

Seine Entscheidung für Wattenscheid fiel im Hinblick auf seinen Studienwunsch. Medizin sollte es sein. Doch trotz des tollen Abis hat es nicht ganz gereicht, um gleich ins Studium starten zu können. So nutzte Gering die Zeit für Praktika und für seinen Sport. Bislang war seine weiteste Distanz die 5000 Meter, mit einer Bestzeit von 14:21 Minuten aus 2014. Und jetzt versuchte er sich über die doppelte Distanz. In Ohrdruf schaffte er die 10000 Meter auf der Bahn in 30:17,14 Minuten und hatte damit die Norm für die Europameisterschaften in der Tasche. Große Gedanken machte er sich nicht, er wusste, mit der siebtschnellsten Zeit aller Teilnehmer war alles oder nichts möglich. „Es war ein taktisches Rennen“, erinnert er sich. Sein Ziel war irgendwo zwischen Top acht angesiedelt. „Ich wollte so lange es geht mitlaufen, den Anschluss halten“, so seine Taktik. Nach der 24. Runde ging es ans Eingemachte und er konnte seine Stärke ausspielen. War er doch vorher auf den wesentlich kürzeren Strecken richtig schnell unterwegs. Von Platz sieben arbeitete er sich in der schnellen letzten Runde – 56,1 Sekunden brauchte er dafür – zwischenzeitlich auf Rang eins vor. Er wurde dann zwar noch abgefangen, war aber überglücklich. Seine Zeit: 30:20,6 Minuten. „Ich habe kaum etwas gemerkt. Ich bin einfach gelaufen. Diese 25 Runden gingen so schnell vorbei“, erinnert er sich. Seine Augen funkeln, während er berichtet. Man merkt es, er brennt, jetzt will er noch mehr erreichen.

Sein Wille, etwas ganz Großes zu packen, wurde durch diesen Erfolg erst richtig entfacht. Er sei eigentlich in diesem Jahr an seiner Belastungsgrenze gewesen, aber er wollte unbedingt da durch, betont er heute. Ab 2016 spielt er in der größeren Liga mit, muss sich neu behaupten in der Junioren-Klasse U23. „Ich plane nur noch von Monat zu Monat“, sagt er. Denn noch fehlt der Studienplatz. Seine Zugehörigkeit zum Bundeskader bringt ihm einen Bonus von 0,2 auf seine Abi-Note. Doch das Lotteriespiel geht weiter, dabei hält er an seinem Traumstudium Medizin fest. Kein Zweifel, dass er die notwendige Zähigkeit für das anspruchsvolle Studium mitbringt.

Seine Bestzeiten:
1500 Meter: 3:51,38 Minuten

5000 Meter: 14:21,82 Minuten

10000 Meter: 30:17,14 Minuten

 

 


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