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22. Mathaisemarktlauf Schriesheim

[eingestellt am 07. März 2016]

By: Matthias Müller

Fotos: Matthias Müller und Christian Alles

Immer für eine Bestzeit gut

Schriesheim, 05. März 2016 - Trotz Regenwetter mehr als 1.000 Starter beim 22. Schriesheimer Mathaisemarktlauf. Beim Elitelauf über 10 km fallen zahlreiche Bestzeiten.

Der Wettergott meinte es am Samstagnachmittag nicht gut mit den Läufern des Schriesheimer Mathaisemartklaufes, die sich bei der nunmehr 22. Auflage des Traditionsevents an der Bergstraße an die Startlinie stellten. 5 Grad Außentemperatur, dunkle Wolken, immer wieder Regen. Doch die Motivation und Stimmung schien dies nicht zu trüben. Mehr als 1.000 Läufer gingen über die verschiedenen Strecken in Schriesheim an den Start. Mit dem Minimarathon und dem Jugendlauf über je 4 km, dem Kidsrun über 2 km, der Schul-Staffelmeisterschaft über 4x400 m sowie dem Bambinilauf über 800 m wurde für jede Altersklasse wieder etwas geboten. „Insgesamt waren 40 Schulstaffeln vertreten und allein beim Bambinilauf hatten wir 399 Starter“, freut sich Organisator Christian Alles von der Leichtathletikabteilung des TV Schriesheim.

Für die Erwachsenen stand wieder der Volkslauf über 10 km mit 5 großen Runden durch die Schriesheimer Altstadt auf dem Programm. Insgesamt 337 Teilnehmer gingen bei dem Auftaktevent des Bergstraßencup an den Start. Schnellster Läufer wurde hier der Dossenheimer Tobias Balthesen vom Runners Point Heidelberg mit 34:32 min vor dem Kusterdinger Bernd Vöhringer mit 34:39 min. Eigentlich hätte man die beiden mit diesen Zeiten im späteren Elitelauf verortet. „Nach Problemen mit der Achillessehne wollte ich heute nichts riskieren und bin daher lieber als gutes Training beim Volkslauf gestartet“, so Tobias nach der Regenschlacht, der bereits am Vormittag eine lockere 12 km Trainingsrunde absolviert hatte. Als nächstes möchte er bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften über 10.000 m starten.

Bei den Damen siegte die Ultra-Läuferin Pamela Veith vom TSV Kusterdingen mit 39:32 min vor Isabella Windhager vom SN Nickar Heidelberg mit 41:57. „Das war heute ein gutes Training, auch wenn wir nass geworden sind“, lacht die Triathletin. Bei der Siegerehrung freute sie sich übrigens ebenfalls über den SchrieSecco. Eine besondere Spezialität der Schriesheimer Winzergenossenschaft, die die schnellen Erwachsenen des Hauptlaufes und des Elitelaufe bei der Siegerehrung im urigen Zehntkeller von den lokalen Weinköniginnen übereicht bekamen. Doch eins nach dem anderen. Kurz vor dem Start des Elitelaufes liess der Wettergott dann glücklicherweise etwas Gnade walten, die Sonne blitzte erstmals kurz durch.

Zahlreiche Bestzeiten beim Elitelauf der Männer

Zurecht war der Elitelauf auch in diesem Jahr wieder mit großer Spannung erwartet worden. Denn obwohl der Lauf wieder mit den parallel veranstalteten Deutschen Meisterschaften im Crosslauf zusammenfiel, war es Athletenkoordinator Christian Alles gelungen mit Simon Stützel und Sören Kah zwei deutsche Spitzenläufer nach Schriesheim zu locken. Ob in diesem Jahr der seinerzeit von Martin Beckmann aufgestellte Streckenrekord fiel? Simon Stützel vom ASICS Team Memmert hatte es sich jedenfalls vorgenommen. Gleich von Beginn an lief er ein beherztes Rennen, setzte sich direkt in Führung und nahm auch die beiden in den Runden eins und drei ausgelobten Sprintwertungen nebenbei mit. Nach zehn flotten Runden durch die Schriesheimer Altstadt blieb für ihn die Uhr nach 30:49 min stehen.

„Ich wäre heute gerne eine Zeit von 30:20 min gelaufen, dafür war die Strecke aber einfach zu rutschig. Die vielen 90-Gradkurven und Kopfsteinpflasterpassagen waren sehr hart. Insgesamt habe ich auf dem Kurs keinen Rhythmus gefunden“, so Stützel. Der gebürtige Pfälzer lebt inzwischen in Karlsruhe, wo er mit den schnellen Karlsruhern Janik Arbogast und Frederick Unewisse ideale Trainingspartner gefunden hat. Bereits am kommenden Wochenende möchte Stützel erneut angreifen und hat beim Halbmarathon in Kandel die EM-Norm im Visier: „Ich träume von 64:45 min“. Bereits vor drei Wochen hatte Stützel beim Halbmarathon in Barcelona bei nicht einfachen windigen Bedingungen mit 65:37 min ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Kurs in Bienwald ist bekanntlich topfeben und windgeschützt. Für sein großes Ziel sind die Daumen am kommenden Sonntag ganz feste gedrückt! 

Als zweiter hinter Stützel kam Sören Kah vom TSV Schott Mainz ins Ziel, der nach einem von Verletzungen geplagten Jahr mit 31:10 min ein starkes Comeback auf das feuchte Schriesheimer Kopfsteinpflaster zauberte. Bereits Ende Januar hatte er bei einem Trainingswettkampf mit 32:14 min gezeigt, dass mit ihm wieder gerechnet werden kann. „Ich bin sehr froh, dass ich in Schriesheim meine ansteigende Form bestätigen konnte und mit meiner Leistung heute sehr zufrieden. Der verwinkelte Kurs war anspruchsvoll, die Stimmung in den Gassen spitze“, lobt Kah das Organisationsteam um Christian Alles und Michael Stang.  Und wie geht es weiter? „Die Straßenläufe in Dresden, Korschenbroich, Luzern sind in den nächsten Wochen meine Ziele. Wenn es dann weiter bergauf geht, möchte ich im Mai beim Halbmarathon in Mainz an den Start.“

Dritter wurde der Weinheimer Jochen Uhrig, der mit gleichmäßigen Rundensplits am Ende mit sehr guten 32:15 min eine neue Bestzeit aufstellen konnte. Uhrig hatte bereits in den letzten Monaten mit einem starken dritten Platz in der Gesamtwertung der Winterlaufserie in Rheinzabern auf sich aufmerksam gemacht. Noch bis vor kurzem war der ehemalige Radamateur als Langdistanz-Triathlet unterwegs. Nach seinem Marathon-Debüt 2015 in Frankfurt mit 2:38:02 h hat er sich nun ganz auf das Laufen fokussiert. Gemeinsam mit dem Autor lässt er es regelmäßig im Training krachen. Noch drei Tage vor Schriesheim liefen beide 17x400 m-Intervalle und hatten nach 10 km inklusive der Pausen 34:30 min der Uhr. „Jetzt folgt aber eine ruhigere Woche, denn am kommenden Sonntag möchte ich beim Halbmarathon in Frankfurt starten“, erzählt Uhrig. Beim Hamburg Marathon im April soll dann eine neue Bestzeit fallen. Mit seiner exzellenten Vorbereitung durch das Winterhalbjahr ist ihm eine sub 2:30 h durchaus zuzutrauen.

Hinter Uhrig folgte mit einigem Abstand Florian Angert. Der Sieger des BASF Triathlon Cups Rhein-Neckar 2015 stellte mit 32:50 min ebenfalls eine neue Bestzeit auf. Der für das Team Erdinger startende Triathlet der TSG Weinheim hat sich für 2016 die Deutsche Meisterschaft über die Mitteldistanz als Saisonziel auserkoren. „Hier möchte ich mich in allen drei Disziplinen verbessern. Und wenn es reinpasst, werde ich natürlich auch wieder bei einigen Rennen des Rhein-Neckar Cups dabei sein“. Angert studiert im hessischen Gießen, zu Hause in Weinheim ist er dennoch regelmäßig. Beim Bergstraßencup, wo er im letzten Jahr zweiten Gesamtrang belegte, wird mit ihm auch in diesem Jahr zu rechnen sein. „Den 10er in Hemsbach habe ich mir schon im Kalender notiert“, so Angert, der dann direkt aus dem Trainingslager in Mallorca zurückgekehrt sein wird.

Als Fünfter und schnellster Schriesheimer kam Kim Abel ins Ziel, der sich nach einer überstandenen Rippenprellung mit 32:58 min in sehr guter Form präsentierte. Auch er lief bei seinem Heimspiel eine persönliche Bestzeit, die vorher bei 33:36 min lag. „Es hat mich heute einfach beflügelt vor so vielen bekannten Gesichtern zu rennen und angefeuert zu werden“, so Abel. Als nächstes will Abel beim Heidelberger Halbmarathon an den Start gehen und dort seine Vorjahreszeit unterbieten. 2015 belegte er, knapp vor Jochen Uhrig, mit 1:17:23 h den zweiten Platz. „Ein großer Traum wäre es natürlich in Heidelberg einmal zu gewinnen.“ Auch beim Heidelberger Trail-Marathon hatte er 2015 den zweiten Platz belegt. Auf beiden Distanzen wird mit ihm in diesem Jahr klar zu rechnen sein! Sechster im Gesamteinlauf der Männer wurde Florian Bausch in 33:19 min. Auch er ein Läufer des engelhorn sports runningteams, das in Schriesheim wieder stark vertreten war.

Nur wenige Teilnehmerinnen beim Elitelauf der Damen

Bei den Frauen gingen in diesem Jahr nur vier schnelle Athletinnen an den Start. Hier siegte Isabelle Leibfried von der TSG Heilbronn in 36:27 min, die bei ihrem Debüt in Schriesheim ebenfalls etwas mit der Strecke zu kämpfen hatte, aber dennoch souverän bestach. „Der eckige Kurs war nicht einfach und es war schwer einen Rhythmus zu finden“, so die 24-jährige, die von Holger Freudenberger trainiert wird. Als nächstes möchte sie Ende März beim Halbmarathon in Berlin starten und dort unter 1:16 h ins Ziel kommen. Ihr Trainer hat sich bereits als Tempomacher angeboten. Da ist die Bestzeit wohl so gut wie sicher. „Im Mai möchte ich dann bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 m und im Sommer über die 5.000 m an den Start gehen“, so Leibfried über ihre weiteren Ziele.

Die Plätze zwei bis vier gingen alle an die flotten Damen des engelhorn sports runningteams. Zweite wurde Lea Düppe, die mit 37:15 min ein konstantes Rennen lief. Nach einer langen Verletzungspause im vergangenen Jahr hat sie ihr Training erfolgreich umgestellt. Aktuell geht sie noch dreimal in der Woche laufen, trainiert dafür alternativ sowie viel auf dem Rad. „Seither bin ich beschwerdefrei, außerdem gehe ich einfach gerne lange Radfahren.“ Im vergangen Jahr lief sie als Begleitung für ihre Vereinskollegin Sophie Crommelinck 35 km beim Frankfurt Marathon mit. In diesem Herbst möchte sie sich zum ersten Mal selbst an die volle Distanz wagen. „Die 7,2 km schaffe ich auch noch“, lacht Düppe. Sophie Crommelinck belegte mit 39:41 min in Schriesheim den vierten Platz, noch vor ihrer Vereinskollegin Lena Berg, die nach 38:59 min ins Ziel kam.

Crommelinck war übrigens extra aus dem holländischen Enschede nach Schriesheim gekommen. Hier schreibt die Vorjahressiegerin des Bergstraßencups gerade ihre Dissertation und möchte in Enschede Mitte April einen Halbmarathon laufen. Die weite Anreise nach Schriesheim schreckte Sophie nicht ab. „Ich laufe gerne beim Mathaisemarktlauf. Außerdem kann ich hier meine alten Trainingskollegen wieder treffen.“ Die freuten sich umso mehr über den Besuch. Nach den sportlichen Strapazen wurde zur Belohnung noch gemeinsam auf dem Schriesheimer Mathaisemarkt gefeiert. Schneller Sport und super Stimmung: Dafür ist der Schriesheimer Mathaisemartklauf bekannt und immer eine Reise wert!

www.mathaisemarktlauf.de

 

 

 

 

 

 


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