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Reng, Franziska

[eingestellt am 09. März 2016]

By: Volker Goineau

Fotos: privat

Neue Hoffnung auf der Langstrecke

Mitte Februar lief die noch 19jährige Franziska Reng aus Regensburg in Barcelona ihren ersten Halbmarathon. Dabei lief sie auf Anhieb mit 1:12:33 h die Norm für die Europameisterschaft in Amsterdam, bei welcher erstmals ein Rennen über die 21,1km-Distanz ausgetragen wird. Doch wer ist diese Nachswuchsläuferin, die damit in der Deutschen Straßenlaufszene ein deutliches Ausrufezeichen setzen konnte?

Franzi wurde am 22. Mai 1996 in Regensburg geboren. Nachdem sie sich als Schülerin zunächst mehrere Jahre lang ziemlich ambitioniert dem Schwimmen widmete, wurde sie als 14jährige von der bayerischen Hindernisläuferin Susi Lutz als Läuferin „gescoutet“ und probierte sich beim Lauftraining, wo sie sich auf Anhieb wohl fühlte. Als 16jährige legte sie ihren Fokus dann nur noch aufs Laufen. Mit ihrer schlanken Figur war sie für diese Sportart prädestiniert. Es stellten sich schnell erste Erfolge ein. So erreichte sie im Jahr 2012 mit 16 Jahren den dritten Platz bei den Deutschen U18-Meisterschaften über 3000m.

Erste internationale Einsätze in der U20

In den Folgejahren entwickelte sie sich in der Trainingsgruppe von Kurt Ring bei der LG Telis Finanz Regensburg kontinuierlich weiter, wenn auch manchmal Verletzungsprobleme dazwischen kamen.  2015 stand ihr letztes Jugendjahr an, in welchem sie auf nationaler Ebene mehrere Medaillen holte: Platz 3 in der U23 bei der 10.000m-DM, allerdings in für sie eher mäßigen 35:40,53 min, was auch einer Verletzung geschuldet war, sowie zweite Plätze in der U20 über 3000m sowie in der U23 über 5000m. Hierbei lief sie die Norm für die U20-EM im schwedischen Eskilstuna, wo sie auf einem beachtlichen neunten Platz landete. Dies war ein sehr motivierendes Erlebnis für Franzi, die nach mehreren Verletzungen bereits begonnen hatte, die ambitionierte Fortführung ihrer Laufkarriere in Frage zu stellen.

So trainierte die 19jährige, die seit Herbst 2014 ein Sport- und Germanistikstudium an der Uni Regensburg absolviert und nebenbei als freie Journalistin tätig ist, jedoch mit vollem Elan weiter und stellte zum Saisonabschluss bei der Deutschen 10km-Straßenlaufmeisterschaft am 6. September in Bad Liebenzell eine persönliche Bestzeit auf: in 33:53 min lief sie auf den fünften Platz der Frauenwertung sowie den Silberrang in der U23-Konkurrenz. In ihrem letzten U20-Monat folgte nochmal ein großes Highlight: bei der Crosslauf-Europameisterschaft im französischen Toulon-Hyères belegte sie den 10. Platz in der Einzelwertung und errang mit dem bärenstarken deutschen U20-Quartett die Goldmedaille. Dass Franzi im Gelände gut zurecht kommt, zeigte sie nun Anfang März, nur drei Wochen nach ihrem starken Halbmarathon-Debüt, mit Rang vier in der Frauenwertung sowie Rang drei in der U23-Konkurrenz bei den Deutschen Crossmeisterschaften im westfälischen Herten.

Starke Trainingsgruppe in Regensburg

Franziska Reng liebt die langen Strecken. Auf kurzen Strecken hingegen tut sie sich generell schwerer und hat auch keine besondere Freude daran. So startet sie ab und zu über die 1500m-Distanz. Dies sieht sie jedoch eher als ein „Muss“ an, um etwas für die Grundgeschwindigkeit zu tun. Hierauf legt insbesondere ihr Coach Kurt Ring, der unter anderem auch Philipp Pflieger und Corinna Harrer betreut, großen Wert. Franzi hat in Regensburg also sehr oft Trainingspartner, von denen sie profitieren kann. Sie absolviert zumeist sieben Trainingseinheiten pro Woche und kommt dabei auf bis zu 120 km. Dieses für sehr ambitionierte Langstreckler noch relativ moderate Pensum möchte sie zunächst beibehalten, da sie keine erneuten Verletzungen riskieren möchte und auch nicht „nur noch am trainieren“ sein möchte. Für die Zukunft sollte sie also noch ein gewisses Steigerungspotenzial haben, insbesondere wenn es einmal Richtung Marathon geht.

Wenn man Franzi nach ihren (Best-)zeiten fragt, muss sie teilweise passen. Zeiten und Zahlen merkt sie sich nicht so gut. So macht sie sich zumeist auch nicht großartig Gedanken über Zwischenzeiten, sondern rennt einfach drauf los. So wie zuletzt beim Halbmarathon in Barcelona, der sie zu ihrem ersten internationalen Höhepunkt in der Erwachsenen-Klasse führen dürfte.

Abschließend noch ein paar Fragen an Franzi:

Wie sieht dein sportlicher Fahrplan für die nächsten Monate aus?

Nach einem Trainingslager im April folgt zunächst die 10.000m-DM am 7. Mai in Celle, und danach beginnt so langsam die Vorbereitung auf den Halbmarathon bei der EM in Amsterdam im Juli.

Welchen Wettkampfschuh läufst du am liebsten?

Den Flyknit Lunar von Nike, übrigens auch über 10.000m auf der Bahn. Es ist zwar kein richtiger „Flat“, aber ich habe gerne „etwas Schuh“ unter den Füßen.

Kochst du gerne, was isst du am liebsten (hast du eine bestimmte Ernährungsform, bspw. vegetarisch)?

Ich kann leider nicht besonders gut kochen, deshalb gibt es bei mir immer ganz einfache Sachen wie Gnocchi oder Pizza - meine Lieblingsgerichte sind Schupfnudeln und Apfelstrudel. Fleisch schmeckt mir dafür gar nicht, Vegetarierin bin ich aber trotzdem nicht, da ich Fisch dagegen umso lieber mag.

Wie sieht es mit Nahrungsergänzung aus? Nimmst du bspw. Eisen-Supplemente?

Meine Blutwerte waren bisher eigentlich immer top, sogar mit Eisenmangel hatte ich nie große Probleme, deshalb brauche ich zum Glück keine Nahrungsergänzung!

Und was sind deine Hobbies, also was tust du, wenn du nicht gerade durch die Gegend rennst oder studierst?

In meiner Freizeit bin ich vor allem mit meinen Freunden unterwegs, am liebsten in den Bergen (Snowboarden im Winter, Wandern im Sommer) oder auf Reisen.

 

Franziska Reng

geb. am 22. 5. 1996 in Regensburg

Verein: LG Telis Finanz Regensburg

Trainer: Kurt Ring

Größe/Gewicht: 1,73m/51kg

Lieblingsdisziplin: 10km Straße

Lieblings-Veranstaltung: Regensburger Nikolauslauf

Lieblings-TE: langer DL (25km) und DL mit Fartlek

Persönliche Bestzeiten:

3000m 9:30,92 min (2015)

5000m 16:37,75 min (2015)

10km 33:53 min (2015)

Halbmarathon 1:12:33 h (2016)


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