Kanzlei.org - laufend gut beraten

41. Bienwaldmarathon Kandel

[eingestellt am 14. März 2016]

By: Jochen Höschele

Katja Fey (Sandbox Warriors) und Günter Gerlach bleiben netto beide noch unter zwei Stunden beim Halbmarathon

1266 erreichten das Ziel des Halbmarathons, davon stattliche 980 unter zwei Stunden. Die größte Einlaufdichte gab es zwischen 1:45 h und 1:50 h.

Ute Striebinger (links) und Sara Kortyka

Marathonsieger Richard Schumacher (Sparda-Team Rechberghausen) gewinnt den 41. Bienwald-Marathon überlegen in 2:30:49 h

Theodor Müller auf dem finalen Kilometer des Halbmarathons

Der Marathonzweite Raphael Grotti (engelhorn sports team / TV Schriesheim) läuft die letzten Kilometer in Begleitung des Rennkommissars und ist nach 2:39:22 h im Ziel

Bernd Vöhringer (TSV Kusterdingen) wird in 2:39:53 h Dritter des Marathons und siegt in der Altersklasse M45

Dirk Joos (LG Bodensee), lange Zeit gleichauf mit Bernd Vöhringer, belegt knapp hinter diesem den vierten Rang in 2:40:20 h und gewinnt die M35

Immer wieder mischen sich noch Halbmarathonis zwischen die schnellen „Ganzen“, wie hier Ruth Roth vom TV Rheinau 1893

In 2:44:35 h läuft Sven Ehrhardt vom Asics Team Memmert auf den fünften Platz im Marathon

Wenzel Kurka von der LG Zusam kommt in 2:45:22 h als Siebter ins Ziel im Bienwaldstadion

Stanislav Stoev (148; Running4Kids.de) wird Sechster und Sieger M40 in 2:45:17 h, während Ingo Neumann (DJK Tri Andernach) nach 2:45:57 h als Achter einläuft

Der Sieger der Pfalz-Marathonmeisterschaften, Michael Ohler (2) im Trikot des veranstaltenden TSV Kandel, läuft in 2:46:59 h als Zehnter ein. Patrick Tutzauer, zwei Kilometer vor dem Ziel noch hinter ihm platziert, belegt in 2:46:09 h Rang neun.

Der Luxemburger Manuel Herren wird in 2:49:17 h Elfter

Volker Lintz vom TV Maikammer hat’s nach 2:50:14 h geschafft und ist damit 12.

Calogero Parisi vom Marathon-Team Ketsch, der Zweite der M40, rennt den Bienwald-Marathon in 2:52:37 h

Gregor Scharf (TV Hergershausen; 441) und Thomas Kapfer (271, mit Kappe) laufen beide 2:54 h und landen auf den Plätzen 14 und 15

Fast genau seiner Startnummer entsprechend beendet Patrick Hösl (LG DUV) den Marathon in 2:55:06 h auf Platz 17 und als Dritter der M40

Ralf Ströbele vom TSV Kandel muss noch mal ganz schön beißen, ehe es nach 2:59:17 h dann vorbei ist

Hendrik Haumann (TG Konz) schafft’s auch noch unter drei Stunden (2:59:20 h)

Christoph Lange (TSG Wiesloch) kämpft sich in 2:58:50 h als 22. ins Ziel

Sebastian Flöck vom Team Erdinger Alkoholfrei ist brutto genauso schnell wie Lange und teilt sich mit diesem den 22. Rang

Der Sieger des 2. Neckarufer-Marathons, Christopher Greenaway (Sanwald Laufteam), schafft es innerhalb einer Woche zum zweiten Mal unter drei Stunden und belegt in 2:58:12 h Platz 19

Die Siegerin des 41. Bienwald-Marathon heißt Manishe Sina (Trampelpfadlauf.de / LG Seligenstadt) und benötigt 2:59:08 h brutto

Zugläufer Moritz auf der Heide (300) hat noch vier wackere Mitstreiter um sich….aber es sind noch drei lange Kilometer bis ins Ziel

Pamela Veith kann sich den zweiten Platz im Marathon in 2:59:29 h brutto sichern

Martin Fischbuch (TV Saarwellingen) ist als 35. der Erste derer, die länger als drei Stunden brauchen und läuft 3:00:45 h

Hans Kroner von den Murrtal-Runners gewinnt die M55 in 3:00:48 h brutto, verpasst aber sein selbstgestecktes Ziel von 2:59 h um Haaresbreite. „Hart, hart, hart!“ war sein Kommentar zum Fotografen

Stefan Blättler (88) und sein Pacemaker (634) schaffen’s in 2:59:52 h gerade noch so unter drei Stunden, während Niclas Prokasky (16; TSG Maxdorf) auf den Schlusskilometern etwas Federn lassen muss

Marathonsiegerin Manishe Sina „fliegt“ gemeinsam mit Stephan Hünnerkopf vom TV Dielheim dem Ziel entgegen, das weniger als einen Kilometer entfernt ist

Die Drei-Stunden-Gruppe um den Zugläufer Moritz auf der Heide (in gelb) praktisch schon in Sichtweite des Bienwaldstadions

Pamela Veith wird 2016 Zweite des Bienwaldmarathons, den sie 2012 und 2013 gewinnen konnte

Ich will, ich kann, ich werde siegen!

Kandel, den 13. März 2016 – An einem Sonntag, an dem gleich drei Landtagswahlen stattfanden sowie eine der traditionsreichsten Marathonläufe Deutschlands, war davon auszugehen, dass es Sieger (aber auch Verlierer) geben würde. Politische und sportliche. Während wir das politische Geschehen hier nur am Rande streifen wollen, sei uns der Blick auf das sportliche Geschehen gestattet, welches, im Gegensatz zum Wahlausgang, bereits am frühen Nachmittag entschieden war.

Die Aussage der Überschrift klingt so entschlossen wie selbstbewusst, und sie stammt tatsächlich von einem der Sieger des 41. Bienwaldmarathons. Allerdings nicht vom Gesamtsieger Richard Schumacher, der das Geschehen auf den langen Geraden dominierte und in 2:30:49 h auch unangefochten als Erster die Ziellinie im Bienwaldstadion erreichte. Vielmehr handelt es sich um das auf dem Unterarm aufgebrachte Mantra von Michael Ohler, dem Gewinner der im Rahmen des Marathons ebenfalls ausgetragenen Pfalzmeisterschaften. Der im gelben Trikot des TSV Kandel laufende M45er siegte in dieser Wertung in 2:46:59 h und war Zehnter im Gesamteinlauf.

Viel Unterstützung erhielt er durch seinen Radbegleiter und Vereinskollegen Christian Flügel, der die Getränkeversorgung sicherstellte und somit auch seinen Anteil an Ohlers Titelgewinn hatte.

Bei den Frauen sicherte sich Jessica Göttel vom 1. FC Kaiserslautern in 3:23:22 h den Titel und wurde Dritte in der weiblichen Hauptklasse sowie 13. im Gesamteinlauf.

Eine Überraschung für den Veranstalter gab es bereits, ehe der Startschuss gefallen war: Mit Lisa Hahner befand sich eine der schnellsten deutschen Marathonläuferinnen an der Startlinie. Wie spontan ihr Entschluss war, in Kandel zu laufen, verdeutlich ihre Aussage nach dem Rennen: „Den Start haben wir am Samstag und wirklich final am Sonntag entschieden. Ich wusste nicht, wie ich den Flug von Südafrika verkrafte und es hätte auch sein können, dass ich einen Flieger verpasse und noch gar nicht in Deutschland bin. Deshalb war das sehr kurzfristig und richtig gut so.“

Sie lief praktisch unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus dem Trainingslager in Südafrika, gemeinsam mit ihrem Manager Thomas Dold, den Halbmarathon und wurde ihrer Favoritenrolle auch vollauf gerecht. Ab Kilometer drei etwa gesellte sich als weiterer Tempomacher Frederik Unewisse hinzu. Der Athlet der LG Region Karlsruhe war gesundheitlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, wodurch er die geplante Tempoarbeit für Simon Stützel schon nach drei Kilometern gegen „Windschattendienste“ für Lisa Hahner eintauschte. Diese lief, zunächst noch von der um die Halbmarathon-EM-Norm kämpfenden Tanja Grießbaum (LG Rülzheim) und deren Tempomacher Oliver Trauth, verfolgt, einem Start-Ziel-Sieg entgegen. Der angestrebte und vom DLV geforderte Leistungsnachweis für eine Olympiateilnahme in Rio de Janeiro (unter 1:15 h) gelang Lisa mit einer 1:14:28 h deutlich, dazu stellte sie damit auch noch einen neuen Streckenrekord auf.

Und das, obwohl sie nach eigener Einschätzung „durch den Flug und das Trainingslager noch nicht 100% frische Beine“ hatte.

Die weiteren Pläne sehen für Lisa zunächst eine Teilnahme in Hannover in vier Wochen vor. Ob sie dort den Marathon oder abermals den „Halben“ in Angriff nimmt, kann sie derzeit noch nicht sagen. „Ich bin im Herzen Marathonläuferin und deshalb ist das mein Ziel. Und zusätzlich gibt mir der Veranstalter die Möglichkeit, auch einen Halbmarathon zu rennen. Das kann ich sogar noch kurzfristig entscheiden, denn beide Rennen finden am gleichen Tag, nur zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt. Perfekt für mich.“

Die mit der Startnummer 1000 im Vorfeld zur Halbmarathon-Favoritin erklärte Rülzheimerin Tanja Grießbaum schlug sich in Lisas Sog mehr als achtbar und erreichte in 1:15:36 h nicht nur eine neue persönliche Halbmarathon-Bestzeit sondern auch Platz zwei bei den Frauen.

Zwiespältige Gefühle löste das bei Tanja aber nicht aus, wie auf Facebook zu lesen war: „Auch wenn ich die EM-Norm verpasst habe, ich freue mich riesig über die neue Bestzeit. War eine super Veranstaltung, großes Lob an den TSV Kandel. Der HM hat super viel Spaß gemacht, ich komme gerne wieder!“ Ganze 37 Sekunden fehlten der 24jährigen zur EM-Norm des DLV für die erstmals ausgetragene Halbmarathon-Europameisterschaft in Amsterdam.

Als Dritte lief mit Kerstin Stephan (LC Olympia Wiesbaden) in 1:18:03 h die erste der W40 ein, Claire Perrin von der LG München wurde in 1:22:17 h Vierte und Lena Berg (engelhorn sports team / TV Schriesheim) belegte knapp dahinter in 1:22:43 h Platz fünf. Zehn Frauen blieben brutto unter 90 Minuten, bei den Männern waren dies deren 173 (bei 306 Frauen und 987 Männern im Ziel).

Zwiespältige Gefühle, die bei Tanja Grießbaum nicht aufkamen, kennzeichneten hingegen das Fazit des Halbmarathonsiegers Simon Stützel (Landau Running Company). Einerseits hatte er ein für seine Ansprüche wesentlich besseres Rennen abgeliefert als noch vor vier Wochen in Barcelona, wo er mit seiner 65:35 min gar nicht zufrieden war und hatte mit 65:14 Minuten nicht nur gewonnen, er hatte sogar einen neuen Streckenrekord beim 38. Bienwald-Halbmarathon aufgestellt.

Andererseits war ihm und seinen drei Konkurrenten aus Äthiopien beziehungsweise Eritrea ein Missgeschick passiert, das womöglich ausschlaggebend für das Verpassen der Team-EM-Norm (64:45 min) war. Simon und der mit ihm führende Habtom Weldu (LG Region Karlsruhe), der die Rheinzaberner Winterlaufserie 2015/16 für sich entscheiden konnte, liefen kurz hinter Kilometer 12 auf die Wende zu, die (vermeintlich) durch ein großes Schild markiert wurde. Stützel und seine drei afrikanischen Begleiter wendeten und waren bereits etwa 40 Meter vom Schild entfernt, als sie durch Rufe aus größerer Entfernung darauf aufmerksam wurden, dass etwas nicht stimmen konnte. Sie hatten fälschlicherweise am Hinweisschild gewendet, welches circa 200 Meter vor der eigentlichen Wende steht. Wie angewurzelt blieben die vier Athleten erst einmal stehen, ehe sie erneut umdrehten und Kurs auf die tatsächliche Wendemarke nahmen. Dass dies alles bei einer Geschwindigkeit von knapp über drei Minuten pro Kilometer und trotz eines Führungsradfahrers und des Trainers, der ebenfalls auf dem Fahrrad neben Stützel und Weldu sowie den beiden Fürthern Endisu Getachew und Jeylan Mohamedaman (LAC Quelle Fürth) natürlich äußerst ärgerlich ist und wertvolle Zeit kostete, ist unbestritten. So lag der Kilometerschnitt auf diesem Abschnitt mit 3:35 min gut und gerne 30 Sekunden über den übrigen Kilometer-Splits. Lassen wir Simon Stützel selbst den Rest des Rennverlaufes aus seiner Sicht schildern (nachzulesen auf seiner Homepage):

„Trotz dieses Vorfalles hatte ich selbst noch längst nicht aufgegeben und blieb kämpferisch. Ich blendete den Vorfall wirklich fast komplett aus und drückte alles was ich hatte in den Nordostwind auf dem Weg zurück ins Stadion. Auch hier passte das Tempo mit Zwischenzeiten von 3:04/3:05 pro Kilometer perfekt und ich wusste unterwegs natürlich nicht wie viel Zeit ich tatsächlich verloren hatte. Bis Kilometer 18 konnte ich Habtom nur sehr schwer folgen, da ich nach der Wende ziemliches Seitenstechen bekam und musste ihn sogar zwischendurch 10-20m ziehen lassen. Bei Kilometer 19 hatte ich ihn dann wieder eingeholt und setze mich das erste Mal an diesem Tag an die Spitze des Feldes. Erst am Stadion mit Blick auf den lang ersehnten Torbogen überholte mich Habtom wieder und wir stürmten im Gleichschritt über meinen geliebten Tartan dem Ziel entgegen. Auf den letzten 30m hatte ich, wie schon in Rheinzabern, das bessere Finish und konnte ganz knapp gewinnen.“

Drei Sekunden Rückstand hatte der 30jährige Eritreer Habtom Weldu im Trikot der LG Region Karlsruhe auf den neuen Streckenrekordler Stützel, während die bei der Wende noch gleichauf liegenden LAC Quelle Fürth-Athleten Endisu Getachew (3. in 1:06:01 h) und Jeylan Mohamedaman (4. in 1:06:40 h) nach der Wendemarke noch deutlich an Boden verloren. Zweitbester Deutscher wurde Markus Weiß-Latzko (Sparda-Team Rechberghausen) in 1:07:42 h und als Sechster lief mit Jens Mergenthaler vom SV Winnenden bereits der erste Sportler der U20 nach 1:08:50 h ein. Er feierte in der Pfalz einen weiteren schönen Erfolg mit neuer persönlicher Halbmarathon-Bestzeit, die auch württembergischen Rekord bedeutet. Mit Joseph Katib (LAC Quelle Fürth), Joachim Krauth (VfL Sindelfingen), Daniel Noll (TSV Glems 1896) und Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall) knackten vier weitere Läufer die 70-Minuten-Marke und stellten dabei teils auch persönliche Bestzeiten auf, trotz des störenden und kalten Nordostwindes.

Dieser „treue Begleiter“, der kalte Wind nämlich, machte auch so manchem Marathoni zu schaffen. Doch durch die in Kandel angebotenen Brems- und Zugläufer für bestimmte Zielzeiten (von 3:00 h bis 4:30 h) konnte das Tempo gleichmäßig gestaltet werden und das Laufen in größeren Gruppen bot dann doch einigen Schutz vor Kälte und Wind. Wohl dem, der eine solche Gruppe hatte.

Ganz alleine laufen musste hingegen Marathonsieger Richard Schumacher, dessen Bienwald-Premiere gleich mit dem Sieg vergoldet wurde. Er hatte schon viel Gutes über die Pfälzer Veranstaltung gehört und wollte dieses dann selbst einmal überprüfen. Seine 2:30:49 h sind angesichts seines Sololaufes und des störenden Windes dann auch wirklich eine sehr gute Leistung, mit Konkurrenz im Nacken und bei etwas besseren Bedingungen wäre womöglich die 2:30 h-Marke gefallen. Mit dem Zweiten, Raphael Grotti (TV Schriesheim; 2:39:22 h) und dem M45-Sieger und Gesamtdritten Bernd Vöhringer (TSV Kusterdingen; 2:39:53 h) blieben zwei weitere Marathonläufer unter der 2:40 h-Barriere. Dirk Joos wurde knapp darüber in 2:40:20 h Vierter und auch Sven Ehrhardt (Asics Team Memmert) knackte mit 2:44:35 h noch die 2:45 h-Marke. 32 Männer blieben unter drei Stunden – und auch zwei Frauen.

Hier gab es einen sehr knappen Einlauf zugunsten der 34jährigen Manishe Sina (Trampelpfadlauf.de / LG Seligenstadt), die, ebenfalls bei ihrem Debüt im Bienwald, gleich eine Marathonbestzeit mit 2:59:08 h aufstellen und die zweimalige Siegerin (2012 und 2013), Pamela Veith (TSV Kusterdingen) auf Rang zwei verweisen konnte.

Pamela benötigte brutto 21 Sekunden mehr als Manishe und legte mit 2:59:29 h ihre zweitbeste jemals gelaufene Zeit hin. Insofern war sie auch sehr  zufrieden, „mehr war nicht drin, und bei diesem Wind hätte ich mich auch nicht getraut, die Drei-Stunden-Gruppe zu verlassen und die Flucht nach vorne anzutreten.“

Just dieses hatte Manishe aber nach etwa 38 Kilometern gemeinsam mit Stephan Hünnerkopf gewagt, ermutigt dazu hatte sie der Brems- und Zugläufer Moritz auf der Heide. „Er hat zu mir gesagt, dass ich da mitgehen solle“, so Manishe hinterher. „Wahrscheinlich, weil Moritz gespürt hat, dass ich noch Reserven habe, um die letzten paar Kilometer vorneweg zu laufen.“ Manishe, die bislang noch keine flachen Marathons gelaufen ist, freute sich natürlich sehr über den Sieg in neuer Bestzeit und bekannte gleichzeitig, dass sie keine Vorliebe hat. „Straße oder Trail – ich mag beides gleich gerne. Seit Dezember habe ich mich allerdings gezielt hier auf Kandel vorbereitet, weil ich mal wissen wollte, was ich im Flachen laufen kann.“ Die weiteren Saisonhöhepunkte werden aber eher abseits der Straße liegen, denn Manishe wird noch beim „Trans-Alpine Run“ von Garmisch bis Bozen im September gemeinsam mit der Viertplatzierten Lisa Mehl (3:12:02 h) antreten. Eventuell tritt sie am 17. April noch bei der DUV-DM im Ultratrail im Rahmen des Bilstein-Ultramarathons über 65km an. Letztes Jahr wurde sie in Plettenberg bei der dort durchgeführten Trail-DM Vierte über 73km.

Für Pamela Veith steht als nächstes ebenfalls eine DUV-DM auf dem Wettkampfplan, und zwar die im Sechs-Stunden-Lauf in Nürnberg am 2. April. Dort wird sie als Titelverteidigerin an den Start gehen und sicherlich versuchen, in die Nähe ihrer Bestleistung (75,354km) zu kommen.

Als dritte Frau erreichte Katrin Herbrik (TV Hergershausen) in 3:08:37 h das Ziel im Bienwaldstadion und gewann damit auch die Altersklasse W35. Sie konnte damit nach ihrem dritten Platz beim 50km-Ultramarathon in Rodgau Ende Januar, wo sie 3:57:37 h lief, einen weiteren Podestplatz in der noch jungen Saison erreichen.

So manche Anekdote gäbe es noch zu berichten vom 41. Bienwald-Marathon und dem gleichzeitig ausgetragenen 38. Halbmarathon. Beispielsweise vom neuen Weltrekord, den Lars Kegler beim Halbmarathon aufstellte. Der Feuerwehrmann lief in voller Montur die 21,1km in 1:38:59 h und konnte damit sein Vorhaben, ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen, in die Tat umsetzen. Bei seinem ersten Versuch im Herbst in Karlsruhe war er angesichts der (zu) warmen Temperaturen gescheitert, doch die fünf bis maximal neun Grad in Kandel erwiesen sich für sein Unterfangen offensichtlich als ideal.

Stellvertretend für so manche hervorragende Altersklassenleistung seien hier nur zwei genannt: Zum einen die 3:23:00 h von Nicole Schwindt (LAV Stadtwerke Tübingen) im Marathon, die ihr den Sieg in der W55 mit mehr als einer halben Stunde Vorsprung (!) einbrachten.

Zum anderen die ausgezeichneten 1:27:31 h des Ostelsheimers Wolfgang Nehring in der M70. Damit lag er nur 75 Sekunden über dem ebenfalls in Kandel erzielten Deutschen Rekord über diese Distanz von Walter Koch (LG Filder), der seit 2009 bei 1:26:16 h steht.

Das Motto des Bienwald-Marathons „schnell-familiär-naturverbunden“ wird unter anderem dadurch unterstrichen, dass auf Kritik unmittelbar und persönlich reagiert wird. So gab es aufgrund eines personellen Engpasses dieses Jahr längere Wartezeiten bei der Gepäckausgabe und auch die kalten Damenduschen im Stadion fanden wenig Applaus. Für beides entschuldigte sich der Veranstalter auf der Homepage und im Gästebuch und gelobte Besserung. Das erlebt man bei großen Stadtmarathons genauso selten wie das unkomplizierte Tauschen eines zu großen (und im moderaten Startgeld enthaltenen) T-Shirts und viele weitere Dinge.

Angesichts des Missgeschicks an der Halbmarathonspitze bei der Wende wird beim Orga-Team um Roland Schmidt bestimmt auch darüber nachgedacht, wie solche Vorkommnisse künftig vermieden werden können, denn das Wohl der Läufer ist den Machern des Bienwald-Marathons ein echtes Anliegen. Das spürt man an allen Ecken und Enden – auch nächstes Jahr wieder am zweiten Sonntag im März.

Ergebnisse www.br-timing.de


Kossmann Laufdesign