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auf der Heide, Moritz

[eingestellt am 20. März 2016]

By: Jörn Harland

Foto: Inger Diederich

Der Mann mit dem klangvollen Namen

Was auf den ersten Eindruck vielleicht als Künstlername anmutet, ist der Name eines der besten deutschen Berg- und Ultraläufer der letzten Jahre: Moritz auf der Heide.

Geboren im November des Jahres 1987 in Siegburg, war Sport schon immer Bestandteil im Leben des studierten Managers (MBA in Australien), insbesondere das Laufen. Zum Ende der Schulzeit hatte der Wahl-Münchner mit dem Laufen begonnen, anfänglich 1-2x pro Woche. Sein Antrieb damals, die Bestzeit seiner Mutter (3:18 h) über die Marathondistanz zu brechen. Zu Beginn seiner Uni-Zeit (2009) stand Moritz das erste Mal an der Startlinie zum Halbmarathon. Im darauffolgenden Jahr (2010) folgte dann der erste Marathon in der respektablen Zeit von 2:52h. Von nun an hatte Moritz Blut geleckt und war vom Laufen fasziniert.

Die sportliche Laufbahn des Ultraläufers fand dann im letzten Jahr (2015) auch ihren vorläufigen Höhepunkt. Die Teilnahme an zwei Weltmeisterschaften mit der deutschen Nationalmannschaft (Berglauf Langdistanz sowie 100km Straße) sowie Siege beim Ecotrail in Paris (30km) und Tarawera Ultramarathon in Neuseeland (60km) gingen auf das Erfolgskonto von Moritz. In diesem Zusammenhang bewertet der studierte Sportökonom seinen 24. Platz bei den Berglauf Weltmeisterschaften (Langdistanz) 2015 im Rahmen des Zermatt Marathons (Schweiz) auch als seinen größten persönlichen Erfolg.

Der 174cm große und 62kg leichte Ultraläufer trainiert zu 99% alleine. „Allerdings mache ich viele meiner Intervalleinheiten auf dem Laufband im Fitnessstudio. Die Tatsache, dass dort andere Leute trainieren, motiviert mich ungemein. Gleiches gilt für andere Läufer/Jogger, die ich draußen beim Training sehe“, so die positive Einstellung des Asics-Frontrunners. Moritz ist zwar auch Mitglied in der LAZ Puma Rhein-Sieg, macht aber überwiegend sein eigenes Ding. So ist er auch sein eigener Trainer.

Seine Trainingsphilosophie lautet „Umfang statt Intensität“. Moritz konstatiert hierzu: „Ich komme stark über den Trainingsfleiß und arbeite dann vor allem mit Endbeschleunigung bei längeren Läufen.“ Nicht umsonst ist seine Lieblingstrainingseinheit ein langer Dauerlauf mit Endbeschleunigung. Intervalleinheiten sind aber auch Bestandteil seines Trainingsplans. Das Motto des Sportökonomen lautet dabei, „nicht das ganze Jahr hindurch verbissen zu trainieren, sondern sich bewusst längere Perioden zu nehmen, in den der Spaß im Vordergrund steht."

Mittlerweile habe sich das Laufen so sehr in seinem Leben breit gemacht, dass für nichts anderes mehr regelmäßig Platz bleibe, außer natürlich seiner Freundin und seinem Beruf, gibt Moritz freimütig zu. Wenn er denn wirklich mal Entspannung von seinem vollen Terminkalender finden will, hört Moritz gerne Musik, geht in die Sauna oder verbringt einfach Zeit mit seiner Freundin. Vor Rennen allerdings will der Ultraläufer gar keine Entspannung, vielmehr steigere er sich bewusst in das „Rennfeeling“ hinein, um bereit für den Wettkampf zu sein.

Eine weitere Passion von dem sympathischen und „Outdoor-affinen“ Moritz ist das Reisen. Bereits in jungen Jahren war er mit seinen Eltern in der Welt unterwegs. So bezeichnet er eine 6-wöchige Reise in die Natur Kanadas mit einem Wohnmobil als seine schönste Kindheitserinnerung. Dieses Schlüsselerlebnis war vermutlich der Grundstein für die unbändige Reiselust. „Ich suche mir eigentlich für jeden Urlaub ein neues Ziel. Mittlerweile habe ich schon über 50 Länder bereist“, berichtet Moritz stolz. An bestimmten Kriterien macht er seine Reiseziele nicht fest, so dass er auch schon in Länder wie Kolumbien, Nepal und die Mongolei seine Fußstapfen gesetzt hat. Das Reisen lässt sich glücklicherweise sehr gut mit dem Laufen vereinbaren. „Laufen und Reisen zusammen ist top. So sieht man auch mehr im Urlaub. Auch Natur und die Berge verbinde ich so oft es geht mit dem Sport“, so der gebürtige Siegburger (NRW).

Für die kommende Saison (2016) hat Moritz zunächst das Ziel, das erste Mal einen Marathon unter 2:30 h zu finishen. Da ist er mit seiner Bestzeit in 2:30:55 h bisher knapp gescheitert. Ferner sieht der der Endzwanziger weitere Teilnahmen an Weltmeisterschaften als Motivation. Wir dürfen gespannt sein, welchen Rennen der „Mann mit dem klangvollen Namen“ als nächstes seinen Stempel aufdrückt. Eines ist aber klar, von 5km bis hin zu 100km, von Strassenlauf bis Trail kann alles dabei sein.

Abschließend noch einen Quickie: Kurze Fragen sowie kurze Antworten dazu:

1.       Dein zweitliebster Beruf (außer dem Ausgeübten)?

Productline-Manager bei einem großen Unternehmen in der Laufbranche

2.       Mit wem würdest Du gerne einen Tag tauschen?

Arne Gabius. Nur um zu testen wie es sich anfühlt, wenn man 3:00 min./km über die Marathondistanz laufen kann.

3.       Welche Musik hörst Du am liebsten?

Blues & Metal Core

4.       Was fehlt nie in Deinem Kühlschrank?

Alkoholfreies Weizen & Tahini

5.       Auf welche drei Dinge könnest Du nicht verzichten?

Laufschuhe, meine GPS-Uhr & Ohropax

6.       Was gehört Deiner Meinung nach verboten?

Darstellungen von Sportlern, die über ihre sozialen Kanäle ausschließlich von ihren guten und tollen Trainingseinheiten erzählen und somit dem Hobbysportler ein völlig falsches Bild vermitteln. Denn es ist nicht immer alles toll und perfekt. Leistungssportler opfern viel und sollten dies auch richtig darstellen

7.       Was bringt Dich auf die Palme?

a.    Wenn meine GPS-Uhr kein Signal kriegt

b.    Stau

c.     Geschlossene Supermärkte, wenn ich nach harten Einheiten Heißhunger auf bestimmte Sachen habe

d.    Mein Wecker, der gerne mal morgens um 5:30 Uhr klingelt

e.    ..die Liste kann ich lange weiterführen….

Bestzeiten:

5.000m

16:08 min.

10km

33:13 min.

Halbmarathon

1:11:54 h

Marathon

2:30:55 h

50km

/

100km

7:26:30 h

 

 


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