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Fischer, Karsten

[eingestellt am 01. April 2016]

By: Jörn Harland

Fotos: Peter Gründling

Karsten in Rodgau 2016

Der neue Ultraläufer

„Der Rodgauer Ultramarathon war mein Highlight in diesem Winter. (…) Mit dem 3. Platz und meiner Zielzeit von 3:09:29 h bin ich hochzufrieden.

Mit diesen Worten weiht Karsten Fischer die Leser auf seiner Webseite (https://fischerkarsten.wordpress.com/) in seinen jüngsten Erfolg ein: einen überragenden 3. Platz über die 50km in 3:09:29 h in Rodgau zu Beginn des Jahres. Doch wer steckt hinter diesem neuen Gesicht in der Ultralaufszene?

Karsten Fischer erblickte am 17. September 1984 das Licht der Welt. Sein Geburtsort ist Simmern in Rheinland-Pfalz. Mittlerweile wohnt der für den SSC Hanau-Rodenbach startende Athlet in Großkrotzenburg bei Hanau. Laufticker.de traf sich mit dem Dipl. Ingenieur, um mit ihm über seine sportliche Laufbahn, seine Einstellung zum Laufsport und seine Highlights für 2016 zu sprechen.

1.     Gerade vor ein paar Tagen konntest du deinen letzten Triumph genießen. Du bist beim Lauf „Rund um den Winterstein“ auf Platz 1 gerannt. Wie hast du deinen Start dort empfunden?

Der Lauf „Rund um den Winterstein“ ist ein 30 km Lauf mit ca. 400 HM. Ich nutzte den Lauf für einen langen Tempolauf. Die ersten flachen Kilometer lief ich in einer 4er Gruppe. Beim ersten Anstieg (ca. Kilometer 3) übernahm ich die Führung. Im Verlauf des ersten Anstiegs konnte ich mich von meinen Mitstreitern absetzten und lief von da an alleine einem ungefährdeten Sieg in 1:51:48 h entgegen.

2.     Interessant ist, dass deine sportliche Laufbahn bereits in jungen Jahren im Radsport begann. Kannst du diese bitte kurz skizzieren.

Es begann mehr oder weniger alles damit, als mein Opa mir ein Rad schenkte, als ich 6 Jahre alt war. Dadurch dass fast alle Familienmitglieder aktive, leistungsorientierte und erfolgreiche Radsportler waren, lag es nahe, ebenfalls mit dem Radsport zu beginnen. Meine Mutter als deutsche Vizemeisterin war dabei mein Vorbild. Mein Vater war in dieser Zeit mein Coach.

3.     Das hört sich nach einen sehr radsportbegeisterten Familie Fischer an. Was waren deine größten Erfolge als Radsportler?

In den Nachwuchsklassen wurde ich mehrfach Rheinland-Pfalz Meister sowie 1 x Saarlandmeister (U23). Später im Junioren & U23-Bereich bin ich dann in der „Radbundesliga“ gefahren und habe am Weltcup sowie Rundfahrten teilgenommen.

4.     Das Radfahren hatte lange Zeit deinen sportlichen Alltag bestimmt. Wie aber bist du zum Laufen gekommen?

Zum Laufen bin ich während meines Studiums gekommen. Aufgrund der geringen Zeit, die ich zum Trainieren hatte, konnte ich an leistungsorientiertes Radtraining nicht mehr denken. Eine Stunde Laufen am Tag geht aber irgendwie immer und so war ich plötzlich ein Läufer.

5.     Was waren deine läuferischen Highlights im vergangenen Jahr 2015?

In 2015 hatte ich leider aufgrund langwieriger Rückenschmerzen wenig läuferische Einsätze. Ich war zunächst froh Ende 2015 wieder schmerzfrei laufen zu können. An dieser Stelle kam die Goldbacher Winterlaufserie als sehr motivierender Einstieg zur richtigen Zeit. Diese aus acht Läufen über 10 km und ca. 200 HM bestehende Winterlaufserie konnte ich in der Saison 2015/2016 erstmalig gewinnen.

6.     Nach diesem wirklichen guten Jahresbeginn in 2016, was sind deine Ziele für den Sommer?

Zunächst einmal möchte ich auf den Ultradistanzen Fuß fassen. Dabei würde ich gerne die 100km ausprobieren.

7.     Hast du für diese Distanz ein spezielles Rennen im Auge?

Nach meiner guten Zeit in Rodgau bin ich optimistisch für ein gutes 100km-Rennen. Ich habe zwei, drei Startmöglichkeiten für meine Premiere auf diesem langen Kanten als Option. Da ich aber kein Hitzeläufer bin, käme mir eine Startzeit sehr früh oder spät am Tage entgegen. Letztlich soll an dem Tag X auch alles passen.

8.     Du kannst dir mit einer überzeugenden Leistung durchaus Hoffnungen auf einen Startplatz bei der nächsten 100km-WM machen?

Ja, diese beiden Ziele habe ich durchaus auf dem Radar: Kader und WM-Teilnahme. Ich weiß aber auch um die starke Laufkonkurrenz im eigenen Lager.

9.     Jedes gute Rennen basiert auf hartem und konsequentem Training in den Wochen und Monaten davor. Disziplin und Hartnäckigkeit sind hier meist der Schlüssel zum Erfolg. Welche Trainingsphilosophie verfolgst du?

Eine richtige Trainingsphilosophie habe ich in diesem Sinne nicht. Ich trainiere zwar nach einem Plan, stelle aber durchaus öfters Einheiten an den Alltag oder dem Wetter angepasst um. Da ich durch meine Radsportkarriere über einen soliden Grundlagenbereich verfüge, absolviere ich einige Wochenkilometer.

Zwei wichtige Grundsätze, mit denen ich gut zurechtkomme, sind: zum einen suche ich nach Misserfolgen lieber nach Fehlern anstatt nach Ausreden, um weiterzukommen. Zum anderen laufe ich Einheiten bewusst ohne Uhr, um einfach locker zu bleiben und das Laufen zu genießen.

10.  Die langen Trainingseinheiten eines Ultraläufers sind oft hart und einsam. Hast du Trainingspartner? Oder trainierst du oft alleine?

Das Training absolviere ich überwiegend alleine, öfters fährt meine Freundin mit dem Rad nebenher. Ich versuche einmal pro Woche das Vereinstraining des SSC Hanau-Rodenbach zu besuchen. In diesem Rahmen erhalte ich auch ab und an von unserem Vereinstrainer Sascha Arndt wertvolle Ratschläge. In dieser Hinsicht bin ich für jeden Hinweis dankbar. Grundsätzlich bin ich aber mein eigener Trainer.

11.  Neben dem eigentlichen Training ist die Ernährung für viele Athleten eine weitere Stellschraube zur Optimierung ihrer Leistung. Wie gehst du mit diesem Thema um? Stellt Essen für dich eher eine Befriedigung oder eine Last dar?

Auf meine Ernährung achte ich im „normalen Rahmen“. Insbesondere vor Wettkämpfen achte ich auf mein Gewicht und damit auf das, was ich konsumiere. Allerdings esse ich auch gerne mal Kekse oder ähnliches.

12.  Das Laufen als Ultraläufer nimmt durchaus Zeit in Anspruch. Wie sehr fokussierst du dich auf die Rennen und was trägt zur Entspannung bei?

Entspannung im Alltag und vor Rennen finde ich in Anwesenheit meiner Freundin.

Und abschließend noch der Quickie: 5x kurz gefragt -  5x kurz geantwortet

1.   Welche Musik hörst du am liebsten? - Rock

2.   Wo machst du am liebsten Urlaub? - In den Bergen

3.   Welche Hobbys hast du außer Laufen? - Wandern, Technik

4.   Was bringt dich auf die Palme? - Die Unfähigkeit mancher Menschen Fehler zugeben zu können.

5.   Was gehört deiner Meinung nach verboten? - Rücksichtsloses/asoziales Verhalten

 

Bestzeiten:

10km

 

00:34:08

Halbmarathon

01:14:28

Marathon

02:37:18

50 km

03:09:29

 

 


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