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26. Hannover-Marathon

[eingestellt am 12. April 2016]

By: Volker Goineau

Frank Meier nach dem Lauf

Anna Hahner schneidet schonmal den Olympiakuchen an..

Marathon als „Genuss“

Hobbyläufer am „Kröpcke“

Der Sieger ist in Sicht...

...Lusapho April triumphiert hier zum 3. Mal

Der Zweite Martin Kosgey

Moses Ndiema kommt als Dritter ins Ziel

Die Plätze 4 und 5

Lusapho April lässt sich feiern

Gespannte Zuschauer

Siegerin Edinah Kwambai

Anna Hahner auf den letzten Metern

Frank Meier quält sich ins Ziel

Lisa Hahner mit „Edelhase“ Matthias Müller

Marathon kann schmerzhaft sein – Timo Kuhlmann auf den letzten Metern

Der HM-5. Nicolai Riechers

Jasper Cirkel aus Göttingen läuft 1:10:18 h

Dieter Baumann in einer Promi-Staffel

Erschöpfte Läufer im Ziel

Buntes Treiben

Favoritensiege bei besten Laufbedingungen

Hannover, 10.4.2016 - Zum bereits 26. Mal wurde in Niedersachsens Landeshauptstadt einer der schnellsten und flachsten deutschen Frühjahres-Marathons ausgetragen. Für dieses Rennen, welches das IAAF Silver Label für Straßenläufe trägt, hatte der sportliche Leiter Christoph Kopp erneut mehrere Topläufer, vorwiegend aus Afrika, verpflichtet. Außerdem wollten die Hahnertwins Anna und Lisa hier ein schnelles Rennen abliefern, wobei es für Anna darum ging, ihre Zeit von 2:30:19 h aus dem vergangenen Herbst möglichst deutlich zu unterbieten, um sich die Olympiateilnahme zu sichern. Im parallel stattfindenden Halbmarathon wurden die Niedersächsischen Landesmeisterschaften ausgetragen.

Der Startschuss zum Marathon fiel um 9 Uhr am Friedrichswall vor dem Rathaus. Zu dieser Zeit lag die Temperatur noch unter 10°C, stieg dann im Verlauf des Vormittags auf 11-12°C an, bei Sonnenschein und wenig Wind. Sehr gute Bedingungen für einen Marathon also. Einer der großen Favoriten im Feld war der Südafrikaner Lusapho April, der dieses Rennen bereits zwei Mal gewonnen hatte und dabei im Jahr 2013 den Streckenrekord von 2:08:32 h lief. Er wollte zum einen versuchen, diesen Rekord zu unterbieten und zum anderen natürlich die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro erreichen. Dafür musste er nicht ganz in den Bereich seines Streckenrekordes laufen, schließlich hat Südafrika derzeit keine so große Breite an Weltklasse-Marathonläufern, ganz anders als Kenia, Äthiopien oder Eritrea. Außerdem mit am Start war der Kenianer Moses Masai, der 2009 die Bronze-Medaille bei der WM in Berlin über 10.000m gewonnen hat und über die 25 Stadionrunden eine Bestzeit von 26:49,20 min zu Buche stehen hat. Allerdings wurde das Elitefeld im Vorfeld etwas geschwächt, da der ein oder andere Afrikaner aufgrund von Problemen mit dem Visum nicht einreisen durfte. Auf weiblicher Seite konnte Anna Hahner mit 2:26:44 h die beste Vorleistung vorweisen, jedoch war sie in ihren letzten beiden Marathonläufen deutlich über dieser Zeit geblieben und ihre Olympiateilnahme ist noch nicht sicher, da sie zwar die Norm unterboten hat, jedoch in der zweiten Aprilhälfte andere deutsche Läuferinnen sie noch aus dem Team verdrängen könnten und auch noch ungewiss ist, ob die Äthiopierin Fate Tola, die im September 2:28:24 h auf den Berliner Asphalt gebracht hat, vor Olympia die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten wird.

Im Rennen der Männer kam es zum dritten Hannover-Sieg von Lusapho April. Da er sich relativ früh abgesetzt hatte, lief er zum Schluss deutlich mehr als 10 km alleine an der Spitze und verlor dabei etwas an Fahrt. So lief er trotz einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 64:26 min „nur“ eine Zeit von 2:11:27 h. Für die Olympiateilnahme dürfte das wahrscheinlich trotzdem gereicht haben, den Angriff auf seinen Streckenrekord muss er allerdings auf die nächsten Jahre verschieben. Rang zwei erlief sich der Kenianer Martin Kosgey in 2:11:54 h, gefolgt von Moses Masai (2:15:43 h), der offensichtlich den Mann mit dem Hammer getroffen hatte und die Zielgerade nur noch „joggen“ konnte. Den 4. Rang belegte der Franzose Jean-Damascène Habarurema in 2:16:33 h, ganz knapp vor Abraham Niyonkuru (ebenfalls 2:16:33 h) aus Burundi. Als schnellster Deutscher erreichte Frank Meier von der LGO Dortmund als 14. nach 2:33:48 h das Ziel. Bei seinem Debüt war Frank mutig angelaufen (1:12:54 h für die erste Hälfte), wurde auf der zweiten Hälfte jedoch von Krämpfen geplagt und rettete sich dann mehr oder weniger ins Ziel. Er zeigte sich jedoch glücklich darüber, nun einen Marathon absolviert zu haben, weiß jedoch noch nicht genau, ob und wann der nächste Versuch auf dem „langen Kanten“ ansteht. In der Sommersaison werden erstmal wieder deutlich kürzere Strecken angegangen.

Noch vor dem schnellsten Deutschen war die schnellste deutsche Läuferin im Ziel: Anna Hahner lief in 2:30:35 h auf einen starken zweiten Platz, nur geschlagen von der Kenianerin Edinah Kwambai (2:29:17 h). Mit ihrer Platzierung zeigte sie sich hinterher auch sehr zufrieden; schließlich konnte sie auf der zweiten Streckenhälfte mehrere Afrikanerinnen passieren. Jedoch verlor auch sie nach einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 1:13:48 h, die übrigens den erforderlichen Leistungsnachweis für einen Olympiastart bedeutete, etwas an Tempo und blieb letztendlich sogar über ihrer Berlin-Zeit. Somit muss sie in den nächsten Wochen noch ein wenig um ihr Rio-Ticket zittern. Allerdings könnte Anna es mit ihrer Halbmarathon-Durchgangszeit ins deutsche Team für die Europameisterschaft in Amsterdam geschafft haben, was für sie jedoch eine untergeordnete Rolle spielt. Gepaced wurde Anna in Hannover übrigens vom Kenianer Dickson Kurui, der schon bei zahlreichen deutschen Straßenläufen auf das Podest gelaufen ist und auch Marathonläufer wie Falk Cierpinski oder Christian König gerne mal als Tempomacher unterstützt, sowie vom Briten Michael Simpson. Der 25jährige kommt vom Berglauf und möchte in London am 24. April die Olympiaqualifikation versuchen. Hier tragen die Briten übrigens eine Art „Trials“ aus, bei der die Startplätze für den Marathon in Rio de Janeiro vergeben werden.

Den dritten Platz bei den Frauen belegte Jerono Biwott aus Kenia in 2:30:47 h. Annas Zwillingsschwester Lisa Hahner, die den Olympiastartplatz bereits sicher hat, landete in für sie eher enttäuschenden 2:34:56 h auf dem sechsten Rang. Allerdings brach sie im Ziel zunächst zusammen, sodass davon auszugehen ist, dass sie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Insgesamt konnte der sportliche Leiter Christoph Kopp nicht ganz zufrieden mit den Top-Ergebnissen sein, doch zeigte sich wieder einmal, dass ein Marathon nicht so genau planbar ist und für die individuelle Spitzenleistung einfach alles passen muss, neben dem Wetter also auch die Tagesform, Renneinteilung, Verpflegung etc. So blickt auch Kopp bereits auf nächstes Jahr und hofft, dann etwas mehr Glück zu haben.

Im Halbmarathon, der um 10:30 Uhr gestartet wurde, konnte sich Valentin Harwardt vom VfL Wolfsburg durchsetzen und sich mit einer Zeit von 67:13 min den Landesmeistertitel sichern. Auch die nächsten beiden Läufer blieben noch unter 68 Minuten: Philip Champignon (67:56 min) und Stephan Voskuhl (67:58 min), wobei Stephan eigentlich nur Tempo für Philip machen wollte, dann jedoch durchlief und seinem Kollegen am Schluss aber den Vortritt ließ. Florian Pehrs von der LG Braunschweig lief als Vierter 68:38 min, was das insgesamt ziemlich ordentliche Niveau für eine Landesmeisterschaft zeigte. Der Fünfte Nicolai Riechers (OTB Osnabrück) verpasste mit 1:10:02 h (netto 1:10:01 h) denkbar knapp die 70-min-Marke, konnte sich jedoch über eine deutliche Steigerung seiner Bestzeit freuen. Auch die nächsten vier Läufer blieben noch unter 1:11 h. Die Halbmarathonspitze kam ins Ziel, als im Marathon ca. 2:38 h absolviert waren, was für die Zuschauer recht unübersichtlich war. Wer war denn nun Halbmarathon- und wer war Marathonläufer? Dazu kam, dass die Halbmarathonis zunächst überhaupt nicht von der Sprecherin im Ziel erwähnt wurden. Hier könnte man sich eine etwas bessere Organisation wünschen, eventuell mit geänderten Startzeiten.

Den Damensieg und damit den Titel der Niedersachsen-Meisterin über die 21,1 km holte sich Miriam Hermann vom ULV Wolfsburg in 1:22:20 h, gefolgt von Nicole Krinke (LG Nienburg; 1:23:49 h) und Malina Langhorst (Hannover Athletics; 1:25.32 h).

Um 13 Uhr wurde dann noch der 10km-Lauf gestartet. Hier sicherten sich Thomas Kühlmann in 31:52 min und Tabea Themann in starken 34:44 min. den Sieg. Insgesamt hatten  über 20.000 Sportlerinnen und Sportler für die Veranstaltung gemeldet, davon 2335 für den Marathon. Viele davon werden sicherlich auch in den nächsten Jahren wieder dabei sein, vor allem, wenn sich das Hannoveraner Wetter erneut von seiner schönsten (und läuferfreundlichsten) Seite zeigt.

<cite class="_Rm">www.marathon-hannover.de  
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