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Sina, Manishe

[eingestellt am 28. April 2016]

By: Jörn Harland

Fotos: privat

Manishe Sina lautet der Name, den man sich in der Berglaufszene unbedingt merken sollte. Im März hat die Frankfurterin für Aufsehen beim Kandel-Marathon gesorgt. Dort schaffte die im Wertpapierhandel tätige Athletin in 2:58:53 h eine Punktlandung und durchbrach erstmalig die 3h-Marke. Vier Wochen später wurde sie Deutsche Meisterin im Ultratrail und setzte damit das nächste Ausrufezeichen. Überhaupt ist die 1,65m große und 52kg leichte Ultraläuferin eher auf Trails und den Bergen im Taunus anzutreffen. Nicht umsonst findet im Herbst das absolute Highlight in 2016 statt: der Transalpine-Run. Laufticker.de traf Manishe schon vor der DM im Ultratrail, um mit ihr über ihre Erfolge zu sprechen und zu erfahren, was für sie die Faszination am Laufen ausmacht.

1.    Nachdem du dieses Jahr bereits so erfolgreich gestartet bist, interessiert unsere Leser natürlich zunächst, wie du überhaupt zum Laufen gekommen bist? Beschreibe doch bitte deinen sportlichen Werdegang.

Das geschah eher zufällig, weil ich hier in Frankfurt keine guten Voraussetzungen für Schwimmtraining hatte. Nach und nach habe ich immer mehr Spaß am Laufen gefunden. Mit der Motivation und Unterstützung meines Umfeldes bin ich innerhalb eines Jahres auf der 10km Strecke unter die 40 min. gekommen, ganz ohne spezielles Training.

2.    D.h. Laufen hat für dich mittlerweile einen besonderen Stellenwert erreicht? 

Ja, inzwischen kann ich mir ein Leben ohne Laufen nicht mehr vorstellen. Die Distanzen sind mit der Zeit länger geworden und meine Läufe abwechslungsreicher. Vom schnellen 10km Straßenlauf bis hin zum Ultra-Trail mache ich alles mit.

3.    Das hört sich nach einer sehr spannenden und unverkrampften Entwicklung an. Du konntest auch bereits einige sehr beachtliche Erfolge erzielen, z.B. 2015.

Ja, in 2015 gab es einige Highlights. Die Salomon 4 Trails waren eine tolle Erfahrung und auch mein erster wirklicher Trail-Wettkampf. Ich kam direkt in die Top 10. Das Beste daran war aber, dass ich dabei so viele andere nette Läufer kennen gelernt habe. Danach habe ich mich auf die DM im Ultra-Trail vorbreitet (P-weg) und konnte da 4.Frau und 1. in meiner Altersklasse werden. Zudem konnte ich 2015 meine Bestzeiten über 10km und Halbmarathon aufstellen.  Das war echt ein tolles Jahr.

4.    Nach so einer erfolgreichen Saison in 2015, musst du ja voller Motivation für 2016 sein. Beim Kandel-Marathon hat das Jahr 2016 ja bereits gut für dich begonnen. Was sind weitere Ziele für dich in 2016?

Ja, in Kandel beim Marathon bin ich wie geplant unter die 3h gekommen und habe damit auch gewonnen. Als nächstes stehen die DM im Ultratrail in Bilstein auf dem Plan (siehe oben in der Einleitung). Im Herbst findet dann das absolute Highlight dieses Jahr statt: der Transalpine-Run, den ich mit Lisa Mehl und der Unterstützung von Trampelpfadlauf.de laufen werde. Da freue ich mich wahnsinnig drauf. Wir haben hier sogar eine Homepage eingerichtet (www.tar2016.de). Ich finde den Gedanken mit einer wirklich guten Freundin als Team über die Alpen zu laufen toll. Wir werden so viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln (gute wie auch schlechte) und dabei viel über uns lernen.

5.    Bei so vielen gelaufenen Kilometern stellt sich für den Leser zwangsläufig die Frage: hast Du Trainingspartner? Oder trainierst Du oft alleine? Hast die eine Lieblingstrainingseinheit?

Ich trainiere viel alleine, auch weil ich am liebsten früh am Morgen laufen gehe. An den Wochenenden gehe ich aber oft mit meinem Freund und auch anderen Freunden im Taunus laufen. Beides finde ich gut und wichtig für mich.

Eine Lieblingstrainingseinheit habe ich nicht, ich mag Abwechslung im Training. Intervalle können genauso viel Spaß machen wie Dauerläufe. Am liebsten laufe ich aber nach Lust und Laune mit Freunden. Gerne auch im Taunus mit vielen Höhenmetern und ein paar schönen Trails.

6.    Bei diesen vielen zu laufenden Kilometern ist für das Gros der Athleten ein fester Trainingsplan wichtig. Wie sieht deine Trainingsplanung aus? Hast du Unterstützung oder bist du dein eigener Trainer?

Das kommt drauf an: Wenn ich einen Plan habe halte ich diesen bis auf ganz wenige Ausnahmen fest ein. Die meiste Zeit trainiere ich aber ohne Trainingsplan und da laufe ich dann einfach nach Gefühl. Ich habe inzwischen gelernt auf meinen Körper zu hören und kann meine Laufeinheiten gut darauf abstimmen. Außerdem versuche ich Schwimm- und Radeinheiten einzubauen. Dehnen und Stabiübungen mache ich auch regelmäßig. Einen festen Trainer habe ich für meine Trainingsplanung nicht. Letztes Jahr habe ich mit Andreas Butz zusammen auf den P-Weg hingearbeitet; seit ein paar Monaten ist Timon Abegglen von der Marmota Trailrunning GmbH mein Ansprechpartner. Mit ihm habe ich mich auf Kandel vorbereitet.  

7.    Neben dem vielen Lauftraining, ist aber auch Regeneration wichtig. Was hilft Dir, Abstand vom Laufen zu gewinnen? Wie entspannst du dich im Alltag und vor Rennen?

Ich gehe immer noch gerne Schwimmen, das tut einfach gut. Außerdem habe ich gerade Qi Gong für mich entdeckt. Das ist sehr entspannend. Und im Kino kann ich großartig entspannen.

Was wir außerdem noch über Manishe wissen wollen:

1.       Welche Hobbys hast Du außer Laufen?

Fotografieren, ich gehe viel und gerne ins Kino, Kochen mit meinem Freund (wobei ich meistens nur dabei stehe und assistiereJ )

2.       Deine schönste Kindheitserinnerung?

Ich hatte eine tolle Kindheit, das ist eine große schöne Erinnerung

3.       Welches Buch kannst Du empfehlen?

Alice im Wunderland

4.       Wo machst Du am liebsten Urlaub?

In den Bergen!

5.       Was fehlt in Deiner Küche nie?

Datteln und Nüsse, Obst, selbstgemachter Apfelmus, dunkle Schokolade

6.       Was bringt Dich auf die Palme?

Unpünktlichkeit / Unzuverlässigkeit

 

C) Bestzeiten:

10km:

37:48 min.

Halbmarathon:

1:24:17 h

Marathon:

2:58:53 h

50km:

3:49:57 h

 

 

 


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