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1. Medico 6 Stunden-Lauf Empfingen

[eingestellt am 02. Mai 2016]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

das Zählerzelt noch verwaist

die Zähler sammeln sich

Ingos Briefing löst Heiterkeit aus

Ansprache von Bürgermeister Albert Schindler, der in wenigen Wochen mit dem Rad die Alpen überqueren will

Die Meute versammelt sich an der Startlinie

Nach 30 Runden ist die Marathonmarke erreicht

Sieger Hobbylauf

Hans-Jürgen Schlotter in Begleitung mit von Stefan Riethmüller

Thomas „Teddy“ Weiß

Birgit und Norbert Fender noch gemeinsam unterwegs

Kurt Haigis lief erst 7 km und spielte dann Keyboard und sang

Blasius Schneider, mit 68 ältester Teilnehmer, marschierte 37,4 km

Etwa vier Stunden in Führung, am Ende Zweiter: Rainer Leyendecker

Internationaler Flair: Allyn Raw

Gunther Zeller, Rainer Klemke und Frank Stein

Zweite Nazli Hacibayramoglu

Walter Marte

Matthias Becker

Marion Setzefand

Michael Maisch und Petra Wendt-Maisch

Hans Sütterlin

Matthias Leers

Flach ist was anderes

Robert Wimmer, Transeuropalaufsieger von 2003

Reinhard Schulze

Keine ernstzunehmenden Zuschauer

Julian Schneckenburger

Mario Nallinger

Cornelia Kaltwasser

Kerstin Stein

Organisator Ingo Schulze auf Inspektionsgang

Cordula Schneckenburger

Auf und nieder immer wieder

Dritte Ilona Nöh

Siegerin Juana Vasella

Hans Damm

Sieger Martin Kunz

Uwe Pfister

Gerhard Raithel und Annette Bruns

Leben am Zählerzelt, an dem Petra Wendt-Maisch gerade vorbei ist

Wendepunkt

Corinne Sonderegger und Cordula Schneckenburger

Frank Harms

Michael Bruns

Alleinunterhalter Kurt Haigis

Rainer Leyendecker und Annette Bruns

Marc Rukwid checkt seine Rundenzeit

Mike Friedl

Walter Marte

Rainer Leyendecker mit dem Marathonfähnchen

Thomas Weiß, Cornelia Kaltwasser und Marc Rukwid haben Spaß

Birgit Fender mit dem Marathonfähnchen

-

Auch Matthias Becker hat Marathon geschafft

Ein Rotmilan beobachtete das Ganze, die Läufer waren ihm als Beute aber zu groß

Siegerin Juana Vasella

Robert Wimmer

Zweite Nazli Hacibayramglu

Thomas Dornburg

Martin Kunz mit dem Klötzchen für die Restmetervermessung

Dritte Ilona Nöh

Mike Friedl mit Holzklotz

Kerstin und Frank Stein haben Rainer Klemke in ihrer Mitte

Allyn Raw

Matthias Becker läßt tragen

Gerhard Raithel und Ilona Nöh

Restmetervermessung

Restevernichtung

Aufräumarbeiten

Inge Schulze verteilt die Socken

Die drei schnellsten Männer

Die drei schnellsten Frauen

Du bist der Hammer, Du bist stark

Empfingen, 01. Mai 2016 - zum ersten Mal lud Ingo Schulze, in Ultramarathonkreisen eigentlich als Veranstalter langer, längerer und ganz langer Etappenläufe bekannt, zum Rundendrehen ein. 6 Stunden im Gewerbegebiet in Empfingen.

„Die Strecke ist nur leicht wellig“ hieß es in der Beschreibung der vermessenen gut 1,4 km langen Runde durch das Gewerbegebiet „Alte Kaserne Auchtert“ der 4.000 Seelen-Gemeinde im Kreis Freudenstadt. „Leicht wellig“ ist aber sehr relativ und Hans-Jürgen Schlotter, selbst in der Nähe, nämlich wie Schulze in Horb am Neckar beheimatet, meinte augenzwinkernd „für hiesige Verhältnisse ist es schon flach“. Auf der Runde gab es wahrscheinlich nicht mehr als 10 flache Meter, ständig ging es entweder rauf oder runter. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, hatte Petrus ein Einsehen, während des Wettkampfs war es zwar bewölkt und windig, blieb aber trocken. Erst zur Siegerehrung öffnete der Himmel wieder seine Schleusen.

„Laufen bei Ingo“ zieht Fans seiner Läufe von nah und fern. So kamen die am weitesten gereisten Läufer aus Berlin und Wilhelmshaven. Während die Berliner Kerstin und Frank Stein am Samstag auf dem Hinweg noch die Harzquerung „mitnahmen“, begannen Mike Friedl und Marion Setzefand, in Brandburg wohnend und für die LG Mauerweg Berlin unterwegs, ihren Urlaub mit dem Rundendrehen.

42 LäuferInnen fanden sich morgens um kurz vor 10 Uhr an der Startlinie ein – wie so oft bei derartigen Veranstaltungen erinnerte das Ganze mehr an ein Familientreffen.

Der Nürnberger Robert Wimmer, der 2003 den von Ingo Schulze veranstalteten Transeuropalauf von Lissabon nach Moskau gewann, hat das ambitionierte Wettkampflaufen inzwischen mehr oder weniger aufgegeben. Seine Knie wollen nicht mehr so wie er es gerne hätte. „Ich laufe hier einfach so mit“ grinste er zu Beginn – und stürmte dann nach alter Manier erstmal vorne raus. Die ersten Runden lief er noch vorne mit und sortierte sich dann auf Gesamtplatz 7 ein – 57,555 wellige Kilometer brachten ihm an Ende geschätzt auch noch rund 1.000 Höhenmeter mit ein.

Es mag sich trist und langweilig anhören, wenn eine Laufstrecke durch ein Gewerbegebiet führt. Tatsächlich war die Runde aber durchaus abwechslungsreich mit einem Abstecher ins Grüne und schönen Ausblicken auf die Luftlinie ca. 200 m entfernte Ortschaft. Das erst vor Kurzem erschlossene Gewerbegebiet ist auch noch nicht vollständig bebaut, viele Leerflächen sind Wiese. So hatte man zwar nur Asphalt unter den Füssen, aber viel Grün zu sehen.

Vielstarter und Neu-M60er Rainer Leyendecker aus Holzkirchen nahm von Anfang an das Heft in die Hand und stürmte voraus, als gebe es kein morgen. Ende März ging er vom 6 Stunden-Lauf in Fürth als Gesamtsieger nach Hause, Anfang April wurde er beim 6 h-Lauf in Nürnberg Deutscher Meister seiner Altersklasse in dieser Disziplin. Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden vom SV Schwindegg nahm er auch noch die Goldmedaille in der Senioren-Mannschaftswertung mit nach Hause.

Schon vorm Empfinger Start war klar, daß der Sieg wohl über ihn oder 6 Stunden-Debutant Martin Kunz vom Lauftreff „Eiscafé Winter“ im westpfälzischen Hauenstein gehen würde. Der 42jährige Pfälzer ist seit 2014 immer mal wieder auf Ultrastrecken unterwegs, setzt seine Starts aber sparsam ein. In Rodgau schraubte er seine 50 km-Bestzeit dieses Jahr auf 3:40:25 h, den langen Kanten am Rennsteig beendete er im Vorjahr als 16ter im Gesamteinlauf nach 6:01:42 h. Dieses Jahr soll noch die 100 km-Strecke im schweizerischen Biel „dran glauben“. Zwischendurch sah es so aus, als ob Rainer Leyendecker Martin Kunz überrunden würde. Der drehte aber genauso gleichmäßig seine Runden wie Leyendecker langsamer wurde und nach gut 2/3 der Laufzeit übernahm er die Führung. Nach sechs Stunden beendete er seinen sechsten Ultramarathon erstmals als Gesamtsieger. 67,573 km standen für ihn zu Buche. Leyendecker 66,011. Kunz hat dem Konkurrenten also am Ende ziemlich genau eine Runde abgenommen.

Hans-Jürgen Schlotter stürmte auf Platz 3. 63,764 km standen für ihn zu Buche. Der 53jährige hat schon eine beeindruckend Ultramarathonbilanz. So lief er zum Beispiel 876 km innerhalb von 6 Tagen, finishte die Transeuropaläufe 2003 und 2009 und für die 3.100 Meilen von New York brauchte er 1132:10:25 h, also etwas mehr als 47 Tage.

Bei den Frauen hatte Juana Vasella die Nase von Anfang an vor Nazli Hacibayramoglu. Juana stammt aus Bautzen, lebt aber inzwischen mit Mann und Kind in der Schweiz. Eigentlich war sie für den am selben Tag stattfindenden 12 h-Lauf in Basel gemeldet, war dort aber erst spät von der Warteliste in die Starterliste gerutscht. Nachdem ihre Tochter erst kürzlich Scharlach hatte, hatte sie vom Doc kein grünes Licht für einen 12 h-Lauf. Die Strecke in Empfingen war auch für die 38jährige Wahlschweizerin anspruchsvoll, denn sie trainiert immer nur mit ihrer dreijährigen Tochter im Babyjogger, dreht dann flache Runden am Zürichsee. 57,6 km bedeuteten den Sieg bei den Frauen und Platz 7 in der Gesamtwertung.

Ihre 40jähige Konkurrentin hatte ein Heimspiel. Sie ist von Haus aus Sommerbiathletin, begibt sich selten auf längere Strecken. Marathon ist sie zwar auch schon gelaufen „aber wirklich nicht oft“. Den 6 Stunden-Lauf vor der Haustür wollte sie sich aber nicht entgehen lassen, zumal sie Ingo Schulze schon seit einigen Jahren kennt. „Sechs Stunden zu laufen, das war für mich heute auch eine echte Herausforderung“ zeigte sie sich mit ihren 55,356 km überaus zufrieden.

Dritte im Treppchenbunde war Ilona Nöh aus Frankenthal. Die Pfälzerin bereitet sich mit ihrem Laufpartner Gerhard Raithel gerade auf den Rennsteiglauf vor und die sechs Stunden in 200 km Entfernung waren für die beiden ein willkommener Lauf zum Kilometersammeln. Ihr dritter Platz überraschte sie selbst am meisten und überglücklich konnte sie den ersten Pokal ihrer Laufbahn mit nach Hause nehmen. 52,326 km stehen für sie in der Ergebnisliste.

Die Rundenzählerinnen waren Mitarbeiterinnen des Hauptsponsors Medico. Sie hatten viel Spaß an ihrem Sonntagsjob, aber ihre Rundenzählung erschien nicht allen Teilnehmern astrein. Ingo Schulze ist zwar der Meinung, daß die Abweichungen zwischen den Aufzeichnungen der Teilnehmer und der Rundenzählung ausschließlich auf GPS-Abweichung und Verlassen der Ideallinie der offiziell vermessenen Runde beruht, dennoch möchte er im nächsten Jahr die Runden mit Transponder zählen lassen.

Nach Ende des 7 km-Hobbylaufs, der gemeinsam mit dem Ultramarathon um 10 Uhr gestartet wurde, machte sich einer der Teilnehmer als Alleinunterhalter „nützlich“. Das Lieblingslied von Kurt Haigis scheint „Du bist der Hammer“ von den Calimeros zu sein, denn das gab er in seiner etwas schrägen Art gleich mehrfach zum Besten. Zumindest schaffte er es so in die Überschrift zu diesem Bericht.

Der Termin für den 2. Medico Sechs Stunden-Lauf steht schon fest, er wird wieder am 1. Mai stattfinden. Der erste Teilnehmer steht auch schon auf der Liste: Reinhard Schulze ist Ingos Sohn, er schaffte beim Debut in Empfingen 44,462 km. Der Lauf war sei zweite Ultramarathon überhaupt, der erste liegt bereits 12 Jahre zurück. Die dritte Läufergeneration im Hause Schulze wächst auch schon nach. Reinhards sechsjähriger Sohn Sören begleitete den Papa so manche Runde. Er mußte manchmal von seiner Mutter gebremst werden, um den Vater nicht gerade auszubremsen, wenn es bei diesem gut lief.

http://www.6h-medico-lauf.de

 


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