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16. Trollinger-Marathon Heilbronn

[eingestellt am 09. Mai 2016]

By: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning

Der Alphornbläser steht jedes Jahr am Haigern zwischen Talheim und Flein

Die Spitze nähert sich dem Haigern: Markus Weiß-Latzko (25), dahinter verdeckt Marco Lack, Addisu Tulu Wodajo (648), Jens Santruschek (in gelb), Kay-Uwe Müller (mit Kopftuch), Richard Schumacher (ganz hinten)

Richard Schumacher wird Fünfter in 2:43 h

Die Institution am Haigern seit zehn Jahren: Wolfgang Meerwart, Alphornbläser aus Flein

Die schnellste Staffel der GENO-Runners mit Friedhelm Berger als Startläufer landet in 3:32 h auf Rang vier

Der Bulgare Kristiyan Kirilov (27) ist als Achter in 3:01 h schnellster Läufer der größten Mannschaft. Thorsten Vackiner hingegen erleidet auf der zweiten Hälfte Schiffbruch und finisht als 46. in 3:23 h

Die Frauensiegerin und Lokalmatadorin Veronica Clio Hähnle-Pohl, von ihrem Mann auf dem Fahrrad begleitet, erklimmt den Haigern und liegt hier schon klar in Führung

3. M45er in 3:04 h wird Jörg Olschewsky

Peter Großhans landet noch knapp vor Olschewsky auf Platz elf in 3:03 h

Alejandro Hernández Rodríguez aus Spanien kommt mit der Wärme gut klar und läuft in 3:04 h als 13. ein

Katrin Vogler von der LG Filder, am Haigern Zweite, im Ziel dann Dritte in 3:07 h

Rui am Haigern noch gut drauf

Die siegreiche Staffel von der Hochschule Heilbronn (3:00 h) in Person von Ralf Kempf, am Haigern an der Seite von Matthias Würth, dem 4. der M35 in 3:12 h

Bettina Englisch, die Vorjahressiegerin, läuft in diesem Jahr ausgezeichnete 2:58 h und belegt Platz zwei

Michaela Danner vom SV Kasing wird in 3:17 h Fünfte und Siegerin in der W45

Alin Kollmann, Gesamtsechste und Zweite W35 in 3:17 h

Trinken war angesagt

Die Dritte der W40, Sylwia Zakrzewski-Heiter von der SpVgg Heinriet, läuft 3:37 h

Helga Heiden, W60-Siegerin von den GENO-Runners, belegt Gesamtrang 17 bei den Frauen in 3:51 h

Auch das aktuelle Trolli-Shirt (rechts) wurde des öfteren gleich getragen. Die Frauenversion war pink-schwarz

Ilona Nöh aus Frankenthal ist bester Stimmung

Aus Läuferperspektive sieht das Ganze so aus

Otto Müller aus Talheim an „seinem“ Haigern

Uli Tomaschewski spendet Beifall

Klaus Neumann bräuchte angesichts der Damenbegleitung, die ihm am Haigern zuteil wird, nicht gar so grimmig dreinblicken

Tatort Klingenberg: Die Entscheidung naht, Markus Weiß-Latzko (Sparda-Team Rechberghausen) hat sich einige Meter von Addisu Tulu Wodajo abgesetzt…

….und läuft dem Sieg in 2:29:30 h entgegen

Addisu Tulu Wodaju (Team Finishline) wird Zweiter in 2:30:29 h

Kay-Uwe Müller liegt lange in Führung und wird am Ende in 2:32:15 h Dritter

Marco Lack (Schunk Speedys) läuft in 2:39:23 h auf Platz vier

Richard Schumacher (Sparda-Team Rechberghausen) wird Fünfter in 2:43 h

Philimon Kipkorir Maritim (run 2gether) läuft neuen Streckenrekord im Halbmarathon

1:04:16 h für Philimon Kipkorir Maritim, so schnell war auf der Halbmarathonstrecke in Heilbronn noch keiner

Der Äthiopier Gudeta Gudeta (2416) wird in 1:06:03 h Zweiter vor Matthew Kosgei (run 2gether) in 1:06:10 h

Seite an Seite dem Ziel entgegen: Gudeta Gudeta (2416) und Matthew Kosgei

Vierter wird Joseph Lokwang Lore (run 2gether) in 1:10:05 h

Marco Diehl, Sechster und 1. M45 in 2:51 h

Joachim Krauth vom VfL Sindelfingen wird in 1:15:04 h als Fünfter schnellster Deutscher

Pauline Esikon siegt mit neuem Streckenrekord von 1:15:21 h

Andreas Keller, in 2:57 h der letzte Mann, der es unter drei Stunden ins Ziel schafft und damit auf Platz sieben landet

Michael Chalupsky wird in 1:16:58 h Sechster des Halbmarathons

Juan Manuel Tejada ist schnellster Halbmarathoni des Lidl-Teams in 1:18:35 h

Die Marathonsiegerin, Veronica Clio Hähnle-Pohl (rechts) und die Zweite des Halbmarathons, Sentayheu Sentayehu Adalkibeg aus Äthiopien, laufen für kurze Zeit gemeinsam durch Klingenberg

Am Ende reichten zwei Minuten Vorsprung zum Sieg beim „Heimspiel“ für Veronica Clio Hähnle-Pohl in 2:56:17 h

Die Vierte des Halbmarathons, Faith Kipkemoi, läuft 1:21:32 h

Thorsten Siegl

Bettina Englisch in Jubelpose in Klingenberg, etwa fünf Kilometer sind es noch

Wolfgang Schütz, jedes Jahr beim Trolli dabei, siegt in der M55 in 1:23:04 h

Katarina Belova (Kaufland) siegt in der W30 in 1:27:07 h und wird Fünfte

Andrea Rossi aus Italien läuft gute 3:05 h und wird 14.

Nicole Möbus wird Sechste im Halbmarathon in 1:29:58 h

Knapp dahinter landet Karoline Brüstle auf Rang sieben in 1:30:23 h

Katrin Vogler, Dritte des Marathons

Siegerin W45 im Halbmarathon wird Nicola Wittner in 1:33:18 h

Reiner Müller, 3. M60 im Halbmarathon in 1:34:39 h

Der Zweite der M60 im Halbmarathon, Dr. Johann Tolonics, kommt nach 1:34:16 h ins Ziel

Frank Steinbrenner (33) und Markus Kachel (40) in Klingenberg noch gemeinsam. Im Frankenstadion kommt Markus in 3:09 h drei Minuten vor Frank an

Dank kluger Renneinteilung läuft Ulrike Herzog (WMF BKK Team AST Süßen) in 3:11 h noch auf Platz vier

Sieger M50 beim Marathon und schnellster Audi-Mitarbeiter wird Ralf Giese in 3:13 h

Die Daumen hoch!

Maria Brockhausen-Halder (SV Leingarten), zehnte Frau des Marathons und Siegerin W50 in 3:38 h, mit Jürgen Baumann (TSG Heilbronn)

„Baywatch“ lässt grüßen – die Temperaturen waren jedenfalls genau richtig, um „oben ohne“ laufen zu können

Die Revanche des Markus Weiß-Latzko

 

Heilbronn, den 8. Mai 2016 – Es ging wieder einmal heiß her in und um Heilbronn. Durch Deutschlands größtes Rotweinanbaugebiet führt die Marathonstrecke durch die an Neckar, Schozach und Zaber gelegene hügelige Landschaft. Wenn, wie am Sonntag, die Temperaturen auf weit über 20 Grad im Schatten klettern, müssen die Kräfte gut eingeteilt werden. So mancher Traum von Sieg oder Bestzeit zerfloss buchstäblich unter dem Einfluss der kräftigen Sonnenstrahlen. Da nützt dann auch die kräftige Anfeuerung der zahlreichen Zuschauer in den Ortschaften entlang der Strecke nicht mehr viel, auch wenn sie mit Applaus und Kühlung in Form von Schwämmen oder Gartenschläuchen alles taten, um den Läufern das Vorwärtskommen etwas  zu erleichtern.

Letztlich konnten die Organisatoren jedoch zufrieden konstatieren, dass nur 150 der 6481 gestarteten Läufer in allen Wettbewerben das Ziel nicht erreichten. „Eine angesichts der hohen Temperaturen hervorragende Quote“, so Projektleiter Holger Braun von der Heilbronn Marketing GmbH.

Beim Start des Marathons um 8:45 Uhr deutete sich eine Hitzeschlacht zwar schon an, es war aber noch relativ „läuferfreundlich“ temperiert. Dennoch war spätestens am ersten harten Anstieg, dem „Haigern“ zwischen Flein und Talheim nach knapp zehn Kilometern, das Feld der Favoriten sortiert. Bei den Männern war eine Sechsergruppe nahezu gleichauf am höchsten Punkt der Strecke. Markus Weiß-Latzko (Sparda-Team Rechberghausen) und Marco Lack (Schunk Speedys) liefen gemeinsam mit Addisu Tulu Wodajo (Team Finishline) etwas vor dem Vorjahresdritten Jens Santruschek (Bretten) und knapp hinter diesem lagen mit Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall) und Richard Schumacher (Sparda-Team Rechberghausen) der Vorjahressieger und der Dritte 2015 in Lauerstellung.

Kay-Uwe Müller, der Sieger 2015, schildert den Rennverlauf aus seiner Sicht folgendermaßen: „Ich bin von Anfang an mein Renntempo gelaufen und habe mich an den anderen gar nicht orientiert, sondern sie einfach laufen lassen. Zum „Haigern“ lag ich noch auf Platz fünf, bergab ging ich dann in Führung, die ich bis etwa Kilometer 32 innehatte. Ab diesem Zeitpunkt bekam ich immer wieder Seitenstechen und dadurch konnte ich natürlich nicht mehr so locker bergab laufen. Hier sind dann auch Markus und der Zweitplatzierte an mir vorbeigegangen und ich bin nur noch auf Platz gelaufen. Meine anvisierte Zielzeit von 2:30 h war da schon außer Reichweite, was aber aufgrund des Wetters sowieso sehr schwierig gewesen wäre. Es hat jedenfalls enorm viel Spaß gemacht in diesem starken Läuferfeld und meinen Traum vom Sieg beim „Trolli“ konnte ich mir ja letztes Jahr schon erfüllen. Insofern bin ich voll und ganz zufrieden, denn eine bessere Platzierung hatte ich mir am Start nicht ausgerechnet.

Meine weiteren Planungen sehen zunächst eine Teilnahme beim Triathlon in Roth in der Staffel vor, wo ich den Laufpart übernehmen werde. Ich liebäugele auch noch mit einem Marathon im Herbst, wo ich gerne unter 2:27 h laufen würde – das ist aber aufgrund meiner Selbstständigkeit noch sehr vage und ich muss mal schauen, ob ich Training und Beruf zeitlich überhaupt noch so richtig unter einen Hut bringen kann.“

Die Zufriedenheit Kay-Uwe Müllers wurde noch übertroffen von der Glückseligkeit des Markus Weiß-Latzko, der auf Facebook seinen Lauf und seine Gefühle schilderte: „Nach dem Frustrationserlebnis von Zürich, wo ich beim Marathon aufgrund von Unterkühlung aussteigen und meine Bestzeiten- und Olympiapläne begraben musste, war ich zunächst von muskulären Problemen und Plattheit gebeutelt und mich beschäftigte die Frage, wieso es ausgerechnet in Zürich so sch….sein musste. Anfangs der Woche, als ich mich wieder halbwegs menschlich fühlte, habe ich mich kurzfristig für einen Start beim „Trollinger“ entschieden und dafür, dort einen richtig harten Trainingslauf zu machen, denn meine Ausdauerform war hervorragend, wie es die Wochen vor Zürich gezeigt hatten. Ich wollte dieses Negativerlebnis abhaken und möglichst schnell wieder ins Training einsteigen. Auf der doch ziemlich hügeligen Strecke in Heilbronn konnte ich mich gemeinsam mit einem afrikanischen Läufer ab Kilometer 32 absetzen. Bei Kilometer 38 etwa dachte ich dann, ich versuche es einfach, wegzulaufen, denn bis dahin fühlte ich mich noch recht gut unter Kontrolle. Das gelang mir dann auch und so glückte mir in meinem achten Marathon der erste Sieg! Die Zeit von 2:29:28 h ist nicht so von Bedeutung für mich, aber in Anbetracht von Streckenprofil und Wärme ist das bestimmt eine 2:24 h. Also schon ein eher scharfer Trainingslauf für meine Verhältnisse, aber die Müdigkeit hält sich in Grenzen und im Nachhinein denke ich, alles richtig gemacht zu haben. Die Enttäuschung von Zürich konnte ich so etwas wettmachen und die Revanche ist geglückt. Außerdem weiß ich jetzt, dass ich nach meiner langen Verletzungszeit auf dem richtigen Weg bin und das Training gut war. Alles, was ich jetzt noch brauche, ist eine Pizza und ein Bier!“

Etwa eine Minute legte Weiß-Latzko noch zwischen sich und den Zweitplatzierten, Addisu Tulu Wodajo, der nach 2:30:29 h im Frankenstadion einlief und den Vorjahressieger Kay-Uwe Müller (2:32:15 h) auf den dritten Rang verwies. Dieser war heuer sogar etwas schneller als bei seinem Sieg, dennoch blieb für ihn „nur“ der Bronzerang. Vierter wurde Marco Lack (2:39:23 h) in seinem zweiten Marathon, als Fünfter kam der Vorjahreszweite Richard Schumacher in 2:43:54 h wieder in Heilbronn an.

Veronica Clio Hähnle-Pohl im Trikot der TSG 1845 Heilbronn war die erklärte Favoritin auf den Sieg im Marathon. Noch nie zuvor war sie diese Distanz bei ihrem „Heimrennen“ gelaufen, doch in diesem Jahr sollte es soweit sein. Es lief auch alles nach Plan, bereits am „Haigern“ lag die 30jährige schon recht deutlich in Führung. Nach 1:24 h war sie an der Halbmarathonmarke durch und hatte bereits fünf Minuten auf die schärfste Konkurrenz, Katrin Vogler (LG Filder) und ihre Vereinskollegin Bettina Englisch herausgelaufen. Doch die Hitze und zunehmende Ermüdung setzten „Vero“ trotz aller Anfeuerungsrufe, die ihr als einer der Lokalmatadorinnen zuteil wurden, mächtig zu. Letztlich „rettete“ sie sich in einer Zeit von 2:56:17 h ins Ziel und war zunächst zu kaputt, um sich wirklich über den Sieg freuen zu können. Die Siegerin des diesjährigen Freiburg-Halbmarathons (in 1:18:53 h) und Siebte der Halbmarathon-DM in Bad Liebenzell vor zwei Wochen (in 1:16:27 h) wurde anschließend, genau wie der Sieger bei den Männern, in Wein aufgewogen. Ihr Mann Ralf hatte ihr während der 42,195 Kilometer auf dem Fahrrad Beistand geleistet und sie unterstützt, was sicherlich ein psychologischer Vorteil für die Sportwissenschaftlerin aus Heilbronn war.

Ein bärenstarkes Rennen lieferte ihre Vereinskameradin Bettina Englisch ab. Die Vorjahressiegerin ließ es eher ruhig angehen und lag bis Kilometer 24 sogar nur auf Rang drei. „Die erste Hälfte bin ich etwas gemütlicher angegangen als geplant, da ich in einer netten Gruppe mit drei Männern gelaufen bin. Leider wurden die dann nach Kilometer 20 langsamer, da habe ich mich nach vorne abgesetzt. Ich musste auch die verplemperte Zeit wieder einholen, was mir auf der zweiten Streckenhälfte auch echt gut gelang. Nicht zuletzt dank der vielen bekannten Gesichter am Wegesrand, die mich mega angefeuert haben. Ab Kilometer 30 war ich dann so richtig am einsammeln, das hat mir dann natürlich noch einen zusätzlichen Schub gegeben, da ich inzwischen mutterseelenallein war. Am schönsten war es, als die Halbmarathonis in Klingenberg dazukamen und die Strecke und die Stimmung sich dadurch nochmals so richtig belebte. Alles in allem war es mein perfekter Lauf an einem perfekten Tag, und mit 2:58:03 h konnte ich erstmals unter drei Stunden bleiben, und das bei dieser schwierigen Strecke und der Wärme.

Dank der guten Tipps meines Mannes und der langen Trainingsläufe während unseres Urlaubs im Februar / März bei 30 Grad war ich definitiv hitzeresistenter als viele andere. Es hat einfach nur Spaß gemacht und ich plane, im Herbst auf einer richtig flachen Strecke mal zu schauen, was da so möglich ist.“

Die Stockheimerin Englisch, seit neuestem ebenfalls Mitglied in der TSG Heilbronn, hat in diesem Jahr ihre Halbmarathon-Bestzeit schon zwei Mal auf mittlerweile 1:21:22 h verbessert (was ihr bei der DM in Bad Liebenzell die Silbermedaille in der W35 einbrachte) und bezeichnete das Rennen in Heilbronn im Nachhinein als einen „gefühlten Sieg“. Ihre ausgetüftelte Marschtabelle hatte sie, wie immer, auf ihren Handflächen notiert (was an sich schon eine Leistung ist, wenn man über 40 Zeiten auf zwei Frauenhände verteilen soll) und diesen dann sogar dank eines „negativen Splits“ noch um über 30 Sekunden unterboten.

Der geballten Power von Bettina Englisch hatte Katrin Vogler, die als Dritte in 3:07:36 h im Frankenstadion einlief, nichts entgegenzusetzen. Und es wäre wohl auch für Veronica Hähnle-Pohl eng geworden, die das Ziel auf der zweiten Hälfte herbeisehnte und von ihrem Halbzeitvorsprung von über fünf Minuten gerade noch 105 Sekunden retten konnte.

Erfreulich war, abseits von sportlichen Leistungen, in diesem Jahr wiederum deutlich mehr Marathonfinisher gezählt werden konnten als noch 2015 – 595 Einträge umfasst die Ergebnisliste gegenüber 544 im Vorjahr, also eine Steigerung um zehn Prozent.

Beim Halbmarathon, der in Sachen Teilnehmerzahlen dem „Ganzen“ längst den Rang abgelaufen hat, gab es sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen einen neuen Streckenrekord, und das trotz der warmen Temperaturen.

Pauline Esikon (run 2gether) rannte in 1:15:21 h so schnell wie noch keine vor ihr in der Käthchenstadt und distanzierte ihre Konkurrentinnen Sentayehu Sentayehu Adalkibeg aus Äthiopien (1:18:38 h) und Betty Chepkwony aus Kenia (1:19:59 h) deutlich. Auf Rang sechs lief mit Nicole Möbus (AMIRS Racing Team) die schnellste Deutsche in 1:29:58 h ins Ziel.

Einsam vorneweg stürmte Philimon Kipkorir Maritim aus Kenia im Halbmarathon der Männer. Der für das „run 2gether“-Team laufende 28jährige hat in diesem Jahr bereits, genau wie Pauline Esikon, den Halbmarathon in Ingolstadt (in 1:02:52 h) gewinnen können. Gudeta Gudeta aus Äthiopien (1:06:03 h) und Maritims Teamkollegen Matthew Kosgei (1:06:10 h) und Joseph Lokwang Lore (1:10:05 h) blieb da nur das Nachsehen.

Run2gether ist aus einer österreichisch-kenianischen Vereinspartnerschaft entstanden und hat seit der Gründung im Jahre 2009 den läuferischen und kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern gefördert. Die kenianischen Athleten werden durch ehrenamtliche Mitglieder von run2gether betreut und für sie werden Starts bei Wettbewerben in ganz Europa organisiert. 70% des dabei „erlaufenen“ Preisgeldes dürfen die Athleten selbst behalten, die restlichen  30% gehen an den run2gether Verein in Kenia. Während die kenianischen Athleten die Gäste der run2gether-Laufwochen betreuen, widmen sie sich im Frühjahr und im Herbst ganz ihren sportlichen Zielen.

Als schnellster Nichtafrikaner landete der im Trikot des VfL Sindelfingen laufende Joachim Krauth nach 1:15:04 h auf dem fünften Platz, und auch ein Heilbronner „Urgestein“ wie der für die ULG / TV Flein laufende Wolfgang Schütz, immerhin schon der M55 angehörend, lief mit 1:23:04 h (netto) noch unter die Top 20 auf Rang 17.

Der Halbmarathon verzeichnete mit 4332 Eintragungen in der Ergebnisliste also den größten Zulauf und ist und bleibt das „Zugpferd“ der Veranstaltung. Die Stimmung ist auch hier ausgelassen und jeder einzelne wird bejubelt, völlig egal, ob es sich um Spitzen- oder Breitensportler handelt.

Das ist es (auch), was den „Trollinger“ auszeichnet – er ist eine regionale Größe mit internationalem Flair. Dazu kommt dann noch ein „Schuss“ Politprominenz, denn der designierte Innenminister von Baden-Württemberg und Heilbronner Bundestagsabgeordnete Thomas Strobl lief trotz Trainingsrückstandes auch wieder beim Halbmarathon mit, genau wie der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel.

Auch im 16. Jahr seines Bestehens kann der „Trolli“ voll und ganz überzeugen, und er wird bestimmt auch am 7. Mai 2017 wieder mit so mancher Anekdote aufwarten können. Ob halber oder ganzer Marathon, Staffelmarathon oder Kinder- und Jugendläufe: Es ist für alle etwas dabei und die „Partymeile“ im Anschluss an den stimmungsvollen Zieleinlauf im Frankenstadion sollte man auch einmal als Teilnehmer erlebt haben.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.trollinger-marathon.de


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