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30. Abendvolkslauf Frankenstein

[eingestellt am 11. Juni 2016]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

selbsterklärend

eher ungewohnt: Frauen am Grill

Lutz Hirselandt schmeckt’s

3. M40 Mario Steiner relaxt vorm Lauf

Warmlaufgewusel vorm Start

Tim Könnel und Jonas Lehmann gemeinsam vorne raus (ca. km 1)

Rot dominiert – so und so

1. M60 Alois Berg (726), neben ihm 3. M30 Benjamin Staß

666 – die Nummer des Teufels. Markus Rudolphi im Trikot der Roten Teufel aus Kaiserslautern

3. MJU20 Marc Schalk ist mit 14 der jüngste Teilnehmer

Andreas Würz

2. W40 Ines Leis

3. W30 Diya Tempel (546), neben ihr Sarah Schindler

1. MJU20 Berihu Yikuno (557), neben ihm Berhane Gerzher

1. W70 Ingrid Hoffmann

Zuschauermassen

Das Gegenstück zum Hungerast?

Jede Menge Walker unterwegs

Sieger Jonas Lehmann

Zweiter Tim Könnel schlängelt sich an den ersten Walkerinnen vorbei

Bei den nächsten fliegt er schon

Dritter Tobias Wiesemann und Vierter Alexander Barnsteiner hier noch zusammen

3. M20 Jonas Janzer

Sharif Said, der Schnellste aus der Reichenbacher Truppe

Markus Braband

Wie immer strahlend: Siegerin Jessica Kammerer plaudert unterwegs mit Karl-Peter Böshar

1. M50 Georg Frank

1. M30 Andreas Wagner

Frank Hadbawnik

Carsten Freund

3. M50 Hans Baque

Zweite Sonja Deiß

Dritte Janika Christmann

2. W20 Yvonne Knehr

1. W40 Teunie Mosterd

3. W20 Janina Brückner

Philipp Baadte

Gunter Arnold

3. M60 Dieter Kriegshäuser (rechts)

Andreas Nicke

Mathias Dohmen

1. W50 Christine Sauerland

Auch mal auf der Kurzstrecke unterwegs: René Spintler

Jörg Wenzel

Matthias Göttel

3. W40 Danuta Gaj

Josef Knauf

Steffen Winkelmann

Isabel Mertel

Richard Lutz

Rolf Dersch

Ralf Braun und Thomas Pfeiffer

Gast aus China: SAPler Beijang Xu

1. M70 Walter Lang

Reimund Müller

-

Roland Scheiber

2. M70 Robert Hinkel wird nächstes Jahr schon 80

Michael Marioneck

Ingrid Höh

1. W60 Sabine Rielinger

Heike Buchinger

Rainer Hauer

Iris Zumbach

Frankenstein ist wieder erreicht

Konny & Frank Wingerter

Applaus für Christian Hanz

Yvonne und Jochen Kastner

Ohne Helfer geht nix

Der Zielbereich

Adele Eichert hat die Hand am (Pfand)Geld

Zwei (nicht verwandte) Hinkel auf der Stange: Friedrich und Robert Hinkel

Frankenstein läßt grüßen

Frankenstein, 10. Juni 2016 – im Sommer 2014 wurde Frankenstein, im Städtedreieck Bad Dürkheim – Kaiserslautern – Neustadt gelegen, in die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn aufgenommen. 2015 bedeutete das die Absage für den 29. Abendlauf des TV 1910 Frankenstein. Denn für die kurzzeitige Sperrung der B37 und die Sicherung der Kreuzung nach Diemerstein sollte der Verein plötzlich 400 € zahlen. Bei den üblichen Teilnehmerzahlen hätte das eine Startgelderhöhung um 3-4 € bedeutet. 7 € kostet der Lauf bei Voranmeldung bis 5 Tage vorm Lauf, davon wird im Ziel 1 € zurück erstattet, wenn man seinen Mehrwegbecher wieder abgibt. Nordic Walker zahlen für ihre knapp 10 km lange Strecke 3 € weniger als die Läufer für die 15 km.

2016 hieß es nun „unsere Laufveranstaltung ist zurück“ – das Orgateam um Heinrich und Adele Eichert hatte sich entschieden, die Strecke um ca. 600 m zu verkürzen und so die B37 außen vor zu lassen. Statt wie gehabt am Bürgerhaus, in dem sich auch die gesamte Infrastruktur befindet, hieß es um 19 Uhr direkt an der Abbiegung zum Ortsteil Diemerstein und zur Villa Denis, vor der alle zwei Jahre der Univilla-Waldlauf sein Ziel hat, „auf die Plätze – fertig – los“.

159 LäuferInnen hatten sich eingefunden, um die Wiederbelebung des Laufs zu zelebrieren. Er gehört dieses Jahr zum Laufladen-Cup, was wohl die meisten Läufer über den Flyer und die Homepage des Cups nach Frankenstein lockte. „Wesentlich mehr Läufer hatten wir auch früher nicht, als wir noch jede Menge Flyer auf Volkslaufveranstaltungen auslegten“ zog Heinrich Eichert Bilanz. Die Laufabteilung des TV ist quasi nicht mehr vorhanden, auch auf der Homepage findet man unter dem Menüpunkt „Laufabteilung“ nur noch die Strecke des Abendlaufs. Deshalb kommen die Frankensteiner auch nicht mehr rum, um ihre Flyer bei anderen Veranstaltungen zu verteilen.

Sehr aktiv ist bekanntermaßen die Laufabteilung des TuS 06 Heltersberg. 13 Rothemden aus der Südwestpfalz verbrachten ihren Freitagabend am östlichsten Zipfel des Landkreises Kaiserslautern. Mitgereiste Zuschauer nicht mitgerechnet. Als die Namen Jonas Lehmann und Tim Könnel die Runde machten, war klar, daß der Sieg nur über diese beiden Heltersberger gehen würde. „Lehmann vor Könnel“ war die sich erfüllende Prognose.

Für Jonas Lehmann war es der zweite Start in Frankenstein, das erste Mal liegt aber schon sieben Jahre zurück. „Ich habe dauernd drauf gewartet, daß die Strecke links abgeht“ meinte er nach seinem Zieleinlauf. Adele Eichert bestätigte, daß die Strecke geringfügig geändert wurde, weil dieser Teil zu wurzelig und voller Rillen und Steine gewesen wäre. „Genau mein Terrain“ meinte Jonas hochzufrieden, als er nach 51:42 min im Ziel erfasst wurde. „So profiliert trainiere ich zuhause im Saarland immer.“. Für die nahe Zukunft hat er sich ein abwechlungsreiches Wettkampfprogramm zusammengestellt: Straßenlauf in Neustadt, Trail in Spirkelbach, Berglauf am Tegelberg. Dort findet im August die Deutsche Meisterschaft statt und dort will er sich für die WM qualifizieren.

Sein fünf Jahre jüngerer Vereinskollege Tim Könnel war zum ersten Mal in Frankenstein. „Das ist so ein bißchen wie der Nanstein-Berglauf in Landstuhl, nur länger“ war seine spontane Einschätzung der Strecke, die ihm sehr gut gefallen hat, er verlieh ihr das Prädikat „landschaftlich reizvoll“. Das erste Streckenviertel liefen die beiden Heltersberger gemeinsam, dann mußte Tim abreißen lassen. Bergauf ist Jonas Lehmann nicht zu schlagen. Bergab konnte er dann die Lücke immer weiter zulaufen und hatte nach knapp 15 km nur 14 Sekunden Rückstand. Noch vor gut zwei Monaten sah man den Medizinstudenten am Streckenrand stehen, ein eingeklemmter Schleimbeutel am Knie zwang ihn zur Pause, dem auch der Start beim Halbmarathon in seinem Studienort Mainz zum Opfer fiel. Behoben waren sie sofort, als Tim auf Einlagen umstellte. Innerhalb von zwei Tagen war der Schleimbeutel frei und er konnte wieder vollkommen schmerzfrei laufen.

Hinter den beiden war eine fast sechs Minuten große Lücke, bevor Tobias Wiesemann als Dritter und Sieger der M40 in den Zielkanal einlief. „Ganz schön hart für einen alten Mann“ grinste der Kaiserslauterer Architekt, der für den 1. FCK startet. Die ersten 10 km lieferte er sich mit Alexander Barnsteiner (LLG Landstuhl) ein Kopf-an-Kopf-Rennen, konnte es dann aber bergab besser laufen lassen. Auf den letzten 4 km lief er einen Vorsprung von neun Sekunden heraus. Auch Vielstarter Barnsteiner ist M40er, das Altersklassentreppchen war schon beim Zieleinlauf des Fünften vergeben, denn auch Mario Steiner wurde in Frankenstein in der M40 gewertet, wo es nur 10er-Schritte gab.

Auf Platz 7 kam mit Sharif Said der erste Flüchtling aus der Laufgruppe des VfB Reichenbach ins Ziel. Reichenbach-Steegen gehört zur Verbandsgemeinde Weilerbach und liegt ebenfalls im Landkreis Kaiserslautern. Dort wird Integration über den Sport groß geschrieben, am kommenden Wochenende veranstaltet der VfB sogar einen Integrationslauf über 6,5 km.

Wie so oft ging auch der Gesamtsieg bei den Frauen nur über eine Läuferin vom TuS 06 Heltersberg. Jessica Kammerer hatte die Nase weit vorn, lief nach 1:03:47 h als Gesamt-13te ins Ziel. Lange hat man sie auf keiner Laufstrecke gesehen. Fünf Monate war sie mit einer Plantarfasziitis außer Gefecht gesetzt, einer Entzündung der Sehnenplatte der Fußsohle. Seit November laborierte sie mit dieser schmerzhaften Verletzung. Im Winter konnte sie auch nur selten auf ihr geliebtes Rennrad steigen, um ihren Bewegungsdrang zu befriedigen. Ihr einziger Versuch mit einer Rolle endete im Chaos. Sie hatte ihr Rad falsch eingespannt und radelte im Dunkeln auf der Terrasse, wunderte sich irgendwann über den Gestank nach Gummi, strampelte aber fleißig weiter. Groß war die Überraschung, als sie am Ende der Trainingseinheit feststellen mußte, daß sich ihr Hinterrad fast aufgelöst hatte. Die schwarzen Gummispritzer klebten nicht nur an ihren Beinen sondern auch an der Terrassentür. „Danach hatte ich keine Lust mehr, auf die Rolle zu steigen, das eine Mal hat mir gereicht“ kann sie über sich selbst lachen. Seit fünf Wochen läuft sie auch wieder bei Wettkämpfen und hat sich vorgenommen, jetzt besser auf ihren Körper bzw. ihre Füsse zu hören als im Herbst, als sie mit schmerzendem Fuß noch auf den Potzberg und die Kalmit rannte. An Fronleichnam hat sie ihren Lebensgefährten Matthias Hecktor „genötigt“, mit ihr einen Radmarathon über 211 km zu fahren. Gerne würde sie sich noch in den Laufladencup einklinken. Frankenstein war der vierte von neun Läufen, von denen man fünf absolvieren muß, um in die Wertung zu kommen.

Wegen des Laufladencups war auch die Dackenheimerin Sonja Deiß (LC Bad Dürkheim) ins nahe Frankenstein gekommen. Nach 1:08:56h war sie im Ziel. „Das Training in Weisenheim am Berg scheint sich zu lohnen, ich kann besser bergab laufen“ freute sie sich über ihren zweiten Platz und eine Verbesserung ihrer „Achillesferse“. Sie war schon ungezählte Male in Frankenstein. „Auf jeden Fall war ich schon hier, als es unterwegs noch Bier gab“ erinnert sie sich. An der Verpflegungsstelle wurde früher tatsächlich Faßbier angeboten, aber – eigentlich naturgemäß – zu selten angenommen.

Janika Christmann komplettierte das Treppchen nach 1:10:04 h. Eigentlich kommt sie aus Kaiserslautern, startet aber für die Betriebssportgruppe von „BioMed“ im saarländischen Homburg. Dort arbeitet die 27jährige in der Qualitätskontrolle. Mit den Kollegen trainiert sie maximal ein Mal pro Woche locker, überwiegend läuft sie mit ihrem Freund Jonas Janzer, der 10 Minuten vor ihr das Ziel als Sechster erreichte. Auch diese beiden waren wegen des Laufladencups in Frankenstein. Janika war zum ersten Mal in der 1000-Seelen-Gemeinde. Die Strecke lag ihr, auch sie läuft gerne wellig – und üblicherweise Strecken bis um die 20 km. Ausnahmen bestätigen die Regel, ihr längster Wettkampf war der 36 km-Basetrail an der Zugspitze.

Auf den ganz langen Strecken ist René Spintler normalerweise unterwegs, 15 km stellen für den 41jährigen Wendelsheimer keine Herausforderung dar. Am langen Fronleichnamswochenende war er glücklicher Finisher des 320 km lange WIBOLT, einem Nonstoplauf von Wiesbaden nach Bonn, komplett den Rheinsteig entlang. 85:30 h war er unterwegs, davon hat er nur fünf Stunden geschlafen. „Ob man es glaubt oder nicht – mir hat anschließend nichts weh getan.“. Montags ging er arbeiten, als sei nichts gewesen. Einzig der Schlafmangel machte sich noch ein paar Tage lang bemerkbar. In Frankenstein war er 1:20:19 h unterwegs.

Selbst ein chinesischer Mitläufer hatte den Weg zum Abendlauf gefunden. Beijang Xu hat „SAP LABS China“ als Vereinsnamen angegeben und das erklärt auch schon, wie er nach Frankenstein kam. Silvia Otto (TG Waldsee) arbeitet ebenfalls bei SAP, gab ihm den Tipp und nahm ihn auch gleich mit. „Es hat ihm gut gefallen – kein Vergleich zu Shanghai“.

Ergebnisse www.laufinfo.eu


Kossmann Laufdesign