Kanzlei.org - laufend gut beraten

17. LGT Alpin Marathon Liechtenstein

[eingestellt am 14. Juni 2016]

By: Jörn Harland

Fotos: 1-17 swiss image, 18-27 Jörn Harland

Die Damen sind bereit

Matschig und nass wars

Verfolgergruppe im flachen Teilstück: links Jörn Harland (295), späterer 7., rechts Arnold Aemisegger (3), späterer 5.

Läuferlindwurm bei km 5

Oberhalb vom Schloss Vaduz

Diese Gruppe hatte trotz der steilen ersten Hälfte sichtlich Spass

Wunderbare Ausblicke konnten die Läufer genießen

Im Team ist so manches leichter

Hannes Rungger wird Zweiter

Patrick Wieser gewinnt zum 5. Mal

Der Vorjahressieger Gerd Frick aus Südtirol wird Dritter

Volles Rohr!

Schneereste begleiteten die Teilnehmer

Die Top 3 Damen: Staicu, Camboulives, Gordon (von links)

Zahlreiche Getränkestände erleichterten den Läufern die Strapazen

Die Alphörner heizten den Läufern kräftig ein

Die Kleiderwahl hat sich Daniel wohl überlegt

Wolkenverhangen werden die Teilnehmer auf dem Parkplatz begrüsst

Tags zuvor schien die Sonne noch tatkräftig

Internationaler Zieleinlauf

Gekonntes Verladen der Klamotten

Ab und zu waren die Berge dann doch zu sehen

Die Top 10 der Damen im Marathon

Die Top 3 der Herren: Runger, Wieser, Frick (von links)

Regenerisch wars

Das Zielplateau in Malbun

Durchquerung eines ganzen Landes

Liechtenstein, 11. Juni 2016 - Es gibt nur einen Marathon, bei dem man fast ein ganzes Land überqueren kann: der LGT Marathon in Liechtenstein. Zum 17. Mal zeichnete sich der LGT Alpin Marathon als erster Bergmarathon der Saison aus. Der Liechtenstein-Marathon bietet die verschiedensten Strecken an. Jeder kommt hier auf seine Kosten. Zu aller erst ist natürlich der Marathon zu nennen. Startend in Bendern durchqueren die Marathonis bei den 42,195km fast das ganze Fürstentum Liechtenstein, mit Ziel Malbun. Nur ein Grund, warum jährlich zahlreiche Sportbegeisterte den Weg in den Zwergstaat zwischen Österreich und Schweiz finden.

Die Streckenbeschreibung lautet malerisch:

Gestartet wird in Bendern. Die Strecke führt zunächst durchs Rheintal nach Vaduz. Dort durchquert man das Städtle, wo es nach etwa 10km das erste Mal nach oben geht. Durch den alten Dorfteil von Vaduz geht es vorbei an den Weinbergen der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein. Schon bald taucht das Wahrzeichen Liechtensteins vor einem auf: das Schloß Vaduz. Nach diesem ersten visuellen Höhepunkt geht die Strecke weiter durch den Wald in die Walsergemeinde Triesenberg. Weiter hinauf erreichen die Ausdauersportler sobald Masescha, den ersten Siedlungspunkt der Walser am Triesenberg. Über das Maiensäss Silum geht es dem ersten Kulminationspunkt entgegen. Der Blick auf das Saminatal mit dem Maiensäss Steg ist atemberaubend. Die Kapelle in Steg wird kurz danach erreicht: das Ziel für die Halbmarathonis.

Für die Marathonis geht es auf den zweiten Streckenteil. Im Valorschtal tankt man nochmals Kräfte, ehe es hinauf zum Sass Fürkle geht, dem höchsten Punkt der Strecke. Hier oben angekommen, eröffnet sich zum ersten Mal der Blick ins Malbuntal. Abwärts laufend freut sich das Läuferherz auf die Schlussrunde. Nach der Friedenskapelle Malbun führt die Strecke vorbei an den Alpen Turna und Prademee rund um den kleinen Talkessel. Unmittelbar danach erfolgt der Zieleinlauf in Malbun.

Der LGT Marathon ist Bestandteil der Serie 33M. Diese umfasst neben dem Liechtensteiner Highlight (11.06.2016) noch den Zermatt-Marathon (02.07.2016) und den Allgäu Panorama Marathon (14.08.2016). Die Läufer erfahren also: 3 Marathons – 3 Länder – 3 Monate in einer Wertung. In die Wertung des 33M-Cups kommt, wer die oben genannten drei Bergmarathons (über die klassische Distanz von 42km) im gleichen Kalenderjahr absolviert. Bis zwei Wochen vor dem Allgäu Panorama Marathon können sich die Teilnehmer noch für die Wertung registrieren.

Erstmalig fand in diesem Jahr mit dem Verein Pink Ribbon Liechtenstein ein Charity-Lauf zugunsten von Brustkrebsbetroffenen statt. Die Teilnehmer des Ribbon-Laufes absolvierten die ersten 10km des Marathons und finishten im Städtle Vaduz. Der Veranstalter möchte mit diesem Solidaritätslauf auf das Thema Brustkrebs aufmerksam machen und einen Beitrag zur Lebensfreude und Gemeinschaft leisten. Im Vordergrund stand hier die gemeinsame Aktion.

Diejenigen, die sich die ganze Marathon-Distanz nicht zutrauen oder zu Beginn der Berglauf-Saison nicht übernehmen wollen, hält der Veranstalter den LGT Halbmarathon Plus bereit. Das Ziel befindet sich im malerischen Steg bei Kilometer 25.

Bereits zum dritten Mal fand die LGT Staffel 25 + 17 statt. Zusammen läuft es sich doch immer leichter. Warum also nicht einen Marathon teilen, dachten sich die Organisatoren und riefen das Konzept 25 + 17 ins Leben. Der erste Läufer rennt die Strecke über 25km von Bendern nach Steg. Der zweite Läufer darf den 17km langen Streckenabschnitt von Steg nach Malbun genießen. Während der erste Läufer zunächst im flachen Rheintal entlang läuft, dann das Schloß Vaduz passiert und schließlich abschließend die herrliche Aussicht in Rheintal vor Augen hat, klettert der zweite Läufer richtig hinauf in die traumhafte Bergwelt Liechtensteins.

Gemütlich, aber naß ging es am Samstagmorgen zu. Bis kurz vor dem Start konnten die Läufer noch ihren Kleidersack mit ihren persönlichen Sachen abgeben. Dieser wurde zum jeweiligen Ziel, Halbmarathon oder Marathon, transportiert. Der Regen setzte sodann pünktlich zum Startschuss ein und sollte die Läufer auch immer wieder begleiten. Von leichtem Nieselregen bis hin zu kurzen Schauern war alles dabei. Der Veranstalter nahm selbst am Rennmorgen noch Streckenausbesserungen vor.

Der Streckenverlauf des Marathons hört sich malerisch an, hat es aber auch in sich: Auf 36% Asphalt, 42% Naturstraßen und 22% Bergwegen sind die Athleten unterwegs und bewältigen dabei 1800 Höhenmeter. Hinzu kamen heuer eben widrige Bedingungen am Renntag, aber letztlich hatten alle Läufer das gleiche Schicksal zu erleiden.

In der Männerkonkurrenz ließ Patrick Wieser (SUI) erneut nichts anbrennen. Nach seiner Siegesserie von 2010 - 2013 trug er sich zum fünften Mal in die Siegerliste ein. In 3:05:00 h erzielte der Polizist zudem eine ordentliche Zeit. Der Südtiroler Hannes Rungger folgte mit einigem Abstand. In 3:11:54 h zeigte er sich beim Überqueren der Ziellinie sichtlich zufrieden. Vorjahressieger Gerd Frick musste sich dieses Jahr mit dem dritten Rang zufrieden geben. 3:16:32 h bedeuteten eine solide Leistung. Hinter den drei Ersten lief lange eine Vierergrupe zusammen, der der Südtiroler Thomas Niederegger, der Liechtensteiner Arnold Aemisegger, der Österreicher Florian Heinzle und der Deutsche Jörn Harland angehörten. Ständige Führungswechsel bedingt durch das coupierte Streckenprofil zeigten einen spannenden Rennverlauf. Letztlich konnte sich Niederegger hier durchsetzen und den vierten Rang im Gesamteinlauf einnehmen. Die Zeit des Familienvaters, der viel mit dem Babyjogger trainiert, lautete 3:19:09 h und bedeuteten eine erhebliche Steigerung zum Vorjahr. Als Fünfter spielte der Lokalmatador Arnold Aemisegger seine Trümpfe aus. In 3:21:36 h finishte er. Die Plätze sechs und sieben waren bis 2 km vor dem Ziel hart umkämpft. Beide gezeichnet von Krämpfen sowie einem Mix zwischen Laufen, Stehenbleiben und Dehnen, zeigten Florian Heinzle und Jörn Harland einen famosen Kampf. Für Heinzle war es der erste Bergmarathon überhaupt. Dafür war er mit seiner Zeit von 3:24:30 h zufrieden. Kurz dahinter lief Harland als bester Deutscher in 3:25:46 h ein.

In der Frauenwertung sollte die Vorjahressiegerin und Streckenrekordlerin Aline Camboulives (Frankreich) das Maß aller Dinge sein. In 3:31:59 h setzte sie sich deutlich gegen ihre Konkurrenten durch und wäre sogar noch achter Mann geworden. In Anbetracht der schwierigen Streckenverhältnisse ist diese Zeit umso höher zu bewerten. Es dauerte mehr als eine Viertelstunde, ehe die Ungarin Simona Staicu finishte. Für sie blieben die Uhren bei  3:48:11 h stehen. Das Podium komplettierte Claire Gordon aus Großbritannien in 3:50:49 h.

Recht knappe Entscheidungen im Gegensatz zur Königsdistanz gab es beim Halbmarathon Plus. Über die 25km hatte der Schweizer Stefan Schmauder die Oberhand. Nach 1:55:10 h konnte er sich über den Sieg freuen. Nur wenig später überquerte Jan Walter in 1:55:26 h die Ziellinie. Das Schweizer Trio komplettierte Romeo Imhof in 1:56:15 h. Die drei Erstplatzierten hatten über zehn Minuten Vorsprung auf den Rest des Feldes herausgelaufen. Ähnlich spannend machte es das führende Frauen-Trio. Nur eine Minute trennten die beiden Schweizerinnen Irene Heeb und Jorien Delhez, die in 2:15:36 h und 2:16:38 h das Ziel erreichten. Den Bronzerang konnte sich Heidrun Besler (2:20:13 h) aus Deutschland sichern. Auch die drei ersten Frauen mussten fast 15 Minuten auf die weitere Konkurrenz warten.

Im Zielbereich in Malbun stand für die erschöpften Läufer mehr oder weniger alles zur Verfügung: angefangen von warmen Duschen bis hin zu Massagemöglichkeiten. Die Regeneration konnte also schon unmittelbar im Ziel starten. Die Zeit bis zur Siegerehrung mussten sich die Teilnehmer allerdings im Festzelt oder irgendwie im Trockenen vertreiben. Immer wieder begann es zu regnen, damit später die Wolkendecke wieder aufreissen konnte, um das geniale Alpenpanorama zu präsentieren.

"Trotz der Wetterkapriolen war der LGT Marathon 2016 ein sehr gelungener Anlass. Dank gebührt hierbei besonders den über 200 motivierten Helfern“, so OK-Präsident Christof Willinger. Auch im nächsten Jahr darf sich das Orgateam auf zahlreiche Wiederholungstäter, aber natürlich auch Laufneulinge, freuen. Dann bleibt abzuwarten, ob die 700 Läuferinnen und Läufer aus diesem Jahr getoppt werden.

<cite>www.lgt-alpin-marathon.li
</cite>


Kossmann Laufdesign