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21. Ludwigshafener Stadtlauf

[eingestellt am 09. Juli 2016]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

Ludwigshafen kurz vor 15 Uhr: mögen die Spiele beginnen

Und los geht’s…..

-

Ohne Eltern geht’s wieder nicht ab

… und der Erste liegt schon…

Der Nächste fällt gleich drüber

Gleich zwei an der Hand

-

Und nun kommen die Mädchen

Gefühlt mehr Eltern als Kinder

Da geht’s zu den Getränken

Der Wettkampf geht auch nach dem Zieleinlauf noch weiter

Die Schüler laufen los, angefeuert von Cheforganisator Thomas Gerling

Philipp Groß gewinnt den Schülerlauf, bleibt als Einziger unter 4 min

Lucca Großmann und Nick Hagenbucher folgen ihm aufs Treppchen

Moritz Tigl im Vorjahresshirt

Erhebliche Größenunterschiede

Das tat weh

Die Mädchen sind los

Triathlet Manuel Scriba in Moderationsaction

Handballerin Tabea Luickx gewinnt

Linda Götz wird Zweite

Dritte Kim Arnold

Leben am Zeitnahmeanhänger

Wo einst die Tortenschachtel stand

Der gemischte Jugendlauf ist gestartet

Die Handballer der TSG Friesenheim in Mannschaftsstärke

Sieger Steffen Ulmrich

Zweiter Sebastian Schopp

Dritter

Alicia Kossmann siegt

Zweite Leonie Trometer

Dritte Melissa Maurer

Tanja Grießbaum und Fabienne Amrhein am Start zum Elitelauf

Die Elitefrauen liefen zwei Minuten vor den Männern los

Die Männer nehmen die Verfolgung auf

Nach einer Runde ist das Feld noch dicht beisammen

Bei den Männern ein ähnliches Bild

Vor zwei Jahren Sieger des Volkslaufs, heute bei der Elite am Start: Christophe Krech

Yevgeniy Palonikov (Weißrussland) mit Abstand Letzter

Aus Frankfurt angereist: Tinka Uphoff

Führender Jahresbestenliste 10.000 m Timo Göhler

Noch im Aufbau: Frederik Unewisse

Mit Startnummer 1 auf Platz 2: Dorcas Kithome

Schnellste Läuferin der Region: Tanja Grießbaum

Rechts: Dritte Charity Kiprop

Tinka Uphoff und Fabienne Amrhein

Zweiter Lawrence Rotich

Bergspezialist Jonas Lehmann ist auch flach ein As

Mykola Yukhimchuk war lange in Führung, wird am Ende Vierter

Siegerin Melat Kejeta

Sieger Mengistu Zelalem

Joshua Sickinger

Die Männerspitze hat gerade die Frauenspitze eingefangen – hinten Führungsradlerin Henrike Block

Karlsruhe – Ludwigshafen – Amsterdam: Simon Stützel ist viel unterwegs

In Aubergine: Alicia Kossmann mit Vater & Trainer Olaf

ganz vorne gestartet, als 58ter im Ziel: Benjamin Kuehn

2. MHK Lukas Dissinger

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Schnell wie die Feuerwehr: Sieger Lars Kegler

Triathlet Oliver Scheiring

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Urgestein Hans-Jürgen Fischere

Ob er wohl den Fotografen fressen will?

Lisa Lind

Dritte Heike Neuburger

Die Läuferdusche kommt gut an

Siegerin Annika Hock

Regina Rieger mit ihrer ganz persönlichen Trophäe

Brüder-Grimm-Sieger Tobias Balthesen beim Interview

Dann war es plötzlich endlich Sommer

Ludwigshafen, 09. Juli 2016 – wenn in Ludwigshafen Stadtfest ist, dann ist seit 21 Jahren auch Stadtlauf. Am Samstagnachmittag gehört die Innenstadt den Läufern. Um 15 Uhr geht’s los und gegen 19 Uhr wird dann wieder abgebaut. Start und Ziel der Cityrunde war früher vor der „Tortenschachtel“, einem runden Gebäude am Berliner Platz, das verschiedenen Kaufhäusern als Heimat diente. Und gähnt dort, wo die Tortenschachtel stand, ein großes Loch. Sie wurde abgerissen, der Bau des Nachfolgegebäudes wird sich nach neuesten Berichten verzögern. Ob der Stadtlauf 2017 bei der 22. Auflage die eingespielte Runde weiter nutzen kann, steht derzeit noch in den Sternen.

Nachdem der Sommer ja in diesem Jahr bekanntermaßen bisher auf sich warten ließ, stellte er sich just zwei Tage vorm Stadtlauf ein, am Lauftag selbst erreichte die Quecksilbersäule 28 Grad. Gut, daß die Veranstalter noch Schwämme eingekauft und die bekannte und beliebte Läuferdusche wieder aufgebaut hatten. Daß diese beim Elitelauf noch nicht eingeschaltet war, bedauerte vor allem die Rülzheimerin Tanja Grießbaum, der’s ein bißchen zu warm war und die sich jede Runde einen Becher Wasser über den Kopf goß.

Die ersten, die auf die Strecke geschickt werden, sind aber erstmal die Bambini, für die kein Startgeld anfällt, die aber Dank der Sponsoren trotzdem ein Shirt bekommen – dieses Jahr in ferrarirot. Die 114 Jungen und 126 Mädchen wurden im Abstand von zwei Minuten auf die 650 m lange Runde entlassen. Auf der Strecke waren aber einige Zweibeiner mehr, denn trotz des Hinweises „Die Bambini sollen die Strecke selbständig und ohne Laufbegleitung bewältigen!!!“ sind manche Eltern nicht davon abzubringen, auch beim Sport um ihre Kinder zu kreiseln und wie immer gab es auch wieder Tränen bei vereinzelten Kindern, die von ihren Eltern über die Strecke gezogen wurden. Hier sollten m.E. dieser und andere Veranstalter meines Erachtens wirklich darüber nachdenken, solche Laufgespanne zwangsweise aus dem Rennen zu nehmen.

Nur acht Jungen waren schneller als die schnellste Bambina. Die 7jährige Leni Kälber (TG Oggersheim) brauchte 2:47 min, Clara Kittelberger (Ski-Club Ludwigshafen) war auch nur eine Sekunde langsamer. Maja Lauer und Lina Schickinger blieben mit 2:54 min bzw. 2.57 min ebenfalls noch unter der 3 min-Marke.

Das gelang den ersten fünfzehn Jungs. Marlon-Luca Zorn hatte mit 2:32 min die Nase vorn. Friedrich Marquart folgte ihm auf den Fuß, hat die Zeitnahme bei 2:33 min ausgelöst. Auf Platz 3 kam Sofian Lazaar von der Wittelsbachschule nach netto ebenfalls 2:33 min ins Ziel.

Die Schüler (Jahrgänge 2001 bis 2008) mußten als erste auf die 1,2 km lange Runde, die aufgrund von Bauarbeiten diesmal kaum Kirmesbuden entlang der Strecke verzeichnete. Diese waren alle auf den unteren Teil der Bismarckstraße ausgewichen. Um 15:15 h wurden 282 Jungs auf die Piste geschickt. Der 14jährige Philipp Groß kam als Einziger unter 4 min ins Ziel. Das Team von br-timing erfasste ihn nach 3:59 min. Lucca Großmann (TSG Friesenheim, 4:02 min) und Nick Hagenbucher (SV Geinsheim, 4:03 min) komplettierten die Treppchenplätze.

Zehn Minuten nach den Jungs starteten die Mädchen, 224 an der Zahl. Tabea Luickx war die schnellste von ihnen, sie brauchte 4:23 min. Die 15jährige ist Handballerin bei der TSG Friesenheim und lief einfach aus dem Handballtraining heraus mit. Nach 4:26 bzw. 4:32 min waren Linda Götz und Kim Arnold im Ziel und die Podestplätze waren verteilt.

Nach einer kleinen Verschnaufpause begann um 16 Uhr der Jugendlauf über zwei Runden oder 2,4 km. Hier waren die Jahrgänge 1997 bis 2000 gefordert. Die 15 weiblichen und 25 männlichen Teenager wurden gemeinsam auf die Strecke geschickt. Schon als Gesamt-Fünfte erreichte mit Alicia Kossmann die Siegerin das Ziel. Die 18jährige von der SG Leutershausen war schon im vergangenen Jahr die Schnellste im Jugendlauf. Trainiert von ihrem Vater Olaf war sie vor Wochenfrist Badische Meisterin über 1.500 m und knackte erstmals die 5 min-Marke. Nach 8:46 min lief sie in Ludwigshafen über die Ziellinie. Leonie Trometer (MTG Mannheim) brauchte 9:03 min, Melissa Maurer (TG Oggersheim) 9:12 min. Da waren auch erst 10 ihrer männlichen Mitläufer im Ziel. Der Schnellste war Maurers Vereinskollege Steffen Ulmrich, der nur 7:12 min brauchte. Sebastian Schopp (FG 08 Mutterstadt, 7:31 min) und Birhane Kibreab (SG Sieg, 7:33 min) hatten in Runde 2 die Plätze getauscht, der Siegerländer hatte die erste Runde vor dem Mutterstadter beendet.

Das Highlight für die Zuschauer ist immer der Elitelauf, der seit einigen Jahren vor dem Volkslauf gestartet wird. Wolfgang Köllner vom Sportamt der Stadt Ludwigshafen stellt jedes Jahr ein illustres Feld zusammen, bestehend in der Regel aus Russen (inkl. Weißrussen und Ukrainer) und Afrikaner, er würzt das Feld mit deutschen Athleten, von denen einige auch immer direkt aus der Metropolregion stammen. Um zu diesem Lauf eingeladen zu werden, muß man über 10 km als Mann unter 32:30 min und als Frau unter 38 min laufen können. In diesem Jahr waren recht viele Lokalmatadoren am Start. Simon Stützel, zur Zeit in Karlsruhe zuhause, hatte dabei sicher das umfangreichst Wochenendprogramm. Am Freitagabend war er noch bei einem profilierten 10er im Karlsruher Stadtteil Hohenwettersbach am Start, am Samstag dann in Ludwigshafen und von dort aus ging’s direkt zum Flughafen nach Frankfurt, denn um 21 Uhr ging sein Flieger nach Amsterdam, wo er am Sonntag für eurosport den Halbmarathon anläßlich der Leichtathletik-Europameisterschaften zusammen mit Sigi Heinrich kommentierte. „Es war unvernünftig, gestern in Karlsruhe so schnell gelaufen zu sein, aber man muß ja auch als Leistungssportler nicht immer nur vernünftig sein“ grinste er ob seinen 30:35 min für die 9,6 km, die die Eliteläufer zurückzulegen hatten.

Frederik Unewisse (LG Region Karlsruhe) befindet sich gerade wieder im Aufbau, er laboriert mit einer Entzündung unter der Ferse. „Pause bringt nix, das habe ich probiert – also laufe ich wieder, habe neue weichere Einlagen, funktioniert ganz gut“. 31:02 min brauchte er in Ludwigshafen und war damit angesichts seines Trainingsstandes einigermaßen zufrieden. Wenn der Fuß in den kommenden Wochen hält, möchte der Finanzwirt, der wegen des Sports auf 90% reduziert hat, was aber bei einem Beamten immer noch 36 h bedeutet, einen 10-Wochen-Trainingsplan für die Dt. Marathonmeisterschaft in Frankfurt durchziehen. Eine Zeit unter 2:20 h traut er sich für sein Debut durchaus zu.

Tobias Balthesen gewann am ersten Juniwochenende den Brüder-Grimm-Lauf von Hanau nach Steinau an der Straße. Dort werden innerhalb von 48 Stunden 82 km auf fünf Etappen verteilt gelaufen. Nach einer Pause steigt er gerade wieder voll ein, brauchte 32:10 min. Im vergangenen Jahr hatte er den Volkslauf über 7,2 km gewonnen. Er wird von Falk Cierpinski trainiert, möchte gerne im Herbst seine 10 km-Bestzeit auf (deutlich) unter 32:30 min drücken. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit wird er dieses Ziel anläßlich der DM über 10 km in Hamburg anpeilen und das mit einem Besuch bei Freunden in der Hansestadt verbinden.

Aus Frankfurt war Tinka Uphoff angereist. Die Juristin ist in diesem Jahr oft nicht Fisch und nicht Fleisch. Nach ihrem fulminanten Sieg beim 50 km-Lauf in Rodgau Ende Januar und dem 20er in Rheinzabern nur eine Woche später ist sie öfter mal angeschlagen. Kommende Woche will sie bei der Challenge in Roth in einer Staffel den Marathon laufen, hat aber ihren Staffelkameraden schon angekündigt, daß der mit Sicherheit langsamer ausfallen wird als im Vorjahr. Nach 36:12 min blieben die Ludwigshafener Uhren für sie stehen.

Eine feste Größe in der Pfälzer Berglaufszene ist Jonas Lehmann. Der Saarländer im Trikot des Pfälzer Vereins TuS 06 Heltersberg zeigt aber auch immer wieder, daß man auch flach und auf Asphalt mit ihm rechnen muß. Sein couragiertes Rennen wurde mit 29:49 min belohnt. Er war damit elf Sekunden schneller als im Vorjahr.

Den Elitelauf gewannen, wie nicht anders zu erwarten, die Ostafrikaner. Bei den Männern sicherte sich der Äthiopier Mengistu Zelalem, Sieger des Kaiserslauterer Citylaufs vor Wochenfrist, nach einem taktischen Rennen den Sieg, 28:23 min schlugen für ihn zu Buche. Seine Landsfrau Melat Kejeta, die ebenfalls den Citylauf in der Westpfalz gewann und für den PSV Grün-Weiß Kassel startet, landete nach 32:23 min auf dem obersten Treppchenplatz.

Den Abschluß des Laufnachmittags bildete der Volkslauf über 7,2 km, de rum 17.50 h gestartet wurde. Bei seiner vierten Teilnahme schaffte es der Ludwigshafener Berufsfeuerwehrler Lars Kegler nach zwei vierten Plätzen erstmals ganz oben aufs Treppchen. Im Vorjahr war er in voller Feuerwehruniform am Start – als Training für seinen darauf folgenden Weltrekord über Halbmarathon in voller Montur. Eigentlich hatte er am Samstag Dienst, aber ein netter Kollege löste ihn für ein paar Stunden ab, damit er laufen konnte. Um 19 Uhr mußte er wieder auf der Wache sein, sein Dienst ging dann bis Sonntagmorgen. Er traute sich nicht, ganz am Anschlag zu laufen, weil er noch den 100 km-Lauf an der Zugspitze in den Knochen spürte, mit 25:21 min konnte er gut leben und freute sich über seinen Sieg.

Sieben Sekunden später löste Sascha Trunk die Zeitnahme aus. Der Stuttgarter hatte sich kurzfristig für einen Start entschieden. Seine Freundin Lisa Danler lebt in Böhl-Iggelheim, die beiden pendeln zwischen Stuttgart und der Pfalz. Der Triathlet, für die Kesselläufer Stuttgart unterwegs, freute sich über seinen zweiten Platz genauso wie über die Tatsache, daß seine Freundin sich erstmals dazu entschlossen hatte, an einem Volkslauf teilzunehmen.

Mit Oliver Schering (1. FC Kaiserslautern) landete ein weiterer Triathlet auf dem Treppchen. Der 47jährige brauchte 25:49 min.

Annika Hock (ABC Ludwigshafen) pendelt auch zwischen Stuttgart in der Pfalz. In der baden-württembergischen Hauptstadt studiert sie Architektur, hat auch gerade einen längeren USA-Aufenthalt hinter sich. In jungen Jahren hatte sie sich schon als Siegerin des Jugendlaufs in die Annalen des Stadtlaufs eingetragen. Mit ihren 29:18 min war sie „total zufrieden“. Sie trainiert eigentlich für 5.000 m-Läufe auf der Bahn, kommt ursprünglich von der Mittelstrecke.

Doreen Simon (29:50 min) und Heike Neuburger (30:36 min) komplettierten das Treppchen.

Eine, die bisher bei allen 20 Ludwigshafener Stadtläufen am Start war, fehlte in diesem Jahr erstmals. Und das aus gutem Grund. Laura Mees bekommt im Herbst ihr erstes Kind. Ihre Mutter Monika gewann mit 31:56 min die W55, Vater Claus wurde 21. M55.

Beim Stadtlauf erhalten die teilnehmerstärkste(r) Kindertagesstätte, Schule, Verein und Firma/Behörde einen Sonderpreis. Natürlich ist die BASF konkurrenzlos – aber von den Läufern des Chemieriesen war niemand mehr da, um den Preis abzuholen. Die teilnehmerstärkste Schule war die Brüder-Grimm-Schule, die mit sage und schreibe 108 Kindern am Start war. Vorbereitet hatte sie wie jedes Jahr Saskia Helfenfinger-Jeck. Drei Kids der 3b waren die letzten, die sich noch am Berliner Platz aufhielten und den Schulpreis abholten.

Im 556 Teilnehmer starken Feld fielen die Fußballer des Bezirksligisten BC Oppau auf und aus dem Rahmen. Sie liefen mit schwarzen Perücken als Überraschung und Dank für Horst Mempel, den schwarzhaarigen Sportdirektor und „Mädchen für alles“ in ihrem Verein.

Ergebnisse: www.br-timing.de

 

 


Kossmann Laufdesign