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44. Schöck Hornisgrinde Marathon Bühlertal

[eingestellt am 24. Juli 2016]

By: Gabi Gründinig

Fotos: Gabi & Peter Gründling

Knapp zwei Stunden vorm Halbmarathon dampft der Parkplatz

Da geht’s lang

Der einzige Trail führt zur Anmeldung

Ob die Halbmarathonis dafür einen Blick hatten?

Da rollen sie an

Frank Lützerath wird am Ende Zweiter

Siegerin Latifa Schuster von Anfang an vorne mit dabei

Zweite Britta Müller

Blick auf die Skihütte

Die Drei vom TV Bühlertal: Robert Jung, 1. Vorsitzender Karl Preis, derzeitiger Orgachef Karsten Weis

Sieger Gabriel Kammerer

Dritter Thorsten Mendel

Roland Gutenkunst läuft viele km Seite an Seite mit Latifa Schuster – um sie dann auf den letzten 100 m abzuhängen. Ein ganzer Kerl!

1. M55 Reiner Steurer

2. MHK Julius Buchfink, schräg hinter ihm 2. M35 Matthias Gilles

Schnellste Bühlertalerin: Sandra Kist-Boschetti auf Gesamtrang 3

Olaf Schulze

1. M60 Clemens Dold

-

1. W55 Karin Weingärtner

3. W40 Mandy Starke

1. M75 Peter Lessing

2. M50 Michael Pfeifer

Endspurt

1. WHK Carolyn Murphy

2. W50 Cati Seiffert

1. M70 Werner Kunte

Joao Pedro Dos Reis

Peter Lessing hatte bei km 19 Bodenkontakt „unten war ich schneller als wieder oben“

Blick auf die Zielgerade

Der letzte Abstieg beginnt

1. W60 Sima Fern war eigens aus Frankfurt angereist

Sonntagmorgen: zuerst dürfen die 11 km-Läufer auf die Strecke

Siegerin Tobias Hahn (links) und Zweiter Dominic Marquedant

Dritter Jörg Marin

1. M45 Ronny Seifert

1. M50 Marc Adam

2. MHK Matthias Heck

2. M50 Vasily Zverev

3. MHK Jeremy Morgenthaler

1. M55 Erich Faist

1. MJU18 Luca Dörr

Alieu Camara und Amadou Bah laufen ihren ersten Volkslauf – für den Titelsponsor Schöck

2. M55 Klaus Droll

Siegerin Heidi Bäuerle

Zweite Corinna Adam

Dritte Mareike Koch

Laufen macht Spaß

2. M60 Reinhold Oberle

Jüngster Teilnehmer: Felix Noll (12)

Zwei Jahre älter: Santiago Kainz

Einziger M65er Harty Strack

Marathoni Matthias Wagner (rechts) im 11 km-Feld

Zweiter Marathon Michael Chalupsky

Dritter Marathon Jacek Kurek

11 km, die Spaß machen

Ältester Teilnehmer Heiner Killi

3. M30 Marathon Matthew Nguyen aus Landstuhl

3. M70 11 km Rolf Breithaupt

Lebenshilfe unterwegs

Marathoni Zeljko Starcevic

3. M60 Udo Pitsch war am Abend zuvor schon beim night52 in Bretten

Den 11er konnte man auch walken

Michael Bartel

Klaus-Peter Ulmschneider

Sichert das 11 km-Feld nach hinten ab: Friedrich Hinkel

Sieger Marathon David Mild

Zweiter Marathon Michael Chalupsky

Matthias Wagner wird am Ende Dritter

Dritter Jacek Kurek

2. M40 Lars Götz

Natascha Bischoff (links) und Alessa Wahler gewinnen den Marathon gemeinsam

Blick auf Bühlertal

Dennis Breitfeld lief seinen ersten Marathon

Jürgen Reith

2. W40 Andrea Müller

Dritte Bianca Kramer mit ihrem Lebensgefährten Daniel Hirsch

Bertold Breger

1. M60 Günther Scheefer

Stephan Walter

1. M65 Herbert Rollwa

Christian Vaulont

Heiko Ludwig und Matthias Bues

2. M60 Bernd Ehrhardt und 1. W60 Rosi Knäble

Just for fun

Gauthier Autrand

1. W50 Heide Gretsch

1. M75 Karl-Heinz Kern

2. W45 Kerstin Müller

Blick in die Rheinebene

Natascha Bischoff und Alessa Wahler

Am Parkplatz Unterstmatt

1. W55 Marita Rottach

Swen Ries und Eberhard Ostertag

1. W65 Karin Scheer

Joachim Kreuter

Thomas Frietsch

3. M55 Michael Kiefer und Andrea Biavaschi

Edgar Mann

Clemens Maier

Robin Theurer

1. M70 Paul Rinderknecht

Blick auf den Mehliskopf

Lief ebenfalls Bretten & Bühlertal: Franz Holzleitner

Neu & alt Seite an Seite

Bühlertal, 23./24. Juli 2016 - zum 48. Mal fand am Samstagabend der Halbmarathon des TV Bühlertal statt, zum 44. Mal am Sonntagmorgen der Marathon - dieses Jahr mit neuer Strecke.

Wie gewohnt wurde der Halbmarathon am Samstagabend auf einer Zweirundenstrecke ausgetragen. Neu war in diesem Jahr die Laufrichtung. Lief man bisher gegen den Uhrzeigersinn, wurde diesmal erstmals im Uhrzeigersinn gelaufen. Start und Ziel waren auch verlegt. Zentral stand der große blaue Bogen direkt unterhalb der Skihütte, in der nicht nur die gemischten Duschen mit Kultstatus (seit einigen Jahren mit der Möglichkeit einer Einzeldusche für Frauen, denen das Gemischtduschen nicht gefällt) sondern seit 2015 auch die gesamte übrige Infrastruktur untergebracht sind. Von hier aus ging es direkt in den Wald und hinauf auf die Laufstrecke. Insgesamt kommen so rund 200 Höhenmeter zusammen. Der etwas steilere Asphalt-Anstieg, der früher kurz nach dem Start zu bewältigen war, ist jetzt ein Gefälle am Ende der Runde.

Knapp zwei Stunden vor dem Start gab es noch einen kräftigen Regenguß und der Parkplatz dampfte. Doch um 17 Uhr war die Wetterwelt wieder in Ordnung und die 177 Teilnehmer hatten einen schönen Lauf vor sich, der auf 21 km knapp 200 m Asphalt und sonst Waldwege für sie bereit hielt.

Gabriel Kammerer (SV Isslingen) nahm frühzeitig das Heft in die Hand. Im Vorjahr war er hier seinen ersten Wettkampf überhaupt gelaufen, konnte sich um sieben Minuten steigern und wurde nach 1:21:35 h als Sieger empfangen. Überraschend ist, daß er für seine Leistungsklasse sehr wenig trainiert. Mehr als 1.400 km kamen im letzten Jahr nicht zusammen. Wenn er trainiert, dann aber „volle Pulle“. Frank Lützerath (Reichental), dessen Vater schon Stammgast in Bühlertal war, kam nach 1:22:18 h ins Ziel, Thorsten Mendel (LSG Zeiskam, 1:22:41 h) wurde Dritter.

Sehr viel eindeutiger fiel der Sieg bei den Frauen aus. Die Französin Latifa Schuster lief von Anfang an ganz vorne im Männerfeld mit. Mehr als die Hälfte der Strecke hatte sie Begleitung von Roland Gutenkunst (SC Önsbach). Die beiden kamen auch gleichzeitig in die letzte Kurve vorm Ziel. Dann gab Gutenkunst – ganz und gar nicht Kavalier – nochmal Vollgas, um Schuster heldenhaft noch zwei Sekunden abzunehmen. Offenbar war es gut für sein Ego, vor der ersten Frau im Ziel zu sein. Thierry Schuster, deutsch sprechender Ehemann der Siegerin, winkte grinsend ab – wie viele schnelle Frauen kennt Latifa solche merkwürdigen Verhaltensweisen schon. 1:26:04 h war ihre Siegerzeit bei ihrem ersten Start am Hundseck.

Britta Müller (VFL Freudenstadt) ist Stammgast an der Schwarzwaldhochstraße. Wie 2015 holte sie sich auch in diesem Jahr die Silbermedaille im Halbmarathon, in diesem Jahr brauchte sie 1:32:39 h. Auf Platz 3 kam die schnellste Bühlertalerin ins Ziel. Sandra Kist-Broschetti vom ausrichtenden TV brauchte 1:34:34 h, um das Podest zu komplettieren.

Ältester Teilnehmer war Peter Lessing. Den Neu-M75er konnte auch ein Sturz bei km 19 nicht aufhalten und er ließ als 60ter Mann noch 76 Männer und 32 Frauen hinter sich. „Ja, Letzter werde ich nicht werden“ grinste er schon vor dem Start, als er erzählte, daß er inzwischen die Jahre schon merkt.

Sima Fern sicherte das Feld nach hinten ab. Die 62jährige war eigens aus Frankfurt angereist. Sie war überrascht über die vielen Höhenmeter. „Eine Runde hätte mir auch gereicht“ stöhnte sie lachend.

Größere Veränderungen gab es dann am Sonntagmorgen. Die kleinste war, daß aus dem üblichen 10 km-Lauf ein 11er wurde, was der Tatsache geschuldet war, daß Start und Ziel nun eben für alle Läufe an der Skihütte sind. Wie üblich lief und walkte auch eine große Gruppe unter dem Namen „Wir sind eins“ mit. Dahinter steckt die Lebenshilfe, die mit Behinderten und Nichtbehinderten aus dem Waldlauf ein geselliges sportliches Event macht. Von 47 Walkern bewegten sich 33 für die Lebenshilfe mit und ohne Stöcke durch den Wald.

Schnellster Walker war Andreas Godon aus Limburgerhof, der für den Lauftreff Rheinhessen-Pfalz auf die Piste geht. Er brauchte 1:23:03 h für die Runde, die ebenfalls erstmals im Uhrzeigersinn ausgetragen wurde.

Die größte Umstellung gab es beim Marathon. 43 Jahre lang wurde zu Füssen der Hornisgrinde eine große Runde gelaufen. Die Teilnehmerzahlen waren in den vergangenen Jahren ständig rückläufig. Ein 52 km langer Nachtlauf im nur 70 km entfernten Bretten hat die Bühlertaler noch zusätzlich Teilnehmer gekostet. Auf der großen Runde gab es zu 80% kein Handynetz und eine Ampelüberquerung wurde aufgrund ständig höheren Verkehrsaufkommens auch immer gefährlicher. Das Orgateam, das wie viele andere Vereine auch inzwischen Probleme hat, ausreichend Helfer zu finden, mußte sich schweren Herzens von der Traditionsstrecke zur Schwarzbachtalsperre trennen. Versuche, eine Zweirundenstrecke zu kreieren, scheiterte ebenfalls an schwierigen Verkehrsverhältnissen und den damit verbundenen Sicherheitsrisiken. Also versuchte man es mit einer Vierrundenstrecke. Die Halbmarathonstrecke des Vorabends wurde zwei Mal gelaufen. Im Vorfeld waren viele sehr skeptisch, einige Stammgäste hatten deshalb gar auf einen Start verzichtet. Letztendlich vermissten zwar nach wie vor viele der 83 Finisher die große Runde, ganz unglücklich war aber wohl niemand mit der neuen Strecke.

„Der lange Anstieg am Ende fiel weg, das ist der große Vorteil dieser Strecke“ gab David Mild nach seinem dritten Marathonsieg in Bühlertal zu Protokoll. Der 30jährige Läufer der LG Brandenkopf brauchte 2:46:16 h und war damit rund zwei Minuten langsamer als bei seinem Vorjahressieg auf der Strecke mit etwas weniger Höhenmetern. Seine Kompressionsstrümpfe wiesen ihn als 3 h-Zugläufer aus. Diesen „Job“ macht er üblicherweise beim Freiburgmarathon.

Michael Chalupsky (Team Erdinger Alkoholfrei) war im Ziel ähnlich entspannt wie Mild, er kam 10 min nach dem Kontrahenten ins Ziel. Zufrieden gab er zu Protokoll, daß er einen schönen langen Trainingslauf hinter sich hätte. Der 33jährige wohnt in Neckargemünd, Höhenmeter trainiert er folglich am Königsstuhl.

Auf Platz 3 begrüßte Orgachef Karsten Weis den Sieger des Jahres 2011. Jacek Kurek war eigens aus Polen angereist. Er arbeitet in der polnischen Niederlassung des Titelsponsors Schöck und wurde im Ziel auch vom Unternehmensgründer Eberhard Schöck erwartet. Mit 3:08:01 h war er der erste über der 3 h-Grenze.

In die Siegerehrungszwickmühle brachten Natascha Bischoff und Alessa Wahler die Veranstalter. Natascha Bischoff (45) schnürt für die LSG Karlsruhe die Laufschuhe, sie sollte laut Trainingsplan einen Steigerungslauf absolvieren. Sie ist im 100 km-Nationalteam und bereitet sich gerade auf die WM vor, die am 4. Dezember in Spanien stattfinden wird. Ein halbes Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Fleur ist sie schon wieder in Topform. Auf dem kurzen Wendepunktstück in der ersten Runde sah sie, daß Alessa Wahler nur wenige Meter hinter ihr war und ließ sie auflaufen, um den Rest der Strecke mit ihr gemeinsam zu laufen. Sonst wären beide wohl die meiste Zeit alleine unterwegs gewesen. Unterwegs hatten sie jede Menge Spaß und liefen nach 3:19:46 h Hand in Hand ins Ziel.

Für die 19 Jahre jüngere Alessa Wahler war es erst der dritte Marathon. Im vergangenen Herbst war sie erst beim Schwarzwaldmarathon in Bräunlingen am Start (und als Dritte im Ziel) und dann noch im November in der Schweiz beim Frauenfelder Marathon. Eigentlich kommt sie aus Achern, zwanzig Autominuten von Bühlertal entfernt. Ihre Liebe zu den Bergen verschlug die Physiotherapeutin aber in die Schweiz. Zuerst wohnte sie im Wallis, jetzt in der Nähe der eidgenössischen Hauptstadt Bern. Bisher konnte sie sich bei jedem Marathon steigern, für den Start an der Hornisgrinde hatte sie sich 3:29 h vorgenommen und war entsprechend glücklich über ihre Zeit.

Auf Platz 3 kam Bianca Kramer (Landau Running Company) in den Zielkanal. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Daniel Hirsch brauchte sie 3:46:37 h. Gegen Ende der dritten Runde hatte sie kurz eine Sinnkrise, wollte schon die Segel streichen. „Aber eine Runde geht dann schon noch“ sagte sie sich und fand sich zu ihrer eigenen Überraschung am Ende auf dem Siegertreppchen wieder.

Wie beim Halbmarathon zeigte auch beim Marathon ein M75er vielen Jungen die Hacken. Der Rülzheimer Karl-Heinz Kern, Bademeister in Rente, brauchte 4:10:19 h landete damit auf Platz 39 von 71 Männern.

Drei Doppelstarter waren am Abend zuvor beim night52 in Bretten am Start und nahmen dann noch den Hornisgrindemarathon unter die Füsse. Franz Holzleitner (LG DUV/100 MC), Udo Pitsch (TG Viktoria Augsburg) und Roland Krauss (LG DUV/100 MC). Für ihn war es der 27te Marathon oder mehr im laufenden Jahr. In der Nacht vorm Marathon hatte er nur eine Stunde Schlaf und war am Morgen um viele Schnakenstiche „reicher“. Er war von Bretten aus erst sehr spät zur Skihütte gekommen. Eigentlich war ausgemacht, daß er anruft, damit man ihn einläßt, aber nicht umsonst heißt es „auf 80% der Strecke kein Handynetz“ und so verbrachte er die warme Nacht draußen auf einer Bank vor der Hütte. Seiner guten Laune tat das aber keinen Abbruch.

Nach 5:45:11 h war mit dem 72jährigen Uli Teichmann der letzte Teilnehmer im Ziel, am Hundseck ging zum nunmehr 44. Mal ein langes Laufwochenende zuende.

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Ergebnisse


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