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33. Sommernachtslauf Bellheim

[eingestellt am 07. August 2016]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling, Kathy Ermert und Gabi Gründling

eine Stunde vorm Start schlich sich diese schwarze Wolke über Bellheim, blieb aber harmlos

wenn der Vater mit dem Sohne – Zeitnahmeteam Theo und Harald Baumann

dieses Ziel ist das Ziel

dieser Mikrophonhalter mußte sogar lautlos lachen

erfolgreiches Ehepaar: Nicole Schwindt (1. W55) und Alfred groß (1. M65)

schnelle Frauen gemeinsam unterwegs: von links: Tanja Grießbaum, die sich bei km15,5 verlief, 25 km-Siegerin Latifa Schuster und 10 km-Siegerin Natalie Wangler

Sieger 10 km Jonas Müller

Dritte 10 km Alexandra Öztürk

Latifa und Thierry Schuster

Moderator Eichi checkt das Trikot von Klaus und Regina Kistner

Zieleinlauf Jonas Müller, Sieger 10 km

Zweiter Jan-Philipp Kugler

Dritter Thomas Weishaar beißt

Vierter gesamt und 2. M50: Peter Korth

1. M45 Sebastian Licht

1. M30 Sören Hetzel

1. M35 Jan Schmidt

Siegerin Natalie Wangler und 2. M45 Thorsten Glaser

3. M45 Stephen Junghans

1. MJU20 Florian Walz

2. M30 Sebastian Schmidt

1. M55 Stefan Schillo

3. MHK Martin Dörr und 3. M35 Debesay Kuflu

3. M35 Christian Pretzsch

2. M55 Hans-Gerd Zänker und 1. M40 Stefan Baumgärtner

Zweite Luisa Grießbaum

3. M55 Rolf Bohrer

1. MJU18 Fabian Hanfland

2. W35 Gisela Weishaar

1. MJU16 Tilo Taffertshofer

1. W40 Silke Schütt

3. W35 Nina Arnold

1. W55 Ursula Raschka

1. W50 Dagmar Pfaff

1. M70 Werner Schimpf

1. M60 Günther Leitner

1. WJU16 Lena Schwarz

1. M65 Werner Heiter

3. M60 Rüdiger Stüber

2. M60 Günter Maier

2. MJU16 Oliver Notheisen

2. M70 Volker Frey

1. W30 Jessika Risler (2191)

2. W40 Katja Kreutz

Der Fackelmann

Sieger 25 km Matthias Koch

Zweiter Yosief Weldegabriel

Dritter Timo Schmidt

1. M30 Oliver Trauth

1. M55 Wolfgang Schütz

2. M40 Patrick Hitzfeld

2. M35 Thorsten Mendel

Strahlende Siegerin Latifa Schuster

2. M30 Markus Riefling

1. M45 Stefan Birner

2. M55 Jean-Marie Schwartz

3. M40 Ralf Kohler (179)

3. M45 Dirk Karl

1. M60 Alois Berg

Endspurt

Man glaubt Sebastian Groteloh den Spruch auf seinem Shirt sofort

3. MHK Michael Spiegel

3. M30 Thorsten Wahl

Zweite Franziska Fallmann

2. M60 Rudolf Alt

3. M60 Dieter Sanderbeck

3. W45 Meike Ohlhäuser

1. MJU20 Adrian Abraham

1. W55 Nicole Schwindt

Sonnenuntergang

2. W40 Christina Ahlers

2. W30 Beatrice Appenzeller und 3. WHK Anja Janson

Mit dem Nachwuchs ins Ziel: 3. W30 Julia Schäffner, rechts 2. W55 Regina Kistner

Geschafft!

1. M75 Karl-Heinz Kern

TF Feuerbach – in gewohnt großer Besetzung in Bellheim und zum Teil gemeinsam unterwegs

Schnakenparty und Pärchenpower

Bellheim 6. August 2016 – fast scheint es so, als ob die Schnaken rund um Bellheim sich ein ganzes Jahr auf den ersten Samstag im August freuen und vorbereiten. Dann ist Sommernachtslaufzeit und die Blutsauger können jede Menge frisches Blut erjagen. Das Jahr 2016 ist allgemein ein Jahr mit so vielen Stechmücken wie seit 40 Jahren nicht mehr und so feierten diese am Samstag wieder eine Orgie.

Knapp 700 Läufer hatten sich in der 8.500 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Germersheim eingefunden. Zum 33. Mal wurde die große 25 km-Runde durch die Gemeinden Westheim, Lustadt und Zeiskam und damit durch das Gebiet der Verbandsgemeinden Bellheim und Lingenfeld angeboten. Seit 2015 gibt es zusätzlich einen 10er, der mit dem 25er gemeinsam gestartet wird. Bei km 7 trennen sich die beiden Felder und die Sommernachtssprinter drehen bei, um sich Richtung Ziel zu orientieren. Einige Jahre wurde die 25 km-Runde für Duos angeboten, aber die immer knapper werdenden Helfer schlagen auch in Bellheim zu Buche, die Personalnot sorgte für eine Streichung dieser Laufvariante, wurde durch den 10er ersetzt.

Jonas Müller war der Erste, den Hans-Jürgen Eichberger und Norden ben Hassan als Moderatorenduo unter dem roten Zielbogen begrüßten konnten. Der 22jährige BWL-Student läuft für die Roadrunners Südbaden, einem im Offenburger Raum beheimateten Lauftreff. Mit 35:47 min war er angesichts der Tatsache, daß sein Vorsprung reichlich und der Biß damit etwas raus war, zufrieden. In zwei Wochen geht’s für vier Monate ins schottische Edinburgh, wo er zusammen mit seiner Freundin ein Auslandssemester absolvieren wird.

Dabei handelt es sich um die Frauensiegerin Natalie Wangler, die in der Südpfalz schon durch ihren Sieg beim Oster-Halbmarathon in Rheinzabern auffiel. Die 20jährige studiert Wirtschaftsinformatik. „Wenn man den ganzen Tag aufeinander hinge, wäre das ja auch nicht gut“ grinste Jonas Müller auf die Frage, ob denn beide auch dasselbe studieren. Als Gesamt-Achte von 191 „Sprintern“ brauchte Natalie 39:39 min.

Jan-Philipp Kugler (Team Dietrich) wurde nach 37:29 min als Zweiter von Harald und Theo Baumann abgescannt.

Thomas Weishaar (LC Bad Dürkheim, 37:45 min) wurde Dritter. Zusammen mit seiner Frau Gisela, die mit 45:06 min 2. W35 wurde, hat er Ende Juni die 62 km an der Zugspitze und dann im Juli als Saisonhighlight die 51 km beim Eiger-Ultratrail absolviert. Dort hatten sie als gemischtes Doppel gemeldet und belegten den zweiten Platz. Angesichts der Tatsache, daß 11 der 51 km durch 20 cm Neuschnee gingen, waren sie sehr zufrieden damit, daß sie nur zwei Minuten langsamer waren als vor Jahresfrist. Nun ist „Schluß mit ultralustig“, die Pfälzer Berglaufserie geht in die nächste Runde und die beiden verlegen sich wieder auf kurze Strecken.

Bei den Frauen ging Platz 2 an Luisa Grießbaum (TV Herxheim, 42:50 min), die jüngere Schwester von Tanja Grießbaum. Diese war auf der 25 km-Strecke am Start, verlief sich dann aber bei km 15,5 und kam nicht ins Ziel. Alexandra Öztürk (SpVGG Heinriet, 43:43 min) wurde Dritte.

430 LäuferInnen wurden auf den traditionellen 25 km im Ziel abgescannt. Ihre Startnummer war mit einem Transponder versehen, an der Halbmarathonmarke wurde damit eine offizielle Zwischenzeit genommen.

Mit Matthias Koch lief ein M50er als Sieger in den Zielkanal ein. Für den 52jährigen war der Lauf eine Standortbestimmung, bevor er ins Training für den Frankfurt-Marathon Ende Oktober einsteigt. Dort will er den Deutschen Meistertitel in der M50 zum zweiten Mal erfolgreich verteidigen. „Das wird aber immer schwerer, die Jüngeren rücken ja nach“. 2:35 h oder schneller sind sein Plan für die Mainmetropole, wo er viel lieber läuft als in Berlin. In Bellheim lief er über 20 km „gemeinsam“ mit dem 37jährigen Yosief Weldegebriel, der ihm ständig in den Hacken hing. Kochs Versuch, den Wieslocher das Tempo machen zu lassen, scheiterte kläglich, denn dann wurde ihm das Rennen zu langsam. Nicht wissend, was der Konkurrent im Endspurt noch drauf hat, verschärfte er bei km 24 das Tempo und konnte unangefochten seinen Sieg feiern. 1:31:20 h war etwa eine Minute langsamer, als er sich vorgenommen hatte.

12 Sekunden hinter Koch passierte dann auch Weldegebriel den Baumannschen Scanner.

Der Dritte war eigens 120 km aus Saarbrücken angereist, um sich der Konkurrenz zu stellen. Timo Schmidt (44) war zum vierten Mal in Bellheim, hat schon jedes Wetter erlebt – und wird jedes Jahr ein bißchen schneller. 1:33:08 h fand der vereinslose Saarländer entsprechend ansprechend. Er läuft und trainiert gerne alleine, sein loser Lauftreff hat sich „irgendwie aufgelöst“.

Latifa Schuster (ASL Robertsau) ging zusammen mit Tanja Grießbaum als Favoritin an den Start und wurde dieser Rolle absolut gerecht. Vor 14 Tagen hatte sie an der Hornisgrinde den Halbmarathon gewonnen, heute war sie als Gesamt-10te im Ziel, mit 1:39:52 h hatte sie knapp 12 min Vorsprung vor Franziska Fallmann (LG Schefflenztal, 1:51:50 h). Ihr nächster Wettkampf ist kommende Woche in Hambrücken angesetzt. Da will sie aber, obwohl die Streckenauswahl bis Halbmarathon geht, nur 5 km laufen. „Lang – kurz – lang – kurz“ erklärt ihr Mann und Trainer Thierry, der verletzungsbedingt zum Zuschauen verdonnert war.

Andrea Kümmerle (LSG Karlsruhe, 1:54:21 h) komplettierte das Treppchen.

Anne Staeves (LG Trampeltier) wurde nur 9 Sekunden später Vierte. Die 48jährige ist Gelegenheitsultraläuferin. Dieses Jahr lief sie zum 10ten Mal die 80 km beim Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe und landete dort zum 10ten Mal auf dem Treppchen, davon drei Mal auf Platz 1. Noch vor 3 Wochen lief sie beim 55 km langen Laugavegurinn in Island. „Aber ich mußte wieder einmal feststellen, daß ich nicht trailtauglich bin“ lachte sie. Trotzdem möchte sie diese Lauferfahrung auf Island, wo sie schon öfter Urlaub gemacht hatte, nicht missen. Statt ihres zuhause vergessenen Trampeltiers hatte sie einen Tiger in den Zopf gebunden. Sozusagen einen Trampeltiger.

Pärchenpower auch in den „gediegeneren Altersklassen“. Alfred Groß (LAV Tübingen) gewann mit 1:54:16 h die M65, seine Frau Nicole Schwindt folgte mit 1:57:05 h als Siegerin der W55. Vor zwei Jahren, als das Paar das letzte Mal in Bellheim war, war die Reihenfolge noch umgekehrt. Damals lief Alfred auch noch zwei Minuten schneller. „Das ist voll im Rahmen – jedes Jahr eine Minute langsamer“ gab er zu Protokoll. Und er hat sich fest vorgenommen, niemals darüber zu jammern, daß er im Alter langsamer wird. „Das wäre ja absurd“.

Bemerkenswert ist ganz sicher auch die Leistung von Karl-Heinz Kern (LG Rülzheim), der in diesem Jahr seinen 77ten Geburtstag feiert(e?). Locker und lächelnd lief er nach 2:20:04 h ins Ziel – als sage und schreibe 276ter, er ließ also noch 144 LäuferInnen hinter sich, die teilweise seine Urenkel sein könnten.

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Ergebnisse www.laufinfo.eu


Kossmann Laufdesign