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11. Lußhardtlauf Hambrücken

[eingestellt am 15. August 2016]

By: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning

Das Peloton der Führungsradfahrer

Der Sieger des Halbmarathons, Habtom Weldu (1174), gleichauf mit dem Sieger des 10km-Laufes, Kibrom Issac (LG Kurpfalz)

Knapp dahinter folgen Frederik Unewisse (1145) und Semere Gaim (49), der Zweiter über 10km wird

Victor Larisch vom SV Waldkirch wird Vierter über 10km in 34:05 min

Roland Golderer, der Dritte des Halbmarathons

Markus Zimmer von Stimmel Sports wird Fünfter über 10km und siegt in der M30 in 36:08 min

Musikalische Unterhaltung nach etwa sechs Kilometern

Zehn-Kilometer-Sechstplatzierter Daniel Kirchenbauer (84) und Elfter Björn Radon (140)

Die Siegerin des 10km-Laufes, Latifa Schuster, führt hier eine Gruppe von Männern an und wird in 37:10 min Gesamtsiebte

Wolfgang Schütz (316), der Sieger der M55 über 10km in 37:27 min

Martin Schlindwein wird hinter ihm Zweiter in der M55 in 39:17 min

Tanja Grießbaum bekam nach ihrem Verlaufen in Bellheim extra einen Führungsradler. Sie gewann den Halbmarathon souverän mit 1:19:53 h und lief als Gesamtvierte ein

Jens Laudage (1181), Igor Schiffner (1120) und Johannes Weingärtner (1151) konnten Tanja zunächst noch folgen, mussten jedoch im weiteren Verlauf abreißen lassen und belegten die Plätze fünf, sieben und acht

Auch der Dritte in der M55, Horst Stoll aus St. Leon, bleibt noch unter 40 Minuten und läuft 39:38 min

Philipp Groll, der M35-Sieger von der SG Niederwangen

Florian Scholl von den Lauffreunden Widdern belegt beim Halbmarathon Rang sechs in 1:22:43 h

Thomas Martin, der Neuntplatzierte im Halbmarathon (1:23:14 h)

Katrin Ochs belegt über 10km Platz drei in 40:16 min

Martina Kugele (95) und Heide Merkel (dahinter) liefern sich ein heißes Duell um die Krone in der W45, das die Altburgerin Kugele mit zwei Sekunden nach 41:01 min für sich entscheiden kann

Die Sonnenbrille war selbst im Wald ein nützliches Utensil

Andrea Seemann wird Zweite in der W40 in 43:11 min

Viktoria Heinz (TSG Bruchsal)

Carolin Walter (272) wird Zweite in der weiblichen Hauptklasse in 42:56 min

42:54 min für Carinna Rinke bedeuten Platz drei in der W35

Thomas Fabry ist trotz Wärme gut drauf

Peter Beil (1185) gewinnt die M65 im Halbmarathon überlegen in 1:32:56 h

Superman war auch mit von der Partie

W50-Siegerin Angelika Markofsky (TV Forst Triathlon) läuft 44:14 min

Stefan König (1063) vor Frank Fischer (1198). Und Klaus Mächtel (342) schaut interessiert zu

Erna Hemberger, W40-Siegerin Halbmarathon, freut sich über die Anfeuerung

Luise Dobmeier (31; TSG Bruchsal) von lauter Männern umgeben

Ein schöner Rücken….

Die erste Getränkestelle nach fünf Kilometern war aufgrund der Wärme „heiß“ begehrt

M65-Dritter im Halbmarathon: Auch Rainer Odening von der LG MuLi gönnt sich einen Schluck

10km-Zweite W65 Verena Klonig und Stephen Gold (1032)

Der Dudelsackspieler empfängt die Läufer kurz vor dem Ortseingang

M70-Fünfter über 10km wird Helmut Heeren in 1:04:40 h

Habtom Weldu siegt über die Halbmarathon-Distanz in 1:09:47 h

Vittorio de Benedetti vom LT Philippsburg wird Fünfter der M75 in 1:10:13 h

Frederik Unewisse kommt auf Platz zwei ins Ziel und benötigt 1:10:42 h für 21,1km

Dritter wird Roland Golderer in 1:17:33 h

Stiller Beobacher aus der Luft: Ein Storch

Tanja Grießbaum läuft einen „Trainingslauf“ mal so eben in 1:19:53 h und gewinnt den Halbmarathon

Jens Laudage, Fünfter in 1:21:03 h

Nach gut sechs Kilometern verlässt man den Weg an der Bahnlinie wieder und biegt in den schattigen Wald ein

Der HM-Wendepunkt nach gut 12 Kilometern

Die Zielverpflegung mit diversen Getränken und leckerem Obst füllt die leeren Kalorienspeicher schnell wieder auf

Ungeduldig wartende Kinder

Wo geht’s denn hier zum Start?

Da ist Musik drin

 

Hambrücken, den 14. August 2016 – Von wegen Sommerloch: In Hambrücken, zwischen Bruchsal und Speyer gelegen, wird die eher veranstaltungsarme Zeit in den baden-württembergischen Sommerferien seit 2006 mit dem Lußhardtlauf überbrückt. Dieser verdankt seinen Namen dem ausgedehnten Waldgebiet, durch den sowohl die angebotenen 5km- als auch die 10km- und Halbmarathonstrecke führen.

Im Grunde ist ganz Hambrücken – nicht unähnlich einem gewissen gallischen Dorf – quasi „umzingelt“, allerdings nicht von Römern sondern von Wald – dem namensgebenden Lußhardtwald als auch dem Kammerforst. Dieser – eher im Südwesten der Gemeinde angesiedelt – wird jedoch gar nicht betreten, im Lußhardt gibt es ausreichend Wege, um auf die notwendigen Distanzen zu kommen. Nicht immer sind die Wege asphaltiert, es findet sich auch geschotterter Waldboden darunter, was für Abwechslung sorgt, doch nicht allseits auf Zustimmung trifft. Letztlich ist die Strecke geprägt von ihren wechselnden Untergründen, den durchaus längeren Geraden und – was vor allen Dingen an warmen Tagen wie am Sonntag angenehm auffällt – durch den vielen Schatten, den der dichte Wald bietet.

Um Punkt neun Uhr fiel der Startschuss für alle Halbmarathonis und 10km-Läufer. Eine beachtliche Läuferschlange setzte sich in Bewegung und nahm zunächst Kurs in Richtung Weiher auf der abgesperrten Kreisstraße. Nach gut zwei Kilometern bog das aus 190 Halbmarathonisten und 283 Zehn-Kilometer-Läufern bestehende Feld in den Wald ab. Die Streckenteilung bei Kilometer acht war ebenso vorbildlich markiert und von Streckenposten zusätzlich gegen unfreiwilliges Verlaufen gesichert, wie die überhaupt die großen Kreidepfeile auf dem Boden selbst in Sauerstoffnot (sollte diese im Wald vorkommen) nicht zu übersehen waren.

Zusätzlich gab es für die schnellsten Frauen und Männer der jeweiligen Wettbewerbe Führungsradfahrer, wodurch Tanja Grießbaum ungefährdet und ohne zusätzliche Kilometer das Ziel des Halbmarathons als Siegerin in 1:19:53 h erreichte. Sie hatte sich beim Sommernachtslauf im südpfälzischen Bellheim eine Woche zuvor in Führung liegend verlaufen und das Rennen danach aufgegeben. Nicht zuletzt deswegen hatte der Veranstalter eigens Radfahrer engagiert und diese geleiteten dann auch das Quartett der schnellen Damen und Herren über 10km und Halbmarathon sicher in das Ziel an der Lußhardthalle.

Tanja Grießbaum, die 24jährige Pfälzerin im Trikot der LG Rülzheim, war dieser Wettkampf zwar „nur ein Trainingslauf“, dafür aber ein sehr aufschlussreicher. Sie war sehr zufrieden mit sich und ihrer konstanten Tempogestaltung, wobei sie sogar schneller lief, als eigentlich geplant war. Ihr nächstes großes Ziel ist die DM 10km Straßenlauf in Hamburg am 11. September, wo sie gerne eine 34er Zeit erreichen möchte. Als Gesamtvierte ließ sie gerade einmal drei Männern den Vortritt, nämlich dem eritreeischen Sieger Habtom Weldu (Münzesheim), der gemeinsam mit dem Zweiten, Frederik Unewisse (LG Region Karlsruhe) in dessen Trainingsgruppe trainiert und mittlerweile in der Pfalz und im Badischen längst kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Schließlich hat Habtom auch die vergangene Winterlaufserie in Rheinzabern mit neuem Serienrekord gewonnen, um nur einen seiner Erfolge zu nennen. In Hambrücken „begnügte“ er sich mit einer 1:09:47 h (zum Vergleich: die 20km in Rheinzabern lief er im Februar in 1:02:23 h) und war damit 55 Sekunden vor seinem Trainingskollegen Unewisse (1:10:42 h) im Ziel. Beide können sich, ebenso wie Tanja Grießbaum und die zweitschnellste Frau, Claudia Wipfler (Tri-Team SSV Ettlingen; 1:37:35 h) über einen einwöchigen Aufenthalt im Hotel „Ehrenbachhöhe“ in Kitzbühel freuen. Dritte wurden Natalie Fessler (Team Evaldo Mühlacker) in 1:39:26 h und Roland Golderer (RSV Schwalbe Ellmendingen) in 1:17:33 h.

Frederik Unewisse war angesichts dieser ersten „Standortbestimmung“ nach Verletzungspause und dem erst vor kurzem wieder aufgenommenen Training vollauf zufrieden. „Als Zweiter kann ich auch zufrieden sein, die Vorbereitung auf meinen ersten Marathon im Oktober in Frankfurt hat ja vor wenigen Wochen erst begonnen. Meine längsten Läufe bisher waren erst so 26, 27 Kilometer lang, da kommt noch ein bisschen was auf mich zu“, meinte er. Doch Druck macht er sich nicht, peilt eine Zeit zwischen 2:20 h und 2:24 h für Frankfurt an und wäre damit wohl in der Lage, mit den schnellsten Frauen und dadurch auch „fernsehtauglich“ aufzutreten. Das Wichtigste für das Marathondebüt in der Mainmetropole ist, so der schnelle Karlsruher, „gut durchzukommen“. 

Den Zehn-Kilometer-Lauf dominierte von Beginn an die Französin Latifa Schuster (ASL Robertsau), die vor einer Woche noch von Tanja Grießbaums Fauxpas in Bellheim profitiert und den Sommernachtslauf in 1:39:52 h gewonnen hatte.

Nach dem Motto „auf den langen Wettkampf folgt ein kurzer“, wie ihr Mann Thierry in Bellheim Laufticker-Chefin Gabi Gründling noch erklärt hatte, war ihr ursprüngliches Vorhaben, in Hambrücken nur die 5km-Distanz unter die Füße zu nehmen. Sie hat es sich jedoch kurzfristig anders überlegt und sollte diesen Entschluss auch nicht bereuen, denn in 37:10 min war Latifa Schuster ihren ärgsten Konkurrentinnen, Katharina Rohr (TV Forst Triathlon; 38:46 min) und der drittplatzierten Katrin Ochs (LG Filder; 40:16 min) doch ein ordentliches Stück enteilt. Dafür gab’s dann nicht nur einen Geldpreis sondern auch noch eine Siegertorte des örtlichen Café Rothermel obendrein. In ebendiesen Genuss kam auch Kibrom Issac von der LG Kurpfalz, der die Männerwertung für sich entschied und als Gesamtsieger nach 33:28 min genau 15 Sekunden vor Semere Gaim (LG Region Karlsruhe) lag. Als Dritter folgte, ebenfalls noch unter 34 Minuten laufend, der zweite Athlet der LG Region Karlsruhe, Ephrem Tesfay (33:57 min). Auf der vermessenen Strecke blieben neben den schnellsten beiden Frauen auch noch 20 Männer unter 40 Minuten, darunter der unverwüstliche Wolfgang Schütz von der Unterländer LG / TV Flein. Der 57jährige Schütz lieferte mit seiner 37:27 min den Beweis, dass man auch im etwas „reiferen Alter“ durchaus noch mit wesentlich Jüngeren mithalten kann. Im Gesamteinlauf wurde er nämlich starker Neunter. Ebenso bemerkenswert, dass mit Martin Schlindwein (LT Karlsdorf-Neuthard; 39:17 min) und Horst Stoll (St. Leon; 39:38 min) zwei weitere M55er ebenfalls noch unter 40 Minuten blieben. Das gelang den jüngeren Seniorenklassen nicht ganz so gut – nur ein M45er und zwei M40er unterboten diese Marke.

Im Fünf-Kilometer-Lauf, dessen Start exakt um 9:05 Uhr erfolgte, setzte sich unter 57 Teilnehmerinnen Sophie Helmbold (FCJAB Bischwiller) in 19:49 min klar durch. Die 16jährige lag knapp zwei Minuten vor der allerdings erst 13jährigen Lisa Merkel (SR Yburg Steinbach; 21:40 min) und Stefanie Hoffmann aus dem benachbarten Ubstadt (23:39 min), die allerdings mit Jahrgang 2004 auch die Jüngste auf dem Podium des 5km-Laufes war.

Von 78 Männern lief Stefan Aschenbrenner (PSKarlsruhe Triathlon) die 5km-Strecke am schnellsten und siegte in 17:58 min allerdings denkbar knapp vor Robert Casper (18:01 min) und dem Gambier Ebrima Touray von der LG Region Karlsruhe in 18:14 min. Auch hier war ein M55er ganz weit vorne zu finden (auch wenn es beim 5km-Lauf eigentlich keine Altersklassenwertung gibt): Oswald Renz vom TSV 05 Rot lief als Fünfter in 19:07 min eine ausgezeichnete Zeit.

 

Nicht nur die Athleten lieferten überzeugende Leistungen ab, auch organisatorisch gab’s nicht zu mäkeln. Ein mehr als gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (für alle Teilnehmer gab’s einen 50%-Gutschein der Therme in Bad Schönborn sowie ein Duschgel oder Shampoo) rundete neben der fachkundigen Moderation durch Wolfgang Behr und der großzügig bemessenen Strecken- und Zielverpflegung den überaus positiven Eindruck ab.

Auch für Unterhaltung an der Strecke war gesorgt, denn man wurde gleich mehrfach musikalisch zu etwas schnelleren Schritten animiert, unter anderem durch einen für Hambrücken wahrscheinlich nicht ganz typischen, jedoch schon zum „Inventar“ der Veranstaltung gehörenden Dudelsackspieler kurz vor Kilometer 20.

Wem das alles als Anreiz noch nicht genügen sollte, dem sei noch das üppige Kuchenbuffet empfohlen, von dessen Qualität sich der Autor ausgiebig überzeugen musste. Nächstes Jahr wird in Hambrücken das Dutzend an Lußhardtläufen voll gemacht – wer das verpasst, verpasst was!

Ergebnisse: www.br-timing.de


Kossmann Laufdesign