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Interview mit Sören Ludolph

[eingestellt am 15. September 2016]

By: Volker Goineau

Sören beim Berliner Meeting der Krummen Strecken 2015

Der niedersächsische 800m-Läufer Sören Ludolph hat am Samstag, den 3. September, beim ISTAF in Berlin seine Karriere beendet. Im Interview mit dem Laufticker blickt der heute 28jährige Olympia-Teilnehmer von 2012 auf seine Karriere mit ihren Höhen und Tiefen zurück und lässt durchblicken, dass er sich auf die nun anstehende Zeit ohne (Hoch-) Leistungssport freut.

Laufticker: Hallo Sören, beim ISTAF in Berlin hast du deinen Abschied als aktiver 800m-Läufer gegeben. Wie hast du das Rennen erlebt?

Sören Ludulph: Es war ja nochmal ein Rennen in einem Weltklasse-Feld, in dem die Trauben natürlich sehr hoch hängen. Dass ich da nicht vorne mitmischen würde, war von vorneherein klar. Bis 550m habe ich mich, denke ich, ganz gut verkauft, dann wurde ich etwas fest. Mit meiner Zeit von 1:48,31 min bin ich natürlich nicht ganz zufrieden. Es war aber trotzdem ein schöner Saison- und damit auch Karriere-Abschluss.

Wie fühlt sich das jetzt an, wenn man weiß, dass es vorbei ist?

Das Gute ist, dass ich lange darauf vorbereitet war, dass mit dem Ende dieser Saison auch meine Karriere zu Ende gehen würde. Somit ist das Gefühl gar nicht so komisch.

Wie zufrieden bist du denn mit deiner letzten Saison?

Ich bin schon zufrieden. Eigentlich war die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio mein Ziel, aber es hat halt nicht sollen sein. Wenigstens war ich ja im EM-Halbfinale in Amsterdam. Und mit Rio habe ich es versucht, so habe ich jetzt meinen Seelenfrieden mit der Saison und meiner gesamten Karriere. Hätte ich ein Jahr früher aufgehört, hätte ich mir in diesem Jahr wahrscheinlich gesagt, dass ich es doch vielleicht nach Rio hätte schaffen können.

Was waren denn rückblickend deine schönsten Momente in deiner Karriere? Und die „schwärzesten“?

Also das Highlight war sicherlich meine Olympia-Quali 2012 in Hengelo, als ich meine Bestzeit von 1:44,80 min gelaufen bin und die darauffolgende Teilnahme in London. Das war schon etwas ganz Besonderes. Außerdem freue ich mich über jeden Titel und jede weitere Medaille, die ich bei Deutschen Meisterschaften erringen konnte, sei es über 800 m oder in der 3*1000m-Staffel. Hingegen waren die Jahre 2013 und 2014 Seuchenjahre für mich. Nach der Olympiasaison 2012 habe ich recht lange pausiert und wollte nach dem Wiedereinstieg zu schnell zu viel. 2015 lief wieder deutlich besser und 2016 war ein schönes Abschlussjahr.

Da du deine „Seuchenjahre“ ansprichst: würdest du im Nachhinein etwas anders machen in deiner Karriere?

Nein, ich denke, dass letztendlich alles so seinen Sinn hatte.

Wie geht es denn nun weiter für dich? Und was wirst du aus deiner Leistungssportler-Zeit wohl am meisten vermissen?

Also gerade vermisse ich noch nichts. Ich muss sowieso abtrainieren und werde im nächsten Jahr eventuell noch als Tempomacher bei 800m-Rennen dabei sein. Ansonsten werde ich nun ab Ende Oktober voll in meinen Beruf als Polizist in Hannover einsteigen und freue mich schon darauf, da mir dieser Beruf großen Spaß macht.

Dann danke ich dir für das Gespräch, Sören, und wünsche dir alles Gute für deine Zukunft!


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