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The Great 10 k Berlin

[eingestellt am 10. Oktober 2016]

By: Volker Goineau

Start zum Kinderlauf

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Vor dem Schloss Charlottenburg

Die Kinder kommen ins Ziel

Gleich geht’s los

Erschöpfte Läufer im Ziel

Schnellster Deutscher Tom Gröschel

Julien Wanders

Fünftplatzierter Simon Tesfaye

Das Feld ist unterwegs l

Das Feld ist unterwegs ll

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Die Spitzenläufer auf der Strecke

Siegerehrungen auf der Bühne

Buntes Treiben

Erschöpfte Siegerin Sarah Lahti

Abräumarbeiten

Das Rennen ist vorbei

Zane Robertson überragt in der Hauptstadt

Berlin, 9.10.2016 - Zum neunten Mal fand in diesem Jahr in Berlin-Charlottenburg der große 10km-Lauf im Oktober statt. Bis zum vergangenen Jahr hieß die Veranstaltung „ASICS Grand 10“; in diesem Jahr, nach dem Ausstieg des Hauptsponsors, nannte sich das Rennen „The Great 10k“.

Dieser Lauf hat sich als schnellster 10km-Lauf in Deutschland etabliert. So stehen die Streckenrekorde bei 27:12 min (2010) vom Weltrekordler Leonard Komon und 30:37 min von Joyce Chepkirui (2013), die damals mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Tadelech Bekele gewann. Viele deutsche und weitere europäische Top-Läufer kommen alljährlich zu diesem Rennen, mit der Hoffnung auf eine gute Zeit. So rannte Arne Gabius in den vergangenen beiden Jahren mit 28:07 und 28:08 min als jeweils Viertplatzierter seine zwei schnellsten Straßen-Zeiten auf diesem Kurs. Und im Jahr 2015 lief der damals 19jährige Julien Wanders mit hochkarätigen 28:49 min einen Schweizer U20-Rekord. In diesem Jahr war er übrigens erneut dabei und lief mit einer Zeit von 28:58 min auf den sechsten Rang.

Start und Ziel befinden sich vor dem Schloss Charlottenburg und die Strecke führt über eine flache Runde am Ernst-Reuter-Platz und an der Siegessäule vorbei. „Touristisches Highlight“ der Strecke ist auf dem sechsten Kilometer die Durchquerung des Zoos, wobei der Bodenbelag und die Kurven hier im Hinblick auf ganz schnelle Zeiten eher als Negativ-Punkt zu bewerten sind. Auf der zweiten Hälfte geht es die Kantsraße entlang, wo häufig ein gewisser Gegenwind herrscht, bevor es durch die Windscheidt- und die Schlossstraße in Nordrichtung wieder zum Ziel geht. Das Publikum ist klasse und das dichte Feld, gerade auch im schnelleren Zeiten-Bereich, prädestinieren dieses Rennen zum Angriff auf die persönliche Bestzeit. Gemeinsam mit dem Hauptlauf, der über 6500 Teilnehmer zu verzeichnen hatte,  wurde um 12 Uhr auch eine 2*5km-Staffel gestartet; außerdem gab es vorher einen Kinderlauf.

Neben den Ostafrikanern gab es in diesem Jahr auch einen großen Favoriten mit heller Hautfarbe: den Neuseeländer Zane Robertson, der gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Jake seit geraumer Zeit in Ostafrika (zuerst in Kenia, mittlerweile in Äthiopien) lebt und trainiert. Der 26jährige war kürzlich in Rio de Janeiro Olympia-12. Über 10.000 m geworden, wobei er seine Bestzeit von 27:33,67 min lief. Aus dem vergangenen Jahr hat er eine 59:47 min über die Halbmarathon-Distanz zu Buche stehen, womit er als erst vierter nicht aus Afrika stammender Läufer unter einer Stunde blieb. Und bei den Great 10k sollte sein nächster Paukenschlag folgen: nachdem er bei Kilometer 5 bereits 12 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger herausgelaufen war, erreichte er das Ziel als unangefochtener Siger in 27:28 min. Damit verbesserte er den Ozeanien-Rekord im 10km-Straßenlauf vom Australier Craig Mottram um 26 Sekunden und lief in der aktuellen Jahres-Weltbestenliste auf den zweiten Platz. Mit 50 Sekunden Rückstand belegte der Eritreer Awet Habte den zweiten Platz, gefolgt von Nicholas Korir aus Kenia (28:27 min). Zweitschnellster Europäer, hinter dem bereits erwähnten jungen Schweizer Julien Wanders, war der Niederländer Jesper van der Wielen in 29:32 min. auf Gesamtrang 10. Dicht dahinter kam der Rostocker Tom Gröschel als schnellster Deutscher in 29:33 min ins Ziel (Bruttozeit 29:34 min). Der 25jährige gewann erst vor Wochenfrist den Halbmarathon in Köln in starken 64:49 min. Auf den zwölften Rang lief der zweite Deutsche und schnellste Berliner Fabian Clarkson vom SCC Berlin in 29:47 min. Damit lief er nun auch auf der Straße unter 30 Minuten, nachdem er auf der Bahn im Jahr 2014 bereits 29:09,38 min. gelaufen war. Außerdem war Fabian in diesem Jahr DM-Vierter über 3000m Hindernis. Im kommenden Winter möchte er im Cross angreifen und peilt hier die Qualifikation für die Europameisterschaft an.

Die ersten 27 liefen unter 31 Minuten, weitere 17 Läufer boten 31er Zeiten an, was das hohe Niveau der Great 10k verdeutlicht. Die Frauen-Konkurrenz entschied die Schwedin Sarah Lahti für sich, die mit 31:57 min einen nationalen Rekord aufstellte. Den zweiten Rang erlief sich Melat Yisak Kejeta in 33:09 min. Die Äthiopierin, die für den PSV Grün-Weiß Kassel startet, wurde vor vier Wochen in Hamburg Deutsche Meisterin über diese Distanz, wobei sie 33:15 min gelaufen war. Den dritten Platz belegte Monika Stefanowicz aus Polen in 34:15 min. Schnellste Deutsche wurde auf Rang fünf in 35:12 min Carolin Mattern vom OSC Berlin, hinter ihrer schwedischen Vereinskollegin Yvonne Kägi (34:39 min). Erwähnenswert ist auf jeden Fall die Leistung der unermüdlichen Karsta Parsiegla vom SCC Berlin, die mit 38:33 min (netto 38:26 min) als Gesamt-17. souverän die Altersklasse W50 für sich entschied. Vor zwei Wochen war sie noch den Berlin-Marathon in 2:55:10 h gelaufen. Insgesamt liefen nur 24 Frauen Nettozeiten von unter 40 Minuten; somit war das Frauenfeld nicht ganz so stark besetzt war wie jenes der Männer.

Doch sowohl bei den Frauen als bei den Männern konnten sich auch in diesem Jahr jede Menge Läufer über persönliche Bestzeiten oder zumindest sehr erfreuliche Leistungen freuen und werden sicherlich auch in den nächsten Jahren wieder am zweiten Oktober-Sonntag die Straßen von Berlin-Charlottenburg unter die Füße nehmen, um bei diesem tollen Event eine schnelle Zeit zu laufen oder es einfach zu genießen. Als kleiner Minuspunkt bezüglich der Organisation sollten die Duschzelte erwähnt werden, die für diese doch schon recht kühle Jahreszeit eher ungünstig sind. Ansonsten ist der Great 10k wie bereits angedeutet eine tolle Veranstaltung für Läuferinnen und Läufer jeder Leistungsklasse.


Kossmann Laufdesign