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3. Pfälzer Weinsteig 100 Meilen Ultratrail

[eingestellt am 17. Oktober 2016]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter & Gabi Gründling

Vorjahressieger Roland Stulz und sein Herausforderer Max Kirschbaum morgens vorm Start

Bürgermeister Dieter Geißer läßt sich nicht lumpen und bestellt eine Lightshow

Die Spitzengruppe nach 11 km in Dörrenbach

Iris Stern auf der Durchreise

Zweite Anke Warlich

Unbemannter Wasserposten

Pflichtgepäck: eigener Becher

Veranstalter Günther Bruhn auf Tour

Monika Bäuerlein

Cornelia Schmutz lacht über ihren Stirnlampenabdruck

Karen Keller und Thorsten Klenke

Auch beim 100 Meiler gibt’s Marschtabellen

Ältester Teilnehmer Axel Bücheler

Max Kirschbaum erklimmt die Stufen zur Landeck

Christoph Janthur dieses Jahr ohne seinen „Altherrenclub“ unterwegs

Paul Moog wird Zweiter

Für Roland Stulz ist am Dernbacher Haus Schluß

Für Stefan Müller ist nach einem Sturz nach 84 km Schluß

Wenn es nicht blutet, war es kein Trail

Dritter Michael Schmidt hat am Sonntag Geburtstag

Michael Heinkelein

Vom Dernbacher Haus aus kann man die Läufer schon weit vorher erahnen

„Rotkäppchen“ Stefan Lang kam diesmal leider nicht ins Ziel

Rainer Grossmann brauchte 30:10 h

Für Erich Strack reichte es bei der dritten Teilnahme erstmals nicht zum Finish

Wegweiser zum „Partyposten“ an der Landauer Hütte

Monika Bäuerlein

Guter Dinge: Eva Schlüter holt sich ihren dritten Stern

Frank Beutel wie immer im lila Shirt

Für Dieter del Valle war in Wachenheim Schluß

Duo infernale: René Spintler und Frank Müller absolvierten den Lauf schon zum zweiten Mal gemeinsam

Gerhard Zirker

Thomas Strohmeyer schafft 128 km

Genau wie Mischu Sirbu

Andreas Spieckermann

Jürgen Schwäger und Dieter Ehrenberger

Stephan Hahn, in der Nacht betreut von Sohn Alexander

Dieter Gerstner

Simon Heyne

Bernd Rohrmann

Thorsten Klenke wählte das falsche Schuhwerk und kam daher nur bis km 56

Alternativsport am Dernbacher Haus

In der Wappenschmiede (km 84) lagen die Dropbags

Mobiles Wettkampfbüro

Der Vollmond über Neustadt/Weinstraße

Joachim Siller und Susanne Alexi machten in „JoSis Garage“ in Neustadt die Nacht zum Tag

Durchgestylt

Zwei aktive Läufer sind schon eine Ansammlung

Dritter Michael Schmidt freut sich auf seinen Geburtstag am Sonntag

Der letzte VP in Battenberg

Der Lauftreff Weisenheim am Berg nutzt das Sonntagstraining, um Sabrina Glöckner, Rainer Grossmann und Ralf Ruppert der Läufer von der Lindemannsruhe nach Battenberg zu begleiten

In Laumersheim hat Bürgermeister Thomas Diehl (links im roten Hemd) einen Sonder-VP eingerichtet

Herzchen statt Sternchen für den Zieleinlauf von Iris Stern

Andreas Siebert mußte dieses Jahr auch raus und seinen Weinsteigkumpel Ralf Ruppert alleine weiterziehen lassen

Zieleinlaufkulisse beim SV Obersülzen

Rainer Großmann im Ziel

Sabrina Glöckner

Michael Schmidt genießt sein Geburtstagsbierchen

Zweiter Paul Moog hat gut lachen

Die Finishershirts aus dem Hause Kossmann Laufdesign

Esther und Heinz Dieter Miess von VP4 in Wachenheim

Jürgen Schwäger hat’s gepackt

Christine Bruhn, Herrin der Pokale

Dieter Gerstner

Nach Hause telefonieren…

Erleichtert und glücklich: Monika Bäuerlein und Eva Schlüter

Frank Beutel

Sieger Max Kirschbaum

Zeigt her Eure drei Sterne: Frank Beutel und Dieter Ehrenberger

Zweite Anke Warlich

Allrounder Günther Bruhn

Laßt die Siegerehrung beginnen

Man sieht schon, was hinter den Läufern liegt

Medaille: die Wegstreckenmarkierung

So gehen Sieger

Ist da etwa schon Wein drin?

Mitten in der Siegerehrung noch Support für Verläufer

Gruppenbild

-

Gerhard Zirker beim Zielspurt – ein bißchen Spaß muß sein

René Spintler

Frank Müller

Thomas Fanslau nach dem Verlaufer des Tages auch im Ziel

Vier (plus Begleitung) auf der abschließenden Stadionrunde

Bernd Rohrmann, Simon Heyne, Stephan Hahn und Andreas Spieckermann kommen gemeinsam an

Andreas Spieckermann hat versprochen, höher zu springen als 2015

Stephan Hahn sieht nach 165 km entspannter aus als nach 11

Große Freude auch bei Simon Heyne

Bernd Rohrmann

Cornelia Schmutz kommt punktgenau nach 34 Stunden an

Verdient!

Warten auf Karen

Karen Keller im Anmarsch

… als ob sie nicht über 34 Stunden unterwegs gewesen wäre…

Morgenstimmung am Weinsteig

Kleinkarlbach – hier verläßt der Tross den Weinsteig

Die letzten (Kilo)Meter nach Obersülzen

Endlich – der Sportplatz ist erreicht

Die heiße Schlacht am kalten Buffet

Michael Schmidt glücklich

100 Meilen und ein paar mehr

Obersülzen, 15./16. Oktober 2016 – die Zeit vergeht wie im Flug. Bereits zum dritten Mal fand am vergangenen Wochenende der 100 Meilen Ultratrail auf dem Pfälzer Weinsteig statt. Prädikatswanderwege sind in den letzten Jahren mächtig im Kommen und bieten sich für Laufveranstaltungen geradezu an. Der Pfälzer Weinsteig verläuft quasi parallel zu Deutschen Weinstraße zwischen Schweigen-Rechtenbach im Süden und Bockenheim im Norden. Offiziell misst er 170 km. Als Günther und Christine Bruhn anfingen, Lauffreunde einzuladen, um den Weinsteig nonstop zu erobern, endete der offizielle Wanderweg noch in Neuleiningen. Die beiden Laumersheimer machten einen Deal mit dem Sportverein ihres Nachbardorfes Obersülzen. Dort gibt es die für eine solche Veranstaltung nötige Infrastruktur und der Verein zog von Anfang an mit. So verlassen die Ultraläufer den Weinsteig in Kleinkarlbach, um von dort aus dem Eckbachmühlenweg bis Großkarlbach zu folgen. Bog man bei der ersten Ausführung hier noch durch die Weinberge nach Obersülzen ab, gibt es seit 2015 noch ein paar Kilometer oben drauf, um auch Laumersheim einen Besuch abzustatten. Am Friedhof hält Bürgermeister Thomas Diehl schon nachts die Stellung, um den guten Ruf der Pfälzer Gastfreundschaft zu bestätigen. In seinem Bonus-Verpflegungszelt gibt es so viel zu essen, daß davon eine ganze Kompanie satt werden könnte. Dummer- und verständlicherweise wollen 3 km vorm Ziel aber fast alle nur noch eins: nach Obersülzen. So mancher will schon deshalb nicht mehr stehenbleiben, weil er befürchtet, danach nicht mehr loslaufen zu können.

Sechs umfangreiche Versorgungsposten und einige unbemannte Wasserstellen waren von Anfang an eingeplant, im Neustadter Ortsteil Königsbach wurde aus dem unbemannten Posten schon im letzten Jahr ein bemannter. Denn dort wohnt Philip Eisel, ein Triathlet und Gelegenheitsultraläufer, der seinen Hof gerne für die Trailer öffnet. In diesem Jahr mußte er sogar ein Bett zur Verfügung stellen, um einen Läufer warm zu bekommen, bevor dieser abgeholt und mit dem Auto nach Obersülzen gebracht wurde.

Neustadt ist ein von Läufer-zu Läufer-Pflaster, denn VP4 ist von jeher in der Garage von Joachim Siller untergebracht. Der 56jährige wohnt unmittelbar am Weinsteig und obwohl er bei den ersten beiden 100Meilern selbst am Start war, war es für ihn von Anfang an Ehrensache, einen VP zu beherbergen. Hier fängt’s auch für die Helfer an, richtig hart zu werden, denn die Garage darf erst morgens um 5 Uhr ihre Pforten schließen. Susanne Alexi, die schon zum zweiten Mal der gute Garagengeist war, meinte ihr mache der Nachtdienst nichts aus, sie fühle sich des nachts eher gebraucht als am Tag. Die Wirte des Dernbacher Hauses, der Wappenschmiede in Sankt Martin und des Hofguts in Battenberg stellen Infrastruktur für VPs zur Verfügung und in Wachenheim verpflegen sich die Läufer im Unterstand des Pétanque-Clubs.

„Die unbemannten Wasserstellen sind kein Problem. Wir sind hier in der Pfalz. Da klaut niemand was, eher stellen die Leute noch etwas dazu“ meinte Günther Bruhn noch am Freitagabend beim Briefing. Leider wurde er dieses Jahr eines Besseren belehrt. In Bad Dürkheim wurde der Posten um 20.30 Uhr aufgebaut. Er bestand, wie alle anderen auch, aus zwei Bananenkisten voll mit Halbliterflaschen mit stillem Mineralwasser, selbst angerührtem Isogetränk, ein paar Bananen und LED-Lampen zum besseren Auffinden. Noch bevor Max Kirschbaum die Treppe hinauf zur Schäferwarte, an deren Fuß die Kisten deponiert waren, so gegen Mitternacht erreichte, hatten merkwürdige Zeitgenossen beide deutlich mit ihrem Verwendungszweck markierte Kisten geklaut. Einzig die Deckel der Kisten lagen noch an Ort und Stelle.

Mitte Oktober muß man eigentlich mit Regen rechnen. Vor allem im Osten der Republik kann man seit Wochen ein Lied davon singen. Aber die Pfalz gehört nicht umsonst zu den wärmsten und trockensten Gegenden Deutschlands. Und so hatte Petrus auch in dieser Vollmondnacht wieder ein Einsehen und ließ die Regenwolken hinter verschlossenen Türen. Am frühen Sonntagmorgen zog Nebel durch die Vorderpfalz, aber nach knapp drei Stunden war der Spuk wieder vorbei und die Sonne strahlte vom blauen Himmel. So war es auch diesmal kein Problem, die Siegerehrung im Freien durchzuführen. Zum ersten Mal fand parallel auf dem Kunstrasenplatz des SV Obersülzen auch ein Fußballspiel statt, so daß die Handvoll Zuschauer noch ein Zusatzprogramm genießen durften. Und Läufer, Helfer und Begleitpersonen lieferten sich noch eine heiße Schlacht am kalten Buffet, denn wie fast immer und fast überall war der Berg der Reste von den Versorgungsstellen schier unschaffbar.

Der Lauf beginnt eigentlich schon am Freitagabend, das Bruhnsche Briefing ist legendär und „immer wieder ein Erlebnis“, wie Petra Holtmann-Wibberich bemerkte, deren Lebensgefährte Ralf Ruppert bereits zum dritten Mal teilnahm. Und zum dritten Mal ins Ziel kam. Das hieß: es befand sich ein dritter Stern auf dem Rücken seines Finishershirts. Den holten sich außerdem Frank Beutel, Dieter Ehrenberger, Eva Schlüter und Frank Müller.

Viele Läufer übernachten unter der Tribüne des SV Obersülzen und am frühen Morgen geht’s dann per Reisebus zum Start. Diesmal wurde die Fahrt doppelt versüßt: über der beleuchteten Wachtenburg strahlte ein fast voller Mond. Ganz voll war er dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Außerdem hatte der Busfahrer SWR im Radio und dort hörten die Läufer dann von ihrem bevorstehenden Start. In Schweigen angekommen, wurden sie dann erneut überrascht. Bürgermeister Dieter Geißer ist seit 2,5 Jahren im Amt, begleitet den Ultratrail also von Anfang an. Diesmal hatte er sich nicht lumpen lassen und eigens eine Lightshow bestellt, die die Läufer am Deutschen Weintor, dem südlichen Ende der Deutschen Weinstraße, begrüßte.

Aufgrund einer baustellenbedingten Autobahnkreuzsperrung ging’s erst mit einer Viertelstunde Verspätung los. Wie immer tönte Hubert von Goiserns „weit weg“ über Günther Bruhns Autoboxen als sich die Truppe auf den Weg machte. Ursprünglich waren 60 Startplätze vergeben worden, aber in den letzten Wochen ging es in der Starterliste zu wie bei den 10 kleinen Negerlein. Verletzte, Kranke und beruflich Unabkömmliche strichen die Segel schon bevor das Schiff den Hafen verließ. Die letzten Absagen trudelten noch am  Freitagabend in Obersülzen ein, so daß letztlich 43 Athletinnen am Start waren, unter ihnen auch Vorjahressieger und Streckenrekordhalter Roland Stulz sowie die Doppelsiegerin Eva Schlüter. Die sieben Frauen kamen alle ins Ziel, von den Männern stiegen 16 unterwegs aus den unterschiedlichsten Gründen aus.

Einer von ihnen war der Vorahresüberraschungssieger und diesjährige Gejagte Roland Stulz. Schon nach 25 km beklagte er muckende Oberschenkelmuskulatur, bei km 56 war es für ihn die vernünftigste Entscheidung, das Rennen zu beenden, nach Hause zu fahren und den Rest des Wochenendes mit der Familie zu verbringen. „Es ist doch nur Sport“ tröstete er sich selbst.

Nun war der Weg völlig frei für Max Kirschbaum, seinen Herausforderer. Der 30jährige, dieses wie letztes Jahr Fünfter beim Zugspitz-Ultratrail, ist begeisterter Trailläufer, Straßenrennen interessieren den Eisenberger mit Wohnsitz in Otterberg eigentlich gar nicht mehr. Die macht er vor allem als Laufguide für den Sehbehinderten Tien-Fung Yap, mit dem er Ende Oktober auch den Frankfurt-Marathon absolvieren wird. Er hatte sowohl den Sieg als auch den Streckenrekord auf dem Plan. Und den erfüllte er zu 100%. Er unterbot Roland Stulz‘ „Fabelzeit“ vom Vorjahr nochmals um 6 min und kam nach 21:26 h lange vorm Morgengrauen in Obersülzen an.

Daß 100 Meilen ganz schön lang werden können, merkte auch die schnellste Frau, Iris Stern. Die 44jährige von der Landau Running Company lief leicht und locker bis zum letzten VP bei km 151. Für die letzten 15 km, die ja fast nur noch flach über Asphalt führen, brauchte sie satte 2 ½ Stunden. Ihr Magen streikte und sie konnte nur noch spazierengehen. Ihr Lebensgefährte Christian Beck begleitete sie bei diesem harten Stück Arbeit. Sie hatte sich akribisch auf das heimatnahe Rennen, ihren ersten 100Meiler, vorbereitet. Nach ihrem siebten Platz beim Zugspitz Ultratrail hatte sie ausführlich regeneriert und dann so viel trainiert wie noch nie zuvor. In ihrer Spitzenwoche kam sie auf 163 km. Entsprechend hatte sie auch bis zum Schluß keine muskulären Probleme – und am Montag nicht mal Muskelkater. Mit 26:02 h stellte sie einen neuen Streckenrekord auf und kam als Gesamt-Vierte ins Ziel, wo sie von ihrer Jubeltruppe von der Landau Running Company mit roten und silbernen Herzen überschüttet wurde.

Auch Anke Warlich startet für die Landau Running Company. Allerdings kommt die 36jährige gar nicht aus der Pfalz sondern aus Bonn. Die große und feierwütige Gruppe von der LRC kennt sie von diversen Trailrennen und wandelte sich von der Sympathisantin zum Teil der Gruppe. Auf dem Weinsteig war sie 27:46 h alleine unterwegs. Nach der Siegerehrung mußte sie noch den Rückweg nach Bonn antreten.

Viele Läufer waren so vernünftig, sich zumindest am Montag noch Urlaub zu nehmen. Sabrina Glöckner, im zweiten Anlauf endlich im Ziel und mit 30:10 h gleich auf dem dritten Platz, gönnte sich sogar eine ganze Woche – mit eingeplantem Sauna- und Massagebesuch. Nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin, die sie sich unter anderem mit frühmorgendlichem Zeitungsaustragen finanzierte, kommt sie jetzt zur Ruhe und auch wieder dazu, regelmäßig zu trainieren. Da sie in Kaiserslautern lebt, gehörte im letzten Jahr auch der Weinsteig zu ihrem Trainingsrevier.

Paul Moog kommt aus Schleithal im Elsaß. Dieses Örtchen liegt aber nur 10 km von Schweigen-Rechtenbach entfernt, so daß der Weinsteig auch für Paul kein Unbekannter ist, zumal auch er für die Landau Running Company unterwegs ist, die oft in größeren Gruppen rund um den Weinsteig trainiert. Schon 2015 holte sich Paul seinen Weinsteig-Stern, da wurde er mit Magenproblemen nach 26:35 h Sechster. In diesem Jahr war er zwei Stunden kürzer unterwegs, 24:42 h reichten ihm für Platz 2.

Michael Schmidt aus Steinhagen hatte nach 25:01 h doppelten Grund zu feiern. Denn den dritten Platz schenkte er sich zum Geburtstag. Eigentlich war es sein Plan, wie im Vorjahr komplett mit Stefan Lang zu laufen, aber der Otterstädter mußte ihn mit Magenproblemen schon früh fortschicken und beendete das Rennen dann nach 84 km in der Wappenschmiede in St. Martin, die die Veranstaltung auch schon vom ersten Lauf an unterstützt – wie auch das Dernbacher Haus und das Hofgut Battenberg.

Da sich die Läufer nur nach der offiziellen Wandermarkierung oder einem GPS-Track orientieren können, sind Verlaufer nicht ausgeschlossen bzw. müssen mit eingeplant werden. Die meisten Bonusmeilen dürften Ralf Ruppert und Thomas Fanslau gesammelt haben. Rupperts Garmin zeigte am Sonntagnachmittag 175 km. Den Vogel schoß Thomas Fanslau ab, der vergessen hatte, daß das Dorf, in dem er den Weinsteig verlassen mußte, Kleinkarlbach hieß und noch fast bis Mechtersheim weiter der Wandermarkierung folgte – immer darauf wartend, daß da jetzt der Abzweig Richtung Laumersheim kommt. Den Kreidepfeil auf dem Boden hatte er auf der Suche nach der Wegemarkierung leider übersehen. Aber auch Cornelia Schmutz sammelte viele Zusatzmeilen. Oft mußte sie von hinter ihr Laufenden zurückgerufen werden, andernfalls hätte sie wohl das Ziel nie innerhalb vorgegebenen Zeit erreicht. So nutzte sie die 34 Stunden exakt aus.

Stephan Vogel war der Läufer mit der weitesten Anreise. Der 58jährige mit familiärer Bindung in die Pfalz lebt in Doha. Da seine Uhr den GPS-Track „verloren“ hatte, ließ er sich von seiner Betreuerin seinen Laptop nach Annweiler bringen und versuchte dort eine Stunde lang vergeblich, die Uhr neu zu laden. Danach war er dann über die Cut-Offs und schlug sich außer Konkurrenz noch bis nach Neustadt durch, wo er direkt in den Zug stieg, der ihn zu seiner Mutter brachte.

Das Duo Infernale oder „Dreamteam der Verpflegungsposten“ waren René Spintler und Frank Müller. 2015 haben sich die beiden auf dem Weinsteig gesucht und gefunden und auch in diesem Jahr liefen sie fast die ganze Strecke über gemeinsam. „das paßt einfach“ meinte Spintler. Die beiden ließen sich an jedem VP ausreichend Zeit und stärkten sich durchaus auch mit Schorle, die ihnen von den Streckenposten der Landau Running Company unterhalb des Orensfelsens angeboten wurde. Darauf hatten sie sich die ganzen 60 km bis zur Landauer Hütte schon gefreut.

Der älteste Teilnehmer war der 77jährige Frankfurter Axel Bücheler. Obwohl er im Frühjahr beim Jurasteig die 170 km-Strecke bewältigt hatte, waren die 100 Meilen auf dem Weinsteig an diesem Wochenende zu viel für ihn. Nachdem er sich auch noch verlaufen hatte, war an VP2 Schluß für ihn.

So eine Veranstaltung, so klein sie auch ist, schreibt hunderte Geschichten und Geschichtchen und  man kann sie leider nicht alle erzählen. Auf jeden Fall finden sie, das haben Christine und Günther Bruhn schon angekündigt, ihre Fortsetzung im Oktober 2017.

 

 


Kossmann Laufdesign