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26. Schwäbische Alb Marathon

[eingestellt am 25. Oktober 2016]

By: Jochen Höschele

Kurz vor dem Start zum 26. Schwäbische Alb Marathon ist der spätere Sieger Richard Schumacher (ganz links mit blauer Kappe) noch ins Gespräch vertieft

Zunächst geht es aus der Stadt hinaus entlang der Rems; hier nach etwa zwei Kilometern die ersten drei Höhenmeter mit pinkfarbenen Warnpfeilen kenntlich gemacht

Der Blick zum Hohenstaufen nach etwa zwölf Laufkilometern kurz hinter Wäschenbeuren

Zunächst biegt die Laufstrecke jedoch in südwestlicher Richtung ab und nähert sich dem „Staufen“ dann von Westen her

Kilometer 13: Es wird steil, das Peloton geht

Monsignore Ulmschneider läuft noch, der Angeber!

Was ist denn hier los? Menschenansammlung kurz unterhalb des Hohenstaufen

Ach so, Verpflegung! Na dann mal zulangen und immer schön die Becher…

……am Streckenrand entsorgen, recht so! Der Hohenstaufen dräut schon aus nächster Nähe

Der Blick zurück offenbart die Steilheit des Geländes, was aber so manchen (immer noch nicht) vom Laufen abhält, pah, diese Körnerverplemperer!

Kati Schramm im Sink- und sturzfreien Flug hinunter vom Hohenstaufen

Schöne, wenn auch nicht ganz dunstfreie Sicht vom Gipfel des Hohenstaufen

Auf dem Weg „abwärts“ vom Hohenstaufen kommt, wenn der Wald sich gelichtet hat, alsbald der nächste Kaiserberg, der Rechberg, in Sicht. Rechts dahinter ist der Stuifen auch schon zu erkennen

Blick hinüber zum Stuifen, etwa 21 Kilometer sind hier absolviert

Die letzte Verpflegungsstelle für die 25km-Rechbergläufer wartet nach ungefähr 21 Kilometern. Die Albmarathonisten haben noch viele weitere Verpflegungspunkte vor sich, aber auch noch 29 Kilometer zu gehen, laufen, krabbeln,…

Bedrohliches Gewölk, es bleibt aber für die Dauer des Laufes trocken von oben

Die Alb bietet auch bei wolkigem Himmel ein beeindruckendes Panorama

Guggenmusik vor dem finalen Anstieg zum Rechberg mobilisiert noch einmal die letzten Reserven der 25km-Läufer; bei den 50ern sind es höchstens die vorletzten…

Im Ziel des 25km-Laufes auf dem Rechberg mischt sich an den reichhaltigen Verpflegungstischen das Völkchen der Ultras und der „Halbdistanzler“. Die einen sind froh, es geschafft zu haben und müssen „nur noch“ in den Ort zum Pendelbus; die anderen stärken sich für die „leichtere“ zweite Hälfte und den letzten der Dreikaiserberge

707m Höhe – der Anstieg zum Rechberg ist allerdings so steil, dass es auch im Wanderschritt schon zur Schnappatmung reicht

Irwan Harianto (LSG Karlsruhe) gewinnt die M65 in 5:25 h

Marc von der Burg ist nach gut 30km beim Abstieg vom Stuifen noch guter Dinge

Der einzige Streckenabschnitt, der Trailläufern entgegenkommt, ist die Passage am Stuifen zwischen Kilometer 28 und 30

Auf diesem trailigen Abschnitt bieten sich aber auch wieder schöne Ausblicke

Aussicht vom Wendepunkt am Stuifenkreuz bei Kilometer 30

Und noch ein Panoramabild vom Stuifenkreuz aus

Plötzlicher Trubel nach der Stille am Stuifen…

…….an der Verpflegung, die bei Kilometer 31 und 36 angelaufen wird

Roland Hächler vom „4 Pfotenultratream“ braucht knappe fünfeinhalb Stunden, sein Hund ist sogar noch etwas schneller ;-)

Das Begegnungsstück zwischen Kilometer 31 und 36 kann ganz schön sein, wenn man noch die Kraft zum Grüßen…

….und Posieren hat

Links der Hohenstaufen, rechts der Rechberg – da waren wir heute schon oben!

Lamas auf dem Weg hinunter nach Waldstetten – ob die einen ermatteten Läufer wohl huckepack nehmen würden?

Der letzte (ernstzunehmende) Anstieg mit ca. 60 Höhenmetern wartet beim Weiler Hummelshalden auf die Teilnehmer

Rekorde und Favoritensiege auf der Ostalb

Schwäbisch Gmünd, den 22. Oktober 2016 – Auch im Jahr nach dem 25. Jubiläum gab es im Rahmen des Schwäbische Alb Marathons einiges zu feiern. Die Strecken- und Teilnehmerrekorde auf der namensgebenden Langstrecke blieben zwar unangetastet, doch auf der „Halbdistanz“ des Rechberglaufes und dem im Remstal verlaufenden 10km-Kurs gab es exzellente Zeiten zu vermelden, die Streckenrekorde fielen wie das Laub von den Bäumen. Doch der Reihe nach:

Der Start erfolgte, wie schon seit einigen Jahren, wieder am Johannisplatz mitten in der schmucken Schwäbisch Gmünder Altstadt. Das Wettkampfzentrum im Prediger hat sich ebenso bewährt wie das Kleiderbeuteldepot im Zelt zwischen Johanniskirche und Prediger. Wer nach dem Wettkampf zu ermattet ist, um den ca. 800 Meter langen Fußweg zur Dusche selbstständig zurückzulegen, kann sich sogar mittels eines Pendelbusses hinchauffieren lassen – die Organisatoren der DJK Schwäbisch Gmünd um „Seniorchef“ Erich Wenzel lassen es an nichts fehlen. Der Rahmen stimmt, dafür sorgen nicht zuletzt die etwa 300 ehrenamtlichen Helfer, die teilweise stundenlang im kühlen Herbstwetter ausharren müssen.

Im Gegensatz zum Vorjahr waren die Bedingungen mit Temperaturen von um die 10 Grad bei bedecktem Himmel und teils frischem Wind nämlich offenbar wie geschaffen, um schnell zu laufen. So manchen Helfer mag’s ordentlich gefroren haben, doch wer sich (schnell) bewegt, dem kommen die kühleren Tage eher entgegen. So nahmen denn die flotten Rechbergläufer, allen voran Getachew Endisu (LAC Quelle Fürth) und Jonas Lehmann (SG Stern Stuttgart) sowie Addisu Tulu Wodaju (Team Finishline) die ersten Anstiege im Hölltal sowie durch das Beutental hinauf zum Wäscherschloß quasi „im Vorbeigehen“, erst in Richtung Hohenstaufen fiel Wodaju dann zurück und landete schließlich mit deutlichem Abstand in 1:37:55 h am Rechberg auf dem Bronzerang. Für den 25jährigen Äthiopier Endisu und den zwei Jahre älteren Pfälzer Berglaufspezialisten (kürzlich 19. bei der Berglauf-WM und Deutscher Vizemeister Berglauf) ging es Seite an Seite bis in den letzten, sehr steilen Anstieg hinauf zum Ziel am Rechberg. Erst hier konnte sich Endisu entscheidend absetzen und die zehn Sekunden herauslaufen, die am Ende über Platz oder Sieg entscheiden sollten. In 1:31:15 h kam er oben an, was eine nicht für möglich gehaltene Verbesserung des Streckenrekordes von Robbie Simpson, dem schottischen Ausnahmebergläufer (1:32:54 h, aufgestellt im Jahre 2014), bedeutete. Auch Jonas Lehmann blieb mit 1:31:25 h noch klar unter Simpsons Marke; letztlich veranschaulicht dieses sportliche Duell, dass es eines gleichwertigen Konkurrenten bedarf, um wirklich das Optimum herauszuholen. Somit war aus Veranstaltersicht schon ein Glanzlicht auf der „halben“ Strecke gesetzt worden, doch es sollte nicht das letzte bleiben.  Laura Philipp, Profi-Triathletin aus Schwäbisch Gmünd und für Team Erdinger Alkoholfrei angetreten, zeigte nämlich, was sie so drauf hat: Die 29jährigen, bei der 70.3-Weltmeisterschaft dieses Jahr in Mooloba beste Deutsche auf Rang sieben, stürmte in sagenhaften 1:50:01 h als Gesamtsiebte durch das Ziel auf dem Rechberg. Philipp blieb damit um mehr als fünf Minuten unter Jennifer Wischnaths altem Streckenrekord und triumphierte vor der ebenfalls unter dem bisherigen Streckenrekord laufenden Kerstin Stephan (LG Olympia Wiesbaden; 1:55:10 h) auf Gesamtplatz elf und der W23-Siegerin und Dritten des Rechberglaufes, Julia Laub (ASC Ulm / Neu-Ulm) in 1:59:55 h.

Über die Langstrecke, bei der auf 50km 1100 Höhenmeter überwunden werden müssen (beim Rechberglauf sind es auf 25km 780 Höhenmeter), sah Claudia Volz (VfL Kirchheim) lange Zeit wie die sichere Siegerin aus. Sie passierte als Führende die Zeitnahmematten unterhalb des Hohenstaufen, hatte am Rechberg bereits fast fünf Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Branka Hajek (LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) und auch beim kurzen Wendepunktstück nach gut 34 Kilometern lag sie noch mit beinahe drei Minuten vorne. Doch es sollte nicht reichen, sie brach ein, während die amtierende Deutsche Vizemeisterin über 100km, Branka Hajek, routiniert und gleichmäßig ihr Pensum abspulte, an ihr vorüberzog und schließlich in 4:23:18 h gewinnen konnte. Volz konnte sich zwar gegenüber 2015 um acht Plätze und 13 Minuten steigern, doch zum Sieg sollte es (noch) nicht ganz reichen. 4:29:07 h standen für sie zu Buche, ehe mit Gaby Marek-Schmid (TSG Backnang Ski) in 4:35:15 h die Dritte einlief, auch sie im Jahresvergleich stark verbessert (zehn Minuten schneller und acht Plätze besser als 2015).

Bei den Herren lagen die drei Erstplatzierten im Ziel dichter beisammen, wobei es dem Vorjahressieger Richard Schumacher (Sparda-Team Rechberghausen) gelang, seinen Triumph zu wiederholen. In 3:20:28 h war Schumacher fast exakt zehn Minuten früher am Johannisplatz als vor Jahresfrist, was vor allem auch an der starken Konkurrenz gelegen haben dürfte, die es dem Sieger des Remstal-Marathons 2016 (in 2:29 h) schon sehr schwer machte. Zunächst drückten nämlich zwei Äthiopier, Firaa´ol Eebbisaa aus Nürnberg und sein Landsmann, Berhanu Diro Tola, dem Rennen ihren Stempel auf. Gemeinsam lagen sie am Hohenstaufen und am Rechberg in Führung, wenn auch nur knapp vor Richard Schumacher und Moritz auf der Heide (Asics Frontrunners). Hinter diesem Duo wiederum lag der Ungar Gabor Muhari (mu-ti.com), der Führende der Europacupwertung, nur etwa eine Minute zurück. Während Schumacher sich von seinem Laufpartner auf der Heide lösen und zunächst zu Diro Tola, dann auch zu Eebbisaa aufschließen und diesen dann überholen konnte, begann Muhari ebenso eine Aufholjagd und sammelte zunächst von der Heide, dann Diro Tola ein (welcher kurz nach dem Stuifen aufgeben musste), um sich dann immer näher an Eebbisaa heranzupirschen. Beinahe wäre ihm das Kunststück gelungen, auch diesen noch zu überholen, doch der Äthiopier rettete vier Sekunden Vorsprung vor dem Ungarn ins Ziel und wurde in 3:23:18 h Zweiter. Muhari konnte sich gleich doppelt freuen, denn neben dem Bronzeplatz beim Albmarathon war ihm nun auch der Gesamtsieg in der Europacup-Wertung nicht mehr zu nehmen, die er vor Sylvio Langer (TSG Eppstein; 12. in 4:10 h) und Andreas Maisch (EK Schwaikheim; nicht am Start) gewinnen konnte.

Bei den Damen verwies die Slowenin Bernarda Zvir (4:48 h, 2. W55 und 9. Gesamt beim Albmarathon) ihre Konkurrentinnen um die Europacupkrone, Iris Groß (4:56 h; 1. W23 und 15. Gesamt beim Albmarathon) sowie Alma Rihtarsic (Slowenien) auf die Plätze zwei und drei.

Die Mannschaftswertung über 50km gewann bei den Damen die DJK Schwäbisch Gmünd I vor DJK Schwäbisch Gmünd II (15:46 h bzw. 17:20 h). Bei den Herren wiederholte der TV Jahn Kempten seinen Vorjahressieg und lag in 13:12 h beinahe eine Stunde vor den zweitplatzierten Ries Hornets Nördlingen (14:09 h) und den Lokalmatadoren der DJK Schwäbisch Gmünd I (14:15 h).

Sehr beliebt war auch in diesem Jahr wieder der Stafettenlauf für Betriebs- und Freizeitmannschaften über die 50km-Strecke. Bis zu zehn Läuferinnen und Läufer können sich die Strecke aufteilen, insgesamt wurden 52 Mannschaften gezählt (51 davon kamen ins Ziel) mit durchschnittlich sieben Sportlern. Nicht zu schlagen waren, wie im Vorjahr, die für die „Naturheilpraxis Sonja Höpfner“ laufenden Athletinnen und Athleten. Nach 3:28:16 h und somit knapp hinter den schnellsten Einzelläufern kamen sie ins Ziel. Um Platz zwei und drei gab es beinahe eine Zielfotoentscheidung, denn die „Feuerwehr Innenstadt“ lag nach 3:53:27 h nur um wenige Sekunden vor der „Deutschen Vermögensberatung Team Lonsee Runners“ in 3:53:41 h.

Beim 10km-Lauf, der ebenfalls von der Innenstadt aus in den Schwerzer und den Katharinenwald führt, um dann über das Hölltal wieder zurück zum Johannisplatz zu führen, gab es sowohl bei den Damen als auch bei den Herren neue Streckenrekorde.

Eva Scheu (Team Finishline) lief in 38:54 min deutlich schneller als die bisherige Marke von 42 Minuten, und auch Stefanie Grimmeisen (SV Mergelstetten; 39:46 min) und Alicia Maier (LSG Aalen; 39:58 min) lagen noch darunter.

Bei den Männern gab es einen weiteren Sieg eines äthiopischen Läufers von der LAC Quelle Fürth. Eshetu Zewudie konnte sich in neuem Streckenrekord von 32:42 min gegenüber Christoph Wallner (LSG Aalen) in 33:19 min durchsetzen. Thomas Thyssen vom PSV GW Kassel lag in 33:26 min nur ganz knapp hinter dem Sieger von 2014, Christoph Wallner zurück und musste sich bis zum Schluss gegen den stark eingeschätzten Syrer Hazim Alhasan Alamed (SG Stern Stuttgart; 33:47 min) behaupten.

Auch für die jüngeren und die ganz kleinen Sportler waren unterschiedliche Strecken von 350 bis 1,7 Kilometer im Angebot, die alle auf einer kleinen (350m langen) oder der auf 560m verlängerten Marktplatzrunde stattfanden, was insbesondere für die Zuschauer und Betreuer interessant war.

Die stattliche Anzahl von über 140 Kindern und Schülern in den Bambini- und Schülerläufen zeigt, dass das Engagement der DJK Schwäbisch Gmünd von dieser Zielgruppe honoriert wird und auch beim Publikum kamen die Nachwuchssportler sehr gut an.

Im nächsten Jahr wird dann auf der 50km-Strecke die Deutsche Meisterschaft über diese Distanz auf einem für Meisterschaften ungewohnt schwierigen, weil mit vielen Höhenmetern „garnierten“ Kurs ausgetragen. Dass es sich dennoch lohnt, erstmals (oder vielleicht auch wieder) nach Schwäbisch Gmünd zu kommen, sollte sich inzwischen längst über die Grenzen der ältesten Stauferstadt herumgesprochen haben. Für Gäste aus größerer Entfernung bietet sowohl die Stadt als auch das Umland mehr als reichlich Möglichkeiten, hier einen (Kurz)Urlaub zu verbringen.

www.albmarathon.de

 

 


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