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Oldenburg-Marathon und 31. Citylauf

[eingestellt am 24. Oktober 2016]

By: Volker Goineau

Fotos: Georg Kuhlen und Volker Goineau

Gleich geht’s los!

Spitzenduo Andreas Kuhlen (li.) und Stefan Vosskuhl

Siegerehrung 10km Männer

Georg Diettrich allein auf weiter Flur

Stefan Vosskuhl

Die schnellsten Frauen und Männer

Siegerehrung 10km Frauen

Und weiter geht’s!

fleißige Anfeuerung..

Der Marathonsieger kommt

Andreas Kuhlen und Georg Diettrich gewinnen ihr Heimspiel

Oldenburg, 23.10.2016 - Das Schöne an Straßenläufen ist unter anderem die Symbiose zwischen Spitzen- und Breitensport. Top-Läufer, die professionell trainieren und „Jedermänner“, die vielleicht dreimal wöchentlich nach Feierabend ihre Jogging-Runde drehen, gehen gemeinsam auf die Strecke und werden vom Publikum gefeiert. So weit so gut. Doch wenn bei einer Lauf-Veranstaltung die Organisation derart ist, dass die schnellen Läufer durch die Teilnahme der langsameren Läufer am normalen Ausüben ihrer Disziplin gehindert werden, dann sollte das zu denken geben. Dann stellt sich die Frage, ob die eben beschriebene Symbiose zwischen Leistungs- und Breitensport an dieser Stelle nicht eher misslungen ist.

So sieht es beim 10km-Citylauf im Rahmen des Oldenburg-Marathons aus, der als ziemlich krasses Beispiel dafür dient, wie das Überrunden von Läufern einen am normalen Laufen hindern kann und damit auch den Spaß an einer solchen Veranstaltung nimmt. Über 1.000 Läuferinnen und Läufer werden hier auf eine ca. 3,2 km lange Runde durch die Innenstadt geschickt, wobei die Straßen nicht immer wirklich breit sind. Da es seine Zeit dauert, bis die letzten Läufer überhaupt die Startlinie passiert haben, fangen die Überrundungen bereits nach gut einem Drittel der zweiten Runde an. Und wenn ein schneller Läufer einen langsamen Läufer beim Überrunden an der Getränkeaufnahme hindert, weil er sonst keine Möglichkeit sieht, vorbei zu kommen, dann wird klar, dass die Organisation äußerst mangelhaft ist. Bei einer derartigen Teilnehmerzahl sollte eine große Runde durch die Stadt gelaufen werden oder es sollten 2-3 Läufe für unterschiedliche Leistungsklassen durchgeführt werden. So wie es bei vielen anderen Cityläufen in Deutschland und anderswo auf dieser Welt der Fall ist und wo die Athleten dann auch gerne laufen.

Neben dem 10km-Citylauf, der bereits zum 31. Mal durchgeführt wurde, fanden der Marathon und der Halbmarathon sowie eine Marathon-Staffel mit vier Läufern pro Team statt. Gelaufen wird hier auf einer Halbmarathon-Runde, die von den Marathonis zweimal zu absolvieren war. Im nächsten Jahr wird es die Marathondistanz jedoch nicht mehr geben. Außerdem wurde zu Beginn der Veranstaltung ein Kinderlauf sowie am frühen Nachmittag ein 5km-Lauf durchgeführt. Gemeinsamer Start für die  10km, den Halbmarathon sowie den Marathon war um 10 Uhr bei relativ läuferfreundlichen Bedingungen: 7-10°C und trocken; jedoch wehte ein leichter Wind.

Den 10km-Lauf entschied der Lokalmatador Andreas Kuhlen, der für den VfL Löningen startet, für sich. Nachdem lange Zeit Stefan Voskuhl vom OTB Osnabrück für das Tempo gesorgt hatte, konnte Andreas sich etwas absetzen und bis ins Ziel einen Vorsprung von 12 Sekunden herauslaufen. Auch für die ersten beiden war es trotz Führungs-Radfahrer schwierig, an den überrundeten Läufern vorbei zu kommen; für die folgenden Läufer dürfte sich das Überholen noch schwieriger gestaltet haben. Somit kann sich Andreas' Siegerzeit von 31:29 min. wirklich sehen lassen. Stefan Voskuhl konnte mit seiner Zeit von 31:41 min auch ganz zufrieden sein, auch wenn er bei seiner Halbmarathon-Bestzeit von 67:58 min im Frühjahr in Hannover super schnelle 31:28 min bei der 10km-Marke durchgegangen war. Der 24jährige möchte im nächsten Jahr die 5000m-DM-Norm, die zumeist im Bereich 14:25 min liegt, angreifen. Über die 10km erhofft er sich eine Zeit deutlich unter 31 Minuten. Die Ränge 3 bis 5 in Oldenburg belegten Claas Jantz (33:11 min), Tammo König (33:13 min) und Steffen Brümmer (33:17 min). Schnellste Frau auf den drei Runden plus Zielpassage war Katharina Stark in 37:34 min, gefolgt von Nicole Krinke (38:35 min) und der U18-Läuferin Nanke Smid, die mit einer Zeit von 39:55 min auch noch unter der 40min-Marke blieb.

Über die 21,1km-Distanz siegten Abdallah Abdelmajeed in 1:14:09 h und Michelle Kipp vom VfL Oldenburg in 1:23:25 h. Während der Männer-Sieger, der erst seit kurzer Zeit als Flüchtling in Deutschland lebt, einen Vorsprung von 1:48 min auf den zweitplatzierten Ludger Schröer (M45) hatte, waren es bei Michelle fast sechs Minuten. Den zweiten Platz belegte hier Stefanie Limberg in 1:29:20 h, gefolgt von Katharina Voigt (1:29:43 h).

Den „langen Kanten“ konnte der Lokalmatador Georg Diettrich vom LC Wechloy Oldenburg für sich entscheiden. Lange Zeit lag er Kurs, um den Streckenrekord von 2:33:50 h zu brechen; auf den letzten 5km musste er jedoch Zeit einbüßen und finishte in 2:36:07 h. Drei Wochen zuvor war Georg bereits den Bremen-Marathon in 2:37:08 h gelaufen, sodass ihm eine gewisse Portion an Frische fehlte. Der aktuelle Deutsche 10km-Straßenlaufmeister der M45, der  die 10.000m auf der Bahn einst in 29:22 min lief, hatte über 12min Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Schnellste Frau im Marathon war Birgit Schönherr-Hölscher in 3:07:45 h. Mit 231 männlichen sowie 50 weiblichen Finishern  war der Marathon zahlenmäßig deutlich schwächer besetzt als die 10km- und die Halbmarathondistanz. Schnellste Marathonstaffel war in 2:19:04 h das Laufteam Kaminski Cloppenburg, in dem unter anderem Jens Nerkamp vom PSV Grün-Weiß Kassel mitlief.

Der Oldenburg-Marathon und Citylauf konnte auch anno 2016 mit seiner tollen Stimmung punkten, der 10km-Citylauf war von der Organisation her jedoch wie eingangs ausführlich beschrieben keine gute Veranstaltung. Hier sollten die Organisatoren sich für zukünftige Auflagen eventuell ein anderes Konzept einfallen lassen.

www.oldenburg-marathon.de


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