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29. ARQUE run & bike

[eingestellt am 13. November 2016]

By: Gabi Gründling

morgens gegen 7.30 h Blick aufs Ziel

der Nachmeldeschalter

gestern war die Feder noch am Hahn

warmhalten im Flur

die letzte Radgruppe ist unterwegs

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Michael Lederer schon in Radkluft

die schnellste Gruppe eröffnet das Läufchen

die zweite Gruppe erstmal ohne Pacemaker

Bernd Zürn setzt den Blinker

Gruppe D folgt ihm

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Gruppe E on tour

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Gruppe F wartet auf den Start

Olaf Pfleiderer und sein mobiles Mikro

kurz vor km 4

vor der Haustür von Michael Lederer

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der Wald hat Gesichter

Musik und Jagertee am höchsten Punkt

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die Brücke Richtung Marxheim

hier stand bis vor wenigen Monaten die ARQUE-Tanke: VP1

weiter geht's

die Brücke Richtung Bad Weilbach

gleich geht's weg von der Straße

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Gruppe F hat Spaß

Blick auf die Flörsheimer Warte

Päuschen an der St. Anna-Kapelle

Huskyhündin Adele hat ein Mietfrauchen

am Main rechts ab

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am Main

Taschenlager am Ziel

ein "must have" bei jedem ARQUE-Lauf

Gruppe E erreicht den Domplatz

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Frank Wingerter nach seinem ersten ARQUE-Lauf

Gruppe F hat's auch geschafft

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Bis zum Main und dann rechts

Kelkheim, 13. November 2016 – frisch war’s an diesem zweiten Novembersonntag, um nicht zu sagen „kalt“. Aber das kann einen ARQUE-Läufer nicht erschüttern, schließlich war das Wetter auch schon viel schlechter als Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt und Trockenheit. Die frühen Vögel unter den Läufern und Radfahrern treffen sich schon im kurz nach 7 Uhr morgens in Mainz, dann werden sie mit dem Shuttlebus zum Start nach Kelkheim gefahren. Für Sportler aus Mainz und Umgebung und natürlich auch aus Richtung Süden hat das den Vorteil, daß man nach dem Lauf schneller wieder zuhause ist. Das wiegt den Nachteil der frühmorgendlichen Bettflucht für viele auf.

Start ist in Kelkheim um 9 Uhr. Besser gesagt: ab 9 Uhr. Denn der ARQUE-Lauf ist kein Wettkampf sondern ein Gruppenlauf. Die erste Gruppe, die 5 min/km läuft, wird um 9 Uhr auf die Reise geschickt, die anderen vier Gruppen folgen jeweils zwei Minuten später. Vor den Läufern gehen seit 2009 noch die Radfahrer auf die Reise. Ihre Strecke ist länger als die inzwischen 34 km auf Schusters Rappen und im Unterschied zu den Läufern kommen sie auch mit ihrem Sportgerät wieder zum Start zurück. In diesem Jahr gab es leider schon wenige Meter nach dem Start einen schweren Radsturz, ein Teilnehmer mußte ins Krankenhaus gebracht werden.

Insgesamt waren in diesem Jahr 354 Läufer und 89 Biker gemeldet – weniger waren es nur vor zwei Jahren, der Höchststand war 2001, als 959 Läufer unterwegs waren. Radgruppen gab es damals noch gar nicht. Beim Lauf hat man vier Optionen. XL, L, M und S sind zwar auch die Größen der Shirts, die man käuflich erwerben kann, aber vor allem bezeichnen die Buchstaben die Streckenlängen, an die man sich wagen kann. XL ist die volle Ladung ARQUElauf. 34 km von Kelkheim nach Mainz. Die L-Läufer steigen an der ersten von drei Versorgungsstellen ein, sie haben dann einen Halbmarathon vor sich. Am VP 2 an der St.-Anna-Kapelle sind’s für die M-Läufer noch 13 km, beim DRK in Hochheim steigen die S-Läufer ein, die dann 8 km laufen. Von jeder Einstiegsstelle wird das Gepäck zum Ziel transportiert. Irgendwie passierte es in diesem Jahr, daß das Gepäck vom zweiten Startort in Kelkheim nicht nach Mainz gebracht wurde. Zum Glück standen dort schon die geheizten Shuttlebusse zurück zum Start. Und die obligatorische 5 Minuten-Terrine zum Aufwärmen gab’s sowieso.

Jede Gruppe wird von streckenkundigen Pacemakern geführt. Trotzdem passiert es hin und wieder, daß sich eine Gruppe kurzfristig verläuft. Was Jahr für Jahr in den Gruppen für Gesprächsstoff und Erheiterung sorgt. Dieses Jahr waren alle neuralgischen Punkte mit Flatterbändern großzügig markiert, den Legenden vom ARQUE-Ver-Lauf wurde keine neue hinzugefügt.

Die 5 min-Gruppe hatte einen prominenten Mitläufer. Dieter Baumann hatte am Vorabend anläßlich des Runup 200 Läufer und Begleiter mit seinem aktuellen Kabarettprogramm unterhalten, blieb über Nacht und mischte sich am Morgen unters Laufvolk. Geführt wurde die Gruppe von Frank Wiegand. Wie viele andere war auch er vor zwei Wochen beim Frankfurt-Marathon am Start, den er nach 2:47:52 h als 6ter in der M50 beendete.

Die letzte Gruppe läuft einen Schnitt von 7 min/km. Hier starteten 11 LäuferInnen, von denen gleich drei das grüne Leibchen der Pacemaker trugen. Durch die Quereinsteiger vervierfachte sich die Gruppenstärke, bis sie in Mainz ankam. Bis zum Domplatz war die Gruppe auch um einen Vierbeiner reicher. Huskydame Adele startete mit ihrem Herrchen ursprünglich in der 6 min-Gruppe. Heiko war aber u.a. aufgrund einer gerade überstandenen Erkältung gehandicapt und ließ sich erst in die 6:30er Gruppe und dann in die letzte Gruppe zurückfallen. Das läßt sich an den VPs leicht bewerkstelligen, man bleibt einfach dort stehen und wartet auf die folgende Gruppe. Als es dem Zweibeiner des Gespanns bei km 22 so kalt war, daß er lieber ins Begleitfahrzeug stieg, wechselte der Mensch am oberen Ende von Adeles Leine. Kornelia Wingerter, ARQUE-Debutantin und zuhause mit einem Labrador unterwegs, übernahm Adele kurzerhand und lief mit ihr nach Mainz.

Die Begleitfahrzeuge, die hinter den Gruppen bleiben, sind durchaus auch für Aussteiger und Wiedereinsteiger gedacht. Wer sich, aus welchem Grund auch immer, überfordert fühlt, kann den Lauf umgehend beenden – oder aber nach einer Verschnaufpause auch wieder auf die Strecke zurückkehren.

Leider gab es auch in diesem Jahr wieder Läufer, die das Laufen in der Gruppe nicht gewohnt sind und es auch nicht wirklich wollen und sich deshalb selbständig machen. „Ich laufe hier, um zu laufen und nicht, um mich zu rechtfertigen“ moserte eine Teilnehmerin, die den Sinn des gemeinsamen Laufens nicht verstanden hatte und einige hundert Meter vor „ihrer“ Gruppe lief.

Die Strecke geht tendenziell bergab – aber zwischendurch sind einige Steigungen zu überwinden. Die längste wartet gleich zu Beginn des Laufs. Von km 2 bis 5 geht es überwiegend bergauf. Vor der Haustür von Organisator Michael Lederer bekommen die Läufer etwas auf die Ohren und auch am höchsten Punkt mitten im Wald warten einige Blechbläser auf die Läufer. Hier gibt’s als Zwischenverpflegung Jagertee vom Skiclub, den man aber auch ungestraft verschmähen darf. Durch Hofheim und Flörsheim-Weilbach erreicht man den Regionalpark Rhein-Main, kurz hinter der Flörsheimer Warte ist dann erstmals der Main zu sehen. Hier gilt dann, was ARQUE-Geschäftsführer Olaf Pfleiderer den Gruppen morgens mit auf den Weg gegeben hat: „Bis zum Main und dann rechts“. Den Fluß immer linksseitig führt die Strecke weiter nach Mainz, wo an der Maaraue der Main in den Rhein fließt. Auf der Theodor-Heuss-Brücke wechselt man von Hessen nach Rheinland-Pfalz und traditionell werden die Mainzer mit der vielstimmigen Intonation von „Erbarme – zu spät – die Hesse komme“ vor der läuferischen Invasion aus dem Nachbarland gewarnt. Die Motorradpolizisten, die die Gruppen begleiten und absichern, wurden früher vor der Brücke von ihren rheinland-pfälzischen Kollegen abgelöst, aber in diesem Jahr mischten sich auch die hessischen Uniformierten auf dem Domplatz unter die Läufer.

Am zweiten Novembersonntag 2017 – wie immer zwei Wochen nach dem Frankfurt-Marathon – werden sich wieder fünf Laufgruppen von Kelkheim aus auf den Weg nach Mainz machen, um Geld für die ARQUE zu erlaufen – die Arbeitsgemeinschaft für Querschnittsgelähmte mit Spina bifida, die Michael Lederer 1979 aus der Taufe hob und deren zweiter Vorsitzender der Hans Dampf in allen Charitygassen und ehemaliger Spitzenmittelstreckler heute noch ist. Zum 30ten Jubiläum wäre es ein schönes Geschenk, wenn die 500 Läufer-Grenze mal wieder geknackt würde.

www.arquelauf.de

 



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