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10. Nussdorflauf

[eingestellt am 21. November 2016]

By: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning und Jochen Höschele

Auf dem Weg zur Gemeindehalle bekommt man schon einen ersten Eindruck von der Laufstrecke

Lea de Finis (722) und Emily Kröckel auf der Zielgeraden

Dynamischer Endspurt

Drei schnelle Jungs: 3. Daniel Noll, 7. Simon Zimmer und 5. Jonas Koch (von links)

In Kürze erfolgt der gemeinsame Start zum 6,6km langen Einsteigerlauf und dem 10km langen Panoramalauf

Johannes Bergdolt (VfL Sindelfingen) gewinnt den Panoramalauf in 32:36 min

Die lange Zielgerade aus Läufersicht, auf der es die letzten 400 Meter jeder Runde flach in Richtung Gemeindehalle geht

Morteza Hosseini (1090) läuft im Einsteigerlauf 33:18 min, Melanie Seemüller gewinnt die W30 des Panoramalaufes in 50:30 min

Christian Späth (1061) vom TSV Nussdorf Aktive und Louis Wäbisch vom TSV Nussdorf Jugend laufen 33:22 min bzw. 33:21 min beim Einsteigerlauf

Horst Hillinger vom TSV Nussdorf, gut erkennbar an den grünen Hemden, läuft knapp über 50 Minuten auf 10km

Marco Gutjahr (990) und Luca Geiser, beide Jahrgang 2005, laufen netto unter 34 Minuten für die 6,6km-Strecke

Dominik Wieber (1100), Christoph Rapp (1058), Simon Stephan (1043) und Tim Stuible (1063) sind alle beim TSV Nussdorf aktiv und laufen auch praktisch Seite an Seite nach 6,6km ein

Die Dritte der W45, Margit Schüle, läuft ebenfalls für den TSV Nussdorf und benötigt 52:53 min für 10km

Uwe Hefter, ein Kerl wie ein Baum!

Moritz Bönisch jubelt schon einmal und hat’s nach gut 35 Minuten und 6,6 Kilometern geschafft

Der Fünfte des Panoramalaufes, Jonas Koch, ist schnellster der Mannschaft „Sektfreunde k.e.V.“ in 36:29 min

Sechster gesamt und schnellster Nussdorfer ist wieder einmal Andreas Weis in 36:37 min, was auch zum Sieg in der M40 reichte

Ekkehard Beier (EK Schwaikheim Team Kraxlhuber) siegt in 41:07 min in der M55 und überholt auf dem letzten Kilometer noch die Einsteigerläuferin Katrina Velten (TV Schützingen)

Auf Platz 21 kommt Raphael Wörn (Steininger Runningteam) in 41:20 min

Gerhard Bracht, Namensgeber des „Team Kraxlhuber“, läuft auf den vierten Platz in der M65

Die Siegerin des Panoramalaufes, Emmanuelle Vergé vom TV Bretten Night52

Thea Keller (SV Birkenhard) wird Zweite und siegt in der W50 in 45:13 min; dahinter Christoph Locherer (SV Birkenhard; 1151) und Jochen Stahn vom TSV Nussdorf Aktive

Nicole Bornholz und Mirco Weinand

W50-Zweite und Gesamtvierte wird Birgit Burrer aus Rutesheim in 46:47 min

Emmanuelle Vergé, Siegerin des Panoramalaufes, hat im Ziel allen Grund zum Strahlen: Erster Auftritt in Nussdorf und gleich gewonnen!

Länger duschen als laufen

Nussdorf, den 19. November 2016 – Vielerlei Bemerkenswertes gab es beim kleinen Jubiläum des Nussdorflaufes zu notieren. Einen derart knappen Zieleinlauf bei den Männern im Hauptlauf beispielsweise. Einen neuen Gesamtteilnehmerrekord auch. Einen außergewöhnlich guten Draht der Männer um Karl-Heinz Dieterle zu Petrus, der für Temperaturen um acht Grad und Sonnenschein am Nachmittag nach einem verregneten Morgen sorgte. Aber auch die Anekdote, die sich unter der Männerdusche im Anschluss an den Wettkampf so oder so ähnlich zutrug: Da wurde unter den Anwesenden geflachst, dass bei diesem minimalistischen Wasserdruck das Abschrubben des beim Laufen aufgesammelten Matsches länger dauern dürfte, als das Rennen selbst. Zumindest für die Schnellsten, die an dieser Witzelei ebenso beteiligt waren, wie die Läufer der Kategorie „über 60 Minuten“, war das nicht ganz verkehrt. Allerdings, soviel muss zugestanden werden, schafften es die zwei Herren, die pünktlich beginnende Siegerehrung sowohl rechtzeitig als auch sauber wahrzunehmen.

Zum eigentlichen Lauftag gibt es einige außergewöhnliche Fakten. Traditionell sind die Schüler aller Altersstufen die zahlenmäßig größte Gruppe beim Nussdorflauf. Das liegt aber mitnichten nur daran, dass die „Alison und Peter Klein Stiftung“ pro Schüler glatte fünf Euro in die Klassenkasse spendiert. Die jungen Athletinnen und Athleten sind kaum zu bremsen, auch Eltern und Lehrer motivieren vom Streckenrand aus kräftig. Dabei geht es für die wenigsten darum, möglichst schnell zu laufen. Der Spaß am gemeinsamen Laufen steht im Vordergrund, denn wirklich regelmäßig an Wettkämpfen nimmt nur eine Minderheit der Schüler teil.

Die Schüler der Jahrgänge 2001 bis 2010 (also von U16 bis U8) treten in Läufen ab 12:30 Uhr gegeneinander an. Gelaufen wird immer dieselbe Distanz, die 1,5km beträgt, und die Mädchen und Jungen sind in ihren Läufen jeweils unter sich. Die Voranmeldezahlen waren schon schwindelerregend hoch, und letztlich nahmen 758 Schülerinnen und Schüler erfolgreich teil und erhielten ihre wohlverdienten Medaillen. Die schnellsten Läuferinnen und Läufer ihrer Altersklasse waren Mira Helget aus Karlsruhe und Luca Klingenfuß (Strombergschule Illingen-Maulbronn) in der U8 (beide 6:04 min), Mia Mendler (Ferdinand-Porsche-Gemeinschaftsschule Weissach; 6:20 min) und Kevin Schwarz (AS Sport Heilbronn; 5:53 min). In der U10 war Maila Storti (Hermann-Butzer-Schule Schwieberdingen) in 6:15 min ebenso ganz vorne wie Damon Scheible (F.-Porsche-Schule Weissach; 5:23 min). Die U12 entschieden Valerie Maier (Stromberg-Gymnasium Vaihingen; 5:31 min) und Lennard Weyrauch (Hans-Grüninger-Gymnasium; 5:13 min) für sich. Clara Frömling (Gerhart-Hauptmann-Realschule Leonberg) setzte sich in der U14 in 5:08 min ebenso durch wie Marvin Maslovski (Alfred-Amann-Gymnasium Bönnigheim) in 4:53 min. Am schwächsten war die U16 besetzt, in dieser Altersklasse liefen viele den Einsteigerlauf und nicht die 1,5km-Strecke. Friederike Fabian (Waldorfschule Vaihingen; 5:14 min) und Joel Kauderer (Gerhart-Hauptmann-Realschule Leonberg; 4:50 min) konnten diese Klasse für sich entscheiden.

Im Einsteigerlauf über zwei Runden à 3,3 Kilometer führte kein Weg an der Siegerin der Jahre 2014 und 2015 vorbei. Svenja Groß (Stromberg-Gymnasium Vaihingen) nahm von Beginn an das Heft in die Hand und lief einen knappen, aber ungefährdeten Sieg in 28:55 min (brutto) heraus. Das war nur wenige Sekunden über ihrem 2015 aufgestellten Streckenrekord von 28:47 min. Ganz zufrieden war die 15jährige dennoch nicht. „Ich wollte eigentlich schneller laufen“, bekannte sie anschließend. Allerdings hat sie nach einem im Frühjahr erlittenen Ermüdungsbruch auch noch etwas Trainingsrückstand, was sich wahrscheinlich negativ bemerkbar gemacht hat. Zum Saisonabschluss würde sie gerne einmal ihre Leistungsfähigkeit über 10km testen und hat sich dafür die Winterlaufserie im pfälzischen Rheinzabern ausgesucht.

Hinter Svenja war Martina Wichterich (Team Evaldo Mühlacker) in 29:15 min fast noch in Schlagdistanz, konnte aber nie zu Svenja aufschließen. Die Dritte, Simone Köppel (Team Erdinger Alkoholfrei), lag mit 32:22 min schon recht deutlich zurück.

Bei den Männern war Domenik Hahn (Laktat-Knaller) in 22:49 min (brutto) eine gute Minute vor dem Sieger der Jahre 2011 und 2013, Sven Kratochwil (Dt.Vermögensberatung Manuel Eder; 24:05 min). In 25:20 min kam der Sieger der Premiere des Nussdorflaufes, Timo Engel (Waldorfschule Vaihingen), auf Rang drei ein. Insgesamt verzeichneten die Organisatoren eine sehr erfreuliche Anzahl von 163 Sportlern im Ziel. Darunter waren auch etliche, die durchaus noch den Schülerlauf hätten mitlaufen können, sich aber über die mehr als vier Mal so lange Strecke teils sehr beachtlich schlugen.

Eine weitere Runde und damit 10km durften die Athletinnen und Athleten des Hauptlaufes, der nunmehr „Panoramalauf“ heißt, zurücklegen.

Dabei kristallisierte sich bei den Frauen nach zwei Runden heraus, wer buchstäblich „das Rennen machen“ würde. Emmanuelle Vergé, die schnelle Französin des TV Bretten, ging mit einer knappen Minute Vorsprung auf Thea Keller (SV Birkenhard) und Aglaja Burk in die letzte Runde. Während die erfahrene 44jährige Vergé, Ende September noch Dritte des Baden-Marathons in Karlsruhe, eine sehr gleichmäßige letzte Runde abspulte und letztlich in 43:59 min sicher siegen konnte, setzte sich auf Platz zwei Erfahrung gegen Jugend durch: W50erin Thea Keller nahm Aglaja Burk noch eine Minute ab und landete auf Rang zwei in 45:13 min, die U20erin (Jahrgang 1998) Burk brach etwas ein, rettete aber den Podestplatz in 46:13 min ins Ziel vor der stark aufkommenden Birgit Burrer (Rutesheim; 2.W50 in 46:47 min). Die Frauen des SV Birkenhard gewannen dank Thea Keller auch die Wertung der Frauenteams vor den Damen des TSV Nussdorf.

Bei den Männern war eingangs der Schlussrunde noch überhaupt nicht klar, wer vom Führungsquartett am Ende die Nase vorne haben würde. Mit Ulrich Königs (TherapieReha Bottwartal; Sieger 2009) und Johannes Bergdolt (Sieger 2014 und 2015) waren zwei Stammgäste darunter; außerdem der für die LG Braunschweig laufende Heiko Baier und der Stuttgarter Daniel Noll im Trikot des TSV Glems 1896.

Nach einer, wie sie später zugaben „eher gemütlichen Plauderrunde“ zu Anfang in 11:13 min hatte Johannes Bergdolt etwas das Tempo angezogen und der zweite Umlauf war dann mit 10:49 min gleich deutlich flotter. „Nachdem wir den Anstieg nach Start und Ziel das dritte Mal hochgelaufen sind, wusste ich, dass ich gewinnen kann. Denn ich war mir meiner Stärke auf dem letzten Kilometer bewusst“, so Bergdolt, der das dritte Mal in Folge in Nussdorf siegte. 32:36 min war seine Bruttozeit, ganze drei Sekunden lag er damit vor Heiko Baier. Bei diesem war „auf den letzten 30 Metern der Ofen aus“. Nichts war’s also mit einem angepeilten „lockeren Läufchen“ angesichts der starken Konkurrenz, mit der Heiko Baier bei einem „Wald-und-Wiesen-Lauf“ wie in Nussdorf nicht gerechnet hatte. Dritter wurde Daniel Noll in ebenfalls ausgezeichneten 32:50 min, neun Sekunden wiederum vor Ulrich Königs. Noll, der erst drei Wochen zuvor seine Marathonbestzeit in Frankfurt auf 2:30 h gedrückt hatte, ist nach kurzer Erholungszeit also schon wieder auf höchstem Niveau. Und für Königs blieb der „undankbare“ vierte Platz in einer Zeit, die in Nussdorf in so manchem Jahr locker zum Sieg gereicht hätte.

Unzufrieden war jedoch auch er nicht. „Die Anderen waren halt einfach schneller, ich konnte am Ende nicht mehr mithalten.“ Trösten konnte er sich mit dem dritten Platz in der Altersklasse M30 und sich in die Schlange all derer einreihen, die die Köstlichkeiten des Kuchenbuffets oder der Küche schmecken lassen wollte.

Auch, wenn den Nussdorfern bei der Siegerehrung ein beinahe unverzeihlicher Fauxpas unterlief und Helene Fischer atemlos durch die junge Nacht trällerte, es lohnt sich doch jedes Jahr wieder, diesen „Dorf“lauf zu besuchen. Nächstes Jahr ohne Jubiläum, dafür aber hoffentlich wieder mit genauso schönem, sonnigem Wetter Ende November.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.nussdorflauf.de


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