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Alb-Gold-Winterlaufserie 1. Lauf Reutlingen

[eingestellt am 15. Januar 2017]

By: Jochen Höschele

Benjamin Holzer (32) von der LG Steinlach Zollern gewinnt in 4:43 min den Schülerlauf vor Timo Koch vom LV Pliezhausen 2012 (4:50 min)

Tom Eberle (TSG Münsingen) belegt zeitgleich mit Koch den dritten Platz im Schülerlauf

Conrad Heinemann (TSV Gammertingen) läuft als Neunter noch in die Top Ten bei den Schülern

Der Zehnte des Schülerlaufes, Marcel Böhm (7; 5:15 min) von der LG Steinlach Zollern vor der Siegerin bei den Schülerinnen, Mirjam Huber (SG Dettingen/Erms; 5:15 min) und dem Siebten, Linus Dobberstein vom TuS Metzingen (10; 5:10 min)

Die Winterlaufserie macht ihrem Namen alle Ehre

Teils mehr Gerutsche als laufende Fortbewegung; hier eine Passage bei Kilometer zwei

Mathias Glaser (435) und Hubert Penzenstadler (567) gehen auf die zweite Runde, während im Hintergrund der Sieger des 10km-Laufes, Lorenz Baum (Tübinger Laufladen), ins Ziel läuft

Moritz auf der Heide (Scott Running) überquert als Gesamtzweiter nach 34:02 min exakt 24 Sekunden hinter Baum die Ziellinie

Dritter wird Daniel Noll (TSV Glems run2gether) in 34:16 min

Schnell wie ein Baum

Reutlingen, den 14. Januar 2017 -  Wer bei dieser Titelzeile unweigerlich zu summen anfängt, hat bestimmt den über 40 Jahre alten Klassiker der ostdeutschen Band „Puhdys“ im Ohr. Doch die sagen einst „Alt wie ein Baum möchte ich werden“ – und bevor der Autor fortschreitender Vergesslichkeit bezichtigt wird, sei der vermeintliche Irrtum aufgeklärt: Nicht etwa ein prachtvolles Exemplar der Laubgehölze ist gemeint, sondern der Tübinger Leichtathlet Lorenz Baum, von dessen Schnelligkeit sich nicht nur der Verfasser gerne eine Scheibe abgeschnitten hätte beim Auftakt zum 14. Alb-Gold Winterlauf-Cup. Der für den „Tübinger Laufladen“ angetretene Baum, normalerweise im Trikot der LAV Stadtwerke Tübingen erfolgreich, siegte in 33:38 min recht eindeutig vor Moritz auf der Heide (Scott Running) in 34:02 min und Daniel Noll (TSV Glems run2gether; 34:16 min).

Bei den Frauen war es dann tatsächlich eine Sportlerin, die die Farben der LAV Stadtwerke Tübingen vertrat, die den obersten Treppchenplatz bei Durchgang eins von vier des Winterlauf-Cups sicherte: Hanna Gröber lief mit 38:46 min über eine Minute vor Lisa Mehl (Gore Running Wear / TSV Kusterdingen; 40:11 min) und über zwei Minuten vor Hannah Arndt (LV Pliezhausen 2012; 41:17 min) über die Ziellinie.

Beachtlich sind diese Zeiten vor allen Dingen in Anbetracht des Streckenzustandes: Bis auf wenige Meter kurz nach dem Start und kurz vor dem Ziel war es kein Asphalt, den die Sportler unter den Füßen spürten, sondern Schnee und Eis. „Das ist halt Winterlauf!“, so war vereinzelt von den Streckenposten zu hören, die je nach Lust und Laune entweder lautstark vor spiegelglatten Kurven warnten – oder einfach nur dastanden und den Läufern beim Herumrutschen zusahen.

Für Lorenz Baum, der selbst Opfer eines Sturzes kurz nach dem Start wurde, sich aber flugs aufrappelte und an die Spitze setzte, waren vor allen Dingen die 90 Grad-Kurven problematisch. „Ich hatte allerdings Schuhe mit etwas mehr Profil gewählt, bin aber trotzdem gerutscht und habe versucht, irgendwie ohne weiteren Sturz über die Distanz zu kommen. Wir waren anfangs zu dritt und am Ende der ersten Runde konnte ich die Führung übernehmen und mich etwas absetzen.“ Letztlich lief er auf der etwas kürzeren zweiten Runde einen sicheren Sieg heraus.

Baum, der sich bei seinem Sturz „wohl nur eine Prellung“ zugezogen hat, plant in diesem Jahr gleich mehrere Starts bei Meisterschaften: „Zunächst möchte ich mit der Mannschaft (der LAV Stadtwerke Tübingen) bei der DM Cross und Halbmarathon antreten und dort möglichst eine Mannschaftsmedaille holen. Die Winterlaufserie möchte ich, wenn alles passt, auch gerne komplett mitlaufen – mein großes Saisonziel ist aber das Erreichen der Norm bei der DM über 5000m. Die steht bei 14:25 Minuten, keine leichte Aufgabe.“

Daniel Noll, der Drittplatzierte, war mit seiner Leistung in Reutlingen auch zufrieden, denn „nach dem Nikolauslauf in Tübingen habe ich etwas rausgenommen, was das harte Training angeht, was auch dringend notwendig war. An Silvester bin ich dann quasi wieder eingestiegen und versuche seitdem, mich Schritt für Schritt wieder nach vorne zu arbeiten. Allerdings fehlt mir schon noch die Leichtigkeit. Könnte aber auch sein, dass unser bevorstehender Umzug ein bisschen Körner kostet. Wir erwarten Nachwuchs im Februar und ziehen deshalb um, da bleibt dann einiges an Energie einfach in diesen beiden „Projekten“ hängen. Deshalb kann ich es auch noch nicht abschätzen, ob ich überhaupt drei Läufe zusammenbekomme, um im Winterlauf-Cup gewertet zu werden. Schön wäre es natürlich, zumal ich dann auch durch die Wettkämpfe meine Form wieder allmählich aufbauen kann. Außer dem Versuch, in Kiebingen beim Osterlauf meine 10km-Bestleistung anzugreifen, plane ich noch, beim Berlin-Marathon im September die 2:30 h zu knacken. Für das Frühjahr habe ich mir ansonsten aufgrund des Nachwuchses nichts speziell vorgenommen, ich werde einfach dann Wettkämpfe laufen, wenn es sich ergibt und reinpasst.“

Neben den 446 Teilnehmern, die über 10km das Ziel erreichten, wurden auf der halb so langen Distanz 153 registriert.

Am schnellsten absolvierte Ricarda Hotz (TSV Stetten a.k.M.) die etwa 5,3km lange Runde und lag in 20:19 min vor Michaela Weiß vom LV Pliezhausen 2012 (20:58 min). Als Dritte lief Emma Klarmann (TuS Metzingen) in 22:23 min ein. Nicolas Mann (VfL Pfullingen) lag bei den Männern in 17:42 min vorne, gefolgt von Lukas Müller (LAV Stadtwerke Tübingen; 18:08 min) und Marius Schmid (TSG Münsingen; 18:18 min).

Auch für die Schüler ging es auf einer 1,45km langen Strecke rund um das „Stadion an der Kreuzeiche“, Heimspielstätte des SSV Reutlingen, auf schneebedecktem Geläuf zur Sache. Mirjam Huber (SG Dettingen/Erms) in 5:15 min und Benjamin Holzer (LG Steinlach Zollern) in 4:43 min waren die Schnellsten und wurden auch bei der zügig im Freien durchgeführten Siegerehrung mit Preisen bedacht.

Das ist eine der Besonderheiten der Alb-Gold-Winterlaufserie: Die (ganz große) Siegerehrung wird es erst beim letzten Lauf, am 11. März in Trochtelfingen, geben. Dort erfahren dann alle (Serien)Siegerinnen und –sieger die ihnen gebührende Anerkennung.

Bei den einzelnen Läufen gibt es eine quasi in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Zieleinlauf durchgeführte Schnellsiegerehrung, was aber angesichts der Temperaturen um den Gefrierpunkt auch kein Fehler war.

Eher schon muss den Veranstaltern angekreidet werden, dass die Strecke – Winter hin oder her – hätte besser präpariert werden können. Üble Stürze blieben wohl aus, doch einige Sportler mussten schmerzhaft erkennen, wie hart ein Aufprall auf festgetretenem Schnee oder dem darunterliegenden Eis sein kann.

Ein Abstreuen der besonders glatten Kurven und des Gefällstückes kurz nach Kilometer zwei jeder Runde hätte die Sturzgefahr erheblich gebannt. Warum von Veranstalterseite darauf großzügig verzichtet wurde, bleibt rätselhaft.

Ein an sich schöner, reizvoller Kurs um das Kreuzeichestadion und durch den Markwasenpark sowie den angrenzenden Wald litt eindeutig unter den rutschigen bis gefährlichen Streckenverhältnissen.

Da bleibt zu hoffen, dass entweder die restlichen drei Läufe (am 28.1. in Pliezhausen / Gniebel; am 11.2. wiederum in Reutlingen am Kreuzeichestadion und am 11.3. dann das Finale in Trochtelfingen) mehr vom Wetter begünstigt sind oder aber die örtlichen Veranstalter mehr Vorsorge treffen, um die Sturzgefahr für die Sportler zu minimieren.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.alb-gold.de/sport/alb-gold-winterlauf/


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