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16. Calwer Hesse-Lauf

[eingestellt am 27. März 2017]

By: Jochen Höschele

Peter Obenauer auf dem Weg zum zweiten Platz in 32:23 min

Viktor Luft (10) wird in 36:11 min 45., während Gunther Moll 3. in der M45 wird und mit 36:26 min eine neue persönliche Bestzeit aufstellt

Knapp unter 41 Minuten benötigen Alexander Strasser (299) vor dem Ostelsheimer M70-Sieger Wolfgang Nehring (in gelb) und Daniel Hille (116) für 10km

Zweiter der schnellen Ü70-Läufer des VfL Ostelsheim: Eddy Schlenker, der gemeinsam mit Wolfgang Nehring und Walter Johnen einen neuen Deutschen Mannschaftsrekord der Klasse M70 über 10km aufstellt. Eddy selbst läuft mit 42:22 min auf Rang zwei seiner Altersklasse

1. W45 Claudia Waidelich (links) und 1. W55 Regina Vielmeier im Ziel

Zielverpflegung

Entspannung nach dem Lauf

Natalie Möbes vor Stefan Büchert

Manuela Goldmann (LT Altburg)

Siegfried Müller (198) und Lea Grießer

Tanja Haisch und Michael Nothacker vom SV Oberkollbach

Dorothee Renz und Manjai Bhatia

Annett Schrenk kämpft sich durch

Erich Rieger von der TG Stein wird 5. der M 70 in 57:42 min

Claudia Behringer aus Neubulach finisht noch deutlich unter einer Stunde

Tanja Saurer und Jürgen Utz

Katrin Reischmann, Gesamtzweite in 36:15 min, beim gemeinsamen Auslaufen mit Vereinskamerad Adrian Wenzel (21. in 34:31 min)

Laura Schillfahrt und Walter Wiedenmann

Nicole Schmerbach (263) und Stephanie Uhrig

Lore Wagner (429) und Zoé Bürger von „Fast Feet Tübingen“

Gesamtsiegerin Sabrina Mockenhaupt (links) beim Auslaufen mit 2. W30 Katrin Kommer „ertappt“

Bei der Siegerehrung wird der Streckenrekord von „Mocki“ durch Günter Krehl (am Mikrofon) und Fritz Sander besonders gewürdigt

Die schnellsten vier Frauen (von links): 2. Katrin Reischmann, Siegerin Sabrina Mockenhaupt, 3. Tabea Haug, 4. Katrin Wallner

Schnelle Zeiten und Rekorde beim Hesse-Lauf

Calw, den 25. März 2017 – Das strahlende Lächeln und die schnellen Beine sind so etwas wie das Markenzeichen von Sabrina Mockenhaupt, gemeinhin als „Mocki“ bekannt und in der Laufszene ebenso geschätzt wie beliebt. Ihre unkomplizierte, offene Art einerseits und andererseits ihre sportlichen Erfolge (42fache Deutsche Meisterin) machen sie zu einem Idol, das aber niemals unzugänglich oder abgehoben ist, sondern immer für einen Plausch und einen Scherz zu haben ist.

Ganz genau so war es auch vergangenen Samstag im Nordschwarzwald. Stolz konnten die Veranstalter um Günther Henne kurz vor Meldeschluss verkünden, dass die mittlerweile im schwäbischen Metzingen beheimatete, aber für das „Laufteam Haspa Marathon e.V.“ startende Siegerländerin Sabrina Mockenhaupt nach 2015 wiederum den Weg in die Stadt Hermann Hesses auf sich nehmen würde, um dort ihren eigenen Streckenrekord anzugreifen.

„Wenn man den Mund so vollnimmt, dann muss man eben hinterher auch abliefern“, so Mockis Fazit nach dem gelungenen Unterfangen, die Marke von exakt 34 Minuten zu unterbieten. „Das mache ich aber nie wieder“, so stand es auf ihrer Facebookseite zu lesen, „schließlich hatte ich eine harte Woche in den Beinen und der Wind blies auch noch kräftig“. Doch wie versprochen, legte sich die zierliche Athletin mächtig ins Zeug („ich bin los wie ein angestochenes Huhn und viel zu schnell angegangen“) und lag klar auf Kurs. Die letzten drei Kilometer galt es, „sich zu quälen“, was mit Unterstützung zweier Mitläufer auch gelang – in 33:39 min hatte Sabrina Mockenhaupt ihren eigenen Streckenrekord um beachtliche 21 Sekunden unterboten und lief auf Platz 12 im Gesamteinlauf durch das Ziel.

Durch die Spitzenleistung geriet fast etwas in den Hintergrund, dass das Rennen insgesamt sehr gut besetzt war – alleine elf (!) Frauen (von 98) blieben unter 40 Minuten, eine außergewöhnlich gute Quote. Auf Rang zwei kam mit Katrin Reischmann (VfB LC Friedrichshafen) eine junge (Jahrgang 1996), aufstrebende Athletin in 36:15 min ein. Sie verwies Tabea Haug (LAC Quelle Fürth), die in 37:06 min eine neue persönliche Bestleistung erzielte, auf Rang drei. Nicole Möbus (VfL Sindelfingen), Katrin Wallner (LV Pliezhausen 2012) und Möbus’ Vereinskollegin Leyla Emmenecker kamen auf die weiteren Plätze und liefen allesamt noch 37er Zeiten. Katrin Ochs als Siegerin der W40 kam auf starke 38:24 min, die Siegerinnen der Altersklassen W45 (Claudia Waidelich, SZ Calmbach; 43:53 min), W50 (Christine Holdermann, Skizunft Bad Herrenalb; ebenfalls 43:53 min) und W55 (Regina Vielmeier, 44:04 min) kamen fast gleichzeitig ins Ziel in der Badstraße.

Efrem Tadese (SSV Ulm 1846) war in 32:08 min schnellster Mann an der Nagold. Er hatte lange gemeinsam mit Streckenrekordler Bastian Franz an der Spitze gelegen und, als dieser ausstieg, verteidigte er diese Position bis zum Schluß. 15 Sekunden Vorsprung blieben ihm auf Peter Obenauer (LAV Stadtwerke Tübingen), der sich aus einer mehrköpfigen Verfolgergruppe zum Schluß lösen und den Rückstand auf Tadese noch verringern konnte. Mit 32:23 min betrug Obenauers Vorsprung auf den Drittplatzierten, Simon Friedrich (TSV Straßberg) jedoch nur sieben Sekunden. Philipp Kern (TG Dietlingen; 32:35 min) und Tadeses Vereinskamerad Muhammad Lamin Bah (32:37 min) folgten auf den Plätzen vier und fünf; Oliver Späth (TV Zell a.N.) lag mit 32:54 min etwas weiter zurück und auch Nico Seitter (Kesselläufer Stuttgart) lief in 32:59 min noch unter 33 Minuten auf der flachen Strecke entlang der Nagold. Um unter die ersten Zehn zu gelangen, waren mindestens 33:30 min gefordert. Diese Zeit lief Thomas Bosch (NSU Triathlon) auf Rang zehn, vor ihm waren noch M35-Sieger Raphael Arnold (LAZ Ludwigsburg; 33:13 min) und M30-Sieger Marius Stang (LAV Stadtwerke Tübingen/Fast Feet Tübingen; 33:10 min) platziert.

Herausragend auch die Leistung der „alten Herren“ des VfL Ostelsheim in der Altersklasse M70: Sie erzielten einen neuen Deutschen Mannschaftsrekord und übertrafen die alte Bestmarke des LC Rapid Dortmund um über zwei Minuten. Die Messlatte liegt nun bei 2:07:39 h, aufgestellt von den „schnellen Siebzigern“ Wolfgang Nehring (40:55 min), Edmund „Eddy“ Schlenker (42:22 min) und Walter Johnen (44:22 min).

Nicht verschwiegen werden soll auch die herausragenden 54:57 min von Horst Liebing (LT Altburg), der noch so manch Jüngerem das Nachsehen gab.

Im als Firmenlauf ausgeschriebenen, 90 Minuten vor dem Hauptlauf gestarteten 5km-Lauf setzte sich bei den Frauen Katharina Becker (laufsport-akademie.de) in 19:45 min vor Swantje Friedrich (TV Altdorf; 21:43 min) und Michaela Kummer (LG Calw; 22:13 min) durch.

Christian Kuhnisch hieß der Männersieger, der Athlet des SV Böblingen setzte sich in 16:46 min vor Benjamin Mannsdörfer (LAZ Ludwigsburg; 17:27 min) und dem erst 17jährigen Lamin Ceesay (LG farbtex Nordschwarzwald; 17:38 min) durch.

Insgesamt zählte das Veranstalterteam um Günther Henne über 700 Teilnehmer (davon alleine 395 Finisher des Hauptlaufes), denn es gab auch noch zwei Läufe für Schüler unterschiedlichen Alters und einen 350m-Lauf ohne Zeitnahme für die Bambini und Schülerinnen und Schüler der U8.

Wer weiß, ob ohne den störenden Wind nicht noch bessere Zeiten auf dem nur am Start etwas engen Kurs entlang der Nagold möglich gewesen wären. Eine durchgängig asphaltierte, weitgehend flache Strecke, deren schattige Lage an diesem sehr sonnigen Tag als eher wohltuend empfunden wurde, lässt auch im (breiten) Mittelfeld gute Zeiten zu. Man mag die Eintönigkeit der Streckenführung mit ihren insgesamt drei Wendepunkten bemängeln, doch wer nach einer neuen Bestleistung schielt, kommt am Hesse-Lauf beinahe nicht vorbei.

Auch das „Drumherum“ stimmt, die Organisation ist eingespielt und professionell. Hinterher gibt’s ein Funktions-Finishershirt mit langen Ärmeln, und in der Schulmensa gegenüber dem Wettkampfzentrum Sporthalle kann man sich Kaffee und Kuchen sowie weitere leckere Dinge aus Küche und Keller schmecken lassen.

Ein Lauf der kurzen Wege und der schnellen Zeiten, was will man also mehr?

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.calwer-laeufe.de


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