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5. Plain Vanilla

[eingestellt am 12. April 2017]

By: Jochen Höschele

Fotos: Conny und Jörg Kaltwasser und Jochen Höschele

Gerhard Bracht braucht am höchsten Punkt der Strecke, auf der Limburg, erst einmal ein Päuschen

Blühende Obstbäume lockten nicht nur Läufer hinaus in die freie Natur

Stefan Lang (rechts) gewinnt den „Plain Vanilla 5.0“ vor Christopher Greenaway

Merkmale der Strecke: Obstbäume in voller Blüte und die Limburg, die vier Mal bestiegen werden musste

Im Anschluß an den Lauf war Ausruhen und Stärken auf Bierbänken angesagt, bei strahlendem Sonnenschein eine Wohltat

Gerhard Bracht ist angesichts von 1500 Höhenmetern etwas ermattet

Die Finishermedaillen

Jubilarin Conny Kaltwasser (links) und Claudi Konowski

Klaus Neumann flitzt nach 6:21 h über die Ziellinie

Der „Ultra-Habicht“ Dieter Ulbricht beendet den Lauf als Dritter nach 4:34 h

Kurze Einweisung von Conny Kaltwasser vor dem Lauf

Andächtig lauscht die Läufermeute der Chefin Conny

Auch an der Weilheimer Kelter grünt und blüht es

Traumhafte Ausblicke

Hinauf zur Limburg…

….geht es in Serpentinen

Fast ist der Gipfel der Limburg (597m ü. NN) erreicht

Die ersten Kilometer der Laufstrecke werden von Asphalt dominiert

Volker Drexler ist ganz schön „klepprig“ geworden

Ein kurzer Abschnitt für Trail- und MTB-Enthusiasten

Steile Treppe auf dem Weg zur Limburg

An der Verpflegungsstelle fehlte es an nichts

Connys Geburtstagstorte, verziert von einer „Ultraschnecke“

Immer wieder rückt die Limburg ins Blickfeld (manchmal muss man sich dafür allerdings auch umdrehen)

Kurs Limburg

Christopher Greenaway an der Treppe

Daumen hoch für den Zweitplatzierten Chris

Gegen später war für die erhitzten Läufer der Schatten in der Kelter eine Wohltat

Die Weilheimer Kelter war für einen Tag fest in Läuferhand

Ein 50er zum 50. Geburtstag

Weilheim / Teck, den 8. April 2017 – Was macht eine Ultraläuferin, wenn ein runder Geburtstag ins Haus steht? Ganz klar – sie lädt Gleichgesinnte zu einem Lauf ein. Dieser Lauf trug, wie die vorhergegangenen Kaltwasserschen Veranstaltungen auch, den Titel „Plain Vanilla“. Weil es der fünfte seiner Art war, gab’s also den „Plain Vanilla 5.0“. Plain Vanilla könnte man übrigens mit „ganz einfach, ohne Firlefanz“ übersetzen. Für das Geburtstagskind Conny Kaltwasser gab es dann aber doch etwas mehr als nur Vanille – eine Geburtstagstorte, einen mit Geld gefüllten Spendenschuh und diverse andere Geschenke. Allen voran aber jedoch das, was sie sich (und den geladenen etwa 60 Teilnehmern) geschenkt hatte: Einen 50km-Lauf zu ihrem 50. Geburtstag. Da die „Ultraschnecke“ Conny in Weilheim an der Teck am Fuße der Schwäbischen Alb beheimatet ist und vermutlich die Rekordbesteigerin des Weilheimer Hausberges, der Limburg, ist, führte die Laufstrecke rund um diese – aber auch auf die Limburg hinauf. Vier Runden à 12,5km galt es zu absolvieren, stramme 375 Höhenmeter wurden so ganz nebenbei auch noch gesammelt. In der Summe also für alle, die die volle Distanz zurücklegen wollten, 50km und 1500 Meter im Auf- und Abstieg. Dreh- und Angelpunkt war die Weilheimer Kelter, dort war die Ausgabe der Startnummern, das Depot für das Läufergepäck und die vielleicht längste Verpflegungsstelle der nördlichen Hemisphäre. Mehrere Biertische lang war sie und es würde den Rahmen sprengen, alles aufzuzählen, was „Küchenchef“ Jörg Kaltwasser aufgetischt hatte – von Rühreibroten über Kartoffelsalat bis hin zu Mini-Schaumküssen und Schmalzbroten und Karotten- und Paprikastücken gab es praktisch nichts, was es nicht gegeben hätte.

Nach einer kurzen Einweisung in Sachen Streckenführung, Markierung und Benehmen auf der Strecke durch Conny Kaltwasser und zwei kurzen Ansprachen wurde das etwa 60köpfige Läuferfeld auf die Strecke geschickt. Besonders erwähnenswert ist hierbei noch, dass sich auch immer wieder einige AKBler ebenfalls auf die Runde begaben.

Der Erlös der Veranstaltung kommt nämlich vollständig dem AKB (Aktionskreis für Menschen mit und ohne Behinderung) zugute, der im Raum Kirchheim / Teck vielfältige Aktivitäten (Feste, Freizeiten, Theaterbesuche und eine Laufgruppe) organisiert.

Da auch diejenigen, die nur einen Teil (also ein bis drei Runden) der Gesamtstrecke laufen wollten, sich zu den „Ultras“ gesellten, erhöhte sich die Teilnehmerzahl noch einmal etwas. Viele der Teilstreckenläufer stiegen erst im Verlaufe des Wettkampfes ein und sorgten somit immer wieder für Belebung und Abwechslung auf der an sich schon sehr kurzweiligen Runde. Los ging’s von der Weilheimer Kelter aus zunächst auf Asphalt kurz durch den Ort, dann jedoch gleich auf geteerten Wirtschaftswegen, zunächst leicht, nach etwa 1,5km jedoch deutlich ansteigend. Eine Passage auf einem Grasweg schloß sich dann an, zwischen Kleingärten hindurch, ehe es in den Wald hinein und auf einer auch von Mountainbikern genutzten Strecke recht steil bergauf ging. Oben bot sich eine herrliche Aussicht auf von blühenden Obstbäumen gesäumte Hänge und den kleinen Ort Hepsisau sowie den Albtrauf. Wieder auf asphaltierten Wegen ging es weiter, zunächst eben, dann in Serpentinen bergab. Nach einer 90°-Linkskurve nahm die Strecke Kurs auf die Limburg, die von vielen Streckenabschnitten aus zu sehen war. Schnurstracks ging es darauf zu, nur um sie zunächst links liegen zu lassen und auf geschotterten Wegen weiterzulaufen. Eine Spitzkehre nach links führte die Läufer dann über einen Wiesenweg erst moderat, dann über ungleichmäßig steile Treppen heftig bergauf zu einem weiteren Asphaltstück, das schließlich unterhalb der Limburg durch den höchsten Weinberg Württembergs führte. Die letzten Höhenmeter hinauf zur Limburg legte man dann auf einem geschotterten Wanderpfad in Serpentinen zurück, ebenso nach der Passage des Gipfelplateaus mit panoramaartiger Rundumsicht, die an diesem sonnigen Tag einfach unbeschreiblich schön war. Abwärts ging’s dann auf einem ebenso schmalen, aber technisch recht einfachem Pfad, der in einen breiten Wiesen-, dann Schotterweg mündete. Von dort aus ging es die letzten beiden Kilometer der Runde tendenziell bergab, teils auf Asphalt, teils auf Schotter zwischen weiteren blühenden Obstbäumen hindurch, mit mehreren Gegenanstiegen zurück zur Kelter. Dort wurden die Startnummern der Teilnehmer notiert und die Verpflegungsstelle durfte gestürmt werden. Nach mehr oder weniger langer Zeit verließen diejenigen, die noch eine Runde dranhängen wollten (oder mussten?), die Kelter wieder und das Spiel begann von vorne.

Bei den allermeisten Teilnehmern stand weniger der sportliche Wettstreit, als die Geselligkeit und die Freude daran, mit Conny ihren Geburtstag mit einem gemeinsamen Lauf zu feiern, im Vordergrund.

Natürlich wurde keiner daran gehindert, flott zu laufen und es gab auch heiße Duelle um Sieg und Platzierung bei den etwas Ambitionierteren. Stefan Lang von der LG Weiß, der Sieger des „Allgäu Panorama Ultra“ des letzten Jahres, lag nach vier Runden mit 4:11 h vor dem Sieger des 4. „Plain Vanilla“, Christopher Greenaway (Sanwald Laufteam), der eine Viertelstunde länger benötigte und sich hinterher erst einmal ein Radler schmecken ließ. Als Dritter erreichte „Ultra-Habicht“ Dieter Ulbricht nach 4:34 h das Ziel. Bei den Frauen war die Pfälzerin Annette Bruns (LT Weisenheim am Berg) in 5:54 h am schnellsten und blieb als einzige unter sechs Stunden. Babett Jasbinschek (Therarunning Laufsport Ulm) lag mit 6:25 h bereits mehr als eine halbe Stunde zurück, aber noch gut eine halbe Stunde vor der Drittplatzierten, Grace Sacher (TF Feuerbach; 6:56 h).

Passend zum runden Geburtstag präsentierte sich auch das Wetter von seiner besten Seite und heizte den Läuferinnen und Läufern nach morgendlich kühlen vier Grad beim Start um neun Uhr später kräftig ein – in der Sonne dürfte das Thermometer locker über 20 Grad geklettert sein.

Hinterher machten es sich die Teilnehmer dann auf Bierbänken vor der Kelter gemütlich und ließen diesen schönen Tag bei Speis und Trank noch ausklingen, feuerten diejenigen an, die noch auf der Strecke waren und tauschten so manche Anekdote vergangener Lauferlebnisse aus.

Der Wunsch nach einer Wiederholung dieses firlefanzfreien Laufes wurde so oft geäußert (möglichst unter ähnlichen Rahmenbedingungen, was das Wetter und die Schönheit der Natur angeht), dass Conny und Jörg Kaltwasser sich zu einer Wiederholung wohl „gezwungen“ sehen. Hoffentlich nicht erst zum nächsten runden Geburtstag, so lange wollen wir nicht warten.

Link zur Veranstaltung: www.facebook.com/Ultraschneckens-Plain-Vanilla-50


Kossmann Laufdesign