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17. Trollinger-Marathon Heilbronn

[eingestellt am 08. Mai 2017]

By: Jochen Höschele

Startaufstellung zum 17. Trollinger-Marathon mit dem Zweitplatzierten Simion Sang (4) und Sieger Dickson Kirui (5) sowie dem Zweiten der M45, Igor Schiffner (10)

Christopher Greenaway macht erst Faxen und dann ernst: Auf Platz 19 läuft er nach 3:04 h durch das Ziel

Niko Adam gewinnt in 3:25 h die M60 (und von links drängelt sich schon wieder dieser Greenaway ins Bild)

Nur noch wenige Sekunden bis zum Start….

….und los geht’s!

Der Götzenturm, Überbleibsel der Stadtbefestigung Heilbronns, mit der Skulptur „Über dem Abgrund“, wird bereits nach einem Kilometer passiert

Für die musikalische Untermalung des (Halb)Marathons war an vielen Stellen gesorgt, hier ein Beispiel aus Sontheim

Viel Platz für die Läuferinnen und Läufer des Marathons; bereits nach fünf Kilometern hatte sich das gut 500 Köpfe starke Feld auseinandergezogen

Zwischen Sontheim und Flein kann man den grauen Himmel und Nieselregen ausgiebig genießen

Praktisch der einzige Sonnenbote an diesem grauen Tag: Die Sonnenblume am Fahrrad einer Streckenpostin

Auch bei schlechtem Wetter immer ein Genuss: Live-Klaviermusik in Flein

Wasser von oben, von rechts und von links – Flein tischt auf

Die kleinen Zuschauer ließen sich vom Wetter nicht abschrecken

Skulptur am Ortsausgang von Flein in Richtung Haigern

Der Alphornbläser Wolfgang Meerwart gehört zum „Trolli“ wie die Hügel um Heilbronn

Ob im Vorwärts- oder Rückwärtsgang: Der „Haigern“ zwischen Flein und Talheim muss sowohl beim ganzen als auch beim halben Marathon nach knapp zehn Kilometern bezwungen werden

Allseits bekannte Sprüche werden in bester „Tour de France“-Manier auf die Straße gepinselt oder gesprüht

Sigi Reichert, jahrelang einer der besten Seniorenläufer der Region, ist auch eine Institution beim „Trolli“. Bei Wind und Wetter begrüßt er das Läuferfeld am höchsten Punkt der Strecke.

„Gehen oder laufen?“ Das ist (nicht nur wie hier in Talheim) öfter mal die Frage beim Trollinger-Marathon

Das Wahrzeichen Lauffens, die Rathausburg, rückt näher. Kurz darauf geht es über die Neckarbrücke und an der Regiswindiskirche vorbei weiter in Richtung Meimsheim

Selbst der Dudelsackspieler in Lauffen hat seinen Regenumhang angezogen….das kann kein echter Schotte sein!

Zwischen Dürrenzimmern und Neipperg folgt eine langgezogene Steigung….

…..ehe die Ruine Neipperg ins Blickfeld rückt

Judith Baumann vom TV Rheinzabern bei einem der letzten Trainingsläufe für den „Comrades“ in Südafrika am 4. Juni

Kati Schramm ist in Klingenberg, knapp fünf Kilometer vor dem Ziel, noch gut gelaunt. Das Unheil dräut jedoch schon (linke Seite) in Form der Stöcke schwingenden Walker

Gleich mehrere „Käthchen von Heilbronn“ hatten alle Hände voll zu tun beim Umhängen der Medaillen

So seh’n Siegerinnen aus! Veronica Clio Hähnle-Pohl und Bettina Englisch (rechts) sorgen mit Doppelsieg und Streckenrekord für einen Triumph der Damen der TSG Heilbronn (Foto Konrad Englisch)

Podium der schnellen Marathonfrauen: 2. Bettina Englisch, Siegerin Veronica Clio Hähnle-Pohl, 3. Maria Magdalena Veliscu (Foto Konrad Englisch)

Bettina Englisch in Lauffen nach etwa 15km noch mehr als eine Minute hinter Veronica Hähnle-Pohl. Im Ziel trennten die beiden nur 24 Sekunden

Heißes Duell beim Regenmarathon

Heilbronn, den 7. Mai 2017 – Spannender hätte der Ausgang des Marathonrennens bei den Frauen kaum sein können, als es am vergangenen Sonntag in Heilbronn der Fall war. Kaum war Veronica Clio Hähnle-Pohl nach ihrem Sieg mit Streckenrekord von 2:49:28 h auf den Rasen gesunken, überquerte auch schon ihre Vereinskollegin der TSG 1845 Heilbronn, Bettina Englisch, die Ziellinie. Ganze 24 Sekunden war die 32jährige Hähnle-Pohl, die aus Heilbronn stammt, vor der 38jährigen Englisch geblieben. Eine Winzigkeit, ein Wimpernschlag.

Die Entscheidung über dieselbe Distanz bei den Männern fiel zwar mit 2:31:16 h zu 2:31:54 h ähnlich knapp aus, doch wurden diese Zeiten von zwei Kenianern erzielt. Dem gemeinen Beobacher am Streckenrand fällt es da schon deutlich schwerer, sich für Leistungen von ostafrikanischen (Semi)Profiläufern zu begeistern und zu identifizieren, deren Namen am darauffolgenden Tag sowieso schon vergessen sind. Dickson Kirui hieß der Sieger und sein Landsmann Simion Sang wurde Zweiter, ehe mit dem Drittplatzierten, Jordanis Theodosiadis (Hellas Heilbronn) der Sieger der M40 nach 2:45:52 h ins Ziel im Frankenstadion einlief.

Zur erstaunlich guten Quote von 15 Leistungen unter drei Stunden (bei 553 erfolgreichen Teilnehmern im Ziel insgesamt) trugen natürlich auch die beiden Lokalmatadorinnen Veronica Clio Hähnle-Pohl und Bettina Englisch entscheidend bei. Auf Gesamtplatz sechs und sieben einlaufend, wurde ihnen der größte Applaus des Publikums zuteil. Aufgrund des regnerischen Wetters hatten sich jedoch leider deutlich weniger anfeuerungswillige Zuschauer an der Strecke und im Frankenstadion eingefunden, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Dennoch konstatierte die neue Streckenrekordhalterin Veronica Hähnle-Pohl, dass „die Unterstützung der Zuschauer und vieler Freunde an der Strecke einfach super war.“

Weiter führte sie aus, dass sie „mit dem Rennen super zufrieden“ ist, „es war einfach genial“. Im Vorjahr hatte sie ebenfalls gewonnen, war dabei jedoch mit ihrem Vorhaben gescheitert, einen neuen Streckenrekord aufzustellen und bei der damaligen Wärme fast noch von Bettina Englisch eingeholt worden.

Duplizität der Ereignisse – auch 2017 lag Hähnle-Pohl von Beginn an vorne, bei „Halbzeit“ in Meimsheim mit 70 Sekunden vor ihrer Vereinskameradin Englisch.

Dieses Mal brach sie auf der zweiten Hälfte aber nicht ein – knapp unter vier Minuten pro Kilometer lief sie von der Halbmarathonmarke bis ins Ziel. „Die erste Hälfte bin ich genau nach Plan gelaufen und auf der zweiten konnte ich noch deutlich zulegen, hatte immer ein gutes Gefühl dabei. Es war aber schon, nicht zuletzt aufgrund der vielen Anstiege, wahnsinnig anstrengend und im Ziel war ich dann auch total platt. Den Abstand zu Bettina wusste ich immer, und es hat mich natürlich motiviert, zum Schluss nochmals anzuziehen.“

Ganz ähnlich äußerte sich die Siegerin des Jahres 2015, Bettina Englisch. „Meine Taktik war eigentlich auf 2:54 – 2:55h ausgelegt, aber die hab’ ich kurzerhand bereits nach drei Kilometern über Bord geworfen. Ich dachte, wenn ich eine Chance gegen Vero haben will, muss ich auch mal was riskieren und über mich hinauswachsen. Auf der zweiten Hälfte bin ich immer näher gekommen, doch ganz hat es nicht zum Sieg gereicht. Dennoch bin ich total happy, es war ein richtig klasse Rennen und es lief bei mir phänomenal gut. Mutterseelenallein gegen Wind und Regen, und dann noch fast meine Bestzeit aus dem letzten Jahr in Frankfurt (2:49:01 h) erreicht, besser geht’s im Grunde nicht!“

Für Spannung war auch auf der kürzeren der beiden Hauptdistanzen, dem Halbmarathon gesorgt: Erst auf den letzten Kilometern konnte sich Betty Chepkwony (Hirsch-Apotheke Bad Homburg) in 1:19:13 h gegen ihre kenianische Landsfrau Mary Wanjiku durchsetzen, die 1:19:45 h benötigte. Hannah Arndt, normalerweise im Trikot des LV Pliezhausen antretend, lief dieses Mal für „run2gether“, eine Organisation, die sich dem sportlichen Austausch zwischen Kenia und Deutschland verschrieben hat und erreichte mit Rang drei in 1:27:21 h ebenfalls einen Treppchenplatz.

Bei den Männern war das Podium fest in der Hand der Läufer aus Ostafrika: Drei Mal Kenia auf dem „Stockerl“, dazu noch ein Äthiopier auf dem vierten Platz und erst auf Rang fünf der erste Deutsche. Joseph Dapal konnte den Streckenrekord von 1:04:10 h aus dem Vorjahr nicht knacken, setzte sich aber im Spurt mit 1:07:23 h gegen Emmanuel Kiprono (1:07:28 h; beide „Fast Men“) durch. Auf dem dritten Rang lief nach 1:07:30 h nur knapp geschlagen der dritte Kenianer, Michael Kipkemboi Chelule (run2gether) ein. Der Äthiopier Endisu Getachew (LAC Quelle Fürth) blieb mit 1:09:01 h noch unter 70 Minuten, was dem schnellsten Deutschen, Michael Chalupsky (Geno-Runners; 1:13:19 h) nicht glückte.

Der Halbmarathon war, trotz eines stattlichen Schwundes zwischen Anmelde- und Finisherzahlen, mit 3874 Sportlern im Ziel, der teilnehmerstärkste Laufwettbewerb.

Dessen ungeachtet wurde ein neuer Teilnehmerrekord nur um weniger als 100 Köpfe verfehlt. Auch die Abbrecherquote lag bei nur knapp über einem Prozent – wer also antrat, sah in den meisten Fällen auch das Ziel.

Zusätzlich zum Marathon wurde wieder die Staffelvariante für Dreiermannschaften angeboten, unter 60 Staffeln setzte sich die Audi-Staffel (Welz/Heußer/Zimmermann) in 3:11:32 h vor FrieslandCampina Germany (Wandtke/Zorn/Wölkerling) in 3:24:57 h und der zweiten Audi-Staffel (Zeppenfeld/Böllinger/Haas) in 3:26:26 h durch. Die einzelnen Staffelmitglieder mussten jeweils etwa gleich lange Streckenabschnitte von 14 Kilometern bewältigen, die Staffelwechselstellen waren in Lauffen am Neckar und in Neipperg.

Zwischen dem Start des Marathons (8:45 Uhr) und dem des Halbmarathons (10:15 Uhr) findet der Jugendlauf über 3,5km statt. Der Lokalmatador der TSG 1845 Heilbronn, Dominik Zuhmann, lief als Erster über die blaue Tartanbahn des Frankenstadions bei Zielsprecher Achim Seiter durch das Ziel. Seine Zeit von 11:35 min war genau 27 Sekunden schneller als die des Zweitplatzierten, Christopher Yaroshenko (Lidl), der 12:02 min benötigte. Finn Robin Marschall (Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule) wurde in 12:07 min knapp dahinter Dritter. Bei den weiblichen Jugendlichen setzte sich Susanna Sartor von der TSG Schwäbisch Hall in 12:44 min durch und verwies die beiden Willsbacherinnen Juliane Weller (13:03 min) und die erst zehnjährige Elina Göcken (13:31 min) auf die Plätze.

Pauline Waldmann (SpVgg Heinriet; 3:32 min) und Luca Christ (TSG Bretzfeld; 3:07 min) liefen beim Mini-Marathon über etwa 500 Meter am schnellsten von fast 400 jungen Sportern der Altersklassen U7 bis U10.

Wesentlich zur nahe am Rekord liegenden Teilnehmerzahl trugen auch die gut 1000 Walker und Nordic Walker bei, die eine auf 14,4km verkürzte Variante der Halbmarathonschleife unter die Füße nehmen durften.

So bilanzierte dann auch Steffen Schoch, Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH, dass „die Stimmung trotz des Regens gut“ war und erstaunlicherweise „nur 31 Teilnehmer zum Teilnehmerrekord fehlen“. Das spricht für die Qualität des „Produkts“ Trollinger-Marathon, der auch bei regnerischen Bedingungen seine Qualitäten entfaltet. Das Gesamtpaket ist stimmig, und außer den umfangreichen Beigaben wie Marathonwein, Funktionsshirt und Laufsocken bekommen die Teilnehmer eine anspruchsvolle, landschaftlich reizvolle Strecke durch das Heilbronner Land geboten, die in Sachen Atmosphäre sich ganz bestimmt vor größeren Events nicht zu verstecken braucht.

Wer sich, wie die auch in diesem Jahr wieder aktiven laufenden Politiker Thomas Strobl (Innenminister des Landes Baden-Württemberg und gebürtiger Heilbronner) sowie Heilbronns OB Harry Mergel, den Termin des 18. Trollinger-Marathons vormerken möchte, der muss nicht einmal mehr ein ganzes Jahr warten: Am 6. Mai 2018 ist es wieder soweit.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.trollinger-marathon.de


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