Kanzlei.org - laufend gut beraten

14. Bottwartal-Marathon

[eingestellt am 17. Oktober 2017]

By: Jochen Höschele

Die Führungsgruppe des Marathons nach etwa fünf Kilometern

Jonathan Loew (327) läuft in 2:41:06 h auf den zweiten Platz dank guter Renneinteilung

Manuel Fößel (TV Ochsenfurt) ist nach 2:46:12 h Sieger der M30 und Viertplatzierter

Mit Startnummer 7 auf Platz 7: Jürgen Dollmann (LT Zazenhausen) ist nach 2:53:42 h M50-Sieger, dahinter der 3. M40, Klaus Arnold (SC Ostheim/Rhön; 3:17:29 h)

Driss Bennasser (13) belegt in 3:07:14 h Platz drei in der M45

9. Marius Gelbing (16) läuft glatt 3:00 h, Michael Stein (391) 3:23 h und Thomas Kieslinger (19) wird Dritter der M35 in 3:13:10 h

Alin Kollmann läuft in 3:27:00 h auf den zweiten Gesamtrang des Marathons

Diane Fuegel aus Ludwigshafen gewinnt den 14. Bottwartal-Marathon in 3:17:33 h und ist als Gesamt-25. im Ziel

Uli Lorenzen aus Marbach ist Dauergast im Bottwartal

Zugläufer Sven Manske (73) hat eine ganze Schar von Läufern um sich und ist pünktlich nach 3:29:30 h im Ziel

Sabine Grüntjens aus Schwaikheim belegt in 3:38:23 h den sechsten Platz der Frauen (2. W40)

Siegerin der W55 und unter vier Stunden läuft Johanna Banck-Burgess (TSV Lichtenwald) in 3:56:29 h

Volker Wittke (115) macht das Tempo für diejenigen, die unter 3:45 h bleiben wollen

Sabrina Perleß strahlt mit der Sonne um die Wette

Elisabeth Käb und Sven Kiesewetter vom #twitterlauftreff sind gemeinsam nach 4:15 h wieder am „Steppi“ in Steinheim

Der nächste Zugläufer: Zeljko Starcevic bremst und zieht die Gruppe der 4:15 h-Aspiranten

Klaus Neumann schafft es dank einer Kugel Eis in Oberstenfeld mit 4:43 h ins Ziel

4:45 h-Zugläuferin Kati Schramm (Mitte, mit blauen Strümpfen und schwarzem Shirt) mit ihren zahlreichen Followern bei Kilometer fünf

Ein Ultrafän auf (Marathon)Abwegen: Gerhard Bracht fröhlich bei Kilometer fünf

Lukas Eisele (SG Stern Stuttgart) läuft ausgezeichnete 31:29 min und wird hinter Arne Gabius Zweiter beim „10er“

Aimen Haboubi (SSV Ulm) wird Dritter über 10km in 33:29 min

Christoph Hillebrand (AMIRS Racing Team) ist nach 33:38 min als Vierter im Ziel

Johanna Weber (TG Biberach) gewinnt den 10km-Lauf in 42:41 min

Kirsten Weimar (3697) von der TSG Heilbronn 1845 wird Zweite in 45:00 min; Romy Zschau gewinnt die WJU 18 in 46:08 min

Schönes Fachwerk findet sich in jedem Ort des Bottwartales, hier ein Beispiel aus Steinheim

Arne Gabius wird seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und läuft herausragende 29:28 min über 10km und siegt damit deutlich

Das Staffelteam des LAZ Ludwigsburg entscheidet den Staffelmarathon in 2:34:37 h für sich

Team „ZINQ“ kommt als zweite Staffel nach 2:38:42 h ins Ziel

Marathonsieger Efrem Tadese (Therapie Reha Bottwartal) gewinnt seinen ersten Marathon überhaupt in 2:40:46 h

Luel Gebrengus (385) wird Dritter des Marathons in 2:43:01 h, während Ulrich Mack die „Bosch Runners“ als Schlussläufer nach 2:42:05 h zum Sieg führt

Jannik Ernst (SG Stern Stuttgart), der Sieger des Halbmarathons in 1:09:24 h

Daniel Noll (Marbacher Zeitung) folgt auf Platz zwei des Halbmarathons in 1:11:08 h

Yassin Osman (LAZ Ludwigsburg) kämpft sich mit Seitenstechen durch und wird Dritter in 1:12:22 h

Timo Schmidt aus Saarbrücken siegt beim Marathon in der M45 in 2:47:11 h

Christian Muth, Schlussläufer des „FloWelk Sportkonzept“ Teams, das beim Teammarathon in 2:46:06 h den zweiten Platz belegt

Fabian Knobelspies (vorne) und Daniel Zuger belegen Platz sechs und sieben des Halbmarathons in 1:16:18 h bzw. 1:17:07 h

Markus Häcker, M35-Sieger im Halbmarathon nach 1:17:40 h

Michael Sommer (links) gewinnt den „MZ Urmenschlauf“ in 3:52:49 h, rechts daneben der M40-Sieger des Halbmarathons, Oliver Kunz (VfL Ostelsheim; 1:18:37 h)

Marcel Fehr (2685) führt seine Vereinskollegen von der SG Schorndorf 1846 zu einer Zeit unter 1:19 h. Nicolai Christ (2686) wird dabei Sieger der MJU20 in 1:18:51 h

Isabel Leibfried (Therapie Reha Siegele), die Siegerin des Halbmarathons in 1:20:03 h

Volker Bender (team racesolution) gewinnt den ¾-Marathon in 2:09:04 h

Steffen Holzer (BSG Festo) kommt als Zweiter des ¾-Marathons nach 2:10:28 h ins Ziel

Benjamin Klotz von Nonplusultra Esslingen ist als Achter der Letzte, der die Marathondistanz noch unter drei Stunden schafft: 2:57:37 h und der Sieg in der M35 sind der Lohn dafür

Tim Flad ist nach 2:10:54 h Dritter des ¾-Marathons

Wolfgang Schütz ist jedes Jahr dabei im Bottwartal, dieses Jahr als Gesamtvierter (!) und Sieger der M55 in 2:12:50 h beim ¾-Marathons

Ekkehard Beier (EK Schwaikheim) gewinnt die M55 beim Halbmarathon in 1:27:10 h

HM-Zweite Alexandra Olpp (TC Backnang) läuft 1:28:21 h

M45-Zweiter des Marathons wird Thomas Zwilling nach 3:01:37 h

Zweiter des Urmenschlaufes über 50km: Karl Magnus Westphal (MTV Stuttgart) in 4:00:56 h

Selbstverständlich gibt es auch beim Halbmarathon Zugläufer, hier mit der 1104 Markus Kölz, der die 1:30 h-Gruppe führt. In rot mit Startnummer 1077 der M60-Halbmarathonsieger Reiner Müller (1:29:43 h)

Christine Sigg-Sohn, die Siegerin des ¾-Marathons in 2:17:30 h, lässt ganzen vier Männern den Vortritt

Dritte des Halbmarathons wird Rahel Hartung (SSV Ulm) in 1:30:19 h

Branka Hajek läuft auch mal „kurze“ Strecken und kommt beim Halbmarathon als Vierte nach 1:31:37 h ins Ziel

Alexandra Hellenthal gewinnt die W40 im Halbmarathon nach 1:33:28 h

Igor Schiffner, der Drittplatzierte bei den „Urmensch“ Ultraläufern nach 4:05:27 h

2:20:36 h und Platz drei (Siegerin W45) beim ¾-Marathon für Katrin Vogler von der LG Filder

Günter Gerke gewinnt die M65 beim Halbmarathon in 1:32:48 h

Silvia Weist wird Zweite in der W35 des ¾-Marathons in 2:22:58 h

Silke Holzmann (SV Ohmenhausen) wird Fünfte des ¾-Marathons nach 2:24:25 h

Jens Haller, der Fünfte des „Urmensch Ultra“, schaut ganz ungläubig

Auch beim Halbmarathonlauf wurden Urmenschen gesichtet

2. W50 beim ¾-Marathon wird Andrea Ellesser (TSV Kusterdingen) in 2:38:13 h

Jasmin Klotz (Ortema Medical Fitness) noch sehr fröhlich auf den letzten Kilometern des Marathons, den sie als Dritte nach 3:27:20 h beenden kann

Armin Härle läuft im Bottwartal bei seinem 100. Marathon und mehr nach 3:34:17 h als Zweiter der M60 durch das Ziel

Bea Bauer (in schwarz und weiß) belegt beim Urmensch-Ultralauf den zweiten Platz in 4:55:33 h

Die Läuferschlange nach zwei Kilometern auf dem Weg nach Murr

Manche brauchen hier bereits einen „Boxenstopp“

Die Fünf-Stunden-Zugläuferin Purity Jenninger hat anfangs nur zwei „Schäfchen“ um sich

Er jonglierte einen ganzen Marathon lang: Heinz Rasten (LLG St. Augustin)

Die 4:30 h-Gruppe vor dem schönen Fachwerkrathaus in Kleinbottwar

Das Wahrzeichen des Bottwartales: Burg Lichtenberg oberhalb von Oberstenfeld

Eine der vielen Musikgruppen entlang der Strecke, hier bei km 23 des Marathons bzw. zwei des Halbmarathons

Und noch eine Burg, dieses Mal in Beilstein, dem nördlichsten Ort des Kurses

Anfeuerung auf den letzten fünf Kilometern tut gut!

In Kleinbottwar zeigten diese Kinder vollen Einsatz, um die etwas ermüdeten Läufer aufzumuntern

Arne Gabius setzt ein Glanzlicht im spätsommerlichen Bottwartal

Steinheim, den 15. Oktober 2017 – Arne Gabius’ Leistung überstrahlte einfach alles. Schon allein seine Anwesenheit hatte Veranstalter wie Teilnehmer elektrisiert, hatte der Deutsche Rekordhalter im Marathon (2:08:33 h gelaufen 2015 in Frankfurt) doch für den 10km-Herbstlauf im Rahmen des Bottwartal-Marathons gemeldet. Ein idealer Zeitpunkt, um zwei Wochen vor dem „Tag X“ beim Marathon durch die Mainmetropole ein letztes Mal die Form abschließend zu überprüfen. Ganz offenbar ist die Form vorhanden, denn Arne lief beim „Therapie Reha Siegele Herbstlauf“ in 29:28 min ganz souverän als Erster über die Ziellinie am Kreisverkehr in Steinheims Ortsmitte. Die liebevoll „Steppi“ genannte Skulptur des Mammutskeletts, die diesem Kreisverkehr sein unverwechselbares Aussehen verleiht, war angesichts dieser Leistung wohl als einzige ungerührt, Publikum und Sprecher Achim Seiter jedoch völlig aus dem Häuschen. Damit unterstrich der 36jährige gebürtige Hamburger, der seit einigen Jahren in Stuttgart lebt, seine ausgezeichnete Form. Bereits am 17. September war er in Kopenhagen eine 62:31 min über Halbmarathon gelaufen (seine Bestzeit steht bei 62:09 min, gelaufen 2014 in New York) und im Bottwartal sub 30, da kann der Frankfurt-Marathon kommen! Zumal Arne, wie er selbst auf seiner Facebookseite bekennt, „müde Beine“ hatte und ihm die Strecke auch einiges abverlangte. Seine Ausnahmestellung wird dadurch noch verdeutlicht, dass der Zweitplatzierte Lukas Eisele (SG Stern Stuttgart) mehr als zwei Minuten zurücklag (31:29 min) und der Dritte, Aimen Haboubi (SSV Ulm) weitere zwei Minuten (33:29 min) später einlief.

Weit weniger hochkarätig die Leistungen der Frauen, wo die Biberacherin Johanna Weber in 42:41 min die Nase vor Kirsten Weimar (TSG Heilbronn; 45:00 min) und Svenja Wüst (Kolping Bildungswerk; 45:06 min) hatte.

In der ausgefeilten Chronologie der vielen Starts und Zieleinläufe der Wettbewerbe, die beim Bottwartal-Marathon zur Wahl stehen, wurden die Ultraläufer des „MZ Urmensch Ultra“ als Erste um 8:30 Uhr „losgelassen“. Dieser Lauf erfreut sich, vor allem bei den Liebhabern von Trail- und Naturläufen, immer größeren Zuspruchs. Die 150 zur Verfügung stehenden Startplätze sind stets einige Wochen vor dem Lauf ausgebucht und wer in diesem Jahr dabei war, kann das auch nachvollziehen: Auf die Höhen des Bottwartals führt die Strecke die Teilnehmer, und beispielsweise von Burg Lichtenberg oberhalb von Oberstenfeld bieten sich herrliche Ausblicke auf das herbstlich gefärbte Tal.

Ohne Schweißvergießen war das am Sonntag nicht möglich, schließlich kletterten die Temperaturen am Nachmittag auf weit über 20 Grad. Die rund eintausend Höhenmeter auf der langen Runde fordern ihren Tribut, auch der Sieger und „Ureinwohner“ des Bottwartales, der Oberstenfelder Michael Sommer, hatte mit den knackigen Anstiegen zu kämpfen. „Plötzlich hatte ich, so etwa bei Kilometer 30, total verhärtete Adduktoren, ich weiß gar nicht, wo das herkam. Auf der Straße wurde es dann aber glücklicherweise besser.“ Mehr als die Hälfte des Rennens lag Sommer alleine in Führung, kurz hinter der Verpflegungsstelle an der Burg Lichtenberg konnte er seine Verfolger abschütteln und lief einen letztlich ungefährdeten Sieg in 3:52:49 h heraus. Die Wärme („Das Wetter mag ich“) und die Atmosphäre („Stimmung in den Ortschaften war super“) fanden Sommers Zustimmung, der wie im Vorjahr auf der längsten angebotenen Strecke nicht nur seinen Heimvorteil, sondern auch seine Erfahrung ausspielen konnte. Allerdings schützt auch Erfahrung nicht vor Muskelkater – nach eigener Aussage bewegte sich Sommer am Tag nach dem Urmenschlauf „wie ein Holzmännle.“

Hinter Sommer kamen mit Karl Magnus Westphal (MTV Stuttgart; 4:00:56 h) und Igor Schiffner (Team AR Sport Asperg; 4:05:27 h) auch die weiteren Podestplatzierten aus der näheren Umgebung. Bei den Frauen setzte sich Anja Westphal in 4:48:43 h gegen die dreimalige Siegerin Bea Bauer (JOLsport) durch. Westphal geriet angesichts der Ausblicke und der Herbstfärbung im Bottwartal ins Schwärmen. „Die Strecke ist traumhaft und diese bunten Blätter im Wald und in den Weinbergen, einfach herrlich!“ Auch sie lag kurz nach der Burg Lichtenberg vorne, als sie Bea Bauer überholt hatte. Diese finishte jedoch ebenfalls noch unter fünf Stunden in 4:55:33 h vor der Drittplatzierten Miriam Frank aus Albstadt (5:02:44 h).

Anders als auf der Ultrastrecke sind beim Marathon die Anstiege eher dünn gesät, in Summe weniger als 180 auf- wie abwärts. Den Bestzeitenjägern machten nur die rapide ansteigenden Temperaturen zu schaffen, die von anfangs noch kühlen zehn Grad rasch in Richtung zwanzig und darüber hinaus kletterten.

Am besten mit den Bedingungen kam eine zurecht, die nach eigener Aussage „deutlich zu warm angezogen“ war und „ordentlich ins Schwitzen“ kam. Diane Fügel aus dem pfälzischen Ludwigshafen war es, die die Lokalmatadorinnen Aline Kollmann (Therapie Reha Bottwartal; 3:27:00 h) und Jasmin Klotz (Ortema Medical Fitness; 3:27:20 h) in die Schranken verweisen konnte. Fügel siegte mit großem Vorsprung in 3:17:33 h. Sie zollte sowohl den Machern als auch dem Publikum großen Respekt und verteilte großes Lob an Strecke, Stimmung und Organisation: „Das war einfach genial heute“.

Bei den Männern zeichnete sich lange ein sehr knapper Rennausgang ab, denn Efrem Tadese (Therapie Reha Bottwartal) und Luel Gebrengus (TSG Schwäbisch Hall) lagen zwar mehr als die Hälfte des Rennens vor Jonathan Löw (Therapie Reha Bottwartal), jedoch meist nur etwa 100 Meter. „Bei Kilometer 30 bin ich dann an ihnen vorbeigegangen“, schildert der Zweitplatzierte Löw die entscheidende Phase des Rennens. Etwa sechs, sieben Kilometer später hat dann meine Oberschenkelmuskulatur nicht mehr richtig mitgespielt, und Efrem ist wieder an mir vorbeigegangen. Luel war in der Zwischenzeit etwas zurückgefallen.“ Efrem Tadese überquerte als Erster nach 2:40:46 h die Ziellinie an der Skulptur mit dem Skelett des Steppenelefanten „Steppi“ in Steinheim. Der Flüchtling aus Eritrea war die Überraschung schlechthin, hatte er doch zuvor noch keinen Marathon bestritten. Jonathan Löw hingegen kam, wie schon vor zwei Jahren im Bottwartal, „total glücklich und zufrieden“ ins Ziel. Zweiter in 2:41:06 h kann sich aber auch wirklich sehen lassen. Dritter wurde Luel Gebrengus nach 2:43:01 h.

Auch die 339 Finisher des Marathons stimmten den Orga-Chef Gerhard Petermann zufrieden. „Wir haben auf allen Strecken zugelegt, das ist einfach Wahnsinn, was heute abgelaufen ist“. Im Dreiviertelmarathon waren es immerhin 156 erfolgreiche Teilnehmer von denen Volker Bender (Team Racesolution) in 2:09:04 h am schnellsten war. Ihn beeindruckte vor allen Dingen die „Gänsehautatmosphäre in Gronau, als mich die ganzen Halbmarathonis, die auf ihren Start warteten, wahnsinnig angefeuert haben.“ Steffen Holzer (BSG Festo) lief nach 2:10:28 h auf Platz zwei und Tim Flad aus Mössingen komplettierte bereits nach 2:10:54 h das Podium der Männer.

Christine Sigg-Sohn, im Vorjahr Siegerin der Marathondistanz, entschied sich aufgrund ihres Starts in zwei Wochen in Frankfurt für eine kürzere Strecke und siegte auch hier, wenn auch denkbar knapp in 2:17:30 h vor Bettina Englisch (Therapie Reha Bottwartal; 2:17:46 h), die aufgrund ihrer „Einlaufrunde“ von fünf Kilometern den Start verpasst hatte und dennoch vollauf zufrieden war: „Ich wollte stur mein Tempo laufen, damit ich nicht überziehe vor dem Marathon in Frankfurt, und hintenraus dann beschleunigen. Hat super geklappt und es ist überhaupt nicht schlimm, dass dabei dann Platz zwei herauskam.“ Auch Christine Sigg-Sohn war „total zufrieden, auch für mich war das der letzte lange Trainingslauf vor Frankfurt und mir gefällt es im Bottwartal einfach immer gut.“ Als Dritte kam Katrin Vogler (LG Filder) nach 2:20:36 h ins Ziel.

Der teilnehmerstärkste Wettbewerb ist nach wie vor der Halbmarathon, ihn beendeten fast 1600 Frauen und Männer. Isabel Leibfried (Therapie Reha Siegele) war wie im Vorjahr die Schnellste in 1:20:03 h und lag damit weit vor Alexandra Olpp (TC Backnang; 1:28:21 h) und Rahel Hartung (SSV Ulm; 1:30:19 h).

Auch Leibfrieds Ziel ist der Marathon in Frankfurt am 29. Oktober, und sie zeigte sich sehr zufrieden: „Es lief optimal, Frankfurt kann kommen“.

Jannik Ernst (SG Stern Stuttgart), Dritter der Deutschen Marathonmeisterschaft 2016, war der überlegene Mann bei „für mich idealen Bedingungen“. Zunächst „verhalten laufen, ins Rennen finden und dann mein Tempo durchziehen“, so war sein Matchplan, den er auch perfekt umsetzen konnte. Nach 1:09:24 h stand er als Sieger fest, Daniel Noll (Marbacher Zeitung) als Zweitplatzierter lag mit 1:11:08 h bereits ein gutes Stück zurück, konnte sich seinerseits aber klar gegen Yassin Osman (LAZ Ludwigsburg; 1:12:22 h) behaupten.

Die Fülle an Wettbewerben im Bottwartal ist damit noch nicht erschöpft – den Marathon teilen sich im Teamwettbewerb, der von den „Bosch Runners“ in 2:42:05 h gewonnen wurde, drei Läuferinnen oder Läufer. Beim „Staffelmarathon“ sind es gar deren acht, hier siegte das LAZ Ludwigsburg in 2:34:37 h. So bereicherten und belebten 27 Staffeln und 28 Teams die Marathonstrecke zusätzlich, an den Wechselstellen herrschte teils ausgelassene Stimmung und die „Einzelkämpfer“ wurden kräftig angefeuert.

An Atmosphäre und Stimmung mangelte es im Bottwartal sowieso noch nie, und wenn das Wetter so prächtig mitspielt, stellt so mancher Zuschauer die Campingtische oder Bierbänke an den Streckenrand, lässt sich Kaffee oder Weizenbier schmecken und sieht den Sportlern bei ihrem Treiben zu.

Beim bereits samstags stattfindenden „Run and fun Day“ kommen Kinder und Jugendliche voll auf ihre Kosten, und auch der Gedanke der Inklusion wird im Bottwartal gelebt, denn der „Theo-Lorch-Werkstätten-Lauf“ richtet sich speziell an Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, unabhängig von deren Alter.

Dass dieses Mammutprogramm organisatorisch aufwendig ist, damit es zu keinen „Läuferkollisionen“ oder ähnlichem kommt, liegt auf der Hand. Für die Zuschauer mag es vielleicht mitunter etwas durcheinander gehen, doch Sprecher Achim Seiter behält stets den Überblick und informiert das Publikum, wer da gerade vorbei- oder einläuft.

Wenn sich zum reibungslosen Ablauf, beispielsweise auch beim Transfer der Halbmarathonis zum Startort Gronau, noch sonniges Spätsommerwetter und strahlend blauer Himmel gesellt und die Teilnehmerzahlen in die Höhe schießen wie die Temperaturen, gerät Organisationleiter Gerhard Petermann ins Schwärmen. „Unglaublich“ findet er das alles, und dabei hat er mit seinem Team auch kurzfristig durch die Einrichtung zusätzlicher Wasserstellen auf die Wärme gut und vorausschauend reagiert. Über 3300 Finisher am Sonntag in allen Wettbewerben, gut 1500 am Samstag, da darf man gespannt sein, wie die vielen „Wiederholungstäter“, aber auch die „Neulinge“ abstimmen, wenn in wenigen Wochen wieder zur Wahl der „Marathons des Jahres“ aufgerufen wird. Der Bottwartal-Marathon hat schließlich einen Titel zu verteidigen – drei Mal in Folge wurde er zum Marathon Nummer eins in Baden-Württemberg gekürt, noch vor Freiburg, Ulm, Mannheim und Heilbronn beispielsweise.

Die Chancen stehen gut, dass es auch in diesem Jahr mit einem Platz ganz oben klappt – Kritikpunkte gibt es wenige (heuer beispielsweise die frühzeitig versiegenden Vorräte an alkoholfreiem Bier im Ziel) und diese werden konstruktiv aufgegriffen. Liebevoll gestaltet auch die jährlich wechselnde Medaille und die Altersklassenpokale in Form eines stilisierten Läufers, und auch die Laufmütze für alle Teilnehmer – wahlweise in gelb oder blau – ist eine wohltuende Abwechslung im Teilnehmer-T-Shirt-Einerlei. Selbst eine sehr gute Eisdiele findet sich für erhitzte Teilnehmer bei Kilometer 31,4 der Marathonstrecke. Wer also nicht ins Bottwartal geht, braucht wahrlich gute Gründe.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.bottwartal-marathon.de 


Kossmann Laufdesign